Cobra

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Cape Town: Human & Rousseau, 2013, Titel: 'Kobra', Originalsprache
  • München: audio media verlag, 2014, Seiten: 6, Übersetzt: Frank Engelhardt
  • Berlin: Aufbau, 2016, Seiten: 439

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Jörg Kijanski
Neuer Lesestoff vom südafrikanischen Krimi-Großmeister.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2014

Als auf einem Weingut in Franschhoek drei Männer förmlich hingerichtet werden, ahnt Kaptein Bennie Griessel von der Valke, der Spezialeinheit innerhalb der Kripo Kapstadts, schnell, dass er vor einem besonderen Fall steht. Zwei der Ermordeten waren bestens ausgebildete Leibwächter, doch von der zu schützenden Person fehlt jede Spur. Nach ersten Ermittlungen erfährt Griessel in der britischen Botschaft, dass es sich bei dem verschwunden Mann um den englischen Mathematikprofessor David Patrick Adair handelt, der einen Algorithmus entwickelt hat, mit dessen Hilfe Computerprogramme in der Lage sind, finanzielle Transaktionen zu verfolgen. Damit ließen sich milliardenschwere Geschäfte diverser krimineller Organisationen aufdecken, allerdings könnte man genauso gut die beteiligten Großbanken und Regierungen bloßstellen.

 

"Er könnte also ein Serienmörder oder sonst was sein."
"Richtig."
"Sie haben aber kein Problem damit, einem solchen Typen Personenschutz zu bieten?"
"Kaptein, wenn Sie mit Bargeld einen neuen Wagen kaufen wollen, fragt der Händler auch nicht nach, ob Sie vorbestraft sind."
"Ein Bulle mit Bargeld für ein Auto? Sehr witzig."

 

So kommt es nicht unerwartet, dass die diplomatischen Telefone heiß laufen und der Geheimdienst die Ermittlungen an sich zieht. Aber Griessel, der nach wie vor mit privaten Problemen zu kämpfen hat, will sich den Fall nicht abnehmen lassen. Dabei hat er zunächst nur einen Ansatzpunkt. Am Tatort wurden Patronenhülsen gefunden, auf denen eine Cobra eingraviert war. Wie Griessel von Interpol erfährt, gab es in den letzten Jahren bereits mehrere perfekt ausgeführte Mordanschläge weltweit, bei denen es sich offenbar um denselben Täter handelt. Die Suche nach dem Verschwundenen Professor steht unter hohem Zeitdruck, denn die Cobra mordet weiter...

Packender Plot und spannende Einblicke in ein interessantes Land.

Bennie Griessel von der Valke-Einheit in Kapstadt hat es nicht nur mit einem schweren Fall von internationaler Tragweite zu tun, sondern kämpft gleichzeitig mit seinen privaten Problemen. Seit über einem Jahr ist er trockener Alkoholiker und seit mehreren Monaten mit der berühmten Sängerin Alexa zusammen, was zu Schwierigkeiten fühlt, da er ihr gegenüber Minderwertigkeitsgefühle hat. Überhaupt hadert er mit sich und seinem Schicksal, sein Selbstvertrauen ist arg angekratzt und so geht es dem Protagonisten wie dem Land, welches die grandiose Kulisse für diesen Fall gibt. Die Apartheid scheint überwunden, aber noch immer sind viele Wunden offen. Südafrika hat eine der höchsten Mordraten der Welt. Das Vertrauen in die Politik ist schwach, die Korruption bei der Polizei nach wie vor vorhanden und zudem befindet man sich in einem Überwachungsstaat. Kameras beobachten großräumig das öffentliche Leben und Telefonate wie Handys werden nicht selten abgehört.

Ein Problem mit dem auch der Taschendieb Tyrone Kleinbooi zu kämpfen hat. Mühsam versucht er seinen Lebensunterhalt und das Studium seiner Schwester zu finanzieren. Als es ihm gelingt, in einem Einkaufszentrum einer schönen Frau die Geldbörse zu entwenden, gerät sein Leben jedoch gänzlich aus den Fugen. Zunächst wird er vom Wachdienst überwältigt, doch noch bevor es zu einer Befragung kommt, taucht ein geheimnisvoller Fremder auf und erschießt die Wachleute. Tyrone kann fliehen, doch der Leser ahnt bereits das drohende Unheil, denn die Cobra hat erneut zugeschlagen.

