Hell's Gate

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • London: Weidenfeld & Nicolson, 2014, Titel: 'Hell's Gate', Originalsprache
  • München: dtv, 2015, Seiten: 304, Übersetzt: Christine Blum

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Andreas Kurth
Der clevere Massai und die Rhino Force

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2015

Mollel ist Massai und Kommissar – eine absolut ungewöhnliche Kombination bei der kenianischen Polizei. Aber wegen seiner höchst eigenwilligen Ermittlungsmethoden ist er degradiert und aus der Hauptstadt Nairobi in ein kleines Kaff nahe des Nationalparks Hell's Gate versetzt worden. Seine örtlichen Kollegen misstrauen ihm zwar, aber als eine junge Blumenpflückerin tot am Ufer eines Sees liegt, mischt sich Mollel vehement in die komplizierten Ermittlungen ein. Die Tote war kurz zuvor von den Besitzern der Farm gefeuert worden, weil sie angeblich Rosen gestohlen und verkauft hatte.

Mollel verdächtigt nach ersten Recherchen ein Quartett von Polizisten, da diese auch sonst durch äußerst dubiose Aktionen in Erscheinung treten. Und dann ist da noch die clevere Wildhüterin Kibet. Mollel stellt sich schon bald die Frage, ob sie vor allem die Tiere im Park beschützt, oder doch ganz eigene Ziele verfolgt. Es zeigt sich langsam, dass die Angelegenheit nicht so eindeutig ist, wie es zunächst den Anschein hatte – und Mollel gerät bei seinen Recherchen selbst in Lebensgefahr.

Eine Mischung aus politischen und folkloristischen Einblicken

Richard Cromptons erstes Buch „Wenn der Mond stirbt" um seinen cleveren Massai-Ermittler war eine Mischung aus Kriminalroman und Polit-Thriller. Mollel musste während der Wahlen in Kenia ermitteln, und erfuhr dabei einiges über die Korruption in der Politik seines Heimatlandes und die andauernden ethnischen Konflikte. Auch jetzt bekommt er wieder Einblicke, die für einen Polizisten in dem ostafrikanischen Staat eher untypisch sein dürften.

Wenig überraschend ist dabei die Tatsache, dass Nashörner wegen ihres Horns getötet werden sollen. Es ist oft genug durch die Medien gegangen, dass dieses Rohmaterial in Asien astronomische Summen einbringt. Die überaus Menschen-verachtenden Arbeitsbedingungen auf den Blumenfarmen werden ebenfalls geschildert. Zwei Themen also, die abermals in den politischen Bereich hineinspielen. Daneben gibt es reichlich folkloristische Einblicke, und der Leser lernt Mollel als Menschen und seine Erfahrungen in früher Jugend kennen. Was zunächst als leicht übertriebene Nebengeschichte erscheint, wird später für den Plot noch enorm wichtig.

Protagonist mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit

Der europäische Leser kennt Kenia wohl eher als Reiseziel für Safari-Touren und exotische Urlaubstage am Strand des indischen Ozeans. Crompton vermittelt hier aber zusätzlich spannende Eindrücke von der Kultur der Massai. Wer bereits den ersten Roman gelesen hat, kann sich mittlerweile ein durchaus umfassendes Bild von Kenia und seinen gesellschaftlichen Verhältnissen machen.

Mollel ist nicht nur ein Massai, was seine langen Ohrläppchen mit den großen Löchern und seine hagere Gestalt verraten, sondern auch ein guter Kriminalist. Er geht wieder an die Grenzen des Erlaubten und durchaus darüber hinaus, doch sein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit lässt ihm keine andere Wahl.

Mit seinen Recherchen macht er auch nicht vor seinen eigenen Kollegen halt – der Rhino Force von Maili Ishirini. Denn seine Strafversetzung in die Provinz ist tatsächlich nur ein geschicktes Täuschungsmanöver. Das wird dem Leser deutlich, als Mollels Kollege Kiunga plötzlich ebenfalls am Rande des Nationalparks auftaucht. Die Ermittlungen gegen die der Korruption verdächtigten Kollegen verlaufen für den cleveren Massai ebenso gefahrvoll wie seine Recherchen im Fall der getöteten Blumenpflückerin.

Massai-Ermittler hat eine bemerkenswerte kriminalistische Spürnase

Mollel ist eine überaus facettenreiche Figur. Das Potenzial dieses Protagonisten, im ersten Band bereits angedeutet, zeigt sich in vielen Situationen. So übersteht er beispielsweise seinen Aufenthalt im Gefängnis, für einen Massai offenbar schier unerträglich, durch einen gefährlichen Trick. Mehrfach gerät er in Lebensgefahr, bleibt jeweils ruhig und besonnen. Und er hat eine kriminalistische Spürnase, die wirklich bemerkenswert ist.

Mollel ist die unumstrittene Hauptfigur des Romans, aber auch die weiteren Protagonisten sind hervorragend gezeichnet. Kibet, die undurchsichtige Wildhüterin. Die vier Mitglieder der Rhino Force – einer skurriler als der andere. Dann die Sicherheitskräfte der Blumenfarm, allesamt Massai wie Mollel.

Wie schon im ersten Roman zeigt Richard Crompton, dass er eine Geschichte spannend und gut lesbar erzählen kann. An der einen oder anderen Stelle sind seine folkloristischen Ausflüge etwas ausschweifend geworden, an anderer Stelle hätte man sich bei den Figuren etwas mehr Tiefe gewünscht. Aber das sind Kleinigkeiten, diese Facetten mindern nicht den guten Gesamteindruck. Cromptons kenntnisreicher Plot hätte hier und da noch mehr entwickelt werden können, aber dennoch freut man sich nach der unterhaltsamen Lektüre schon auf den nächsten Fall mit dem cleveren Massai.

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