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Thomas Gisbertz
Thriller der Extra-Klasse

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Mai 2019

Gerade erst hat Matthias Hegel, akustischer Profiler bei der Kriminalpolizei Berlin, zwei Kinder aus den Händen eines Geiselnehmers befreit, als er dem Einsatzleiter Hans Struck offen gesteht, am Tag zuvor eine Obdachlose mit einem Aschenbecher niedergeschlagen und anschließend 23 Mal auf sie eingestochen zu haben.

Der renommierte Professor, der wegen seines perfekten Gehörs von allen nur „Auris“ genannt wird, und der als forensischer Phonetiker eine wahre Legende bei der Polizei ist, wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann mit dem Fledermausgehör hatte zuvor die Tat erneut gestanden und Details zur Ermordung genannt, die nur der Täter wissen kann. Obwohl er noch nicht einmal versuchte, die Höchststrafe abzuwenden, schwieg er bis zum Schluss beharrlich zu seinem Motiv.

Der Fall weckt die Neugierde einer Radiojournalistin

Bereits die Tatsache, dass die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten wurde, erregt das Interesse der jungen True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge. Nicht zuletzt erscheinen ihr die wenigen Informationen, die nach außen dringen, mehr als mysteriös. Im Laufe ihrer Recherche hegt sie mehr und mehr Zweifel an der Schuld Hegels.

Auch ein persönliches Schicksal, welches sie zwei Jahre zuvor erleiden musste, drängt sie regelrecht dazu, den scheinbaren Justizirrtum um den phonetischen Forensiker aufzuklären. Als sie wiederholt Drohungen erhält, bringt Jula nicht nur sich selber durch ihre Ermittlungen in große Gefahr.
Matthias Hegel, der einzige Mensch, der ihr helfen könnte, sitzt im Gefängnis und schweigt zu alle dem. Für die junge Frau bleiben Fragen offen: Wieso sollte ein kriminalistisches Genie wie der Professor einen derart stümperhaften Mord begangen haben? Was hat er zu verbergen?

Gelungene Zusammenarbeit zweier Thriller-Autoren

Ungewöhnlicher könnte die Entstehung eines Thrillers kaum sein: Die Idee zu dem Projekt stammt von Sebastian Fitzek, verantwortlicher Autor des Romans „Auris“ ist Vincent Kliesch, wobei das Werk in Zusammenarbeit beider Bestseller-Autoren entstanden ist. Eigentlich hatte Fitzek den Plan, die Geschichte um den forensischen Phonetiker Matthias Hegel als Hörbuch zu erzählen: „Denn wie könnte man einen akustischen Profiler besser erlebbar machen als mithilfe des akustischen Kopfkinos, das ein Hörspiel erzeugt?“

Parallel zur Hörspiel-Entwicklung trat Vincent Kliesch, der den Thriller-Fans  durch seinen Roman „Die Reinheit des Todes“ bekannt ist, an seinen Kollegen Fitzek mit dem Wunsch heran, die Idee als Roman umzusetzen. Auch wenn Kliesch den Thriller schrieb, ließ es sich Fitzek nicht nehmen, an der Umsetzung mitzuwirken und mitzufeilen. Herausgekommen ist der fulminante Start zu einer außergewöhnlichen Thriller-Serie.

Faszinierender Bereich der Forensik

Kliesch und Fitzek schaffen es tatsächlich, dem reichhaltigen Spektrum an Kommissaren, Detektiven und anderen Ermittlern eine faszinierende neue Figur hinzuzufügen: Professr Dr. Matthias Hegel ist ein anerkannter forensischer Experte auf dem Gebiet der Phonetik, der sich auf die akustische Beweisführung spezialisiert hat.