 

"Wenn ihr euch noch einmal meiner Schwester nähert, zerstöre ich die Karte."
"Wir wissen genau wo sie ist. Wenn du die Karte nicht lieferst oder wenn damit irgendetwas nicht in Ordnung ist, werden wir sie umbringen."
"Sie steht unter Polizeischutz."
"Ach ja? Glaubst du, das würde uns aufhalten?"

 

Wie die beiden Erzählstränge letztlich zusammengeführt werden ist eindrucksvoll gelungen und ebenso packend geschrieben. Zahlreiche kurze, knackige Wechsel der Erzählstränge erhöhen das Lesetempo und bekunden, warum Deon Meyer der bekannteste und erfolgreichste Krimiautor des schwarzen Kontinentes ist. Dass er gleich drei Serienfiguren am Start hat macht sein Werk abwechslungsreich und noch interessanter. Meyer, der bereits zwei Mal den Deutschen Krimipreis (2006, 2009) gewann, schreibt seine Romane übrigens auf Afrikaans, bevor sie ins Englische und dann in knapp dreißig Sprachen übersetzt werden.

 

Ein britischer Professor. Auf einem südafrikanischen Weingut, das einem Deutschen gehörte.
Wo war die Zeit geblieben, als dieses Land als schlimmster Schurkenstaat der Welt galt und niemand hierher kam? Damals konnte man jedenfalls sicher sein, dass der Verdächtige ein einheimischer Scheißkerl war.

 

Mit Cobra unterstreicht Deon Meyer einmal mehr, dass er zu den wichtigsten Krimiautoren unserer Zeit zählt. Nicht nur, dass er spannend unterhält, er lässt auch seine Heimat mit ihren Problemen und Facetten lebendig werden, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben. Nicht nur für Afrika-Freunde ein klarer Kauf!

Cobra

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Letzte Kommentare:
06.08.2017 07:51:23
cerervecero

Leider für mich enttäuschend.Man erfährt nichts über die Hintergründe der geheimnisvollen Cobra.
Das Thema mit der Entführung Des Opfers und seiner Karte ist mir viel zu abstrakt
Das Ende schließt darauf das der Autor irgendwie Mal zum Ende kommen will,man denkt alles gut und es passiert dann en Passant noch ein kleiner Anschlag
Viel zu langatmig und nicht wirklich spannend

28.03.2016 22:48:58
skattie

Ich habe schon zwei Krimis von Deon Meyer gelesen, aber dieser hat mir am Besten gefallen. Dieser Krimi wird immer spannender und am Ende konnte ich das Buch wirklich nicht mehr weglegen!! Das passiert mir sonst nie.
Das Ende (die Nachwehen des Falles ) ist mir etwas zu schnell erzählt, aber insgesamt ein Buch, was ich nur empfehlen kann.
Und wenn man das Kap kennt und genau die Orte kennt, wo das spielt...umso besser:)

22.02.2016 14:45:20
manni

Erste Sahne, so muß ein Krimi sein! Ich habe die ganze Serie bisher gelesen, Cobra liest sich flott, da muß man dran bleiben. Die Story und der Plot sind stimmig, das Südkapambietne anschaulich beschrieben. Meyer bürgt für Qualität. Den Krimi kann man auch lesen ohne die Serie zu kennen. 85°!Weiter so.

15.01.2016 18:32:24
Uve Svensson

Wer Sätze mag, die selten länger werden als neun Worte, ist hier allerbestens bedient. Muss man sich nicht antun, aber immer noch besser als Netflix glotzen. Wer mutig ist, liest das Original auf Afrikaans. Das ist leichter als man denkt. "Dankie", sagt da der Bure und freut sich, dass es mit seiner eher seltenen Sprache bergauf geht. Wer Holländisch kann, hat es eh leicht mit Afrikaans.

25.05.2015 16:42:15
c-bird

Schwächelt in der Mitte, ansonsten gut!

