Das Gift der Engel

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Köln: Emons, 2006, Seiten: 333, Originalsprache

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Carsten Jaehner
Beethoven als Mordwerkzeug

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Sep 2020

Nikolaus Alban ist Musikkritiker und bekommt fast täglich einen Stapel CDs mit klassischer Musik geschickt, die er anhören und besprechen soll. Er lebt in Bad Godesberg, ist um die fünfzig Jahre alt und lebt in einem großen Haus mit Sabine zusammen, die sich sowohl um den eigenen als auch beruflich um andere Gärten kümmert. Eines Tages wird ihm von einem Musikfreund namens Zimmermann eine handschriftliche Partitur vorgelegt mit der Bitte um Expertise. Alban kennt das Stück nicht und ein Komponist ist nicht genannt; dennoch interessiert ihn das Stück und er darf die Noten zunächst behalten. Am Tag darauf erfährt er, dass ein Dr. Joch mit einer Beethovenbüste erschlagen aufgefunden wurde und sein Besucher vom Vortag der Mörder sein soll.

Gemeinsam mit seiner Mitbewohnerin Sabine gibt Alban seiner Neugier nach und beginnt, den Schöpfer der Partitur zu suchen. Der Anwalt des Verdächtigen Zimmermann beteuert dessen Unschuld, von der auch Alban überzeugt ist, und so stürzt dieser sich in seine Nachforschungen. Dabei werden ihm immer wieder Steine in den Weg gelegt, sei es durch Unwissen, sei es durch Wissen, aber er kommt nur langsam voran. Auch sein Quartettpartner Kessler, Kommissar und für den Fall zuständig, ist keine Hilfe, weil er von Zimmermanns Schuld überzeugt ist, da es keinerlei Gegenbeweise gibt. Doch Alban gibt nicht auf und kommt einem fast fantastisch anmutenden Projekt auf die Spur…

Ein Krimi mit Musik

Der Autor Oliver Buslau ist bekannt für sein Romane, in denen irgendwie klassische Musik eine Rolle spielt. Auch Das Gift der Engel ist so ein Roman, und wer sich etwas in der Klassik auskennt, vor allem in der Vokalmusik, der kann schon am Titel erahnen, wohin die Reise ungefähr geht. Allen anderen nicht vorgebildeten Lesern steht dennoch ein spannender und interessanter Roman bevor, der sie in unbekannte Bereiche der Musik entführt, ohne dass für das Verständnis musikalische Kenntnisse vorausgesetzt werden müssen.

Auf dem Titelbild prangt ein Bild Beethovens mit einer kleinen Blutspur auf der Stirn, was darauf zurückzuführen ist, dass eine kleine Beethovenbüste aus Gips die Mordwaffe in diesem Roman darstellt. Diese war ein Geschenk Zimmermanns an das Mordopfer, von daher sind logischerweise seine Fingerabdrücke darauf zu finden - für den Kommissar mehr als ein Indiz, zumal auch ein Motiv vorhanden ist. Daher besteht für ihn auch kein Grund, in irgendeine andere Richtung zu ermitteln.

Auf der Suche nach einem Komponisten

Dies macht also der Musikkritiker Nikolaus Alban, der eigentlich körperlich und charakterlich nicht für so etwas geschaffen und aufgrund seines enormen Wissens über klassische Musik eher ein Feingeist ist. Hier wird somit ein Mann in eine für ihn persönlich völlig ungewöhnliche Situation gebracht, und dafür meistert er die Sache recht gut. Buslau hat Alban eine Umwelt geschaffen, die ihn, wenn auch zunächst widerstrebend, mehr und mehr in den Fall eintauchen lässt; entgegen den Warnungen der Polizei (warum sie so eindringlich warnt, bleibt bis zum Schluss unverständlich) lässt er sich auch nicht beirren.

Es entwickelt sich eine Suche nach dem Komponisten des Stückes und diese führt Alban durch das ganze Rheintal um Bonn, Bad Godesberg und Hennef; daher darf sich der Roman zurecht mit dem Prädikat „Rheintal-Krimi“ schmücken. Der Autor kennt sich aus in der ehemaligen Heimat Beethovens, und ebenso in der Musik - dies merkt man immer wieder und es macht Spaß zu lesen. Dass der Clou der ganzen Sache am Ende sich auf ein „Kuriosum“ der Musikgeschichte bezieht, mag manchem Leser etwas fantastisch anmuten, basiert aber tatsächlich auf realen Begebenheiten, die in einschlägiger Fachliteratur nachzulesen (und zu -hören) ist. Dies ist aber geschickt und glaubwürdig in den Roman eingebunden.

Der Roman stammt bereits aus dem Vor-Smartphone-Zeitalter 2006, daher lesen sich die Passagen um Handys und Internet fast antiquarisch, aber das passt zur Figur des Nikolaus Alban - und es zeigt dem Leser, wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur die Musik bleibt für die Ewigkeit - und gemordet wird in allen Kulturkreisen.

Fazit

Oliver Buslau hat mit Das Gift der Engel einen Kriminalroman aus dem Rheintal und in der klassischen Musikszene geschrieben, der einen interessanten, weil fast unbekannten Aspekt der Musikgeschichte behandelt (der hier nicht weiter erwähnt werden kann, weil man sonst zu viel verrät). Sein Protagonist ist gegen den Strich gebürstet und gefällt durch seine Macken und Eigenarten, sein Umfeld akzeptiert ihn als ein ebensolches Kuriosum. Die Wendung am Ende ist spannend wie unterwartet und auch für Nicht-Musiker geeignet. Ein Literatur- und Aufnahmen-Nachwort erläutert darüber hinaus den Realitätsgehalt der Geschichte.

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