Anders als die meisten Kollegen bei der Kriminalpolizei, die aufgrund von Fingerabdrücken, Speichelproben oder Zeugenaussagen versuchen, den Täter zu überführen, ist Hegel auf der Spur nach der phonetischen DNA, die jeden Täter unverwechselbar macht: Dialekte, Klangfarben, Stimmfrequenzen oder auch Sprachfehler. Sein absolutes Gehör, welches polizeiliche Computerprogramme zur Stimmanalyse bei weitem übertrifft, ist so genau, dass seine Beweise sogar vor Gericht Gültigkeit haben.

Junge Podcasterin mit einem Trauma

Neben dem Professor gibt es eine zweite Hauptfigur: die junge Radioreporterin Jula Ansorge. Sie trägt schwer an einem persönlichen Schicksalsschlag: Während einer Reise nach Argentinien wird sie von einem Unbekannten vergewaltigt und schwer verletzt. Die junge Frau ist fassungslos, als man ihr einige Tage später den Täter präsentiert: Angeblich soll ihr Bruder Moritz, der mit ihr in Südamerika ist, sie sexuell missbraucht haben.

Jula weiß aber, dass jemand anderes hinter der Tat stecken muss. Bevor sie mit Moritz darüber sprechen kann, erfährt sie, dass sich dieser in seiner Zelle erhängt hat. Seitdem hat die eigenwillige Frau kaum noch Kontakt mit ihren Eltern. Alleine ihr Halbbruder Elyas ist ihr noch wichtig.
Die traumatischen Ereignisse in Argentinien sind der Auslöser dafür, dass die Radio-Reporterin True-Crime-Podcasts verfasst, bei denen sie sich mit – aus ihrer Sicht - unschuldig Verurteilten beschäftigt. Daher ist sie auch an der Geschichte des charismatischen Profilers Matthias Hegel interessiert. Jula ist mitunter eine starrsinnige, trotzige Frau, die nur schwer Nähe zulassen kann und stur ihren Kopf durchsetzen will. Sie wird als Person dargestellt, die letztendlich nichts mehr zu verlieren hat.

Gespräche als Kammerspiel

Einer der Höhepunkte des Thrillers sind sicherlich die Begegnungen zwischen dem Profiler Hegel und der jungen Jula Ansorge im Gefängnis Moabit, die schon fast eine kammerspielartige Atmosphäre besitzen. Man fühlt sich dabei unweigerlich an die Gespräche zwischen Dr. Hannibal Lector und der FBI-Agentin Clarice Starling aus „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Der Schwerpunkt dieser Szenen liegt sicherlich auf der psychologischen Wirkung der Gespräche zwischen den beiden Figuren.

Der Forensiker treibt anscheinend ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Radioreporterin. Erst nach und nach gibt er Informationen preis, aber nur dann, wenn es ihm gefällt oder er einen Nutzen davon hat. Dabei tritt Hegel keineswegs unfreundlich, aber dennoch bestimmend auf. Jahrelang hat Hegel jegliche Zusammenarbeit mit Journalisten verweigert, da er keinerlei Interesse hat, über sich und seine Geschichte zu sprechen. Erst die Möglichkeit, sich einen Drohanruf, der an Jula gerichtet war, anzuhören und zu analysieren, weckt sein Interesse.

Bis zum Schluss merkt man immer wieder, wie geschickt es der akustische Profiler vermag, Menschen zu manipulieren, da er in der Lage ist, sie über ihre Sprache, ihre individuelle und situative Stimmführung und Sprachfärbung, ihre unbewusste Intonation, Satzmelodie, Artikulation und Aussprache, zu verstehen und zu interpretieren.

Fazit:

„Auris“ ist bereits jetzt eines der Bücher des Jahres. Ein absolutes Muss für alle Thriller-Fans: Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, unerwartete Wendungen und ein atemraubendes Erzähltempo. Mit dem akustischen Profiler Matthias Hegel und der True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge schaffen Kliesch und Fitzek faszinierende, gleichzeitig aber völlig konträre Protagonisten, die dem Leser sowohl durch ihre starken Persönlichkeiten als auch durch ihr hiervon geprägtes ausdrucksstarkes und wechselseitiges Zusammenspiel ein außergewöhnliches und fesselndes Lesevergnügen bereiten. Der Leser weiß bis zum Schluss nicht, was Wahrheit ist und was Lüge. Eine exzellente Zusammenarbeit zweier Bestseller-Autoren, die mich jetzt schon voller Vorfreude auf die nächsten Bände dieser viel versprechenden neuen Thriller-Reihe zurücklässt.

