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Thomas Gisbertz
Ein „Wolf“ treibt sein Unwesen im Thüringer Wald

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Dez 2019

Jan Römer, Journalist beim Kölner Nachrichtenmagazin Die Reporter, fühlt sich leer und ausgebrannt, wozu auch seine vor Kurzem gescheiterte Ehe sowie der Umstand beigetragen haben, dass seine Ex-Frau Sarah mit dem gemeinsamen Sohn Lukas nach Bayern gezogen ist. Also entscheidet er sich, eine zweiwöchige Auszeit im Thüringer Wald zu nehmen. Kurz entschlossen mietet er eine Blockhütte in der Nähe des Örtchens Frauenwald. Doch mit der Erholung ist es schnell vorbei.

Mitten in der Nacht steht eine blutüberströmte Frau vor der Tür der Waldhütte. Hannah Wozniak wirkt verängstigt, behauptet aber, nur beim Joggen gestolpert zu sein. Die Neugierde des Journalisten ist geweckt, als sie ihm vom „Wald der Wölfe“ erzählt, ein nahe gelegenes Waldstück, in dem schon früher Morde geschehen sind. Alle Opfer trugen Brandzeichen, einen Wolfskopf. Am nächsten Morgen ist Hannah verschwunden, und Jan Römer beginnt zu recherchieren. Schnell zeigt sich, dass die Morde in einem Zusammenhang stehen, der tief in die deutsche Vergangenheit hineinreicht. Als Jan Römer selbst in die Schusslinie gerät, wird ihm klar, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Jahrzehntelange Mordserie im Thüringer Wald

Scheinbar hat der Mörder im „Wald der Wölfe“ seit 1957 bereits vier Mal zugeschlagen. Zuletzt tötete er vor einigen Jahren Werner Lehmann. Der galt zu Lebzeiten als große Nummer in rechtsgerichteten Kreisen. Er war NPD-Mitglied, für die er 2002 sogar in den Suhler Stadtrat einzog. Außerdem gründete er eine rechtsnationale Monatszeitung, die Rennsteiger Volksstimme, die zeitweise unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand, bevor ihr Erscheinen vor einigen Jahren eingestellt wurde.

Könnte der Tod Lehmanns mit dessen rechtsradikalen Kontakten in Verbindung stehen? Aber wie passen die anderen Morde dazu? Alle übrigen Opfer waren weiblich. Während die ersten beiden Frauen innerhalb weniger Jahre getötet wurden, geschah danach 20 Jahre lang nichts, bis 1984 schließlich mit Martina Thalbach die dritte Frau ermordet wurde. Alle vier Opfern haben aber eine Gemeinsamkeit: Ihnen wurde nach dem Tod ein Wolfsmal in die Stirn gebrannt.

Fortsetzung der Jan-Römer-Reihe

Mit „Der Wald der Wölfe“ liefert Linus Geschke den mittlerweile vierten Band um den Kölner Journalisten Jan Römer, der zusammen mit seiner Kollegin Stefanie Schneider, die von allen nur „Mütze“ genannt wird, unter anderem für die Rubrik Ungelöste Kriminalfälle  zuständig ist. Mit Linus Geschke schreibt hier ein Autor, der sich auskennt. Er arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel online und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Mit seinen Reisereportagen hat der gebürtige Kölner bereits mehrere Journalistenpreise gewonnen. Erst im Januar veröffentlichte der Autor seinen ersten Thriller „Tannenstein“ bei dtv premium. Während Geschke in den letzten Jahren als Geheimtipp gehandelt wurde, hat er sich mittlerweile als feste Größe der deutschen Krimi-Landschaft etabliert.

Am 22. Oktober 2019 begannen die Dreharbeiten zur Sat.1-Verfilmung von „Das Lied der toten Mädchen“, dem dritten Band der Jan-Römer-Reihe.

Gute Einblick in die Tätigkeit eines Journalisten

Die besondere Qualität der Kriminalromane von Linus Geschke liegt darin, dass der Autor dem Leser einen authentischen Blick auf die Arbeit eines Journalisten gibt. Man merkt, dass Geschke selber Journalist ist. Jan Römer ist kein kriminalistisches Superhirn, sondern er nähert sich den Fällen durch gute Recherchearbeit, ein feines Gespür für seine Mitmenschen und mit der nötigen Hartnäckigkeit in der Zusammenarbeit mit der Polizei.

