Doggerland - Bd. 1: Fehltritt

Erschienen: Dezember 2018

Bibliographische Angaben

Aus dem Schwedischen übersetzt von Stefanie Werner.

Couch-Wertung:

80°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

4 x 91°-100°
3 x 81°-90°
3 x 71°-80°
2 x 61°-70°
1 x 51°-60°
2 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:71.1875
V:16
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":1,"47":1,"48":0,"49":0,"50":0,"51":1,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":1,"67":0,"68":0,"69":0,"70":1,"71":0,"72":0,"73":0,"74":1,"75":0,"76":2,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":1,"82":2,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":1,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":1,"97":0,"98":0,"99":0,"100":2}
Carola Krauße-Reim
Mördersuche in irritierender Umgebung

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Feb 2019

Doggerland ist vor vielen tausend Jahren durch den Anstieg der Nordsee verschwunden. Doch Maria Adolfsson lässt es in Form eines eigenständigen Drei-Insel-Staates wieder auferstehen. Landschaft und Bevölkerung sind eine Mischung aus Skandinavien und Großbritannien, die Staatsstruktur lässt sich nur erahnen. Und genau hier liegt der größte Schwachpunkt des Buches. Obwohl ausführliche, manchmal gar ausufernde, Landschaftsbeschreibungen ein Bestandteil des Buches sind, war es für mich schwierig, ein abgerundetes Bild zu erfassen.

Schweden sieht aus wie Schweden, London wie London – doch wie sehen Heimö, Noorö und Dunker aus? Genauso ging es mir mit den Menschen. Die Namen eindeutig skandinavisch, aber wie ticken sie? Irgendwie will man ja doch einen Typus haben an dem man sich festhalten kann. So ist alles nicht Fisch nicht Fleisch. Wäre nicht nur das Territorium Doggerland fiktiv gewesen, sondern auch Staatsaufbau, Währung, Namen, Sprache, Mentalität und was sonst noch ein Land ausmacht, wäre mir der Einstieg in die Geschichte leichter gefallen.

Männer haben auch in Doggerland das Sagen

Hauptkommissarin Karen Eiken Hornby, Ende 40, muss sich in einer Männerwelt zurecht finden. Die Polizei von Dunker, der Hauptstadt von Doggerland, ist eindeutig fest in männlich arroganter Hand. Anzügliche Bemerkungen und massiv frauenfeindliches Auftreten der Kollegen sind anscheinend Alltag für Karen. Sie glaubt den Männern überlegen zu sein, weil sie sich nicht provozieren lässt. Doch, dass sie eigentlich immer den Kürzeren zieht scheint sie nicht wahr zu nehmen. Welche gestandene Frau, wie Karen, würde das jahrelang ertragen können?

Dazu schleppt sie die Last der Vergangenheit mit sich herum, die sie mit Alkohol, Zigaretten und bedeutungslosen Sex erträglicher machen will. Maria Adolfsson lässt Frauen hier ganz schlecht aussehen und steht Männern eine Dominanz zu, die mich teilweise nur noch abgestoßen hat. Eine starke, kluge Protagonistin sollte sich auch in einem fiktiven Roman aktiv wehren dürfen ohne gleich Angst um ihren Job und ihr Seelenleben haben zu müssen und sich dazu nicht nur im stillen Inneren den Männern gleichberechtigt fühlen.

Mörderjagd führt in die Vergangenheit

Das Opfer ist Susanne, die Ex von Karens Chef. Obwohl sie allseits unbeliebt war, ist die Aufklärung der Tat kompliziert. Die Spannung steigt ganz langsam an, hat zwischendurch auch ein paar Hänger, aber ist nie ganz weg. Neben der Aufklärung des Mordes wird auch die persönliche Situation der Kommissarin immer deutlicher. Ihre Einsamkeit und ihre Verluste machen ihr schwer zu schaffen und beeinflussen ihre Herangehensweise an den Fall.

Obwohl Karen sich völlig sicher ist, dass der Grund für den Mord in der Vergangenheit des Opfers zu finden ist, gibt sie klein bei und überlässt ihren männlichen Kollegen das Feld, als ein Kleinkrimineller als Täter herhalten  muss. Doch dadurch ermöglicht sie der Autorin einen krachenden Showdown, dem es an nichts fehlt un , der den Leser atemlos schneller lesen lässt. Karen behält recht, der Leser ist bis zum Schluss gut unterhalten – der nächste Teil der Doggerland-Trilogie kann kommen.

