Irisches Verhängnis

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • München: dtv, 2015, Seiten: 416, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Starkes Debüt, dem man eine Fortsetzung wünscht

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Apr 2015

Grace O'Malley lebte die letzten Jahre in Dänemark und soll nun die Leitung des Morddezernates in Galway übernehmen. Eine Entscheidung, bei der ihr Onkel Jim, einflussreichster Politiker der Stadt, keine unwesentliche Rolle spielte, so dass sie nur auf wenig Gegenliebe bei ihren neuen Kollegen trifft. Lediglich ihr Mitarbeiter Rory Coyne und der Wirtschaftsjournalist Peter Burke stehen ihr bei ihrem ersten Fall zur Seite, der sich fast umgehend nach ihrer Ernennung ereignet. Annie McDoughall, die ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hatte und an ihrer Doktorarbeit saß, wird in einem Geisterwagen auf dem Rummelplatz von Salthill aufgefunden; ermordet durch mehrere Einstiche in der Halsgegend und der Schlagader. O'Malley und Coyne finden bald heraus, dass Annie ihren Lebensunterhalt durch einträgliche Putzarbeiten bei namhaften Persönlichkeiten verdiente, darunter auch O'Malleys Onkel. Die Befragungen der Betroffenen bringen jedoch kaum Fortschritte, zumal oftmals gemauert oder offensichtlich gelogen wird. Der Druck auf die Ermittler steigt, denn schon bald gibt es die nächste Leiche ...

(Nicht nur) für Irlandfans ein Highlight.

Irisches Verhängnis von Hannah O'Brien ist nicht nur für Freunde der grünen Insel ein Leseerlebnis, denn die Darstellung der irischen Land- und Grafschaften (hier Galway und Mayo) sind schon für sich ein Vergnügen. Auch die Eigenarten der Iren, ihr traditionell konservatives Verständnis von Familie und die Unterschiede zur dänischen Bevölkerung (O'Malleys Mutter ist Dänin) sind eine interessante Zugabe zum eigentlichen Krimiplot, der es ebenfalls in sich hat.

 

"Die hatten übrigens mal was miteinander."
"Okay, aber das zählt nicht gleich als familiär. Nein, ich spreche vom keltischen Ei, Grace."
"Das keltische Ei? Was meinst du damit?"
"Meinetwegen kannst du es auch das keltische Komplott nennen. Familie ist immer irgendwie auch ein Komplott, finde ich. Die drinnen halten zusammen gegen die da draußen. Sag ich doch."
"Das erinnert mich eher an Süditalien als an Irland."
"Ja, da existiert das Ei auch noch in dieser Perfektion wie bei uns. Wo sie zusammenhalten und der Omertá huldigen, der ehrenwerten Schweigepflicht..."

 

Traditionelles Familienverständnis sorgt für leichte Irritationen

Wie Grace O'Malley aus ihrer eigenen Biografie weiß, sind die Familienbande in Irland besonders eng und so hat sie – als Außenstehende ohne Stallgeruch – die neue Stelle letztlich nur durch die Protektion ihres Onkels, den sie verabscheut, erhalten. Dass er gleich in ihrem ersten Fall als Zeuge und womöglich als Verdächtiger in ihre Ermittlungen gerät, macht die Sache nicht einfacher. Derweil machen andere Personen, die es zu befragen gilt, zeitweise dicht. Heikle Themen bleiben in der Familie und sind nichts für die Ohren Dritter, auch nicht für die der Polizei. Loyalität ist alles, vieles wird daher nicht offen ausgesprochen. Genau hier mag manch' Leser einen Kritikpunkt sehen, denn von einem Ermittler in einem Kapitalverbrechen erwartet man gemeinhin vollen Einsatz, wozu sicherlich das hartnäckige Nachfragen gehört, wenn man eben merkt, dass da jemand nicht mit offenen Karten spielt. Hier hingegen denken die Ermittler, man komme halt im Moment nicht weiter und verschiebt die aufdrängenden Fragen auf einen späteren Zeitpunkt statt mit einer Fortsetzung des Gespräches auf der Wache oder vergleichbarer Unannehmlichkeiten zu drohen.