Auris

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Letzte Kommentare:
12.08.2019 08:43:33
KerMelis

Auris ist ein sehr spannender Thriller den ich in einem Rutsch gelesen habe und gern weiter empfehle!
Vincent Kliesch ist es gelungen aus der Idee von Sebastian Fitzek eine fesselnde Geschichte zu schreiben, deren Ende mich teilweise sehr überrascht hat. Es schreit nach einer Fortsetzung und auf diese warte ich nun gespannt!

Ich bin, obwohl ich am liebsten Thriller lese, eine happy end liebende Leserin. Das geht hier nicht ganz auf- obwohl der Fall gelöst wird (?) ist es trotzdem kein wirklicher Abschluss. Die Spannung bleibt bis über das Ende hinaus erhalten - das ist schon etwas gemein... ;)

Auf den Inhalt möchte ich nicht großartig eingehen, das kann sich jeder im Klappentext durchlesen. Ich hatte sehr viel Spannung beim lesen und die Schreibart des Autors gefällt mir sehr gut. Ich hatte auch schon andere Bücher von ihm gelesen und hätte mir dieses Buch auch ohne den großen Namen Fitzek auf dem Cover gekauft.
Vier Sterne plus bekomme der Thriller von mir- einen halben Abzug wegen des fiesen cliffhängers... ;)

23.07.2019 13:50:17
Jules118

Matthias Hegel ist Phonetiker und kann nur durch sein Gehör erkennen ob ein Mensch lügt oder nicht. Und darüber weit hinaus. Deswegen wird er unter seinen Kollegen auch Auris genannt.
Nach einem Einsatz, bei dem er zwei Kinder rettet, stellt er sich bei seinen Kollegen und gesteht den Mord an einer Obdachlosen.
Ein Jahr nach seiner Verhaftung wird die Podcasterin Jula Ansorge auf den Fall aufmerksam und ist fest von seiner Unschuld überzeugt. Nun versucht sie gegen alle Widersprüche, den wahren Täter zu entlarven und Hegel aus dem Gefängnis zu holen.
Als großer Sebastian Fitzek Fan bin ich natürlich schnell auf das Buch aufmerksam geworden. Die Idee des vermeintlich unschuldigen Forensikers im Gefängnis ist nicht neu aber auf jeden Fall gut aufgegriffen.
Jula ist eine junge Frau, die nach einem Verbrechen, für das Ihr Bruder verantwortlich sein soll, ihr ganzes Leben der Suche nach möglichen Justizirrtümern widmet. Sie wird angespornt durch die Steine, die man ihr in den Weg legt. Sie hat Biss, einen eigenen Kopf und weiß was sie will. Ihre Motive sind nachvollziehbar. Gut finde ich auch, dass sie Hilfe annimmt und nicht alles eine machen will.
Matthias Hegel ist gerade am Anfang sehr arrogant und will nicht, dass ihm jemand aus dem Gefängnis holt. Sein Motiv für diese Entscheidung bleibt auch lange verborgen.
Selbst das Ende hatte ich so nicht erwartet und ich bin auf jeden Fall gespannt wie es nächstes Jahr mit Aurelia weitergeht.
Sprachlich ist es jetzt keine ganz große Literatur, aber das erwarte ich bei einem Krimi oder Thriller auch nicht. Trotzdem regt das Buch an, mitzudenken.

