Todeskabinett

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • München: Piper, 2014, Seiten: 400, Originalsprache

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Andreas Kurth
Wer Parteifreunde hat, braucht keine Feinde

Buch-Rezension von Andreas Kurth Nov 2013

Der einflussreiche Berliner Innensenator kommt am Abend vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus bei einem Verkehrsunfall ums Leben. In den Reihen der bürgerlichen Regierungspartei hält sich die Trauer über diesen Tod in engen Grenzen, denn der Senator stand im Fokus von Gerüchten über Korruption und angebliche Schwarzgeldkonten. Einige aus dem inneren Zirkel der Macht fürchten um den Wahlerfolg – der sich dann aber doch wie gewünscht einstellt. Der Tod des Senators wird zudem schnell als Verkehrsunfall ohne Fremdeinwirkung beurteilt. Kommissar Michael Schöne gehört zu dem Ermittlerteam, das den Fall aufklären soll – und hat von Beginn an das Gefühl, dass es hier nicht um einen einfachen Verkehrsunfall geht. Als es im Umfeld der Regierungsfraktion einen weiteren Todesfall gibt, nimmt der Medienrummel zu – obwohl zunächst von einem Selbstmord ausgegangen wird. Der Weg zur Lösung des verzwickten Falles wird für Michael Schöne und seine Kollegen zu einem Zickzack-Kurs voller Fallstricke.

Mal wieder ein Innensenator als böser Bube

Stefan Holtkötter ist mit seinem Buch nah dran an der Landes-Politik in der bundesdeutschen Hauptstadt, aber als Polit-Thriller kann man diesen Kriminalroman nun wahrlich nicht bezeichnen. Dennoch hat der Autor unzweifelhaft gut recherchiert, denn die Abläufe, Abhängigkeiten und Mechanismen in einer großen Fraktion des Abgeordnetenhauses werden authentisch und glaubwürdig geschildert. Die Parteispenden-Affäre bei der CDU liegt zwar lange zurück, aber Holtkötter hat entsprechende Gerüchte als Treibmittel in seine Geschichte eingebaut. Es ist mal wieder ein mächtiger Innensenator, nicht besonders originell, aber Stabschefs, Büroleiter und Innenpolitiker taugen nun mal am besten für die Rolle der Bösewichter bei solchen Szenarien. In Berlin könnte das aufgrund historischer Erfahrungen auch gut der Bausenator sein, aber diese alten Klischees aus Westberliner Zeiten sind noch einfallsloser.

Neider und mögliche Nachfolger wetzen die Messer

Passend ist auf jeden Fall die für diese politische Ebene typische Wagenburg-Mentalität – vom Regierenden Bürgermeister bis zum letzten Referenten in der Pressestelle. Gegenüber Außenstehenden wird der Schulterschluss geradezu zwanghaft demonstriert – intern werden offenbar schon vor dem Ableben des ebenso einflussreichen wie unbeliebten Innensenators von potentiellen Nachfolgern und Neidern die langen Messer gewetzt. Ein unter Umständen unfreiwilliger Todesfall in diesem "Polit-Biotop" – oder gar mehrere - sind für die recht rührigen Medien in der Hauptstadt ein Bonbon, das so lange gekaut wird, bis die Konsistenz passend ist. Die Polizei – aber auch die Politik – hat mit diesem Medienrummel zu kämpfen, der offensichtlich weder zu steuern, noch einzudämmen ist. Normale Ermittlungsarbeit wird da fast unmöglich gemacht, Vorgesetzte, Journalisten, Regierungsmitarbeiter - alle wollen ihre Nase in den Fortgang der Nachforschungen halten.

Irrwege für Ermittler und Leser

Die Spekulationen in den Medien locken dann auch noch Informanten aus der Reserve, die mit ihren Mitteilungen die Ermittlungen mal in die eine und mal in die andere Richtung führen. Erschwert wird das Ganze für Michael Schöne und seine Kollegen durch den Umstand, dass der Fall eben nicht so eindeutig zu bewerten ist, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Spurensicherer und Gerichtsmediziner finden keine Hinweise für eine so genannte Fremdeinwirkung. Vielmehr hatte der Innensenator Blut im Alkohol – oft genug die Ursache für einen tödlichen Verkehrsunfall. Stefan Holtkötter macht es seinen Ermittlern wirklich nicht leicht, gemeinsam mit dem Leser werden sie durch politische und andere Irrwege geführt. Als Politiker und Staatsanwälte starken Druck auf die Polizei ausüben, stehen Schöne und seine Kollegen kurz davor, die Akten zu schließen. Einzig ein Zeuge, der ein zweites Auto am Unfallort im Grunewald sowie eine Person gesehen haben will, die sich schnell entfernte, nährt weiterhin die Zweifel an einem selbst verschuldeten Unfall.

Spannende Lektüre mit Luft nach oben

Es fällt zunehmend schwerer, an einen Zufall zu glauben, zumal der Senator ums Leben kommt, als die mit ihm in Verbindung gebrachten Machenschaften der Öffentlichkeit bekannt werden, und er auch bei Parteifreunden immer mehr an Kredit verlor. Stefan Holtkötter hat eine lesenswerte Mischung aus Kriminalroman und Polit-Thriller geschrieben, wobei die Thriller-Elemente für meinen Geschmack etwas zu dünn gesät sind. Das Buch bietet insgesamt gute Unterhaltung – und vor allem ein wirklich überraschendes Ende. Dennoch fehlt es hier und da an Ausdruck und Kraft. Das mag auch daran liegen, dass mir die Hambrock-Reihe von Stefan Holtkötter einfach besser gefällt, weil sie auch authentischer wirkt. Aber auch die Berliner Krimis bieten spannende Lektüre – wenn auch noch mit Luft nach oben.

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