Die trüben Wasser von Triest

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Sperling & Kupfer, 2013, Titel: 'Nessuno è innocente', Originalsprache
  • Berlin: Der Audio Verlag, 2014, Seiten: 5, Übersetzt: Dietmar Bär

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Andreas Kurth
Das Grauen lauert hinter den bürgerlichen Fassaden

Buch-Rezension von Andreas Kurth Sep 2014

Commissario Ettore Benussi hat es nicht leicht. Triest, die Hafenstadt an der nördlichen Adria, mit der großen Tradition aus den Zeiten der Habsburger, ist zu seinem Leidwesen eine typisch italienische Stadt. Es gibt keine Disziplin, Autoritäten werden ständig angezweifelt und in Frage gestellt. Als eines Morgens die 90-jährige Ursula Cohen leblos im Hafenbecken treibt, ist für ihn der Fall eigentlich klar. Aber seine jungen Kollegen wollen voller Eifer eine Mord-Ermittlung daraus machen – gegen den Willen des Commissarios. Die Inspektoren Elettra Morin und Valerio Gargiulo mögen sich nicht damit abfinden, dass sich die alte Dame selbst getötet haben soll. Bei ihren Nachforschungen finden sie schnell heraus, dass viele Menschen im Umfeld der Toten verdächtig gute Gründe haben, sich über das Ableben von Ursula Cohen zu freuen. Schließlich muss auch Benussi einsehen, dass es kein Selbstmord war. Und so graben die Ermittler immer weiter in der Geschichte der zahlreichen Beteiligten, es gibt weitere Tote, und für Benussi ist es mit der Ruhe endgültig vorbei. Bis zur Auflösung des Falles kann er seine aktuelle Diät vergessen – und auch seine Pläne, endlich selbst einen Kriminalroman zu schreiben.

Das große Thema von Schuld und Sühne

Roberta de Falco hat mit Die trüben Wasser von Triest ihren ersten Kriminalroman geschrieben, ein wirklich gut lesbares und spannendes Buch. Die Autorin braucht dabei einige Seiten, um ihr Personal-Tableau aufzustellen und den Leser mit der Handlung auch zu fesseln. Aber dann wird es zunehmend spannender und faszinierender, wer sich also durch die ersten – durchaus gewöhnungsbedürftigen – Seiten gearbeitet hat, wird mit einem echten Lesevergnügen belohnt. Es geht in der Geschichte um verschiedene Themen. Da ist die schwierige Zusammenarbeit der Ermittler – der Gegensatz von Jung und Alt. Da sind verschiedene schwierige Biografien, die alle unterschiedliche Aspekte haben, und so für den Fortgang der Handlung ihren Beitrag leisten. Migranten müssen fern der Heimat ihr Leben neu ordnen. Die jungen Polizisten orientieren sich gerade, und müssen schon drohende Schicksalsschläge akzeptieren lernen. Und da ist das große Thema von Schuld und Sühne – es geht um Handlanger einer Todesmaschinerie, die unerkannt mitten zwischen den braven Bürgern leben. Roberta de Falco erzählt in ihrem Roman eine Geschichte – eigentlich sind es mehrere Geschichten – die den Leser immer wieder zu überraschen und zu verblüffen vermag. So bummelig das Buch zunächst daher kommt, so brisant wird es mit der Zeit.

Schrullige Versuche zur Reduktion des Körpergewichts

Commissario Ettore Benussi ist ein richtiges Original. Er stört sich immens daran, dass seine jungen Kollegen, und überhaupt die jungen Menschen, scheinbar keine Disziplin haben, und keine Autorität anerkennen wollen. Dennoch hat er genug Lebenserfahrung, um in den richtigen Momenten zu erkennen, wann er die Hilfe der jungen Leute annehmen sollte. Seine schrulligen Versuche, sein Körpergewicht zu reduzieren, enden in drolligen Situationen – und machen ihn für mich wirklich sympathisch. Dass er Material sammelt, um nach seiner Pensionierung selbst einen Kriminalroman zu schreiben, ist eine Koketterie der Autorin, die man ihr aber verzeihen kann. Zum mehr als dramatischen und tiefgründigen zweiten Teil des Buches darf hier aus dramaturgischen Gründen nicht mehr verraten werden – aber es lohnt sich, da wiederhole ich mich gerne. Wenn Roberta de Falco bei ihrer nächsten Geschichte um die findigen Ermittler von Triest nun auch noch einen etwas dynamischeren Einstieg findet, dürfte ihr eine große Schar von Fans sicher sein.

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