23.07.2019 11:59:06
mrsrabes bookaccount

Matthias Hegel hat das absolute Gehör. Der phonetische Forensiker ist ein gefragter Berater der Polizei und konnte mit seinen Fähigkeiten schon oft dazu beitragen Kriminalfälle zu lösen. Umso unglaublicher ist es, als Hegel eines Tages den brutalen Mord an einer Obdachlosen gesteht, verhaftet und verurteilt wird.
Jula Ansorge ist Radiojournalistin und betreibt einen Podcast für True Crime Fälle. Durch ein familiäres Schicksal angetrieben, fühlt sie sich berufen, den Fall Hegel wieder aufzurollen, da sie von der Unschuld des Mannes überzeugt ist. Immer tiefer verstrickt sie sich in die Ermittlungen und gefährdet dabei nicht nur ihr eigenes Leben.
Auris ist ein Thriller nach einer Idee von Sebastian Fitzek, umgesetzt von Vincent Kliesch Und so liest es sich auch. Es ist ein sehr wendungsreicher Krimi, sprachlich einfach gehalten, durchaus spannend aber voll logischer Unschärfen. Mir gefiel an sich die Idee, einen Protagonisten einzusetzen der über außerordentliche Sinneswahrnehmungen verfügt. Allerdings hätte ich mir zu dem Thema forensische Phonetik mehr interessante Einzelheiten gewünscht. Dazu hätte es allerdings mehr an Recherche bedürft. Da war es einfacher eine ziemlich penetrante und nervtötende Journalistin in den Mittelpunkt zu stellen.
Manchmal hilft es, die Geschichte zu retten, wenn diese gut vorgetragen wird. In der Audible Fassung ist Auris als Hörspiel konzipiert, und ich habe festgestellt, dass mir diese Form nicht wirklich zusagt. Ich empfand die dramatischen Hintergrundgeräusche oder den Einsatz von Musik eher störend. An den männlichen Erzählstimmen gab es nichts zu beanstanden. Aber Svenja Jung als Jula Ansorge hat die an sich schon überagierende Protagonistin stimmlich ins Unerträgliche gesteigert. Jula schreit sich durch die Geschichte, selbst dann wenn sie nur eine Currywurst bestellt.
Der Schluss des Thrillers bietet einen Cliffhanger. Man darf also eine Fortsetzung erwarten. Ich werde darauf allerdings nicht warten.

17.07.2019 05:58:29
evalitera

Spannender gehts kaum.
Fűr mich spannender als der Insasse.
Volker Kliesch schreibt nicht so schnell und schlampig wie Fitzek in seinen letzten Werken.
Der beste Thriller für mich im Jahre 2019

09.07.2019 20:28:04
Elefant

Hohe Erwartungen
Sebastian Fitzek ist einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Und auch Vincent Kliesch ist kein unbeschriebenes Blatt. Mit Thrillern wie „Die Reinheit des Todes“ hat er sein schriftstellerisches Talent bewiesen. Jetzt haben sich Kliesch und Fitzek zusammengetan und die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Die beiden Autoren können gut damit umgehen.
Fitzek liefert ein spannendes und ungewöhnliches Thema für den Krimi. Er erschafft einen einzigartigen Protagonisten: Matthias Hegel ist forensischer Phonetiker. Das heißt er überführt Täter anhand der akustischen Spuren, die sie hinterlassen. Nur anhand der Stimme kann er eine Person komplett charakterisieren. Alleine daraus lässt sich schon eine spannende Handlung bauen. Doch Fitzek setzt noch eins drauf: der geniale Polizist gesteht einen Mord und wird verhaftet. Die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge beschäftigt sich mit dem Fall. Sie glaubt nicht, dass Hegel den Mord begangen hat und forscht nach. Doch ihre Neugier wird zur Gefahr für sie und ihre Liebsten.
Vincent Kliesch hat sich die Buchidee zwar nicht selbst ausgedacht, doch er erzählt sie hervorragend. Sein Schreibstil ist lebendig und fesselnd. Ich konnte gar nicht anders als immer weiter zu lesen.
Am Ende angekommen, muss ich Fitzek und Kliesch ein Lob aussprechen: sie sind sehr gut mit den hohen Erwartungen umgegangen.