Vor allem aber wirkt er durch seine richtige Einschätzung von Situationen sehr wirklichkeitsnah. Als er diesmal bei seinen Recherchen erkennen muss, dass er sich zusammen mit seinem Kumpel Arslan, dessen Freundin Lena und seiner Kollegin Mütze in große Gefahr begibt, drängt er die anderen dazu, den Fall ruhen zu lassen und nach Köln zurückzukehren.

Als diese aber – aus Starrsinn – zurückbleiben wollen, macht sich Römer zunächst alleine auf den Weg nach Köln, da er um sein Leben fürchtet und bei seiner Arbeit kein unkalkulierbares Risiko eingehen möchte. Dieses Verhalten ist wohltuend natürlich. Dass er später dennoch zurückkehrt, wirkt dabei keineswegs inkonsequent und unpassend, da das weniger mit seinen Prinzipien als mit seiner besonderen Beziehung zu seiner Kollegin Stefanie zu tun hat.

Gelungene Figurendarstellung

Wie bereits bei den anderen Bänden der Reihe lebt die Handlung vor allem von den beiden Hauptfiguren. Während der Boxer Arslan, ein enger Freund Jans, doch eher plump und konträr gezeichnet wird, ergänzen sich Jan und Mütze sehr gut. Während Römer ein zurückhaltender, nüchterner, irgendwie distanziert wirkender Charakter ist, der auch Grenzen überschreitet, sich aber auch immer der Folgen bewusst ist und dann auch ein schlechtes Gewissen entwickeln kann, ist seine Kollegin Stefanie eher eine Abenteurerin. Sie besitzt einen großen Gerechtigkeitssinn gepaart mit einem unglaublichen Ehrgeiz. Vor allem aber will sie sich – auch gegenüber den Männern – beweisen. Der Grund hierfür ist in ihrer Vergangenheit zu suchen. Als Mädchen wurde sie Zeugin einer familiären Tragödie, was sie als junge Frau zu einer Gewalttat veranlasste. Obwohl sie sich nach außen als taffe, starke Frau darstellt, ist sie eigentlich ein empfindsamer Charakter.

Komplexer Hintergrund der Mordserie

Die eigentliche Story um Jan Römer und seine Kollegin Stefanie ist stimmig und glaubwürdig. Wenn aber mehr und mehr die Hintergründe der vier Morde deutlich werden, schwächelt der ansonsten gute Kriminalroman doch stärker. Hier wirken die Taten der Vergangenheit zu sehr konstruiert. Dass die Morde nicht von einem Täter begannen werden konnten, wird auch aus zeitlichen Gründen schnell deutlich. Die Umstände der einzelnen Morde, welche sich in der Zeit von 1957 bis heute ereignet haben, sind zwar nicht abwegig, dennoch gibt es Unstimmigkeiten, was vor allem das Motiv der Taten betrifft.

Der eiskalte Killer, der von seiner Kindheit und Jugend stark geprägt wurde, tötet sein letztes Opfer aus ganz profanen Gründen, die nicht so recht zu der Darstellung der Ereignisse in der Vergangenheit passen. Auch wenn das Motiv durchaus nachvollziehbar ist, wirkt es insgesamt unpassend. Während die ersten beiden Opfer, bei denen es sich um illegale Einwanderinnen aus Polen oder der Tschechoslowakei gehandelt haben soll, war Maria Thalbach eine Einheimische aus Frauenwald. Weil  schnell deutlich wird, dass es unterschiedliche Gründe für die Morde gegeben haben muss, wirken die Hintergründe eher verwirrend als passend. Hier hat der Autor etwas zu viel gewollt, darunter leidet auch der Spannungsbogen.

Die dunkle Zeit der DDR

Alles in allem liefert Linus Geschke wieder einen gut recherchierten Kriminalroman, der den Bogen spannt vom Beginn der DDR bis in die Gegenwart. Hier wirkt die Darstellung authentisch, insbesondere bei der Frage, warum die Polizei damals die ersten drei Morde eher halbherzig verfolgte. In der Blütezeit der DDR gab es offiziell keine Gewaltverbrechen oder gar Serienmörder. Das waren lediglich Auswüchse einer verkommenen westlichen Konsumgesellschaft, die es im funktionierenden Sozialismus gar nicht geben konnte. Daher wurden solche Morde einfach geheim gehalten. Der Autor führt den Leser an verschiedene Orte der DDR-Vergangenheit rund um Frauenwald und verbindet diese zu einer durchaus interessanten Suche nach dem Täter.

