Leona - Die Würfel sind gefallen

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Wahlström & Widstrand, 2014, Titel: 'Leona - Tärningen är kastad', Originalsprache
  • Zürich: Atrium, 2015, Seiten: 448, Übersetzt: Antje Rieck-Blankenburg

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Sabine Bongenberg
Eine verkrüppelte Kinderseele im Zentrum des Verbrechens

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Aug 2015

Sicherlich eine neue Art sich auf unehrliche Weise das Geld anderer Leute zu ergaunern: Ein offensichtlich misshandeltes, aus vielen Wunden blutendes kleines, blondes Mädchen – mit Teddybär – steht in einer Bank und eine gesichtslose Tonbandstimme droht, diesem Kind unermessliches Leid zuzufügen – es sei denn, es klingelt in der Kasse. Aber zackig. Ein Banküberfall ohne erkennbare Waffe, der nur mit der Phantasie der Angestellten spielt – aber dennoch offensichtlich ein lohnendes Pflaster – zumindest wenn man der schwedischen Autorin Jenny Rogneby Glauben schenken mag.

Wer im Stillen glaubt, dass der gute alte Satz "Erst kommt das Fressen und dann die Moral" grundsätzlich in den meisten Fällen zutrifft, wird jetzt vermutlich hier schon achselzuckend auf eine andere Besprechung klicken. Ob Rognebys Krimikonstrukt aufgehen mag, sei ehrlich gesagt dahingestellt. In dem einen Fall mag sie funktionieren, in dem anderen Fall nicht. Die Autorin dieser Zeilen stellte sich auch eingangs mehrfach die Frage, ob sie ein mitleidloses Miststück sei, hätte sie sich doch mit dem Auszahlen sehr schwer getan. Zu schwammig sind aber auch die Informationen, die der Leser über die Banküberfälle erhält, zu wenig wird auf den ersten rund hundert Seiten über die Verbrechen berichtet. Auch die Idee, Personen über reinen psychischen Druck zu Gewalttaten zu pressen ist keine neue, denn die hat Michael Robotham in seinem Buch "Dein Wille geschehe" schon ausgiebig ausgeschlachtet und er hat es besser gemacht, als Frau Rogneby. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

Dennoch fällt es ab dem zweiten Drittel dieses Romans zunehmenden schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Dieser Umstand ist den Einblicken in das Leben der ermittelnden Kriminologin Leona Lindberg zu verdanken. Die Titelheldin des Buches führt auf den ersten Blick ein mehr oder weniger makelloses Leben, abgesehen sicherlich von kleinen Querelen, die die Doppelbelastung von Kindern, Familie und Karriere mit sich bringen. Hier mag schon ein Spagat zwischen Verpflichtungen zu sehen sein, der aber im Verlaufe der Handlung noch vollkommen andere Spannweiten nach sich zieht. Leona Lindbergs Fixpunkte im Leben lösen sich zunehmend auf, ihr Leben gerät komplett aus den Fugen, der Spagat zwischen den Ermittlungen und der Durchsetzung ihrer persönlichen Ziele scheint kaum umsetzbar.

Das Miterleben und Erfahren dieser Zerrissenheit macht Rognebys Erstlingswerk nicht zu einer leichten Urlaubslektüre. Der Leser erfährt hautnah, wie das Leben der Kommissarin in einen regelrechten Strudel gerät, der nicht nur sie, sondern auch ihr Umfeld immer stärker in Mitleidenschaft zieht und immer größere folgenschwere Aktionen nach sich zieht. Nicht vergessen ist hier auch wieder die Frage vom Fressen und der Moral oder nicht zuletzt die der Freundschaft. Wie weit geht jemand, der von einer Freundin um Stillschweigen oder Stillhalten gebeten wird, wo bleibt die Moral in Fragen eines ansehnlichen Betrages? Kann eine Spirale, die einmal in Gang gesetzt wurde, auch wieder zum Stillstand kommen? Durch diese Fragen macht sich beim Lesen ein immer größeres Gefühl der Beklemmung breit und eigene Wertigkeiten werden auf den Prüfstand gestellt: Wie viel würde der Leser selbst opfern, um seine Lebensziele zu erreichen?

Wären diese Fragen allein bei Jenny Rognebys Roman zu bewerten, würde die Punktzahl sicherlich durch die Decke gehen. Nicht vergessen darf aber, dass nicht nur die Dramatik der Handelnden sondern auch die Konstruktion und die schlüssige Auflösung des Kriminalfalles einen gelungenen Krimi ausmacht. Hier ist dann auch das Manko des Romans auszumachen – zugunsten der Lösung wurden unpassende Ecken und Kanten glatt gehobelt und Motive aus fragwürdigen Gründen konstruiert. Kann es tatsächlich so einfach sein, dass die Drahtzieher des Verbrechens wichtige Zeugen kurz vor dem entscheidenden Verhör zum Schweigen bringen, dass Tatsachen so verdreht dargestellt werden, dass Polizeivertreter selbst plötzlich als die Sündenböcke dastehen? Diese Fragen werden insgesamt nicht schlüssig geklärt und – vermutlich - zugunsten der beabsichtigten Trilogie bleiben verschiedene Punkte im Dunkeln – aber sei's drum. Das Endergebnis ist eine spannende Lektüre und ein beeindruckendes Erstlingswerk.

Leona - Die Würfel sind gefallen

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Letzte Kommentare:
11.02.2018 21:46:48
Papagena

Wie kann man einem solch diletantisch geschriebenen Krimi das Attribut "Treffer" verleihen? Eine hanebücherne Story, die Titelheldin total unglaubwürdig und unrealistisch. Ist sie nun eine liebende Mutter oder eine Frau ohne Gefühle? Eine gute Polizistin oder eine Mörderin? Wie soll denn nun ihr neues schönes Leben aussehen, das sie anscheinend so herbeisehnt, wo sie sich nicht mehr verstellen muss? Fragen über Fragen. Schade um die Zeit, die ich mit diesem Buch vergeudet habe.

07.03.2016 09:57:48
Fred

Ich fand das Buch sehr spannend und habe es in einem "Rutsch " gelesen. Allerdings hat das Ende viele logische Brüche und lässt etliche Fragen offen. Vermutlich im Hinblick auf die geplante Trilogie mit der gleichen Kommissarin. Man ist dennoch gespannt, wie es denn jetzt noch weitergehen kann, denn mir erscheint es sinnvoller, eine Fortsetzung zu vermeiden, die eigentlich nicht logisch auf diesem Abschluss aufbauen kann. Da der erste Band in Schweden bereits 2014 erschien, würde mich interessieren, ob schon ein zweiter Band existiert.

06.02.2016 17:54:23
Dagmar

Das Buch ist extrem langweilig und unrealistisch. ich habe mich geärgert, daß ich es erworben habe. Der Plot ist leicht zu durchschauen und wird auch schon ziemlich früh sehr deutlich. Damit sinkt die Spannung und mir ist es eher schwer gefallen, daß buch noch zu Ende zu lesen. Die Handlung ist auch nicht besonders spannend.