Auf einem südafrikanischen Weingut werden ein Angestellter und zwei Leibwächter erschossen. Bewachen sollten die Bodyguards einen berühmten Mathematiker aus England, doch dieser ist nun spurlos verschwunden. Ein Fall für die Valke, eine Spezialeinheit der Kapstadter Polizei. Die einzige Spur für Captain Bennie Griessel und seinen Kollegen Vaughn Cupido sind Geschosshülsen, die am Tatort zurückbleiben. Sie tragen die Gravur einer Schlange.
Gleichzeitig begeht Tyrone, ein kleiner, aber smarter Taschendieb einen fatalen Fehler. Er stiehlt eine Geldbörse mit brisantem Inhalt. Dummerweise wird er damit gleich darauf vom Wachpersonal festgenommen. Doch statt der Polizei erscheint ein Killer und tötet die Wachleute, Tyrone kann mit seiner Beute fliehen. Zurück bleiben neben den Leichen erneut Patronenhülsen mit der Cobragravur…
Bennie Griessel ermittelt hier in seinem vierten und vielleicht schwersten Fall, denn die Sache nimmt internationale Ausmaße an. Sogar der südafrikanische Geheimdienst meldet sich zu Wort und Bennie und sein Team sollen den Fall abgeben. Doch die wissen sich zu wehren. Der andere Handlungsstrang dreht sich um Tyrone, den Kleinkriminellen. Er wird schnell zum Sympathieträger, denn das Geld, das er mit seinen Diebstählen verdient braucht er, um das Medizinstudium seiner kleinen Schwester zu finanzieren. Ein sehr rascher Wechsel zwischen den Erzählperspektiven, oft sogar mehrmals innerhalb eines Kapitels, hilft die Spannung aufzubauen.
Der Einstieg in das Buch ist zwar sehr spannend und macht ungeheuer neugierig. Doch dann flacht die Handlung etwas ab und beschäftigt sich viel mit den privaten Problemen Bennie Griessels. Erst ab der Mitte nimmt die Geschichte wieder deutlich an Fahrt auf, eine rasante Hetzjagd durch Kapstadt beginnt und mündet in einem actionreichen Ende. Dazwischen gibt aber auch immer wieder klasse Dialoge oder trockenen Bemerkungen, die den Leser schmunzeln lassen. Die Beschreibungen der Szenen sind detailliert genug, um ein klares Bild entstehen zu lassen, hier erkennt man eindeutig einen guten Erzählstil.
Insgesamt ein guter Thriller. Hätte das Buch nicht in der Mitte geschwächelt, wären sogar fünf Sterne drin gewesen, so gibt es nur vier!

24.02.2015 17:46:59
Oldman

Ach ist das angenehm mal wieder einen richtigen Krimi zu lesen, der einfach alles hat. Eine auf 2 Ebenen angelegte Geschichte, wobei diese Ebenen kongenial zusammengeführt werden, interessante Schauplätze und Hauptfiguren, die dem Autor am Herzen liegen, ohne den Leser mit überflüssigen seitenlangen Psychologisierungen zu belasten. Habe das Buch geradezu verschlungen und war begeistert von Meyer, dessen andere Bücher ich ebenfalls gelesen habe und der sein hohes Niveau immer beibehält. M.W. ist dies das 4. Buch mit Bennie als Protagonisten. Er und seine Mitstreiter sind mir ans Herz gewachsen, und hoffentlich läßt der Schöpfer dieser Figuren sie auch in weiteren Stories wieder auftreten.

