Tod der Maulwürfe

Erschienen: Januar 1982

Bibliographische Angaben

  • New York: Harper & Row, 1980, Titel: 'People of Darkness', Seiten: 202, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1982, Seiten: 191, Übersetzt: Friedrich A. Hofschuster
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1991, Seiten: 200, Übersetzt: Klaus Fröba
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1997, Seiten: 207, Übersetzt: Klaus Fröba, Bemerkung: Nachwort von Frank Göhre
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2001, Seiten: 207, Übersetzt: Klaus Fröba, Bemerkung: Nachwort von Frank Göhre

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Sabine Reiß
Hillerman ist immer eine Empfehlung

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2003

Officer Jim Chee von der Navajo Tribal Police muss sich entscheiden, ob er die ihm angebotene Stelle beim FBI annehmen will oder seinen eingeschlagenen Weg weiterverfolgt, ein vataalii zu werden, ein Schamane. Doch sein Onkel hat ihm auferlegt, dass er zunächst die Weißen studieren soll, was er bei seinem Studium der amerikanischen Literatur, Soziologie und Anthropologie auch getan hat. Doch statt weitere Gedanken an seine berufliche Zukunft zu verschwenden, fasziniert ihn ein neuer Fall. Rosemary Vines bittet ihn, ein verschwundenes Kästchen ihres Mannes wiederzufinden, das großen Erinnerungswert für ihn zu haben scheint. Sie glaubt, dass es vom Volk der Finsternis gestohlen wurde, einer Art religiösen Sekte, die vom Vorarbeiter B.J. Vines' Dillon Charley gegründet wurde. Dillon ist schon lange tot, aber da ist ja auch noch Emerson, sein Sohn.

Bei seiner Recherche erfährt Jim Chee, dass auf Emerson ein Bombenanschlag verübt wurde, der jedoch missglückte. Allerdings kommt auch er als Einbrecher nicht in Frage, da er todkrank auf der Krebsstation eines Krankenhauses liegt. Wer sollte einen todkranken Mann ermorden wollen? Jim Chee gerät - wie man so schön sagt - immer weiter in den Sog dieses Falles, weil er schon immer alles ganz genau wissen wollte. Er wird stutzig, als B.J. Vines ihm Geld anbietet, damit er nicht nach seinem verschwundenen Kästchen sucht. Seine Spürnase führt in tief in die Vergangenheit, zur Explosion an einem Bohrloch, bei der sechs Männer umgekommen sind.

Begegnung der Kulturen

Die Schilderung in Hillermans Romanen, wie die verschiedenen Kulturen sich begegnen, ist immer wieder lesenswert. Jim Chee, ein Navajo, soll die Weißen studieren und genau das tut er - amüsant, dass er sich dazu gerade eine Frau aussucht. Wie in jedem Band wird der Leser so nebenbei über die Mythen und Riten der Indianer aufgeklärt, doch leider sind die Ermittlungsmethoden nicht ganz so ausgefeilt wie sonst. An einigen Stellen blitzt jedoch etwas auf, was Hillermans Romane auszeichnet, z.B. als Jim Chee sofort erkennt, dass der Mann, der sich als Käufer eines Autos ausgegeben hat, bestimmt nicht das ist, was er zu sein vorgibt. Niemand nahm einen so weiten Weg in Kauf, um über einen Schrotthaufen zu verhandeln.

Man sollte berücksichtigen, dass "Tod der Maulwürfe" am Anfang der Reihe steht, auch wenn der Krimi zehn Jahre nach dem ersten Band "Wolf ohne Fährte" erschienen ist. In diesem Band tritt erstmals Jim Chee in Erscheinung, der später in der Serie mehr im Vordergrund steht und auch gemeinsam mit Joe Leaphorn - der zweiten Serienfigur - ermittelt. Chee ist eine gelungene Figur, auch schon bei ihrem ersten Auftreten, allerdings fehlt es ihm noch ein wenig an Kontur, die Hillerman ihm aber nach und nach verleiht. Auch das Spitzbübische, was er später an den Tag legt, fehlt im noch.

Hillerman - der Meister der ruhigen Geschichten

Ein Teil der Geschichte ist leider recht durchschaubar, auch wenn der Autor ganz am Ende noch eine kleine Überraschung parat hat. Ich habe schon Spannenderes von ihm gelesen. Action gibt es in den Hillerman-Roman generell wenig, wobei ich sagen muss, in "Tod der Maulwürfe" geht es für Hillermans Verhältnisse recht hoch her, denn der junge Officer gerät dreimal in Lebensgefahr. Normalerweise ist er eher ein Meister der ruhigeren Geschichten, auch wenn Spannung und Verbrechen immer dazugehören. Trotz der kleinen Schwächen im vorliegenden Band ist Tony Hillerman ein Geheimtipp, der mit seinem ungewöhnlichen Rahmen und den liebevoll gezeichneten Figuren immer eine Empfehlung wert ist. Zu meinen persönlichen Favoriten aus der Serie gehört z.B. "Der Wind des Bösen", der Nachfolgeroman, der zwei Jahre später erschien und "Das goldene Kalb", das bisher vorletzte Buch aus der Reihe.

Tod der Maulwürfe

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Letzte Kommentare:
09.04.2008 14:30:12
tassieteufel

"Tod der Maulwürfe" ist der erste Krimi mit Jim Chee, der so
ganz anders ist als Joe Leaphorn, zum einen jünger und im
Gegensatz zu Leaphorn ist Chee noch sehr in den Traditionen
seines Volkes verwurzelt und will sich sogar als Sänger (Medizin-
mann) ausbilden lassen.
Der Krimifall ist spannend konstruiert, bis zum Schluß ist man
am rätseln, was es denn mit dem geheimnisvollen Kästchen
und den mysteriösen Toden bei den Anhängern des Volkes der
Finsternis auf sich hat. Hillerman gelingt es wieder wunderbar
auch die gradiose Naturkulisse des Südwestens der USA
bildlich zu schildern und in die Geschichte zu integrieren, so daß
man förmlich in die Geschichte eintauchen konnte. Lediglich die
sich anbahnende Beziehung zwischen Jim Chee und Mary fand
ich ein wenig hölzern.