25.06.2019 20:01:13
Miss Marple

Ungewöhnlicher Beruf
Von einem forensischen Phonetiker hatte ich bisher noch nichts gehört. Matthias Hegel verfügt über das absolute Gehör und macht aus dieser Begabung seine(n) Beruf(ung). Faszinierend, wie er der Polizei bei der eingangs geschilderten Geiselnahme hilft, die gar keine ist und er "hört", dass der "Täter" einen Schlaganfall hatte. Er kann Wahrheit von Lüge unterscheiden und half bereits viele Kriminelle hinter Gitter zu bringen. Und nun sitzt er selbst dahinter, denn er hat einen Mord gestanden. Jula Ansorge, Journalistin und Podcasterin, hat sich zur Aufgabe gemacht, den möglichen Irrtum aufzuklären und bringt sich damit in äußerste Gefahr. Selbst gezeichnet von persönlichen Schicksalsschlägen verbeißt sie sich in den Fall, bei dem der Autor uns verschiedene Wendungen präsentiert, um uns dann am Ende hängen zu lassen. Schade!

18.06.2019 09:02:15
leseratte1310

Der Phonetiker Matthias Hegel arbeitet als Forensiker in Berlin. Anhand der Stimme kann er Wahrheit von Lüge unterscheiden und so geholfen, Kriminelle zu überführen. Nun gesteht er selbst einen Mord und landet im Gefängnis.
Die junge Rundfunk-Journalistin Jula Ansorge betreibt einen True-Crime-Podcast. Sie möchte unschuldig Verurteilte rehabilitieren und gerät auch an Hebels Fall. Davon überzeugt, dass er unschuldig ist, hängt sie sich richtig rein und bringt sich damit nicht nur sich in Gefahr.
Es ist eine interessante Thematik, aber ich finde, dass die forensische Phonetik ein wenig zu kurz gekommen ist.
Die Handlung verläuft spannend und rasant.
Auch die Charaktere sind interessant. Matthias Hegel ist schwer zu durchschauen. Allzu glatt kommt ihm sein Geständnis über die Lippen. Jula Ansorge ist eine sympathische junge Frau, die ein Trauma mit sich herumträgt. Das motiviert sie dazu sich mit voller Kraft in die Klärung von zweifelhaften Urteilen zu begeben. Dabei will Hegel ihren Einsatz überhaupt nicht.
Es gab eine Reihe von Wendungen, die die Spannung hochgehalten haben. Das Ende ist stimmig, liefert aber auch Cliffhanger, die neugierig auf die Fortsetzung machen.
Mich hat dieser spannende Thriller gut unterhalten.

15.06.2019 20:56:53
gerlisch

Matthias Hegel, genannt Auris ist akustischer Profiler in Berlin bei der Kriminalpolizei. Dem berühmten Professor gelingt es immer wieder mit Hilfe seines Gehörs Verbrecher zu überführen. Gerade noch konnte er zwei Kinder aus den Händen eines Geiselnehmers befreien, doch dann gesteht er selbst einen Mord an einer Obdachlosen.
Der Fall weckt die Neugierde einer True-Crime-Podcasterin Julia Ansorge. Zwei Jahre zuvor musste sie während einer Reise nach ARgentinien einen schweren Schicksalsschlag ertragen. Sie wurde vergewaltigt. Sie ist fassungslos als man ihr einige Tage später den Täter nennt: Ihr Bruder Moritz der mit ihr die Reise unternommen hat. Bevor sie jedoch Kontakt mit ihm aufnehmen kann, wurde ihr mitgeteilt, dass Moritz sich in seiner Gefängniszelle erhängt hat.

Dieses Trauma nimmt sie jetz in BErlin zum Anlass, sich mit dem FAll von Auris zu beschäftigen. Aus ihrer Sicht ist Matthias Hegel unschuldig. Sie versucht mit allen Mitteln diesen Fall aufzuklären.