26.01.2015 12:00:46
leseratte1310

Selbst die Leibwächter konnten nicht verhindern, dass ein britischer Staatsbürger von einem Weingut entführt wird. Der Pass des Entführten ist gefälscht und Bennie Griessel muss erst einmal herausfinden, wen er sucht. Der angebliche Paul Anthony Morris entpuppt sich als der Mathematiker David Patrick Adair. Da Adair eine Methode entwickelt hat, um Nachrichten- und Zahlungsflüsse aufzuspüren, steht bald auch der Geheimdienst auf der Matte. Aber nicht nur dadurch wird Bennie behindert, es gibt wohl einige Gruppen, die eigene Interessen verfolgen. Taschendieb Tyrone erwischt mit einer Geldbörse eine Speicherkarte und wird er von gefährlichen Verfolgern gejagt.
Der Druck macht Bennie wieder sehr zu schaffen. Dazu muss er immer noch damit kämpfen, trocken zu bleiben. Auch mit Alexa läuft nicht alles glatt. Obwohl von oberster Stelle versucht wird Bennie einzuschüchtern, hindert ihn das nicht, mit den Kollegen Cupido, Mbali und Bones weiter zu ermitteln. Was wirklich gespielt wird, entgeht ihm sehr lange.
Bennie Griessel ist kein Held, aber er ist ein sehr fähiger Polizist. Intuition und Verbissenheit sorgen dafür, dass Mörder keine Chance haben, wenn Bennie ihnen auf den Fersen ist. Aber auch die anderen Protagonisten werden detailliert beschrieben, so dass man sich gut in sie hineinversetzen kann.
Die Verwendung von afrikanischen Ausdrücke (Bedeutung wird erklärt) sorgt für eine sehr authentische Darstellung des Geschehens.
Der Thriller lässt sich gut und flüssig lesen. Die einzelnen Handlungsstränge werden im Laufe der Zeit gut zusammengebracht. Ständiger Wechsel der Szenen bringen Tempo in die Geschichte, die Aufmerksamkeit wird durch verschiedene Blickwinkel und eine komplexe Handlung gehalten. Das Thema ist hochaktuell und die politische Lage Südafrikas wird gut berücksichtigt.
Ein spannender und unterhaltsamer Thriller.

08.01.2015 00:16:48
111fgh@web.de

Es tut sich was in Südafrika. Man kann fast sagen, es tut sich mehr, als man brauchen kann. So steht auch die Polizei in diesem Fall ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs: unklare Spuren, jeder mischt sich ein, immer mehr Tote, lange bleibt offen, worum es überhaupt geht.

Dieser Krimi ist wirklich spannend. Sehr gut erzählt, mit viel Lokalkolorit, interessanten Informationen über das Land.

Ich habe es mit Genuss gelesen!

26.12.2014 13:52:44
unclethom

„Mehrfach wurde mir Deon Meyer empfohlen, aber bisher habe ich es nicht geschafft eines seiner Bücher zu lesen.
Jetzt habe ich es geschafft und war gleich begeistert.
Seine Schreibweise schaffte es mich sofort zu fesseln. Kennt man die Thriller aus der Feder amerikanischer oder deutscher Autoren hat man eine gewisse Erwartungshaltung was einen Thriller angeht. Vorab, diese wurde nicht enttäuscht.
Es scheint in Südafrika alles etwas gemächlicher abzugehen, aber dennoch nicht weniger spannend.
Die Bildhafte Sprache des Autors, schaffte es mich direkt mitten ins Geschehen zu katapultieren. Ich hatte schon sehr früh das Gefühl dass ich Teil des Buches sei und nicht nur ein unbeteiligter Leser. Seine Figuren wirken durchweg sehr glaubhaft und gut durchdacht. Gleiches kann man von den Schauplätzen behaupten, die sich bei mir wie in einem Kinofilm vor meinem inneren Auge Manifestierten. Deon Meyer mit seiner Schreibweise und seinem Gefühl für Spannung muss sich definitiv vor keinem der großen Amerikaner verstecken. Er reiht sich in die Riege der großen Amerikanischen Autoren wie zB. Dan Brown nahtlos ein.
Ich fühlte mich auf jeder Seite aufs Beste unterhalten und es ist klar, dass dies ein Beginn einer langen Lesefreundschaft sein wird. Deon Meyer hat es geschafft, sich in die Reihe meiner Lieblingsthrillerautoren einzuordnen.
Für dieses Buch vergebe ich 5 von 5 Sternen.“

28.11.2014 11:19:26
Janosch79

Im Blickpunkt stehen die Morde an drei Bodyguards auf einem Weingut.
Gleichzeitig verschwindet ein englischer Mathematiker von der Bildfläche.
Der britische Geheimdienst bekommt Wind von der Sache und mischt sich ein. Zum Leidwesen von Polizist und Hauptfigur Bennie Griessel.

Die Mörder schlagen mit äußerster Gewalt zu und scheinen nicht zu stoppen zu sein. Zum einzigen Verbündeten von Bennie Griessel kann der Taschendieb Tyrone werden, der ein Geheimnis birgt, das die Mörder ebenfalls sehr interessiert.

Aufgrund der Sprache und den kurzen Kapiteln gelingt es Deon Meyer, den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen.

Dieser Thriller hat eigentlich nur einen Schwachpunkt: das Ende! Für mich persönlich zu abrupt und zu schnell.

