Der Turm der toten Seelen

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Piratförlaget, 2013, Titel: 'Den osynlige mannen från Salem', Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2015, Seiten: 1, Übersetzt: Wanja Mues und Mark Waschke, Bemerkung: vollständige Lesung

Couch-Wertung:

79°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
1 x 51°-60°
1 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:58.666666666667
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":1,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":1,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":1,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Michael Hoch
Thriller der temporeichen Seiten

Buch-Rezension von Michael Hoch Mai 2015

Er hat es nicht leicht, der Leo Junker. Auch wenn er eigentlich ein guter, wenn auch labiler Polizist ist, aber mit seinem aktuellen Fall tut er sich sehr schwer. Nach seinem verpatzten letzten Einsatz sind Alkohol und Tabletten an der Tagesordnung. So versucht er gegen seine Panikattacken anzukämpfen. Doch mit diesem Problem steht er relativ allein auf weiter Flur. Er zählt nicht unbedingt zu den beliebtesten Kollegen. Und er macht sich nicht immer Freunde. Doch Junker beißt sich durch, trotz gesundheitlicher Angeschlagenheit. Ihm bleibt keine andere Wahl. Schließlich möchte er wieder seinen Dienst offiziell aufnehmen dürfen. Da geht er auch schon mal ohne seine Dienstmarke an den Tatort.

Jung und erfolgreich ist Christoffer Carlsson, der mit Der Turm der toten Seelen einen dunklen Thriller veröffentlicht hat, der den Auftakt einer neuen Reihe einläutet mit Protagonist Leo Junker, einem verstörten, nicht sehr beliebten Polizisten. Die Voraussetzungen sind gut für Carlsson, die Vorschusslorbeeren enorm. Begleitet von einer großen Medienkampagne und bereits ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis für den vorliegenden Krimi könnte Carlsson hierzulande wirklich durchstarten. Jedoch tut man Carlsson keinen gefallen, seinen Turm der toten Seelen als einen der üblichen Schwedenkrimis zu bezeichnen. An dieser Begrifflichkeit haftet oftmals etwas Austauschbares. Vier Thriller liegen bereits hinter dem Autor, und das mit gerade einmal 28 Jahren. Die Schweden lieben ihn. Mit diesem aktuellen Thriller soll es auf Erfolgskurs durch Deutschland gehen.

Carlsson weiß wovon er schreibt: er hat Kriminologie studiert. Das nächste Werk Schmutziger Schnee ist bereits in der Mache. Er scheint eines dieser Naturtalente zu sein, die mit einem Paukenschlag auftauchen und ein rasantes, schwindelerregendes Tempo vorlegen und dabei auch noch konsequent überzeugen. Mit Der Turm der toten Seelen ist ihm ein beachtliches Werk gelungen. Der Leser wird sofort gepackt und in die Handlung gerissen, etwas düster beizeiten und dabei ohne jegliche Übertreibung. Er schreibt aus der Perspektive des Kommissars und widmet ganze Kapitel einigen Tagebucheinträgen, die Junker bei einer Leiche findet und taucht damit auch in die Seele der Opfer ein, was sich in dieser Form selten in anderen Krimis finden lässt.

Carlsson legt viel Wert auf Dialoge, die das Geschehen lebhaft befüttern und lässt seinen Protagonisten erzählen und leiden. Und wir leiden mit. Im Oktober 2015 wird der zweite Teil bereits in den Regalen stehen. Carlsson gelingt es, die Spannung zu halten. Die Fortsetzung kann kommen.

