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Carola Krauße-Reim
Levi Kant und Olivia Hofmann ermitteln wieder

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Nov 2019

Nach fünf Jahren wird die Leiche der kleinen Rosa entdeckt. In ihrer Schürzentasche findet die Polizei ein Halstuch, das Juli gehört hat, der Tochter von Olivia Hofmann. Olivia steht vor der Frage, ob auch Juli und ihr Mann tot sind, denn auch die beiden sind vor fünf Jahren spurlos verschwunden. Zusammen mit Ex-Kommissar Levi Kant versucht sie Licht ins Dunkel zu bringen. Schon bald sind sie mitten in einem Fall, der sehr persönlich und sehr gefährlich für sie ist.

Gut aufgebaute Protagonisten

Man muss nicht den ersten Band der Reihe gelesen haben, um sich Kant und Hofmann vorstellen zu können, und auch ihre Vorgeschichte wird gekonnt in die  aktuelle Handlung eingebunden. Olivias Einsamkeit wird greifbar, ebenso die Sorge um ihren an Alzheimer erkrankten Vater.

Levi Kant ist Jude, der seine Religion aber weniger ausübt als seine Frau und, der ein kostbares Erinnerungsstück an seine Großmutter besitzt. Warum diese beiden Tatsachen aber so oft erwähnt werden ist mir allerdings schleierhaft,  da sie mit dem eigentlichen Geschehen nichts zu tun haben. Kant und Hofmann sind zwar authentisch in ihrer Darstellung, aber umso unglaubwürdiger in ihren Handlungen.

Hier findet ein konspiratives Treffen à la John le Caré in einer Geisterbahn statt oder sie erhalten als Außenstehende Zugang zur Gerichtsmedizin, genauso wie zu Polizeiakten und Tatortfotos. Nicht viel logischer sind die Handlungen der anderen Personen. Eine verarmte Adelsfamilie versucht ihre finanzielle Lage zu verbessern, indem sie ein acht-jähriges Kind zur Ballerina heranzüchtet und so ganz nebenbei in einem hochherrschaftlichen Messi-Anwesen lebt. Das Haus könnte jeden Moment über ihren Köpfen zusammenbrechen, und dient scheinbar nur noch als Lager für die gesammelten Möchtegern-Antiquitäten des Vaters. Der hat sich übrigens, ganz wie es sich für den Adel ziemt, erschossen. Wieso arbeiten die nicht einfach, wie man es wohl tut, wenn man Geld braucht? Auch alle anderen sind wandelnde Klischees und machen die dürftige Geschichte vollends zu einer Enttäuschung.

Alle ermitteln – nur nicht die Polizei

Das gefundene Halstuch gehört zwar einer bis jetzt vermissten Person, doch das scheint die Polizei nicht weiter zu interessieren. Warum es sich bei dem Skelett einer Ermordeten befindet, was diese mit Juli zu tun hatte und wo Juli und ihr Vater geblieben sind, steht für die Polizei nicht zur Debatte. Genauso  wenig die Frage, warum sich der geständige Täter nie zum Ablageort geäußert hat, oder warum er immer wieder die selbe kryptische Botschaft an seine Zellenwände schreibt.

Es diente wohl mehr der Dramaturgie als der Logik, dass nur Levi und Olivia ermitteln. Und auch diese Nachforschungen könnten spannend aufgebaut sein und fesselnder präsentiert werden. Doch der von den beiden Autoren angekündigte Page-Turner ist „Böse Tränen“ bei weitem nicht. Ganz gemächlich plätschert das Geschehen vor sich hin und selbst die wenigen Spannungshöhepunkte sind eigentlich gar keine, weil die Handlung so wenig Logik besitzt, dass sie völlig in der Gleichgültigkeit des Lesers untergehen.

Ein vorhersehbares und ein scheinbar offenes Ende

Warum die kleine Rosa getötet wurde und wer es war, kristallisiert sich ziemlich schnell heraus. Zu viele eindeutigen Bemerkungen werden gemacht und zu offensichtlich ist das Verhalten der großen Geschwister, die alles „für die Familie“ tun und auch dabei so klischeebehaftet handeln, dass man sich in einem Groschenroman wähnt. Was den Verbleib von Olivias Kind und Ehemann angeht, gibt die Geschichte keine Antwort, und der letzte Satz lässt auf eine Fortsetzung der Reihe und damit auf eine anhaltende Suche nach ihnen schließen.

Fazit:

Es bleibt zu hoffen, dass in den zu erwarteten Fortsetzungen mehr Fahrt aufgenommen wird und, dass eine logischere Handlung verbunden mit mehr Sprachgewandtheit präsentiert wird, denn was diesbezüglich in „Böse Tränen“ abgeliefert wurde hatte höchstens Sekundarstufe II-Niveau. Keine 25-jährige würde „jetzt können wir unsere geliebte Schwester endlich standesgemäß beerdigen“ sagen. Wer unbedingt wissen will, wie es mit Olivia und Levi weitergeht, muss natürlich den nächsten Teil lesen, obwohl auch hier nach dem Schlusssatz eigentlich schon alles klar sein dürfte.

Böse Tränen

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