Meine Meinung:
Die Story ist am Anfang spannend geschrieben. Jula ist sehr temperamentvoll und lässt sich nicht einschüchtern. Die Beschreibung von dem Phonetiker Matthias Hegel fand ich teilweise unglaubwürdig, wer kann schon anhand der Stimme, Krankheiten einer Person erkennen??
Weiterhin empfand ich die Story als verworrenen Katz- und Maus-Spiel, was ja nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Allerdings kamen mir die Protagonisten zwischenzeitlich etwas albern vor.

Fazit:
Der Leser erfährt bis zum Schluss nicht die Wahrheit. Alles in allem macht das Buch aber doch sehr neugierig auf den Fortgang der Geschichte.
Ich freue mich schon auf den 2. Teil.

11.06.2019 18:10:59
Tigereye95

Matthias Hegel, genannt Auris (lat. = das Ohr) ist ein berühmter Phonetiker auf seinem Gebiet. Anhand von Klängen, Lauten aus Kehlkopf und Rachen oder anhand der Atmung kann er Wahrheit von Lüge unterscheiden und welche Charaktereigenschaften eine Person hat. Dadurch hat er schon viele Verbrecher ins Gefängnis gebracht. Doch trotzdem sitzt er nun selbst im Gefängnis, weil er eine Obdachlose umgebracht hat und dies selbst gestanden hat. Die junge Journalistin und True-Crime-Podcasterin Julia Ansorge glaubt nicht daran, dass er schuldig ist und will nun die Wahrheit herausfinden. Sie fängt an selbst zu ermitteln. Jedoch bleibt das nicht unbemerkt, sodass sie sich selbst in Gefahr begibt...

Die Kapitel waren alle kurz und sind perfekt für Kurzzeitleser, wie ich es eigentlich bin, geeignet.
Allerdings hat mich das Buch gefesselt, dass ich gar nicht aufhören konnte mit dem Lesen. Gezwungener Maßen musste ich es zwischendurch zur Seite legen. Somit habe ich 2,5 Tage (!) gebraucht, um das ganze Buch durchzusuchten. Es war einfach unglaublich zu lesen.
Das Buch hatte einen roten Faden und die Wendungen zur nächsten Entwicklung waren genau an der richtigen Stelle. Durch das offengehaltene Ende will man unbedingt einen Folgeband lesen.

Mein Fazit: Ein Autorendreamteam - Vincent Kliesch und Sebastian Fitzek - haben ein unglaubliches Buch geschrieben. Ich kann es jedem nur empfehlen zu lesen!
Ich will auf jeden Fall mehr von den beiden Lesen und hoffe auf einen Folgeband!

28.05.2019 16:34:59
Darts

Matthias Hegel ist forensischer Phonetiker, sogar der beste Deutschlands. Er erkennt an der Stimme, ob eine Person lügt, oder die Wahrheit spricht. Über welchen Körperumfang die Person verfügt und ob sie eventuell eine Krankheit hat. Beneidenswert, wenn man wie ich, anstatt über ein absolutes Gehör über ein total unmusikalisches Gehör verfügt. Er konnte schon oft helfen und Verbrecher überführen. Doch nun gibt er an, selbst gemordet zu haben. Er hätte eine Obdachlose mit 23 Stichen niedergemetzelt.
Jula Ansorge arbeitet bei einem Radiosender und ist Podcasterin. Für True-Crime-Stories. Sie versucht Fehlurteilen auf die Schliche zu kommen. Und da sie nicht daran glaubt, dass Matthias Hegel wirklich einen Mord begangen hat, versucht sie die Wahrheit in diesem Fall zu finden. Auris (wie Hegel genannt wird) wehrt sich dagegen. Warum?
Jula hat aber noch eine andere Motivation und diese liegt in ihrer traurigen Vergangenheit.
Auris ist der erste Teil einer neuen Thriller Reihe von Vincent Kliesch. Nach einer Idee seines Freundes Sebastian Fitzek. Da ich von diesem Autor zwar schon gehört hatte, aber leider noch nichts gelesen hatte war ich gespannt und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist so flüssig, sodass die Seiten nur so durch die Finger glitten. Die kurzen Kapitel waren sehr angenehm und spannend zu lesen. Außerdem war die Handlung nicht so spooky, wie sie vielleicht bei Herrn Fitzek geworden wäre.
Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und vergebe 4,5*

27.05.2019 11:36:14
Principessa1909

Spannend...

