Moorbruch

  • Kampa
  • Erschienen: Mai 2026
  • 2
  • London: Quercus, 2013, Titel: 'The chessmen', Seiten: 383, Originalsprache
  • Wien: Zsolnay, 2017, Seiten: 331, Übersetzt: Silvia Moraweth
Moorbruch
Moorbruch
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Carola Krauße-Reim
52°1001

Krimi-Couch Rezension vonSep 2026

Viel Erzählung, aber kein Krimi.

Der Schotte Peter May (*1952) widmet sich seit 1996 nur noch dem Schreiben. Neben zahlreichen Einzelwerken hat er auch einige Thriller- bzw. Krimiserien verfasst, u.a. auch die Lewis-Trilogie rund um Fin Macleod. „Moorbruch“ ist das dritte und somit eigentlich letzte Buch dieser Reihe. Es erschien bereits 2013 im englischen Original und 2017 zum ersten Mal auf Deutsch. Jetzt legt der Kampa Verlag eine Neuauflage vor und stellt gleichzeitig einen weiteren, vierten Band in Aussicht, der im Herbst 2026 erscheinen soll.

Ein Flugzeug taucht auf

Durch einen Moorbruch wird in einem Loch auf der Isle of Lewis ein lange verschollenes Flugzeugwrack gefunden. Darin eine Leiche – vermutlich der seit 17 Jahren vermisste Jugendfreund von Fin Macleod. Die Clique von damals versucht zu verstehen, was geschehen ist. Fin gräbt in der Vergangenheit, bis es einen weiteren Toten gibt und der Fall eine ungeahnte Wendung erhält.

Unspektakuläre Blicke in die Vergangenheit

„Moorbruch“ ist eigentlich die Erzählung von Fins Vergangenheit. Ausgedehnte Rückblicke führen uns in dessen Jugend, die Zeit der ersten Liebe und Fins Arbeit als Roadie für die Band in der auch der vermisste Roddy und sein Freund Whistler gespielt haben. Diese Vergangenheit hat Auswirkungen bis in die Gegenwart, nicht zuletzt, weil das Flugzeug nun gefunden wird. Diese Geschichte ist zwar ganz interessant, jedoch ist sie kein Krimi. Spannung kommt, wenn überhaupt, nur in homöopathischen Dosen vor. Selbst als es eine ungeahnte und sehr späte Wendung gibt, wird das Geschehen nicht wirklich packend. Die Lösung schließt alles ab, jedoch so unspektakulär, dass es kaum noch interessiert.

Am besten mit Band 1 beginnen

Bei manchen Serien ist es durchaus möglich, erst später einzusteigen. Bei der Lewis-Trilogie sollte man das nicht machen und lieber mit Band 1 beginnen. Die Verflechtungen der Personen sind kompliziert. Hier bei einem späten Einstieg durchzublicken wird noch durch die fast ausschließlichen gälischen Namen und teilweise auch Sachbegriffe erschwert. Wer mit wem in der Vergangenheit etwas zu tun hatte, was in den Monaten vor diesem Band geschah und wie die Personenkonstellation jetzt aussieht, versteht man wahrscheinlich schneller und besser, wenn man mit „Die Vogelinsel“ beginnt und dann „Die Leiche im Moor“ folgen lässt. Was man allerdings hervorheben muss, ist die gelungene Naturbeschreibung der Hebrideninsel, die Atmosphäre des kleinen Örtchens und die Mentalität der Bewohner. Doch eine gute Atmosphäre kann einen schwachen Krimi-to-be nicht retten.

Fazit

Eine Geschichte ohne nennenswerte Spannung und komplizierter Figurenkonstellation, die besser zu verstehen sein könnte, wenn man mit dem ersten Band der Trilogie beginnt. Diese wird außerdem noch durch einen vierten Band ergänzt, der hoffentlich mehr Spannung aufweisen wird und damit die Bezeichnung „Krimi“ auch wirklich verdient.

Moorbruch

Peter May, Kampa

Moorbruch

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