In deinem Namen

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • New York: Dutton, 2017, Titel: 'Don't let go', Seiten: 351, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2018, Seiten: 420, Übersetzt: Gunnar Kwisinksi

Couch-Wertung:

80°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

9 x 91°-100°
6 x 81°-90°
5 x 71°-80°
2 x 61°-70°
1 x 51°-60°
1 x 41°-50°
1 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:78.846153846154
V:25
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":1,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":1,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":1,"48":0,"49":0,"50":0,"51":1,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":2,"71":1,"72":0,"73":0,"74":1,"75":1,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":2,"81":0,"82":0,"83":1,"84":1,"85":0,"86":0,"87":1,"88":0,"89":0,"90":3,"91":0,"92":0,"93":3,"94":0,"95":2,"96":0,"97":0,"98":1,"99":0,"100":3}
Sabine Bongenberg
Ein cooler Held, der die Welt retten will

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jan 2019

Das verlorene „Früher“

Es ist eine mehr oder weniger bekannte Tatsache, dass der Pinsel der Erinnerung immerzu golden malt. Ob es danach also eine gute Idee ist, die Gegenwart mit der Vergangenheit zu vergleichen und zu behaupten, dass doch früher sowieso alles besser war, ist zumindest fraglich. Dennoch gibt es nachvollziehbare Gründe für die Unfähigkeit, sich nicht aus der Vergangenheit lösen zu können.

Wer unvermittelt aus einer glücklichen Zeit mit einem harmonischen Familien- und Freundeskreis herauskatapultiert wurde, der tut sich möglicherweise nach diesen traumatischen Erfahrungen sehr schwer damit, in die Zukunft zu sehen und das neue Leben anzunehmen. Der verliert sich möglicherweise in seiner Trauer – auch wenn er vordergründig funktioniert.

Wenn die Welt urplötzlich zerbricht

Für Napoleon Dumas hat die Zukunft mit dem tragischen Tod seines Zwillingsbruders und dem gleichzeitigen Verschwinden seiner Jugendliebe Maura aufgehört zu existieren. Alles zerbrach, sein zweites Ich, seine zweite Hälfte – wen wundert es, dass er nicht nach vorne schauen kann und immer noch in Dialogen mit seinem Bruder gefangen ist. Dennoch ist es nicht so, dass er nicht sein Leben meistert.

Hier aber sieht er es als seine Aufgabe, Katastrophen zu verhindern. Es überrascht daher nicht, dass er Polizist geworden ist – wenn er auch das Gesetz nach eigenen Maßstäben auslegt – verwundern muss auch nicht, dass er wildfremde Menschen, die rauchend an der Ecke stehen, ihrer Gesundheit zuliebe bittet damit aufzuhören. Ein Psychologe braucht man hier nicht zu sein – Nap konnte seine Familie nicht retten – jetzt macht er das bei Anderen.

Dennoch muss er sich mit der Vergangenheit und dem tragischen Abend erneut auseinandersetzen, als die Fingerabdrücke seiner damaligen Freundin in einem brandaktuellen Mordfall wieder auftauchen. Hin- und hergerissen zwischen der aufflammenden Hoffnung, Maura wieder zu sehen, und der stetig wachsenden Erkenntnis, dass der Freundeskreis seines Bruders mehr als ein „Rätselclub“ war, der möglicherweise auch jetzt noch seine Mitglieder in Gefahr bringt.

Ein Held ohne Rüschen und Lametta

Harlan Coben schildert das Leben und die Ermittlungen seines Helden Nap Dumas in einer Sprache, die an den Stil des berühmten Privatdetektivs Philipp Marlowe erinnern. Erzählt wird in der Gegenwart, Schnörkel oder Rüschen sind nicht seine Sache, Geradlinigkeit und Unbestechlichkeit dagegen schon und somit vermittelt der Ich-Erzähler seine eigene entspannte Coolness. Im ruhigen Tempo entspinnt sich daher die Geschichte, die sich nicht nur die Tragödie der Vergangenheit widmet, sondern auch schildert, wie Verleumdungen im Internet ein Leben zerstören können.

Coben führt seine Leser geschickt auf unterschiedliche Spuren: Was hatte es mit der alten Raketen-Basis auf sich? Ist es ein Zufall, dass alle Mitglieder eines Jugendclubs, der sich mit unerklärlichen Vorkommnissen auf der Basis befasste, verstarben – und zwar nicht friedlich in ihren Betten? Mit der Aufklärung aller Rätsel behält der Autor seinen ruhigen und geradlinigen Stil bei, wenn auch angemerkt werden kann, dass man die Urheberin oder den Urheber der Todesfälle recht zeitig erahnen kann.

Aber immerhin – erahnen ist nicht wissen. Als Fazit bleibt, dass auch dem Pinsel der Erinnerung im Licht neuer Erkenntnisse manchmal die goldene Farbe ausgeht – aber dass das auch im Angesicht der Gegenwart und der Zukunft, die auch zu leben ist, auch eine gute Sache sein kann.

