Provenzalische Intrige

Erschienen: Mai 2016

Bibliographische Angaben

  • Köln: Random House Audio, 2016, Seiten: 2, Übersetzt: Götz Otto, Bemerkung: gekürzte Ausgabe
  • München: Blanvalet, 2017, Seiten: 320, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Guter Urlaubsbegleiter für die Provence

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2019

Der Kosmetikkonzern „Mer des Fleurs“ bereitet sein 15-jähriges Jubiläum vor, da wird die Besitzerin Paulette Simonet in einem Kessel ihrer Seiferei ermordet aufgefunden. Erste Hinweise ergeben, dass es kein Unfall war, sondern jemand nachgeholfen hat. Der Chef de police municipale von Saint-Valérie, Pierre Durand, hat derweil andere Sorgen, denn er hat sich auf die freiwerdende Stelle des Commissaire von Cavaillon beworben.

Dabei ist es kaum vier Jahre her, dass Durand bei der Polizei in Paris kündigte, um sich in das kleine Bergdorf Saint-Valérie versetzen zu lassen, da er nicht mehr Teil der großen Maschinerie sein wollte. Doch sein neues Bauernhaus verschlingt mehr Geld als erwartet - und außerdem stören den Dorfpolizisten seine eingeschränkten Befugnisse. So durfte er bei den letzten beiden Mordfällen nur inoffiziell mitarbeiten. Nun wird er vom Präfekten in das Ermittlerteam berufen, in dem er auf seinen alten Bekannten Robert Lechat trifft, der sich ebenfalls um die Stelle in Cavaillon beworben hat.

„Gehen Sie mal über einen Markt oder in die vielen Geschäfte, die angeblich typisch provenzalische Produkte anpreisen. Sie erhalten dort mehr synthetische Seifen als natürliche. In sämtlichen Regenbogenfarben, alle künstlich koloriert und parfümiert. Die meisten auf Grundlage tierischer Fette. Achtzig Prozent aller Seifen werden aus Talg hergestellt. Möchten Sie sich das Gesicht etwa mit Kadaverresten waschen?“

Im Fall der ermordeten Paulette Simonet drängen sich indessen erste Verdächtige auf, denn die allseits beliebte Seifenproduzentin hatte sehr wohl einige Widersacher. So sorgte erst vor wenigen Tagen ein Skandal der Supermarktkette Grandmarché für Aufsehen, die Produkte von „Mer des Fleurs“ in China herstellen ließen. Auch die vor zwei Jahren erfolgte Scheidung von ihrem Ex-Mann soll alles andere als einvernehmlich gelaufen sein.

Und dann wäre da noch ein veritabler Streit unter den örtlichen Seifenherstellern zu erwähnen. Die Traditionalisten lehnen für die Herstellung der „Savon de Marseille“ jeglichen Einsatz von Duft- und Farbstoffen ab, die liberalen Produzenten wiederum verwenden sogar das allgegenwärtige Palmöl, welches die Umweltaktivistin Simonet vehement ablehnte. So verscherzte sie es sich nachhaltig mit beiden Organisationen. Und es gibt weitere Probleme: Die Mutter der Ermordeten schweigt beharrlich und plötzlich verschwindet auch noch Simonets 16-jähriger Sohn spurlos…

Klassischer Krimiplot um einen Seifenkrieg

Sophie Bonnet (Heike Koschyk) legt mit „Provenzalische Intrige“ bereits den dritten Roman der Pierre-Durand-Serie vor, welcher sich als ideale Urlaubslektüre für die Provence anbietet. Wie bei vergleichbaren Werken, die derzeit den Buchmarkt fluten, steht nicht zuletzt die Landschaft im Vordergrund. Sie bildet die malerische und traumhafte Kulisse – auch für weniger schöne Verbrechen. Klar, dass da die typischen Bewohner und deren Gewohnheiten ausführlich vorgestellt werden, und so färben deren Haupteigenschaften auch auf den Protagonisten ab.

Durand ist ein sturer Dickschädel, der auf Hierarchien pfeift und gerne mal mit dem eigenen Kopf durch die Wand rennt oder andere vor deren Kopf stößt. Ungewöhnliche, da sich nicht immer aufdrängende Ermittlungsansätze, gibt es inklusive. Dazu isst er reichlich und gerne, was ihm beim Eignungstest für die angestrebte Stelle nicht unbedingt zugute kommt. Doch im direkten Wettstreit mit seinem einzigen Konkurrenten Lechat kann er sich ja einmal mehr beweisen. Für die Jury nur dumm, dass sich Durand und Lechat kennen und gegenseitig schätzen.

„Aber ich pflichte Ihnen bei, dass man ihn endlich finden sollte. Wo wollen Sie damit beginnen?“

„In Cassis.“

„Da waren die Kollegen doch längst.“

„Ich weiß, aber es ist ein Anfang. Er muss irgendwo dort sein, etwas anderes fällt mir nicht ein.“

„Ist das nicht ein bisschen zu vage?“

„Vielleicht. Seine Großmutter hat gesagt, das Mathéo das Meer liebt.“

„Das Meer ist groß.“

„Ich weiß.“

Bei dem Krimiplot in bester klassischer Manier (mehrere Verdächtige, am Ende eine unerwartete Lösung) gibt es wenig zu beanstanden, außer vielleicht, dass das Privatleben des Protagonisten eine etwas zu große Rolle einnimmt, aber das ist Geschmacksache. Zudem ist die Spannungskurve insoweit ein wenig zu flach, da alles nach bekanntem Schema verläuft. Das Ermittlerteam hat den vermeintlichen Täter schnell auserkoren, stellt die Ermittlungen kurzerhand ein, nur Durand zweifelt. Verdächtige kommen und gehen, am Ende der große Showdown. Gut gemacht, keine Frage, aber eben auch ohne jegliche Ecken und Kanten an denen man sich reiben könnte. Drei Kochrezepte gibt es als Bonus obendrein.

Fazit:

Mit „Provenzalische Intrige“ macht man nicht viel falsch, aber es ist kein Buch, welches sich aus der Masse vergleichbarer „Urlaubskrimis“ hervorhebt. Immerhin gibt es interessante Einblicke in die Produktion provenzalischer Seifen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Umwelt, so dass der ökologisch erhobene Zeigefinger zum Nachdenken über den eigenen Konsum (nicht nur bei Seife) animiert. 

Provenzalische Intrige

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