Begraben

Erschienen: Januar 2019

Bibliographische Angaben

  • London: Century, 2017, Titel: 'The bone field', Seiten: 393, Originalsprache
  • München: Heyne, 2019, Seiten: 480, Übersetzt: Conny Lösch

Couch-Wertung:

70°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

5 x 91°-100°
4 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
1 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:81.636363636364
V:11
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":1,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":1,"88":1,"89":0,"90":1,"91":0,"92":0,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":4}
Carola Krauße-Reim
Auftakt zu einer neuen Reihe?

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mär 2019

Seit über zehn Jahren begeistert Simon Kernick die Thriller-Welt mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen. Genaue Recherche und Glaubwürdigkeit gepaart mit höchster Spannung machen seine Geschichten aus und brachten ihm so manche Preis-Nominierung ein. Doch mit „Begraben“ hat er kein Meisterwerk abgeliefert.

Alte Bekannte und wiederkehrende Charaktere

Die Hauptperson in „Begraben“ ist der britische Ermittler Detective Sergant Ray Mason. Von ihm weiß man nicht viel. Sein Hintergrund wird nur angerissen, sein Charakter ist nicht richtig einzuordnen. Er eckt immer wieder bei seinen Vorgesetzten und seiner Umwelt an, und scheint in Polizei-Kreisen nicht sehr beliebt zu sein. Sein Gerechtigkeitssinn geht nicht immer konform mit dem Gesetz, soll heißen, er übt ohne mit der Wimper zu zucken Selbstjustiz, wenn er es für angemessen erachtet.

Das Ganze erinnert doch sehr an Dennis Milne, ein weiterer Protagonist aus Kernicks Feder. Gleicher Charakter - anderer Name. Und eine weitere Bekannte tritt in „Begraben“ auf den Plan – Tina Boyd. Zwischenzeitlich aus dem Polizeidienst ausgeschieden, wird ausgerechnet sie als Privatermittlerin in den Fall hineingezogen. Hier hat sich Kernick doch sehr an altem Stoff orientiert.

Neue und frische Charaktere sind zwar immer ein Wagnis, wenn der Leser die alten gut angenommen hat, aber nur die Namen auszutauschen, um dann wieder die gleichen Typen zu erschaffen und die dann auch noch an die Seite alter Bekannter zu stellen – nein – hier sollte der Autor dem Leser mehr Flexibilität zutrauen und einmal etwas Neues wagen.

Nur altbewährtes Muster und ein bisschen Spannung

Das Gleiche gilt für den gesamten Aufbau des Buches. Wieder einmal benutzt Kernick zwei Perspektiven. Ray Mason fungiert als Ich-Erzähler. Immer wenn er ins Geschehen eingreift, sehen wir alles durch seine Augen. Alles andere wird von einem neutralen Erzähler geschildert. Auch das ist ein altbewährtes Muster in Kernicks Büchern.

Anscheinend schreibt der Autor nach dem Motto „Never change a running system“, aber, ich finde es doch einfallslos, immer in die gleiche Kerbe zu schlagen. Auch die ständigen Andeutungen am Ende eines Kapitels, wie, „Ein Versprechen, das mich in die Hölle führte“ oder „Doch auch darin irrte ich mich. Gründlich“, sind nur nervig. Wenn eine Geschichte spannend ist, braucht der Leser keine solch effektheischenden Anspielungen, um am Ball zu bleiben.

Doch beim Thema Spannung köchelt Kernick diesmal auf kleinerer Flamme als sonst. Zu sehr stehen Mason, Boyd und der bedauernswerte Ramon im Vordergrund. Die Auffindung der Knochen und die daraus resultierenden Ermittlungen sind nur der Aufhänger, um die Protagonisten einzuführen und die Sachlage für Folge-Thriller zu klären.

Dementsprechend flacht die Spannung immer ab, wenn sich die persönlichen Probleme in den Vordergrund drängen und der eigentliche Fall nicht voran getrieben wird. So gleicht der Spannungsbogen einer Zickzackkurve und lässt den Leser mit dem finalen Cliffhänger etwas ratlos zurück. Denn da, wo „Begraben“ aufhört, fängt die eigentliche Geschichte erst an.

Der Leser weiß nun, dass das organisierte Verbrechen, genauso wie okkulte Machenschaften eine Rolle spielen, doch das war‘s dann auch. Wer also die Auflösung und den Mörder kennen will, muss geduldig auf die Fortsetzung warten. Auch ein Mittel, um Bücher zu verkaufen.