Trotzdem eine Empfehlung für Südafrika-Liebhaber!

17.11.2014 18:45:01
tieftag88

Wieder ein Meisterwerk von meinem 2. Lieblingskrimiautor Deon Meyer. (Unangefochten Nr. 1 ist Ian Rankin) Rasant und flüssig geschrieben, viele bekannte Protagonisten tauchen wieder auf und die Spannung steigt bis zur letzten Seite. Nebenbei lernt man ein wenig die Geschichte und das jetzt und heute von Südafrika kennen. Wie geht es weiter Bennie Griessel? Ich hoffe auf einen weiteren spannenden Roman.

04.11.2014 13:25:53
Palandoeken

Bin gerade am lesen
Habe mir ein personenregister angelegt;
ebenso ein Sachregister
verdammt viele Namen tauchen auf
Ich habe verwandte die direkt unterm
Tafelberg wohnen.
Ich lese die Krimis immer mit dem
Stadtplan, oder der entsprechenden Karte.
Freue mich immer wenn ich von meinen Exkursionen her ein Café eine Strasse oder Region kenne. Manchmal prüfe ich auch
Benzins Zeitangaben von A nach B.
Macht Spass interaktiv zu lesen
Ich habe immer Angst um bennie,
dass er Rückfällen wird.

24.10.2014 15:58:03
subechto

Bennie Griessel is back!

Obwohl Deon Meyer keine Serienkrimis schreibt, begegnet man Kaptein Bennie Griessel immer wieder. So ermittelt er in „Cobra“ bereits in seinem vierten Fall. Doch worum geht es?
Auf dem Weingut La Petite Margaux in der Nähe von Kapstadt werden zwei Männer erschossen aufgefunden, ein dritter nicht weit davon entfernt in den Weinstöcken. Bennie Griessel und sein Kollege Vaughn Cupido ermitteln. Schnell steht fest, dass ein weiterer Mann verschwunden ist. Die Männer trugen Waffen. Wie sich herausstellt, waren es Leibwächter. Der Entführte heißt angeblich Paul Anthony Morris und ist britischer Staatsbürger. Doch in Wirklichkeit handelt es sich um den Mathematiker David Patrick Adair.
Schon bald schalten sich Politik und Geheimdienste ein. Denn es geht um den sogenannten Adair-Algorithmus, einer Methode, über den Nachrichten- und Zahlungsverkehr der Banken und anderen Finanzinstituten, Terroristen aufzuspüren. Anschließend lernen wir Tyrone Kleinboois kennen. Er ist ein Taschendieb und hat - unwissentlich - eine Speicherkarte mit geheimen Daten an sich gebracht. Eine atemlose Verfolgungsjagd quer durch Kapstadt beginnt…
Skrupellose Söldner und Terroristen, korrupte Regierungen und machtgierige Banken, das sind die Akteure in diesen rasanten Politthriller. Aber es geht auch um neue Technologien, wie Handy- oder Videoüberwachung und den mangelnden Schutz privater Daten. Ein spannender Plot definitiv auf der Höhe der Zeit!
Deon Meyer gehört - neben Roger Smith - zu meinen Lieblingsautoren in Südafrika. Wie immer ist auch in „Cobra“ die Figurenzeichnung ausgezeichnet gelungen. Neben Griessel und Cupido stoßen zwei weitere Charaktere zu dem unkonventionellen Team: Bones, eher ein Theoretiker als ein Ermittler, und die ehrgeizige Mbali. Im Laufe der Untersuchungen raufen sich die Vier nicht nur zusammen, sondern entwickeln so etwas wie gegenseitigem Respekt und Anerkennung. Tatkräftig unterstützt werden sie hierbei vom Chef des Dezernats, Zola Nyathi.
Aber auch das Privatleben von Bennie nimmt wieder einen breiten Raum ein: Er ist trockener Alkoholiker, genau wie seine neue Liebe Alexa, einer ehemals erfolgreichen Sängerin, die an ihrem Comeback arbeitet.