In deinem Namen

In deinem Namen

Deine Meinung zu »In deinem Namen«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
02.08.2020 22:06:53
Christian Knopp

Ich habe vorher noch nie etwas von Harlan Coben gelesen. Ob ich das noch einmal mache, bin ich mir nicht sicher. Der Plot ist, na sagen wir, er spannt an einigen Stellen doch sehr, vor allem zum Schluss hin gibt es ein paar Wendungen/Ereignisse, die sich teilweise so lesen, als wolle der Autor nur möglichst schnell zum Ende kommen.
Das ist der eine Teil
Daneben wird denke ich noch eine zweite Geschichte...na ja, erzählt ist nicht das richtige Wort, sie wird aufgebaut. Sie ist einmalig, man kann ihre Wirkung nicht wiederholen, denn sie bezieht sich auf den Leser selbst, weshalb ich hier sehr vorsichtig mit versehentlichem Spoilern bin. Nur so viel sei verraten, ich fühlte mich sofort an den Film „I wie Ikarus“ erinnert.
Für diesen Teil kann man die Unvollkommenheit als Thriller gut verschmerzen. Die Ich-Form passt wunderbar, vor allem weil man so die innige Verbundenheit des Hauptdarstellers mit seinem Zwillingsbruder ohne viel drumherum immer wieder betonen kann. Und auch das ist wichtig, der Autor kann so die Verbundenheit zeigen, mit kleinen prägnanten Episoden, nicht nur davon erzählen. Insgesamt habe ich das Buch als reichlich gutes Lehrstück empfunden, und mit dem Bild in dem Spiegel, den Coben mir vorhält, kann ich ganz gut leben. Wobei ganz gut mit Sicherheit bedeutet, da geht noch was.
Gerne würde ich mich mit anderen LesernInnen dazu austauschen.

24.02.2020 11:18:54
Joachim

Ich kann mich den positiven Bewertungen nicht anschließen, denn ich finde das Buch langweilig.
Den einzelnen Kapiteln fehlt es an Konflikten, und die Dialoge plätschern vor sich hin. Zudem sind sie voller Wiederholungen und Füllseln wie "wie schon gesagt". Regelmäßig werden Sätze oder Halbsätze wiederholt.
In ermüdender Regelmäßigkeit ziehen sich Kapitel wie Kaugummi, und erst am Ende tauchte eine interessante Information auf. Das hätte sich oft in wenigen Absätzen wiedergeben lassen, ohne an Gehalt zu verlieren.
Die Hauptfigur Nap tappt von einem Informationsschnipsel zum nächsten, ohne dass ihm eine echte Motivation anzumerken wäre.
Regelmäßig taucht der Satz "Ich sagte nichts" auf; das ist der Beitrag der Hauptfigur zu Dialogen.
Zuweilen ist das Buch unfreiwillig komisch. Zum Beispiel heißt es über einen Nebencharakter: "Sie sagte nichts." Direkt danach folgt in wörtlicher Rede, was die Figur sagt.
Säzten beginnen regelmäßig mit den gleichen Worten, zum Beispiel "Ich" fünfmal hintereinander. Genauso verwenden aufeinanderfoolgende Sätze die gleichen Verben.
Die Sprache ist schlicht und hauptsatzlastig. Von einem geschmeidigen Stil kann nicht die Rede sein, und ich hatte den Eindruck, das Werk eines Anfängers zu lesen, das unzureichend lektoriert worden ist.
Dies ist der erste Roman von Coben, den ich gelesen habe, und auch der letzte.

29.07.2018 12:27:13
Oldman

Der neue Coben, schnell zugegriffen, schnell gelesen. Mittlerweile kann ich schon gar nicht mehr genau sagen, warum ich diese Stories so gut finde. Eigentlich passiert gar nicht so viel, auch diese Geschichte spielt sich in einer ruhigen Gegend an wenigen Tagen ab. Man wird aber auf subtile Weise in sie hineingezogen, weil man unbedingt wissen will, was tatsächlich geschehen ist. Und die Meisterschaft Cobens besteht darin, dass alle Geheimnisse tatsächlich aufgelöst werden, dabei nehmen die letzten 40 - 50 Seiten an Fahrt auf, und darin kann sich der Leser noch auf einige überraschende Wendungen freuen. Kurz und gut, auch dieser Coben hält wieder das gewohnte Niveau, sein Stil ist einfach mit anderen Autoren kaum vergleichbar, mögen ihm noch lange die Ideen für solche Plots nicht ausgehen.

Film & Kino
Knives Out

Bestsellerautor Harlan Thrombey feiert mit seiner Großfamilie, der Haushälterin und seiner jungen, hochgeschätzten Pflegerin Marta Cabrera, seinen fünfundachtzigsten Geburtstag im eigenen luxuriösen Herrschaftshaus. Jeder der anwesenden Verwandten bekommt an diesem Abend eine gut gemeinte, aber existentiell bedrohliche Abfuhr mit auf den Weg. Der Beginn einer unruhigen Nacht, an deren Ende der Hausherr tot aufgefunden wird. Titel-Motiv: © MRC II Distribution Company L.P.

zur Film-Kritik