Sieht man von dem vorgenannten (Minus)Punkt, der der irischen Tradition geschuldet ist, ab, so gibt es kaum etwas zu meckern. Kleinigkeiten wie der Lake Corrib, der an anderer Stelle Lough Corrib heißt, könnte man anführen. Eine einheitliche Schreibweise wäre schöner gewesen. Die familiären Probleme der Protagonistin, ohne solche geht es heute scheinbar nicht mehr, seien noch kurz erwähnt, da laut Buchrücken O'Malleys Tochter Roisin während der Ermittlungen plötzlich verschwindet. Dies stimmt zwar nicht - Roisin verschwindet gleich zu Beginn des Romans -, ist aber auch nicht wirklich wichtig, da sich das Ganze schnell wieder auflöst und mit der Überschrift "pubertäre Probleme" umschrieben werden könnte. Umschrieben wird auch die Motivation der Verbrechen; nämlich mit dem Begriff "Biopiraterie". Jetzt wissen Sie Bescheid und wenn nicht, entdecken Sie diesen lesenswerten (irischen) Krimi.

Irisches Verhängnis

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Letzte Kommentare:
10.06.2017 17:26:25
Schwester S

Angeregt durch die gute Rezension von Krimi-Couch habe ich mir diesen Krimi als Ebook gekauft. Ich mag eigentlich ruhige und beschauliche Krimis, aber diesen fand ich einfach nur zäh. Am besten sind die Landschaftsbeschreibungen, die eigentliche Handlung wirkt dagegen langweilig und wenig nachvollziehbar. Die Hauptfigur Grace ist zwar von nur wenigen netten Menschen umgeben (Rory, Peter, Aisling), wirkt aber auch als Einzelkämpferinnen-Persönlichkeit unnötig kompliziert, was es mir schwer machte, Sympathie für sie zu empfinden.
Ich habe mich durch das Buch gekäpft - hatte gerade nichts anders zu tun...

19.10.2015 14:26:18
Lille

Als homöopathisch wirksames Einschlafmittel kann ich den Roman nicht empfehlen. Ich fand ihn recht unterhaltsam mit einigen Schwächen. Gelungen sind die Landschaftsbeschreibungen und die Personenbeschreibungen. Weniger gelungen ist der Aufbau des Falles, insbesondere die Auflösung. Dramaturgisch schwach fand ich, dass Hintergründe und entscheidende Informationen im Gespräch der Ermittler am Ende zusammengetragen werden. Auch die doch auffallend häufige Wiederholung von Informationen,die der Leser z.B. aus einem Verhör entnehmen konnte, die dann im nächsten Abschnitt oder Kapitel in einem Dialog weitergegeben werden. Beides kann/sollte in weiteren Krimis der Autorin nur besser werden.

08.08.2015 16:49:57
Mathilda

Ich habe das Buch zu Beginn recht gern gelesen. Ein ganz klassischer Krimi. Eine Tote, drei Verdächtige, eine Polizistin, die sich auf die Suche nach dem Mörder macht. Doch noach etwa der Hälfte hatte ich plötzlich kein Lust mehr weiter zu lesen. Es hat mich einfach überhaupt nicht mehr interessiert, wie die Geschichte weitergeht. Auch ein weiterer Toter machte die Sache nicht spannender oder gab der Geschichte einen überraschenden Twist. Ich habe das Buch weggelegt.

29.07.2015 19:12:58
Eule Buer

Ein langweiliges, nicht zu empfehlendes Buch. Es sei denn, man liegt abends im Bett, kann nicht einschlafen, hat keine Schlaftabletten im Haus und das Schafe zählen auch nicht hilft. Ja, dann kann man dieses öde schnöde Buch gebrauchen. Da kann man sich die Zeit auch anders vertreiben. Dieses Buch ist irgendwie homöopathisch - oder so. Das gleich Urteil gilt auch für das Buch "Im düsteren Tal" von Charlotte Williams. Diese beiden Bücher habe ich mit großem Vergnügen weiterverschenkt. Oh, äh, war ich jetzt vielleicht gehässig :-)