Fazit: Das Buch ist echt der Hammer! Ein Weltklasse-Thriller mit skurrilen Figuren, einem intensiven Spannungsbogen, perfekt austariertem Erzählrhythmus, viel Humor und einer atemberaubenden Kulisse! 5* plus

09.10.2014 10:32:41
Dominic55

Deon Meyer’s „Cobra“ ist der vierte Kriminalroman, indem Bennie Griessel den Protagonist darstellt. Für mich ist Griessel der absolute Liebling der verschiedenen Hauptfiguren welche in den Werken von Deon Meyer vorkommen. Er hat mit Abstand die meisten Ecken und Kanten, was meines Erachtens essentiell für einen guten Kriminalprotagonist ist. Deshalb finde ich es schade, dass das Leben von Benna in „Cobra“ sehr selten zum Plot kontrastiert wird. Dies gelang dem Autor in seinen älteren Werken viel besser (man denke hier an „der Atem des Jägers“ oder Matt Joubert in „der traurige Polizist“). Ist hier eine erste Kommerzialisierung erkennbar? Der Autor wird in seinen Werken zunehmend rasanter, was den Erzählstil anbelangt und schweift (was ich stets positiv empfand) weniger ab. Das ist ein Trend, der ganz klar in den neueren Werken zu erkennen ist. Man denke hier an Thobela auf dem Motorrad in „das Herz des Jägers“. Wie authentisch Deon Meyer hier die Fahrt beschreibt und trotzdem das Ganze rasant/fulminant erzählt. Dieser Spagat ist ihm in „Cobra“ nicht vollends gelungen. Ich störte mich zudem an der „Schleichwerbung“ mit den ganzen i-phones,i-pads usw…. Dennoch möchte ich festhalten, dass „Cobra“ ein spanendes, gut leserliches und gut recherchiertes Buch ist. Der Schluss fand ich zwar etwas stark auf die letzten 60 Seiten gequetscht (hätte man locker 100-150 füllen können), trotzdem gelang es dem Autor das ganze plausibel und unvorhersehbar aufzulösen. Ich hoffe, das Deon Meyer mit Benna noch nicht abgeschlossen hat und ich ihn nochmals als Protagonist „erleben“ darf. Ich wünsche allen Leserinnen und Leser viel Spass beim neusten DEON MEYER. Grüsse

07.10.2014 08:50:04
leseratte1310

Selbst die Leibwächter konnten nicht verhindern, dass ein britischer Staatsbürger von einem Weingut entführt wird. Der Pass des Entführten ist gefälscht und Bennie Griessel muss erst einmal herausfinden, wen er sucht. Der angebliche Paul Anthony Morris entpuppt sich als der Mathematiker David Patrick Adair. Da Adair eine Methode entwickelt hat, um Nachrichten- und Zahlungsflüsse aufzuspüren, steht bald auch der Geheimdienst auf der Matte. Aber nicht nur dadurch wird Bennie behindert, es gibt wohl einige Gruppen, die eigene Interessen verfolgen. Taschendieb Tyrone erwischt mit einer Geldbörse eine Speicherkarte und wird er von gefährlichen Verfolgern gejagt.
Der Druck macht Bennie wieder sehr zu schaffen. Dazu muss er immer noch damit kämpfen, trocken zu bleiben. Auch mit Alexa läuft nicht alles glatt. Obwohl von oberster Stelle versucht wird Bennie einzuschüchtern, hindert ihn das nicht, mit den Kollegen Cupido, Mbali und Bones weiter zu ermitteln. Was wirklich gespielt wird, entgeht ihm sehr lange.
Bennie Griessel ist kein Held, aber er ist ein sehr fähiger Polizist. Intuition und Verbissenheit sorgen dafür, dass Mörder keine Chance haben, wenn Bennie ihnen auf den Fersen ist. Aber auch die anderen Protagonisten werden detailliert beschrieben, so dass man sich gut in sie hineinversetzen kann.
Die Verwendung von afrikanischen Ausdrücke (Bedeutung wird erklärt) sorgt für eine sehr authentische Darstellung des Geschehens.
Der Thriller lässt sich gut und flüssig lesen. Die einzelnen Handlungsstränge werden im Laufe der Zeit gut zusammengebracht. Ständiger Wechsel der Szenen bringen Tempo in die Geschichte, die Aufmerksamkeit wird durch verschiedene Blickwinkel und eine komplexe Handlung gehalten. Das Thema ist hochaktuell und die politische Lage Südafrikas wird gut berücksichtigt.
Ein spannender und unterhaltsamer Thriller.