Beim Leben deines Bruders

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • London: Quercus, 2012, Titel: 'The Lewis man', Seiten: 435, Originalsprache
  • Wien: Zsolnay, 2014, Seiten: 336, Übersetzt: Silvia Morawetz

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Jörg Kijanski
Eine Moorleiche mit Elvis-Tattoo gibt Rätsel auf.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2014

Fin Macleod ist auf eigenen Wunsch bei der Polizei in Edinburgh ausgeschieden und hat mit der Scheidung von seiner Frau am gleichen Tag einen Schlussstrich unter seinen aktuellen Lebensabschnitt gezogen. Es zieht ihn zurück in das elterliche Anwesen auf der Isle of Lewis. Dort angekommen gibt es ein Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Marsaili, die sich um ihren Vater Tormod Macdonald kümmern muss, nachdem dieser aufgrund seiner fortgeschrittenen Demenzerkrankung von seiner Frau vor die Tür gesetzt wurde. Als Marsaili und Fin versuchen, Tormod in einem Pflegeheim unterzubringen stoßen sie auf Detective Sergeant George Gunn, der Tormod bereits sucht. Im Hochmoor von Siader rutschte eine Torfwand ab und legte die gut erhaltenen Reste einer Moorleiche frei. Schnell steht fest, dass die Person Ende der 1950er Jahre ermordet wurde.

 

"Zunächst nahmen wir an, dass der Leichnam Hunderte von Jahren alt sein, vielleicht aus der Zeit der altnordischen Besatzung stammen könnte, oder sogar noch älter, aus der Steinzeit. Aber eine Elvis-Presley-Tätowierung auf seinem Unterarm hat diese Theorie zunichte gemacht."

 

Bei einem Mordfall im letzten Jahr mussten die Bewohner von Lewis eine DNA-Probe abgeben, deren Ergebnisse auf Wunsch anschließend wieder gelöscht wurden. Tormod hatte diesen Wunsch nicht geäußert, vermutlich schon nicht mehr verstanden, und so gelingt es den Ermittlern, eine Übereinstimmung mit der Moorleiche zu finden. Wer immer der Tote sein mag, er ist mit Tormod offenbar eng verwandt gewesen, doch von Familienangehörigen ist Marsaili nichts bekannt.

 

"Wenn der leitende Ermittler vom Festland hier eintrifft und die Untersuchung aufnimmt, ist dein Vater der Hauptverdächtige auf einer Liste, auf der nur eine Person steht."

 

Den Mordfall soll ein Ermittler aus Inverness übernehmen, doch da der Fall schon über 50 Jahre zurückliegt, wird dieser erst in ein paar Tagen auf der Insel erwartet. Daher versucht Fin auf eigene Faust herauszufinden, was es mit der Leiche und dem Bezug zu Tormod auf sich hat. Zu seiner großen Überraschung findet Fin heraus, dass Tormod Macdonald im März 1958 gestorben ist...

Die Geschichte von Fin Macleod wird konsequent weitererzählt.

Beim Leben Deines Bruders ist der zweite Band der Fin-Macleod-Trilogie, die mit Blackhouse ihren gelungenen Auftakt feierte. Peter May bleibt im aktuellen Fall seiner Linie treu und erzählt neben der Aufklärung des eigentlichen Verbrechens eine interessante wie verhängnisvolle Familiengeschichte. Diese betrifft Tormod, der allerdings an Demenz leidet und daher so gar nicht mehr weiß, wer und wo er eigentlich ist. Beeindruckend gelingt es May sich in den dementen Ich-Erzähler Tormod hineinzuversetzen, bevor dann – der Erzählung sei's geschuldet – ein "geistig noch gesunder" Jugendlicher seine Lebensgeschichte erzählt, aus der sich später die aktuellen Geschehnisse ableiten.

Spannende Familien-Saga und eine Liebeserklärung an die Hebriden.

Neben einer ansprechenden "Rückblende" in Tormods Lebenslauf, wenngleich diese einige Längen aufweist, führt May die Ereignisse im Privatleben des eigentlichen Protagonisten, Fin Macleod, kongenial fort. Immer wieder muss er mit Rückschlägen umgehen und so ist er nach wie vor ein Getriebener, der an dem Unfalltod seines Sohnes Robbie zu zerbrechen droht. Auch sein Verhältnis zu Marsaili, seiner großen Jugendliebe, bleibt ungeklärt. Beide fühlen sich immer noch stark zueinander hingezogen, doch die Schatten der Vergangenheit lassen einem Wiederaufleben ihrer Beziehung kaum Raum. Es gibt zudem dringendere Probleme, denn neben der Aufklärung des alten Mordfalles sorgt ausgerechnet der gemeinsame Sohn Fionnlagh für Probleme oder besser gesagt dessen Schwiegervater in spe. Fins Jugendfreund Donald Murray möchte partout nicht, dass Fionnlagh zusammen mit seiner Tochter und dem gemeinsamen Kind lebt, da er finanziell nicht für diese sorgen kann.

Beim Leben Deines Bruders ist ein großer Familienroman, der aber den Blick auf den Kriminalfall nie verliert. So kommen nach und nach dunkle Geheimnisse an den Tag, die nicht nur Marsailis bisheriges Familienbild in ihren Grundfesten erschüttern wird. Die Auflösung des Mordes, der sich 1958 ereignete, dürfte letztlich zwar kaum überraschen, allerdings erfährt die Handlung bis dahin noch einige Wendungen. Last but not least ist der Roman eine Liebeserklärung an Lewis, Harris, Barra und all die anderen Inseln der Hebriden, mit ihrem ganz eigenen, rauen Charme.

Beim Leben deines Bruders

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Letzte Kommentare:
07.06.2017 23:48:55
Martina

Beim Lesen meiner Bewertung ist mir gerade aufgefallen, dass ich bei der Nennung des Buchtitels einen Fehler gemacht habe. Der erste Roman dieser Reihe heißt natürlich nicht Hochmoor, sondern "Blackhouse". Ich war wohl wieder in Gedanken im schottischen Hochmoor, dass mir dieser Fehler unterlaufen ist. Diese beiden Bücher haben mir ehrlich fasziniert in ihrer Komplettheit (Krimi, Lebensgeschichte, Naturbeschreibung). Entschuldigung!

07.06.2017 23:40:09
Martina

Ich habe diesen Roman vor dem Ersten (Hochmoor) gelesen und war total fasziniert vom Inhalt. Beschreibung der Landschaft, Wechsel der Erzählung (aus Tormods Sicht, die er aber nicht äußern kann), dritte Person Fin und die Ermittlungen. Danach habe ich mir das erste Buch dieser Trilogie besorgt und war genauso gefesselt. Direkt im Anschluß, habe ich dieses Buch erneut gelesen, da durch den ersten Band natürlich bestimmte Passagen noch besser zu verstehen waren. Die Erzählweise ist einfach fesselnd, die Athmosphäre packend und letztendlich werden auch noch Morde aufgeklärt. Für mich: "Herz, was willst du mehr"! Ich wünsche mir noch ganz viele Bücher von Peter May mit Fin McLeod!!!