Fazit:

Linus Geschke überzeugt erneut mit einem gut recherchierten Roman. Römer und Schneider sind ein interessantes Ermittlerpaar, auch weil sie in ihrem Auftreten als Journalisten authentisch wirken. Dennoch reicht der vierte Teil der Jan-Römer-Reihe bei weitem nicht an seinen Vorgänger „Das Lied der toten Mädchen“ heran. Das liegt vor allem an der zu komplexen und auch verwirrenden Motivsuche. Das trübt das Lesevergnügen, weil es lange dauert, bis die Handlung Fahrt aufnimmt und Spannung aufkommt, die dann aber in einem fulminanten Schlussteil endet.

Im Wald der Wölfe

Im Wald der Wölfe

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Letzte Kommentare:
18.10.2019 14:49:39
Darts

Ich hatte mehr Spannung erwartet

Im Wald der Wölfe handelt es sich um den vierten Teil eine Krimi Reihe mit den beiden Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider (Mütze). Für mich war es aber das erste Buch, welches ich von dieser Reihe bzw. von diesem Autoren gelesen habe. Leider wurden meine Erwartungen an diese, so viel gelobte Reihe, nicht gehalten.
Das Buch beginnt spannend, als eine Frau wegen einer Beobachtung, die sie gemacht hat, fortläuft. Quer durch den dunklen Wald. Sie landet bei Jan Römer, der sich gerade eine Auszeit gönnt und im Thüringer Wald Urlaub macht. Damit ist es vorbei, als er von der Frau eine unglaubliche Geschichte erzählt bekommt. Da ist sein Journalistenherz gleich erfreut und er beginnt zu recherchieren und wird prompt nächtens überfallen . Er spannt Mütze mit ein, die auch gleich mit zwei weiteren Freunden von Köln aus anreist.
Leider habe ich schon zu viele Krimis gelesen, die dieses Thema bedienen. Neue Bundesländer, ländlich, mager besiedelt, schaurige Wälder und Menschen, wie aus einer anderen Welt.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen und es gab noch einige Stellen,  an denen Spannung aufkommen konnte, aber irgendwie habe ich den richtigen Kick vermißt.
Mittlerweilen habe ich andere Meinungen gelesen, die diesen vierten Teil, als den schwächsten beschrieben haben. Da ich noch zwei der Vorgängerbände hier liegen habe, werde ich ihnen selbstverständlich meine Lesezeit widmen und hoffe, dass sie mich mehr begeistern können.
Das Buch war insgesamt nicht schlecht, aber ich hatte eben mehr erwartet.

02.09.2019 14:03:20
Jules118

Jan Römer möchte eigentlich nur Urlaub in einer Waldhütte im beschaulichen Frauenwald machen. Eines Abends steht eine blutüberströmte Frau vor seiner Tür und erzählt von einer Mordserie, die bereits über Jahrzehnte zurück reicht. Als sie am nächsten Morgen verschwunden ist, beginnt Jan Römer mit seiner Kollegin Mütze, Aslan und dessen Freundin Lena die Ermittlung. Doch ein Ort schweigt.
Das Buch ist das vierte der Reihe, die anderen habe ich bisher nicht gelesen. Aber für die Geschichte ist das nicht zwingend notwendig.
Alle Figuren des Buches werden gut beschrieben und man erfährt gerade bei Mütze auch einiges aus ihrer Vergangenheit, was gegen Ende des Buches auch wichtig ist.
Jan Römer ist ein sehr ehrgeiziger Journalist und kniet sich in die Story, um den Täter herauszufinden.
Mütze und seine zwei Freunde sind anfangs noch in Köln, kommen aber im Laufe der Handlung auch nach Frauenwald, um Jan direkt vor Ort bei den Recherchen zu unterstützen. Als ein Ortsansässiger getötet wird, spitzt sich die Situation zu.
Ob die Geschichte genauso passieren könnte, dass niemand sich auf die Suche nach dem Täter macht, bleibt fraglich. Allerdings lese ich einen Krimi auch nicht, damit die Handlung 1:1 real passieren kann.
Das Buch war sehr spannend geschrieben und man war sofort direkt dabei. Bis zum Ende hatte ich nicht wirklich eine Idee, wer der Täter war, obwohl es immer wieder genügend Hinweise gab.
Während des Buches, wechselt die Geschichte auch zwischen der normalen Geschichte und Rückblenden aus der Sicht des Täters. Allerdings sind die Kapitel ordentlich betitelt, wodurch es leicht erkennbar ist.
Alles in allem kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen und ich werde mir jetzt auch die anderen Bücher kaufen.

