Das Krokodil

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Mondadori, 2012, Titel: 'Il metodo del coccodrillo', Seiten: 247, Originalsprache
  • Berlin: Kindler, 2014, Seiten: 336, Übersetzt: Susanne van Volxem

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Jörg Kijanski
Flotter Start mit interessantem Ermittler

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2013

Neapel 2012. Ispettore Guiseppe Lojacono schiebt seit Monaten Frust im Kommissariat von San Gaetano in Neapel. Nach seiner Zwangsversetzung aus Sizilien wegen einer vermeintlichen Zusammenarbeit mit der dortigen Mafia hat er vor allem die Aufgabe, sich aus sämtlichen Ermittlungen herauszuhalten. So verbringt er seine Dienstzeit mit Pokerpartien gegen den Computer. Dann wird ein Mord gemeldet und da Lojacono den unbeliebten Nachtdienst übernommen hat, ist er als erster am Tatort. Ein Jugendlicher wurde mit einem gezielten Schuss ermordet. In der Nähe des Tatorts entdeckt Lojacono einige Taschentücher die offenbar der Täter dort weggeworfen hat. Sein Chef Di Vincenzo hat indes nichts Eiligeres zu tun als den unbeliebten Mitarbeiter vom Tatort zu vertreiben. Wenig später wird ein junges Mädchen ebenfalls per Genickschuss ermordet. Offensichtlich handelt es sich um den gleichen Täter, doch die beiden Opfer haben keine erkennbaren Gemeinsamkeiten.

Da auch an dem neuen Tatort Taschentücher aufgefunden werden, nennt die Presse den Mörder "das Krokodil", weil es seinen Opfern Krokodilstränen nachweint. Während sich die offiziellen Ermittlungen ausschließlich auf die Camorra konzentrieren, ist sich Lojacono sicher, dass die Mafia mit den Verbrechen nichts zu tun hat. Die junge Staatsanwältin Laura Piras ist geneigt dem unbeliebten Ermittler zu vertrauen und bindet ihn in die Ermittlungen ein; sehr zum Unwillen der übrigen Kommissare...

Packender Erzählstil mit vertracktem Aufbau

Das Krokodil ist der fulminante Beginn einer neuen und viel versprechenden Serie um Ispettore Guiseppe Lojacono, der aus seiner Heimat in der Provinz Agrigento vertrieben wurde, nachdem er angeblich der Mafia Informationen zukommen ließ. Selbst für seine Frau Sonia und die jugendliche Tochter hatte der Vorfall Konsequenzen, denn sie mussten "aus Sicherheitsgründen" nach Palermo umziehen und ihr gewohntes Umfeld aufgeben. Seitdem herrscht Funkstille und da Lojacono sich aus allen Ermittlungen herauszuhalten hat, schiebt er seit nunmehr zehn Monaten frustriert seinen Dienst oder besser gesagt, er tut so als ob. Doch nicht nur der Protagonist hat so seine Probleme, sondern noch einige andere Figuren, allen voran einige pubertierende Jugendliche auf dem Weg in die Welt der Erwachsenen. Das ausgerechnet dort das Krokodil lauert und deren noch jungen Leben ein Ende bereitet, weckt in Lojacono den eifrigen Polizisten, der er früher einmal war.

 

"Stell dir vor, die Presse hat ihn "das Krokodil" getauft, wegen der Tränen, aber das ist Quatsch. Er ist ein Krokodil, das ja, aber wegen seiner Methode. Du weißt, wie Krokodile jagen, oder? Sie schwimmen nicht schnell, haben kurze Beine und können ihre Beute nicht verfolgen. Und doch gehören sie zu der ältesten Spezies, die existiert. Die Evolution hat sie de facto nicht verändert. Weißt du, warum? Weil sie vollkommen sind. Das Krokodil ist eine perfekte Mordmaschine."

 

Mit zahlreiche kurzen Kapiteln und immer wechselnden Szenarien aus allen erdenklichen Blickwinkeln baut der Autor einen geschickten Spannungsbogen auf, in dessen späteren Verlauf er durchaus ein paar kleine, aber feine Volten aufbaut. Der Plot bezieht seine Sogwirkung aus den stets wechselnden Erzählperspektiven und kommt zu Beginn etwas gemächlich daher. Schließlich dauert es seine Zeit bis Lojacono in das Ermittlungsteam einberufen wird und zeigen kann, was er drauf hat. Bis dahin verbringt er seine Abende in einer bekannten Trattoria, deren Inhaberin Letizia nicht nur attraktiv ist, sondern sich zu dem eigenbrötlerischen Sizilianer hingezogen fühlt. Dumm nur, dass die neue Staatsanwältin ebenfalls äußerst anziehend ist.