Fazit:

Wenn man sich erst an die Doggerländer auf ihren drei Eilanden gewöhnt hat, und sich nicht zu sehr von dem skandinavisch-britischen Mischmasch irritieren lässt, findet man in „Doggerland.Fehltritt“ einen soliden, spannenden Krimi, der gut durchdacht ist.

Maria Adolfsson steht mit ihrer Hauptkommissarin Karen Eiken Hornby schon in der schwedischen Krimitradition, die immer leicht düster und manchmal auch depressiv daher kommt, aber sie findet auch immer ein Licht am Ende des Tunnels, das Karen das Leben vielleicht etwas leichter werden lässt. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil „Doggerland.Tiefer Fall“ und auf Karen 2.0, die es vielleicht doch noch schafft, den Männern Paroli zu bieten.

Doggerland - Bd. 1: Fehltritt

Doggerland - Bd. 1: Fehltritt

Deine Meinung zu »Doggerland - Bd. 1: Fehltritt«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
03.03.2019 22:30:27
Aquarius15

Spannender Fehltritt
Als Karen Eiken Hornby neben ihrem Chef in einem Hotelzimmer aufwacht, ist sie entsetzt und versucht mit ihrem Kater irgendwie nach Hause zukommen. Doch kaum daheim angekommen, wird sie zu einem neuen Mordfall gerufen. Die Tote ist die Exfrau von ihrem Chef.

Das Cover finde ich, ist wirklich gut gelungen. Dieser Kontrast zwischen der weißen Landschaft und dem schwarzen Hintergrund wirkt unheimlich, aber es erweckt sofort Interesse.

Der Schreibstil ist flüssig und die Spannung ist immer aufrecht erhalten. Es wird nie langweilig beim Lesen. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Durch die detaillierte Beschreibung der Personen und Handlungsorte, konnte ich mir diese genau vorstellen. Ich finde die Hauptprotagonistin Kommissarin Karen Eiken Hornby sehr sympathisch. Es hat mir gefallen wie sie nach und nach zu der Lösung des Falles gekommen ist.

Die Autorin hat ein super Auftakt zu der Trilogie geschaffen. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Buch welches kommen mag.

26.01.2019 16:47:06
subechto

Vielversprechender Auftakt

„Doggerland. Fehltritt“, der erste Band der Doggerland-Trilogie, hat mich begeistert. Es handelt sich um eine fiktive Inselgruppe in der Nordsee. Die Hauptstadt ist Dunker. Worum geht es?
Kommissarin Karen Eiken Hornby, Ende 40, hat lange in London gelebt, bevor sie nach Doggerland zurückgekehrt ist. Ihre Familie war dort bei einem Autounfall ums Leben gekommen, den sie selbst verschuldet hatte.
Es ist Sonntag, der Morgen nach dem großen Austernfest, als Karen neben ihrem Chef Jounas Smeed in einem Hotelzimmer aufgewacht. Kaum zuhause erhält sie einen Anruf vom Polizeichef: Susanne, die Ex-Frau ihres Chefs, wurde brutal ermordet.
Smeed kann den Fall nicht übernehmen, da er zu den Verdächtigen gehört. Deshalb soll Karen die Ermittlungen leiten. Wie sich herausstellt, kam Susanne in einer Hippie-Kommune zur Welt. Liegt hier das Motiv?
Maria Adolfsson ist mit „Doggerland. Fehltritt“ ein großer Wurf gelungen. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Falsche Fährten und überraschende Wendungen halten den Spannungsbogen hoch.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Rückblenden, die mit „Langevik 1970“ überschrieben sind, verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Ganz am Ende schließt sich der Kreis - und der Untertitel, Fehltritt, bekommt eine ganz neue Bedeutung.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Karen ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie ist tough und macht einen guten Job. Auf die Fortsetzung, „Doggerland. Tiefer Fall“, die Ende nächsten Jahres erscheinen soll, freue ich mich daher schon heute.

Fazit: Vielversprechender Start einer Trilogie. Starker Stoff. So muss Krimi!