30.08.2019 21:48:19
Nijura

Spannender Krimi mit leichten Schwächen

Der Journalist Jan Römer möchte sich eine Auszeit nehmen und macht Urlaub im Thüringer Wald. Doch leider ist es bald mit der Ruhe vorbei, eine verletzte Joggerin erzählt Jan von verschiedenen unaufgeklärten Mordfällen, die es hier in der Vergangenheit gab. Kurz darauf ist die Frau verschwunden und Jan ist neugierig geworden, was es mit den Morden auf sich hat.
Der vierte Fall um Jan Römer ist etwas schwächer als die Vorgängerteile, aber trotzdem sehr spannend und unterhaltsam.
Das Cover passt sehr gut zum Thema und spricht mich auch sehr an.
Durch die verschiedenen Zeitebenen bleibt die Handlung abwechslungsreich und lebendig. Ich fand vor allem die Abschnitte, in welchen man den Gedanken des Täters folgen konnte, besonders interessant. Die Gefühlsduselei zwischen den Freunden war mir allerdings ein bisschen zu schwülstig.
Die Spannung wurde trotzdem immer mehr gesteigert und ich konnte bis zum Ende nicht mehr aufhören zu lesen.
Fazit: Spannender Krimi, klare Leseempfehlung.

19.08.2019 11:03:08
Leselottchen

Gefährlicher Urlaub

In diesem vierten Fall recherchieren der Journalist Jan Römer und seine Kollegin "Mütze" in einem älteren Kriminalfall, der im Laufe der Jahre einige Todesopfer forderte und vor Jahrzehnten in der damaligen DDR seinen Anfang nahm, aber bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Merkwürdig dabei ist, den Toten wurde ein Wolfsmal auf die Stirn gebrannt.

Mitten in Jan Römers Urlaub in Thüringen klopft eine verletzte Frau an seine Hüttentür. Ihr Name sei Hannah Wozniak und die verstörende Geschichte, die sie ihm erzählt erschüttert Jan. Die Neugierde des Journalisten ist geweckt. Dass Hannah am nächsten Morgen spurlos aus seiner Hütte verschwunden ist und er schnell merkt, dass ihre Angaben um ihre Person nicht stimmen können, macht die Sache für ihn noch interessanter und er bittet Mütze um Unterstützung bei der Suche. Mütze kommt spontan nach Thüringen, doch sie ist nicht allein, zwei Freunde begleiten sie.

Der überaus spannende Einstieg in diese Geschichte gefällt mir sehr. Die Gefahr, die die ganze Zeit vorherrscht ist beim Lesen dieses Krimis direkt spürbar. Auch der Schauplatz, vermietete Hütten nahe dem Wald der Wölfe bietet mir eine gelungene Anregung für mein Kopfkino. Vielleicht wird meine Phantasie aber auch durch einen letztjährigen Urlaub in Thüringen angeheizt. Da ich alle Bücher mit Jan Römer kenne, weiß ich um seine Fähigkeiten Cold Case Fälle aufleben zu lassen. Doch dieser Fall hat es besonders in sich. Und sogar Jan gerät dieses Mal ins Zweifeln.

Der Rückblick in die 50er/60er-Jahre wird gelungen gekennzeichnet durch ein verändertes Schriftbild. Dieser Handlungsstrang in dessen Verlauf ein Mann, der Gott genannt wird eine Hauptrolle spielt, regt die Neugierde des Lesers auf der Suche nach der richtigen Fährte an.
Nach einem wahnsinnig interessanten Einstieg, lässt die Spannung im Mittelteil leicht nach, im letzten Drittel nimmt die Dramatik der Story aber wieder enorm zu und man möchte den Krimi nicht mehr aus den Händen legen.

Mir gefällt diese Buchreihe von Linus Geschke überaus gut. Sein Schreibstil ist lebendig und sehr gut zu lesen. Die Protagonisten sind sympathisch, aber auch interessant und kämpferisch, Mütze mag ich dabei am meisten.
Das Cover passt wunderbar zum spannenden Titel und hervorragend zu diesem Krimi.
Ich freue mich schon jetzt nach Beendigung dieses Buches auf einen neuen Fall.

19.08.2019 00:57:02
Principessa1909

Wer ist Hannah Wozniak?

