Falken jagen

Erschienen: August 2018

Bibliographische Angaben

  • Bielefeld: Pendragon, 2018, Seiten: 392, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Surasak Farang Meier jagt den Falken

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jan 2019

Eigentlich hat sich der Eurasier Surasak Meier, von allen „Farang“ genannt, in das kleine thailändische Geburtsdorf seiner verstorbenen Mutter zurückgezogen, um endlich Ruhe zu finden. Doch General Watana fühlt er sich auch nach dessen Tod verpflichtet und somit folgt er dem Ruf von Imelda, der Tochter des Generals, nach Bangkok. Ein Serienmörder treibt dort sein Unwesen und der Polizeichef, Imeldas Bruder, ist einmal mehr völlig überfordert.

Farang soll es richten und den Mörder, der sich selbst Falke nennt, liquidieren. Drei Deutsche waren bislang seine Opfer. Sie wurden erschossen und enthauptet. Nun hat es einen Mitarbeiter des griechischen Konsulats erwischt, der sich die Erteilung von Visa mit körperlichen Gefälligkeiten bezahlen ließ.

„Du wirst dich fragen, was das mit uns zu tun hat.“
„Das … und was in aller Welt ich damit zu tun habe.“
„Du stehst in seiner Schuld!“
„Und darf man fragen, warum der Fall so wichtig für euch ist?“
„Weil mein Bruder ein Versager ist.“

„Das ist nichts Neues.“
„Und weil er für die Aufklärung verantwortlich ist.“

Gemeinsam mit seinen Freunden Tony Rojona, einem ehemaligen Kriminalreporter, und Bobby Quinn, der einst in Vietnamkrieg durch die Tunnelsysteme des Vietcong robbte, nimmt Farang die Jagd auf. Als sie dem Falken auf die Spur kommen ist es für das nächste Opfer bereits zu spät, zudem kann sich der Mörder ins Ausland absetzen. Es geht auf die griechische Insel Leros, wo das nächste Opfer lebt…

Von den Massakern von Distomo über My Lai in die Gegenwart

Detlef Bernd „D. B.“ Blettenberg hat sich mit seinem dritten Kriminalroman der Farang-Reihe reichlich Zeit gelassen. Bereits 1989 gewann er für „Farang“ den Deutschen Krimipreis, 2004 für „Berlin Fidschitown“, den zweiten Fall, ebenfalls. Jetzt, 2018, also der dritte Fall für den Eurasier, dessen Mutter eine Thai, sein verhasster Vater ein Deutscher ist.

Blettenberg, der selber lange Zeit im Ausland lebte, überzeugt neben der Figurenzeichnung mit ausgezeichneten Ortskenntnissen. Sowohl Farang als auch der Falke werden umfassend vorgestellt, so dass man ihre Lebenssituation und ihre Motivation nachvollziehen kann. Bettenberg geht es nicht um eine möglichst brutale Inszenierung der Morde, wobei diese es durchaus in sich haben, sondern um Detailarbeit. Das Erzähltempo ist daher überschaubar, aber dennoch packend.

„Mein Gefühl sagt mir, dass diese Legende von Phaulkon nur eine Finte ist, die vom Wesentlichen ablenken soll.“
„Du und Gefühle.“
„Du kannst es auch Instinkt nennen, wenn dir das besser gefällt. Mein Alarmsystem meldet mir jedenfalls, dass er uns alle verarscht.“
„Sehr fundierte Argumentation.“

Die Geschichte spielt in der ersten Hälfte überwiegend in Bangkok, danach auf der griechischen Insel Leros. Durch die Nebenfigur des Bobby Quinn, der im Vietnamkrieg als „Tunnelratte“ diente, reicht der zeitgeschichtliche Bogen von dem Massaker in My Lai (1968), bei dem über 500 Zivilisten brutal ermordet wurden, bis zurück in das Jahr 1944, in dem die deutsche Wehrmacht unter anderem das Massaker von Distomo beging. Letzteres könnte jedenfalls Pate gestanden haben für das in dem Buch vorkommende fiktive griechische Dorf, in dem die Mutter des Falken die Gräueltaten der Wehrmacht erlebte.

„Ich habe ganz richtig vermutet, dass der Schlüssel zum Motiv des Falken im Privatleben der Opfer zu finden ist. Familienhistorie! Ich bin sicher, wenn man dem nachgeht, kommen auch bei den Deutschen, die hier getötet wurden, Bezüge zu dieser Weltkriegsschichte ans Tageslicht.“
„Das Ganze ist doch kein Forschungsauftrag, Tony. Hier soll jemand schnell und schmerzlos aus dem Verkehr gezogen werden.“

„Bobby hat Recht. Mir bleibt keine Zeit für weitere Denksportaufgaben.“

„Falken jagen“ ist ein Rache-Thriller, dessen Grundkonzept hinlänglich bekannt ist. Ein Serienmörder jagt die bösen Geister der Vergangenheit, der Ermittler ist ihm auf den Fersen, kommt aber gerne einen Schritt zu spät, damit die Geschichte weitergehen kann. Die Ermittlungsarbeit hinsichtlich des Aufspürens des Falken wird durch Kommissar Zufall äußerst großzügig unterstützt, so dass sich zu keinem Zeitpunkt die Frage stellt, wer der Mörder sein mag.

Der Plot und vor allem die (sich nicht stellende) Frage nach dem Täter mögen daher simpel sein, aber – wie schon erwähnt – die Figuren überzeugen umso mehr ebenso wie die Hintergründe zu der Motivation des Täters und dessen zeitgeschichtlichem Hintergrund. Daher ist „Falken jagen“ eine klare Empfehlung, wenngleich der sicherlich überschaubare Spannungsbogen im zweiten Teil nochmals ein wenig abfällt. Doch Blettenberg geht es ohnehin um die Story hinter der Story. Hierbei spielt übrigens auch Phaulkon - als Constantine Gerakis (= Falke) geboren -, ein legendärer Grieche aus der siamesischen Geschichte des 17. Jahrhunderts, eine wichtige Rolle.

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