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Thomas Gisbertz
Hochspannung der Extra-Klasse

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Jun 2020

Frankfurt an einem nasskalten Novemberabend: Eine nackte, mit seltsamen Wunden übersäte Frauenleiche treibt im Main. Kriminalhauptkommissar Joachim Fuchs und seine neue Kollegin, die junge Fallanalystin Lara Schuhmann, stehen vor einem Rätsel. Nach der Obduktion sind sie überzeugt, dass sie es mit einem perfiden Serienmörder zu tun haben. Als Fuchs während der Ermittlungen der Zeugin Sophia näher kommt, wird er wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen. Auf eigene Faust ermittelt er weiter – und setzt damit eine folgenschwere Ereigniskette in Gang.

Serientäter am Main

Hauptkommissar Joachim Fuchs und seine neue Kollegin Lara Schuhmann, die ihre Ausbildung zur Fallanalystin unter anderem beim FBI gemacht hat, bekommen es bei ihrem ersten gemeinsamen Fall mit einem perfiden Serientäter zu tun. Das erste Opfer, eine junge Neurologin, wurde mit einem Hochdruckreiniger „gesäubert“, und starb an Blutverlust. Offenbar hat jemand sie buchstäblich zur Ader gelassen. Postmortal wurde sie zudem sexuell missbraucht.

Schnell wird den Ermittlern klar, dass es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Mord, sondern um die Handschrift eines brutalen und skrupellosen Täters handelt. Als kurze Zeit später eine weitere Medizinerin verschwindet, lernt Fuchs im Rahmen der Ermittlungen deren beste Freundin, Sophia von Münch, kennen, mit der er eine Affäre beginnt. Nachdem die Leiche der vermissten Ärztin blutleer und grotesk inszeniert im Bankenviertel gefunden wird, nehmen Fuchs und Schuhmann die Uniklinik und deren Mitarbeiter in den Fokus ihrer Ermittlungen. Ist der Täter tatsächlich hier zu suchen?

Debütthriller eines Arztes

Autor Frederic Hecker wurde 1980 in Offenbach am Main geboren. Er studierte Medizin in Frankfurt und ist ausgebildeter Chirurg und Doktor der Rechtsmedizin. Heute arbeitet er als Plastischer Chirurg in Hannover. Seine Freizeit widmet er dem Schreiben. „Totenblass“ ist sein erster Thriller rund um das Ermittlerpaar Lara Schuhmann und Joachim Fuchs. Mit „Rachekult“ erscheint Anfang 2021 bereits die Fortsetzung der Reihe.

Rechtsmediziner und Thrillerautor: Hier denkt man unweigerlich an Michael Tsokos, Professor für Rechtsmedizin an der Charité in Berlin und anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Dieser Vergleich hinkt aber deutlich - denn Hecker ist ein hervoragender Thrillerautor. Co-Autoren benötigt er nicht. Im Mittelpunkt seines Romans stehen auch nicht die brutalen, mitunter mehr als abartigen Handlungen des Täters, sondern die Geschichte um das äußerst interessante Ermittlerpaar Fuchs/Schuhmann und deren Suche nach dem bösartigen Serienkiller.

Atemberaubendes Tempo

Wer „Totenblass“ gelesen hat, wird nur zustimmen können: Der Thriller bietet Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Heckers Schreibstil ist schnörkellos, direkt, klar. Trotz über 600 Seiten kommt nie Langeweile auf. Das Tempo, dass Hecker von Anfang an anschlägt, kann er mühelos bis zum Schluss halten. Dabei dreht sich alles um die Jagd nach dem Frankfurter Frauenmörder, der scheinbar eine Vorliebe für dunkelhaarige Ärztinnen hat.

Selbst die Nebenhandlungen sind nicht - wie leider so oft in durchschnittlichen Krimis und Thrillern - schnödes Beiwerk, sondern sie sind tatsächlich mit der Haupthandlung verwoben - auch wenn man das nicht immer unmittelbar erkennen kann. Dadurch sinkt der Spannungsbogen niemals ab. Im Gegenteil: Durch geschickte Fährten und überraschende Wendungen steigert Hecker den Nervenkitzel zunehmend. Eine atemlose Hetzjagd durch Frankfurt, die den Leser packt und nicht mehr loslässt. Heckers Schreibstil ist flüssig wie der von Michael Robotham und aus forensischer Sicht packend wie bei Simon Beckett oder Tess Gerritsen.

Neues Ermittlerteam

Auch wenn Frederic Hecker mit der Fallanalytikerin Lara Schuhmann und Hauptkommissar Joachim Fuchs zwei Protagonisten ins Zentrum seiner Reihe stellt, nimmt der erfahrende Ermittler doch die dominante Rolle ein. Oft diskutiert man, ob es Thriller geben kann, die auf der einen Seite für den Leser weitestgehend realistisch erscheinen und auf der anderen Seite genug Raum für Spannung und Tempo bieten können. Dass das möglich ist, wird in „Totenblass“ mehr als deutlich.