Der Turm der toten Seelen

Der Turm der toten Seelen

Deine Meinung zu »Der Turm der toten Seelen«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
18.06.2017 21:51:38
Edith Sprunck

Als Thriller würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, vielmehr als die Lebensgeschichte eines Polizeibeamten, die eng verwoben mit einem Kriminalfall ist. So ist auch der Lebenslauf des Polizisten Leo Junker allgegenwärtig. Dieser wird wie die Lösung des Falles spannend dargestellt. Dabei zeigt der Autor einen eigenwilligen Stil. Er spielt mit häufigen Perspektivwechseln, die nicht immer chronologisch daher kommen, dennoch passend sind. Es gelingt dem Autor, auf eindringliche Weise Stimmungen, insbesondere düstere, so geschickt einzufangen, dass sie haften bleiben und lange nachhallen. Gewichtige Themen sind Mobbing und Gewaltspiralen, die in Milieustudien eingebettet sind. Der Roman liest sich sehr flüssig. Die Figur Leo Junker an sich und seine Lebensproblematik haben mich neugierig gemacht, so dass ich die Folgebände auf jeden Fall in "Angriff" nehmen werde.

05.10.2016 19:19:25
Henriette H.

Was für ein unsympathischer Protagonist! Grim hat Recht, als er Leo Junker vorhält, er habe alles zerstört. Die durch nichts zu entschuldigenden Schandtaten, die Leo als Jugendlicher begeht, lösen eine Kette der Gewalt aus, die fast alle Beteiligten in den Abgrund reißt.Man empfindet beinahe Sympathie für den Verbrecher Grim, aus dem in anderen Verhältnissen und ohne die tragischen Ereignisse, die ihn aus der Bahn werfen, ein bedeutender Mann hätte werden können.

13.11.2015 10:23:40
liva

Früher waren sie Freunde, der heutige Polizist Leo Junker und der Kleinkriminelle John Grimberg, genannt Grim. Da wohnten sie in einem Hochhauskomplex in Salem, einer Kleinstadt in der Nähe von Stockholm. Sie gingen in dasselbe Gymnasium und verbrachten ihre Freizeit auf dem Dach des am Stadtrand gelegenen Wasserturms. Dort führten sie lange Gespräche, tranken das eine oder andere Bier und ließen ihre Blicke über die Stadt schweifen. Es war eine schöne Zeit doch was dann geschah sollte an beiden nicht spurlos vorübergehen.

An diesen Abschnitt seines Lebens erinnert sich jetzt Leo Junker, als in der Wohnung unter ihm eine junge Frau tot aufgefunden wird. Die Wohnung diente als Zuflucht für drogenabhängige und wohnungslose Menschen. Obwohl derzeit beurlaubt wegen seiner Angstzustände und psychischen Labilität, mischt sich Leo ein und besichtigt den Tatort. Der Anblick der leblosen Frau bringt ihm die Erinnerung an die damalige Zeit zurück. Die Tote hält eine Halskette fest in ihrer Hand, eben diese, die Grims Schwester Julia gehörte.

Immer tiefer verstrickt sich der junge Polizist in diesen Fall, bei dem sich Gegenwart und Vergangenheit alsbald vermischen und ihn immer weiter in seine Sucht nach Beruhigungsmittel treibt. So sehr er sich auch bemüht bei seinen heimlichen Ermittlungen, so kommt er der Lösung kein Stück näher. Und sein alter Freund John Grimberg, den er fünfzehn Jahre nicht gesehen hat, scheint spurlos verschwunden. Doch dann erhält Leo eine rätselhafte SMS.

Der junge schwedische Autor Christoffer Carlsson legt mit diesem Roman den Grundstein für eine neue Kriminalreihe. Er entwickelt einen geschickt konstruierten Fall, dessen Handlungen nicht immer exakt nachzuvollziehen sind. Aber die ungeheure Spannung, die der Autor erzeugt, macht kleine Ungereimtheiten allemal wett. Die persönliche Verwicklung des Protagonisten in den Fall ist gleichermaßen außergewöhnlich wie interessant. Am Ende fügen sich die unterschiedlichen Zeitperspektiven aus Vergangenheit und Gegenwart gekonnt ineinander.

Ein Buch, gerade richtig für dunkle Winterabende mit Decke und Kätzchen auf dem Schoß. Eines, das man so schnell nicht mehr beiseitelegt, hat man einmal begonnen. Man darf sich also durchaus auf den zweiten Fall des Kriminalkommissars Leo Junker freuen.

http://buchlesetipp.blogger.de/