24.01.2019 13:08:27
HexeLilli

Trotz vieler unnützer und langatmiger Schilderungen ein solider Schwedenkrimi ohne viel Blutvergießen.
Die Geschichte spielt in Doggerland, eine Inselgruppe in der Nordsee, die es heute nicht mehr gibt. Erzählt werden zwei Zeitebenen. Einmal über eine Kommune in den 70er Jahren und einmal die Gegenwart. Eine Frau wird in ihrem Haus erschlagen aufgefunden. Kommissarin Karen Eiken Hornby leitet die Ermittlungen. Dabei deckt sie eine alte Lüge auf.
Das Cover des Buches fand ich sehr schön und auch die Idee mit Doggerland hat mir gefallen. Was ich nicht gut fand, waren die vielen Belanglosigkeiten, die meinen Lesefluss erheblich störten. Da hätten es einige Seiten weniger sicher auch getan. Auch die Spannung blieb leider auf der Strecke. An die Kommissarin musste ich mich erst gewöhnen. Alkohol, Zigaretten und dann noch Sex mit dem Chef. Aber als man die Vorgeschichte erfährt, weiß man, warum sie nicht unbedingt am Leben hängt. Die Recherche war auf jeden Fall in Ordnung und als sie sich dann um Sigrid und den Obdachlosen kümmert, zeigt sie sogar menschliche Züge.
Das letzte Drittel war dann schon besser. Wenn ich das Mordmotiv auch nicht nachvollziehen kann und mit einigen Fragen zurückblieb, war das Ende auf jeden Fall eine Überraschung.
Der nächste ungelöste Fall liegt ja schon auf dem Schreibtisch, so dass die Fortsetzung sicher nicht lange auf sich warten lässt.

23.01.2019 11:07:32
Darts

Doggerland - Fehltritt von Maria Adolfsson ist ist der Beginn einer Trilogie, die auf einer Inselgruppe in der Nordsee spielt. Eigentlich gibt es Doggerland nicht mehr. Es ist vor ca 8000 Jahren versunken, aber der Autorin gelingt es Doggerland wieder auferstehen zu lassen und mit ihrer detaillierten Beschreibung der drei Inseln gelingt es ihr fantastisch, sodass ich manchmal meinte bereits dort gewesen zu sein. Leider sind ihre Beschreibungen oft zu detailgetreu, man kann es auch als ausschweifend bezeichnen. Nicht nur bei Landschaftsbeschreibungen, sondern auch bei Familienabstammungen oder Einrichtungsbeschreibungen. Da der Schreibstil aber sehr flüssig und angenehm zu lesen ist, war man auch schnell wieder in der normalen Handlung.

Kommissarin Karen Eiken Hornby wacht total verkatert auf. Tags zuvor war das große Austernfest und mit Entsetzen stellt sie fest, dass sie die Nacht wohl mit ihrem unliebsamen Chef in einem Hotelzimmer verbracht hat. Sie fährt so gut es geht mit ihrem Auto nach Hause und sieht unterwegs noch die Ex-Frau ihres Chefs. Wenig später wird diese erschlagen aufgefunden. Karen übernimmt die Leitung der Ermittlungen. Hatte ihr Chef Gelegenheit die Tat zu begehen? Karen will es nicht glauben, kann es aber auch nicht ganz ausschließen. Hartnäckig gehen sie und ihr Team jeder kleinsten Spur nach und als ein Serieneinbrecher gefasst wird, wird von oberster Stelle der Fall als erledigt angesehen und weitere Ermittlungen verboten.
Die Handlung plätschert so vor sich hin. Die einzelnen Ermittlungsschritte werden detailliert erklärt, auch Karens Privatleben wird gut geschildert. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Rückblicke auf eine Kommune, die vor fast 50 Jahren kurzzeitig auf Doggerland angesiedelt war. Man merkt bald, dass es Zusammenhänge gibt und die Ursache für den Totschlag vielleicht mit der Vergangenheit zu tun hat. Im letzten Drittel nimmt die Handlung kräftig an Fahrt auf und die einzelnen Rädchen greifen ineinander und ergeben ein überraschenden Ende.
Ein solider Kriminalroman, der allerdings teilweise etwas langatmig wirkt, durch die detaillierten, ausschweifenden Beschreibungen. Der flüssige Schreibstil läßt oft drüberwegsehen (lesen). Für mich ein guter Regiokrimi in angenehmer Umgebung mit gut herausgearbeiteten Protagonisten. Ich werde auf jeden Fall den zweiten Teil lesen.
4 von 5 Sternen