Man spürt, dass mit Frederic Hecker ein ausgewiesener medizinischer Fachmann schreibt, der aber nie sich selber und sein Wissen in den Vordergrund rückt. Eher durch die Hintertür erfährt der Leser sehr viel Interessantes und sicherlich auch Neues über die (Ermittlungs-)Arbeit der Polizei und der Rechtsmediziner. Dabei verkommt der Thriller nicht wie bei anderen Autoren zu einem Sachbuch sondern bleibt ein Spannungsroman, gerade weil die Grenzen zwischen Realität und Fiktion fließend sind.

Anders als üblich ergänzen sich die beiden Hauptfiguren nicht zwingend in ihrem Handeln. Sie haben sogar mitunter verschiedene Ansichten, was der Handlung gut tut, da auch der Leser dadurch unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann. Mit ihrem analytischen, auf wissenschaftlichen Studien und Logik basierenden Denken bildet Lara Schuhmann einen klaren Kontrast zu ihrem Partner Joachim Fuchs, der sich allzu oft auf sein auf Erfahrungen beruhendes Bauchgefühl verlässt. Auch wenn er sich ab und an in einer Grauzone befindet, so fällt auch er letztendlich nie aus seiner Rolle als Polizist.

Fazit:

Wenn Sie am nächsten Morgen einen wichtigen Termin haben, lesen Sie abends nicht Frederic Heckers Debütroman „Totenblass“ - Sie werden nämlich die Nacht durchlesen. Durch die latente Bedrohung, die durch den Serientäter erzeugt wird, steigt die Spannung ins Unermessliche. Durch den kurzweiligen, flüssigen und dynamischen Schreibstil wird man regelrecht in die Handlung hinein gezogen. „Totenblass“ ist ein Debüt der Extraklasse: packend, spannend, temporeich. Der Autor selber ist vielleicht einer der vielversprechendsten deutschen Thrillerautoren. Ein absolute Kaufempfehlung.

Totenblass

Totenblass

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Letzte Kommentare:
07.07.2020 15:17:44
Izzo

Ein mittelprächtiger, eher belanglose Thriller, mit wenig Spannung. Dem geneigten Krmileser*in ist ab ca. Seite 30 der Täter klar. Die 600 Seiten hätten auf 400 bis 450 eingedampft werden. Der Autor erklärt für mich zuviel Nebensächlichkeiten. Logische Ansätze verschwinden zum Ende völlig und es wirkt sehr gewollt. Dazu kommen sehr viele alberne Klischees und eine aufgesetzte Liebesgeschichte, die mir zuviel ist. Ein Buch für den Stand bei 40 Grad, wenn das Hirn auf Stand by ist.

05.07.2020 15:02:14
Mr. Asta

Tut mir leid, mich hat dieses Buch nicht gefesselt. es strotzt nur so von Klischees. Der eigensinnige Ermittler, wird natürlich suspendiert , die in ihn verliebte "Profilerin". Und natürlich ein Serientäter......und wer hat ihn zum Serienmörder gemacht: Die Eltern! Gähn, das habe ich schon hundertmal gelesen, das Buch bietet nichts wirklich Neues. Ach ja, natürlich wollen alle alten Leute von früher erzählen und am liebsten vom Krieg.......Wie alt sind denn diese Zeugen? Der Krieg ist , zum Glück, seit 75 Jahren vorbei. Wie viele ca. 95 jährige leben denn noch in ihrer Wohnung und können der Polizei behilflich sein. Mein Fazit: Kann man lesen, muß man aber nicht.

25.03.2020 15:00:17
Johanna H

Genial geschriebener Thriller! Tolles und absolut gelungenes Debüt. Ich Danke für die tolle Lesezeit mit Komissar Fuchs und Schuhmann und bin schon voller Vorfreude auf weitere tolle Lesemomente. Das Buch verspricht ein hohes Maß an Suchtpotenzial :-)

19.03.2020 23:39:34
Waltraud P.

Ich kannte den Autor bisher nicht, habe das Buch aber von einer Freundin empfohlen bekommen, die es als Ausgabe von Weltbild gelesen hatte. Für gewöhnlich schrecke ich vor so dicken Wälzern zurück, aber das Buch hat mich echt überrascht. Ich habe es innerhalb von drei Tagen durchgehabt, weil ich es kaum aus der Hand legen wollte. Es war durchweg spannend, ganz toll geschrieben und die Charaktere waren mir sehr nah. Vor allem die Hauptfigur, Kommissar Fuchs, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich würde mich freuen, wenn es nachfolgende Teile von diesem Autor gibt.

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