Im Wald der Wölfe - endlich der langersehnte neue Band mit Jan und Mütze!
Zu Beginn war ich auch sehr angetan und meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt.
Vor allem die Rückblenden und Sprünge zwischen einzelnen Szenarien machen das Buch sehr spannend und reissen einen sofort mitten hinein ins Geschehen.
Auch die Sprache ist wie gewohnt flüssig und sehr gut zu lesen.
Nichtsdestotrotz fiel es mir ab der Mitte des Buches immer schwerer, die Spannung zu halten und wie sonst stundenlang einzutauchen und alles rundherum auszublenden, weshalb ich auch einen Stern abziehe.
Da der Krimi aber an sich wirklich gut ist, Schauplätze und Vergangenheit sehr interessant sind und auch der Schluss alles wieder wett macht (und da ich irgendwie nicht festmachen kann, warum es mich nicht wie die vorherigen Teile gefesselt hat) sehr, sehr gute vier Sterne und die Vorfreude auf Band 5! :)

07.08.2019 13:11:59
Orange

„Im Wald der Wölfe“ ist bereits der vierte Fall für Jan Römer aus der Feder von Linus Geschke und da mir die bisherigen drei Fälle sehr gut gefallen haben, habe ich auf diese Fortsetzung schon sehnsüchtig gewartet.
Jan Römer arbeitet als Redakteur bei einem Kölner Nachrichtenmagazin. Zusammen mit seiner Kollegin Mütze ist er dort für die Rubrik „Ungelöste Kriminalfälle“ zuständig. Die beiden rollen nach Jahren alte, ungelöste Fälle neu auf.
Als Jan nach der Scheidung von seiner Frau Urlaub im Thüringer Wald macht, stolpert eines Nachts Hannah Wozniak in seine Hütte. Sie blutet am Kopf und wirkt verängstigt, behauptet aber, beim Joggen gestolpert zu sein. Die beiden kommen ins Gespräch und Hannah erzählt Jan vom „Wald der Wölfe“ in dem Menschen seit Jahrzehnten auf mysteriöse Weise zu Tode kommen. Jan ist sofort an dieser Geschichte interessiert und will mehr erfahren. Doch am nächsten Morgen ist Hannah verschwunden und ihre angegebene Adresse erweist sich als falsch.
Wie immer gelingt es Linus Geschke mühelos den Leser an die Geschichte zu binden und Spannung zu erzeugen. Auch durch immer wieder eingeschobene Kapitel, die aus Sicht des Täters handeln, erhöht er diese Spannung immer weiter und es kommt zu einem Ende, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Die zumeist kurz gehaltenen Kapitel machen es dem Leser zusätzlich leicht und so liest man weiter und weiter und plötzlich ist das Buch zu Ende.
Leider wird dies der (vorläufig) letzte Teil dieser Reihe sein, was ich persönlich sehr schade finde. Jan, Mütze und Arslan sind schon fast wie gute Bekannte und vielleicht besinnt sich der Autor eines Tages. Ich würde es mir sehr wünschen.
Alle Bücher sind eigenständig und können unabhängig voneinander gelesen werden.

02.08.2019 08:25:02
StephanieP

Jan Römer verbringt einen vermeintlich erholsamen Urlaub in einer Waldhütte, als nachts eine fremde verletzte Frau vor seiner Tür steht. Sie macht Jan auf eine Mordserie aufmerksam, welche sich schon über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Alle Opfer weisen ein Brandmal auf der Stirn in Form eines Wolfs auf. Am darauffolgenden Tag ist die Frau spurlos verschwunden und Jans Neugier bezüglich der Taten im „Wald der Wölfe“ geweckt. Er beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und deckt auf, dass die Morde mit einem Kapitel der deutschen Vergangenheit in Verbindung stehen. Doch dabei übersieht er die Lebensgefahr, in welche er gerät.

Linus Geschkes Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Der Autor schafft es durchgehend eine leichte Spannung zu halten, welche mir persönlich allerdings zu niedrig war. Der Showdown hingegen war nervenzerreißend spannend und konnte mich restlos überzeugen, da die Auflösung für mich sehr überraschend kam. Besonders gut gefällt mir, dass neben den Ermittlungen auch immer wieder Kapitel rund um die Vergangenheit des Mörders eingebaut werden, welche nach und nach das Motiv des Täters offenlegen. Die Thematik rund um die DDR erschien gut recherchiert und geschickt n die Handlung eingebaut und hat mir daher gut gefallen.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und zum Teil wirklich liebenswürdig. Allen voran Jan und Mütze waren mir wirklich sympathisch, wodurch ich ihre Ermittlungen gerne verfolgt habe. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor neben den Ermittlungen auch auf das Privatleben der Charaktere eingegangen ist, ohne dass die Spannung dabei verloren ging. Ich bin auf die Entwicklungen zwischen Jan und Mütze wirklich gespannt und hoffe, dass dies im nächsten Band Platz findet.