Das Krokodil ist ein klug erzählter Krimi, der sich aus dem gewohnten Einheitsbrei wohltuend abhebt. Allerdings, dies als kleine Warnung vorab, wird das Ende des Falles nicht allen Lesern respektive Leserinnen gefallen. Dennoch lohnt es sich diesen preisgekrönten Krimi zu entdecken. Nicht zuletzt wegen Guiseppe Lojacono. Allerdings bleibt es das große Geheimnis des Verlages, warum auf der Buchrückseite der Autor als "der Newcomer" beworben wird. Sehr seltsam!

Das Krokodil

Das Krokodil

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Letzte Kommentare:
02.08.2015 03:25:21
Pepito

Das Buch hat einige Qualitäten die sich eher in der reinen Handlung als in der literarischen Finesse halten. Nüchtern betrachtet ist die Geschichte gut, wird irgendwann spannend und auch plausibel…
Wenn da nicht dieser Autor und seine Unfähigkeit zu Schreiben wäre.
Kurz gesagt: Man liest hier eher ein Drehbuch für einen Film als einen Roman. Abgesehen von der ständigen Wiederholung leerer Floskeln stört es, dass auf keine Situation/Szene tatsächlich eingegangen wird. Es wird ständig abgehandelt, um die Handlung voranzutreiben. Kein schönes Leseerlebnis

26.05.2014 14:33:47
Darix

Im Einfachen, Unscheinbaren liegt der Schrecken.
Schon der Name des Autors “ Maurizio de Giovanni“, vergeht auf der Zunge wie alter italienischer Rotwein. Ebenso der Beginn des Kriminalromans, mit: „der Tod kommt um acht Uhr vierzehn auf Gleis drei an…“ Giovanni schildert das neue, trostlose soziale Umfeld von Ispettore Lojacono, nicht mehr im attraktiven Sondereinsatzkommando auf Sizilien, sondern abgeschoben auf das Abstellgleis, eines Geschäftszimmers in einer uninteressanten Polizeistation in Neapel. Seine Zeit vorrangig mit Pokerspielen am ComputerIsoliert verbringend. Lebt er eher passiv, ohne Kontakt mit seinen Kollegen von seiner Frau und Tochter abgelehnt. Seine Abende verbringt er trinkend in einer Trattoria.
Seine Reflexe werden erst durch einen Mord des Krokodils reanimiert. Die Mafia, das ist Lojaconno schnell klar steckt nicht hinter der Tat. Da die Ermittlungen ins Stocken geraten nimmt die taffe Staatsanwältin, Dottoressa Laura Piras, ihn gegen Widerstand seiner Polizeikollegen in ihr Ermittlungsteam auf.
Der spannende Plot entwickelt sich rasant weiter. Giovanni versteht geschickt seine Hauptpersonen mit ihrem unterschiedlich ausgeprägtem Verhalten und Charakter zu beschreiben. Der Leser kommt schnell mit dem Täter und seinem Merkmal, "den Krokodilstränen“ in Kontakt. Für die Ermittler wird die Aufklärungsarbeit wegen der unterschiedlichen Arbeits- und Vorgehensweisen erschwert, auch weil die Opfer und Erwachsenen aus ganz unterschiedlichen sozialen Milieus stammen. Die Handlung ist stringent und logisch nachvollziehbar geschrieben. Ein Spannungsbogen wird unverzüglich aufgebaut und bis zum Finale gehalten. Der Täter wird nicht als Ungeheuer dargestellt, sondern als gebrochener Mensch. Das Desinteresse der Napolitaner, gegenüber den Belangen ihrer Mitbürger lässt den Leser “Frieren“. Der Schrecken, wenn es einen nicht selbst betrifft wird ausgeblendet.
Das is der mit kurzweiligen Dialogen und gelungener Story geschriebener Start einer neuen Serie um Ispettore Lojacono. Man freut sich auf die Weiterentwicklung siner Protagonisten und neue Fälle.

02.04.2014 18:02:13
buchladen in buch

ich habe das buch verschlungen. spannend, da das menschliche hier auch den kommissar trifft, der strafversetzt irgendwo im stübchen sitzt und wartet, dass der tag vergeht, strafversetzt rutscht er in diesen Fall und ohne zu verraten, wer der mörder ist: mit seiner intuition schafft er es - ihn einzukreisen.Ich wünsche viel spass beim schmökern. es lohnt sich.