Fazit:

Ich bin von „Begraben“ enttäuscht. Simon Kernick wird als „Vollgas-Autor“ bezeichnet, der „Popcorn-Kino im Kopf“ erzeugt. Davon habe ich beim Lesen wenig gemerkt. Vielleicht läuft der Autor in der mit Sicherheit kommenden Fortsetzung wieder zu alter Stärke auf, da jetzt die Lage geklärt ist, Mason und Boyd nun wirklich ermitteln können und der Leser dann endlich tiefer in den Fall eintauchen kann. Eingefleischte Kernick-Fans werden meine Einschätzung vielleicht anders sehen, aber immerhin sind wir uns einig, dass es sich lohnen wird, die Fortsetzung zu lesen.

Begraben

Begraben

Deine Meinung zu »Begraben«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
03.02.2019 09:57:24
Annette Traks

1990 ist Henry Forbes 25 Jahre alt und Dozent für Humanwissenschaften in Brighton. Seine Freundin Katherine Sinn, genannt Kitty, hat dort gerade ihr Studium beendet. Beide sind erst seit wenigen Monaten ein Paar, als sie zum Urlaub nach Thailand fliegen.

Doch nach wenigen Tagen verschwindet Kitty dort spurlos.

Trotz intensiver Suche bleibt sie verschollen ... bis ihre Leiche 2016 in England gefunden wird. Was ist vor gut 25 Jahren geschehen? Nichts deutete damals darauf hin, dass die junge Frau Thailand verlassen hatte.

Als Detective Ray Mason den Anruf eines Anwalts namens Reedman erhält, der behauptet, er vertrete Henry Forbes, und dieser habe brisante Informationen zum Verschwinden von Kitty Sinn, fährt er für ein Treffen zum Haus des Anwalts. Doch bevor Forbes erzählen kann, was er weiß, erscheint ein Killerkommando und ermordet ihn und Reedman.

Mason überlebt, und ihm ist nun natürlich klar, dass es sich im Fall von Kitty Sinn um eine große Sache handeln muss. Doch er steht bei Null, weiß nicht, wo er anfangen soll zu ermitteln, als Leichenteile einer anderen, ebenfalls vor langer Zeit ermordeten jungen Frau gefunden werden.

Und er erhält den Anruf der ehemaligen Polizistin und nun Privatdetektivin Tina Boyd, die ihn dringend um ein Gespräch in der Angelegenheit bittet.

Zusammen nehmen sie schließlich eine vielversprechende Spur auf und geraten in der Folge von einer gefährlichen Situation in die andere, denn die Killer sind ihnen schon sehr bald auf den Fersen.

Resümee:
Dies ist ein von Anfang an sehr spannender Thriller voller Aktion und interessanten, zum teil ungewöhnlichen Charakteren - allen voran natürlich die Protagonisten Detective Ray Mason und Tina Boyd.

Ersterer ist zu seinem Leidwesen von der Abteilung für Terrorismus-Bekämpfung ins Morddezernat versetzt worden. Er ist ein Einzelgänger und immer fest entschlossen, das zu tun, was er für richtig hält - koste es, was es wolle. Aus seiner Perspektive wird das Geschehen in der Ich-Form erzählt.

Tina Boyd war früher Ermittlerin bei der Polizei, arbeitet jetzt aber als Privatdetektivin. Sie ist von ähnlichem Naturell wie Ray Mason und schreckt ebenfalls vor keiner gefährlichen Aktion zurück.

Der Autor hat immer wieder in genau der richtigen Dosis ein paar Informationen zur beruflichen und privaten Vergangenheit der beiden eingefügt, die ihr Verhalten und Masons schwierige Stellung bei den Kollegen erklären.

Die Handlung ist so bildhaft und lebendig, dabei in einem genau richtigen Maß an Detailliertheit geschildert, dass sie vor dem Auge des Lesers wie ein Film abläuft, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Thematisch geht es im Rahmen der Verbrechensaufklärung auch um Menschenhandel, Ritualmorde und Snuff-Movies.

Dass der Thriller mit einem Cliffhanger endet, finde ich einerseits natürlich höchst unbefriedigend, andererseits macht es natürlich neugierig auf Folgebände - ...

Fazit: ... ich erwarte sie mit Spannung!