Obwohl „Im Wald der Wölfe“ bereits der vierte Teil rund um Jan Römer und Mütze ist und ich noch keinen der Vorgängerbände kenne, konnte ich sofort in die Handlung einsteigen und ihr problemlos bis zum Ende folgen. Ich hatte nie den Eindruck, dass mir für das Verständnis wichtiges Vorwissen fehlt, da die wichtigsten Informationen geschickt in die Handlung eingebaut werden. Ich freue mich auf weitere Fälle für Jan und Mütze und bin auch auf die privaten Entwicklungen zwischen den beiden sehr gespannt.

FAZIT:
„Im Wald der Wölfe“ ist ein gut recherchierter Kriminalroman, welcher auf die Zeit der DDR Bezug nimmt. Da zwar eine solide Spannung vorhanden war, welche allerdings nie sonderlich hoch war und sich das Buch schnell und flüssig lesen lässt, vergebe ich4 Sterne!

31.07.2019 15:11:24
leseratte1310

Der Kölner Journalist Jan Römer beschäftigt sich mit ungeklärten Mordfällen. Nun hat er sich in ein Ferienhaus im Thüringer Wald zurückgezogen, um die Trennung von seiner Frau zu verarbeiten. Doch dann wird die ruhige und entspannende Zeit unterbrochen. Eine blutüberströmte Frau steht vor seiner Tür. Obwohl sie ängstlich wirkt, behauptet sie, nur gestolpert zu sein. Doch die Erwähnung des "Wald der Wölfe", in dem früher Morde passiert sind und die Toten mit einem Wolfzeichen auf der Stirn markiert waren, lässt Jan Römer aufhorchen. Am nächsten Tag ist die Frau verschwunden und Jan Römer beginnt zu recherchieren. Er entdeckt, dass die Geschichten mit den Morden weit in die deutsche Vergangenheit reichen und schon bald gerät er selbst in die Schusslinie.
Ich hatte zuvor erst ein Buch aus der Reihe um den Journalisten Jan Römer gelesen, aber es ist auch kein Problem, die Bücher ohne Vorkenntnisse zu lesen. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen.
Jan Römer wird auch dieses Mal wieder von seiner sympathischen Kollegin Stefanie Schneider, genannt „Mütze“, unterstützt. Zum Team gesellen sich noch der draufgängerische Ex-Boxer Arslan und seine clevere Freundin Lena.
Römer stellt bei den Recherchen fest, dass die Tote ihm einen falschen Namen genannt hat und dass die Geschichte des Waldes einige Jahrzehnte zurückreicht. Doch was ist von dem Gerede Realität und was sind nur Gerüchte? In der ehemaligen DDR wurde gerne vertuscht, wenn etwas nicht der Ideologie der Führung entsprach. Das Geschehen von damals hat nie geendet und die alten Seilschaften wollen natürlich nicht entdeckt werden. Es bleibt sehr lange verborgen, wer der Wolf ist, dessen Gedanken wir zwischendurch kennenlernen.
Unterschiedliche Perspektiven und Zeitstränge sorgen für Spannung und am Ende nahm die Geschichte sogar noch mehr Fahrt auf.
Mir hat dieser Krimi gut gefallen.

28.07.2019 16:52:27
Miss Marple

Jans 4. Runde
Eigentlich möchte Jan Römer- Journalist aus Köln- im Thüringer Wald in aller Abgeschiedenheit ein paar ruhige Urlaubstage verbringen, als ihm eines Abends eine junge, verletzte Frau in die Hütte schneit. Sie erzählt ihm die Geschichte von verschiedenen Mordfällen in der Umgebung von Frauenwald, die scheinbar eine Gemeinsamkeit haben- alle Opfer sind mit einem Wolfsmahl gebrandmarkt. Römer wittert eine Story für sein Magazin und stürzt sich in eigene Nachforschungen. Doch bald geraten er und seine Kollegin Stefanie Schneider in ein Verwirrspiel unterschiedlicher Motive und Verdächtiger und bringen sich in unmittelbare Gefahr. Der Autor bietet spannende Unterhaltung und auch als „Seiteneinsteiger“ in die Reihe um den Journalisten Römer findet man sich gut im Figurenkonzept zurecht.

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