Klappentext:
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Sie ist jung. Sie glaubt an die Wahrheit. Ein tödlicher Fehler?
Rasant und ungewöhnlich: Thriller-Spannung aus der Zusammenarbeit zweier Bestseller-Autoren! Vincent Kliesch schrieb diesen Roman nach einer Idee von Sebastian Fitzek.

Die kleinste Abweichung im Klang einer Stimme genügt dem berühmten forensischen Phonetiker Matthias Hegel, um Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Zahlreiche Kriminelle konnten mit seiner Hilfe bereits überführt werden. Hat der Berliner Forensiker nun selbst gelogen? Allzu freimütig scheint sein Geständnis, eine Obdachlose in einem heftigen Streit ermordet zu haben. Die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge, darauf spezialisiert, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren, will unbedingt die Wahrheit herausfinden. Doch als sie zu tief in Hegels Fall gräbt, bringt sie nicht nur sich selbst in größte Gefahr …
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Rezension:
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Auch wenn das Ganze lediglich auf einer Idee Fitzeks beruht, lässt sich dessen Mitwirken kaum leugnen. Doch auch die Umsetzung Kliesch' ist meines Erachtens nach sehr gut gelungen. Das Buch liest sich flüssig und bleibt spannend bis zum Schluss. Man wird bis zur Auflösung auf falsche Fährten gelockt und auch Julas Nebengeschichte hält eine Überraschung bereit.

Meiner Meinung nach ein durch und durch gelungendes Debut, das auf Fortsetzung hoffen lässt. Und dann auch gerne bitte mehr zum für mich spannenden Thema forensische Phonetik, wovon ich zuvor noch nichts gehört hatte.

Klare Leseempfehlung meinerseits!
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27.05.2019 10:47:37
subechto

Wer ist gut und wer ist böse?

„Auris“ erzählt von einem Mann, der anhand von Stimmen und Geräuschen ein Profil von Menschen erstellt. Vincent Kliesch schrieb diesen Roman nach einer Idee von Sebastian Fitzek. Doch worum geht es?
Professor Dr. Matthias Hegel wird zu einem Tatort gerufen. Er ist forensischer Phonetiker. Und so kann er zwei Kinder aus der Hand eines Mannes befreien, der einen Schlaganfall hatte. Was für eine verrückte Geschichte!
Und dann gesteht Hegel, eine Leiche im Keller zu haben. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Last but not least ein Rückblick nach Buenos Aires, zwei Jahre zuvor. Wir lernen Jula Ansorge kennen, eine junge True-Crime-Podcasterin. Doch diese Bekanntschaft endet in Erde, Blut und Schmerz.
Was haben beide Handlungsstränge miteinander zu tun?
Durch die gelungene Zusammenarbeit zweier Thriller-Autoren erhält der Leser interessante Einblicke in einen faszinierenden Bereich der Forensik. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, unerwartete Wendungen und ein atemraubendes Erzähltempo zeichnen diesen Thriller der Extra-Klasse aus.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Jula ist mir sofort ans Herz gewachsen. Buenos Aires hat sie traumatisiert. Hegel hat das absolute Gehör und ist ein anerkannter forensischer Experte auf dem Gebiet der Phonetik.
Sein Fall weckt Julas Neugier. Im Laufe ihrer Recherche hegt sie mehr und mehr Zweifel an der Schuld Hegels. Das Psycho-Duell der beiden, das über mehrere Runden geht, bildet eine eigene Geschichte in der Geschichte. Toll gemacht und sehr glaubwürdig, soweit man das als Laie beurteilen kann.

Fazit: Spannender Auftakt einer neuen Serie. Ein Highlight!