Ein ehrenwerter Tod

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Sperling & Kupfer, 2016, Titel: 'Non è colpa mia', Seiten: 284, Originalsprache
  • München; Berlin; Zürich: Pendo, 2017, Seiten: 304, Übersetzt: Sigrun Zühle

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Jörg Kijanski
Leider kein ehrenwerter Roman

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2017

Pater Florence findet die junge Ukrainerin Julija vor den Toren seines Klosters schwer verletzt vor. Die letzte Nacht hatte sie im Kloster verbracht, völlig verängstigt, da sie sich bedroht fühlte. Kurz darauf wird im Garten der Villa Cosulich eine Amerikanerin erstochen aufgefunden. Da Commissario Benussi einen Herzinfarkt erlitten hat und auf eine Bypassoperation wartet, muss er widerwillig die Ermittlungen seinen Mitarbeitern Elettra und Valerio überlassen, die eigentlich mit sich selber genug zu tun haben. Eine viel versprechende Spur im Fall der ermordeten Amerikanerin führt in die Villa Bruna, wo sich gleich mehrere Personen verdächtig machen. Elettra und Valerio müssen sich beeilen, denn weitere Todesfälle stehen bevor ...

Arg konstruierter Plot

Der vierte Fall aus der Commissario-Benussi-Reihe wird auf dem Buchcover wohlweislich als "Triest-Krimi" angepriesen, denn Benussi ist krankheitsbedingt nur eine Randfigur. Angesichts des eher unangenehmen Charakters des leicht aufbrausenden Ermittlers nicht unbedingt eine schlechte Nachricht. So müssen seine Mitarbeiter Elettra und Valerio also ran, deren Privatleben recht ambivalent ist.

Die gemeinsamen Nächte sind schön, ansonsten macht man sich gerne gegenseitig und damit vor allem sich selbst das Leben schwer. Ein Punkt, der keinen unerheblichen Teil der Handlung (besser gesagt deren Länge) einnimmt. Überhaupt scheint die Autorin ein großes Faible für Herz-Schmerz-Geschichten zu haben. So geht es schwerpunktmäßig um anonyme Samenspenden und Leihmutterschaften, ungeklärte Familienverhältnisse und die hieraus entstehenden Kapriolen für alle Beteiligten.

Der Leser weiß oftmals mehr als die Ermittler, da in Rückblenden (Tagebucheinträgen) Beziehungen zwischen einigen Akteuren deutlich werden. Auch wenn die Autorin mit einigen Kniffen versucht es spannend zu machen, so sind bestimmte familiäre Verhältnisse doch früh erkennbar. Da hilft es auch nicht, dass das Alter der ermordeten Amerikanerin mit vierundsechzig Jahren angegeben wird, obwohl sie in Wirklichkeit vier Jahre älter ist. Solche Fehler mögen vorkommen, wenngleich es weitere Ungereimtheiten gibt. Überhaupt scheint Roberta de Falco einen einfachen Schreibstil zu mögen, ebenso wie gleichartige Auflösungen. So wird ein Verdächtiger (Achtung: Minispoiler!) plötzlich tot aufgefunden. Warum weiß keiner, aber die Gefahr, die von ihm ausging, ist gebannt.

"Eine faszinierende Rekonstruktion, Ispettore. Aber haben wir Beweise dafür, dass es so gelaufen ist? Ich hoffe nicht, dass ihre Fantasie
die Wirklichkeit überholt hat."

Die ganze Geschichte ist zudem recht konstruiert. "Etwas geht noch nicht auf bei dieser unglaublichen Geschichte." "Du musst zugeben, dass das alles ein bisschen an den Haaren herbeigezogen ist." "Das überzeugt mich nicht, das sind ein paar Zufälle zu viel." Alle drei Sätze so zu lesen auf einer (!) Seite (249), deren Fortsetzung eine Seite (250) später folgt: "Mir scheint das alles ein bisschen zu märchenhaft."

Immerhin, die Standardformulierung, wonach einem das Herz bis zum Hals schlug, kommt an nur drei Stellen vor. Da stört es dann auch kaum noch, dass alle Verdächtigen laut Buchumschlagrückseite ein "hieb- und stichfestes Alibi" haben. Entsprechend irritiert lesen wir hierzu auf Seite 93: "Was den Journalisten Hugo Newman betraf, war sein Alibi sogar noch brüchiger als das der anderen."

Viel Herz-Schmerz, eine arg konstruierte Geschichte mit einigen plötzlichen Auflösungen und ein durchwachsener Schreibstil sorgen für klare Punktabzüge. Auch über die Stadt Triest, immerhin handelt es sich ja um einen "Triest-Krimi", hätte man mehr erfahren können.

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