Unruhe

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Kopenhagen: Politiken, 2012, Titel: 'Uro', Seiten: 408, Originalsprache
  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2013, Seiten: 475, Übersetzt: Patrick Zöller

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Axel Steen, Ermittler im Kopenhagener Morddezernat, wird von einer inneren Unruhe getrieben. Die panische Angst, sein Herz könne plötzlich aufhören zu schlagen, hält ihn Nacht für Nacht wach. Von der Fensterbank seiner Altbauwohnung blickt er über die Straßen von Nørrebro, dem Künstler-, Drogen- und Rotlichtviertel Kopenhagens. Als während der Unruhen um die Zwangsräumung und den Abriss des Jugendzentrums eine Leiche gefunden wird, fällt der Verdacht zunächst auf die Einsatzkräfte der Polizei. Denn die »grüne Lunge« des Viertels war während des Räumungseinsatzes von den Ordnungskräften abgeriegelt worden. Hat die Polizei einen der jungen Leute aus dem Jugendzentrum einfach kaltgemacht? Steen gerät unter Druck. Bald jagt er nicht nur einen Mörder durch das von Rauchbomben vernebelte Nørrebro, sondern muss selbst um sein Leben kämpfen. Offenbar ist der Fall für einen von ständiger Todesangst geplagten Ermittler der Mordkommission eine Nummer zu groß.

Unruhe

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Letzte Kommentare:
20.10.2015 18:59:13
anyways

Die „grüne Lunge“ Nørrebros ist beschmutzt und entweiht, das muss Mordermittler Axel Steen bedauernd feststellen. Der Friedhof der für ihn und seine kleine Tochter Emma immer einen Spaziergang wert war, ist nun, während der tumultartigen Unruhen in diesem überwiegend von Drogen, Prostitution und auch Künstlern geprägten Stadtteil Kopenhagens, zum Tatort geworden.
Dabei war der Friedhof von Polizisten während der Tatzeit abgeriegelt, wie ist es möglich, dass sich jemand unbemerkt anschleichen kann? Warum wurde das Opfer in einer als Polizist verkleideter Autonomer arrangiert? Fragen die sich Axel anhand einer illegal angebrachten Überwachungskamera leichter zu beantworten hofft, nur wird diese von einem allzu neugierigem Bewohner des Viertels geklaut. Die Ermittlungen verzögern sich, nebenbei kämpft der Ermittler ständig mit sich selbst, hervorgerufen durch regelmäßig auftretende Panikattacken, hadert mit seiner Rolle als geschiedener Vater, mit seiner Ex-Frau und deren neuen Lebensabschnittsgefährten und auch eine andere Dienststelle sowie seine Vorgesetzten machen ihm das Leben nicht gerade leicht. War der Täter vielleicht einer aus den eigenen Reihen?

Kopenhagen habe ich mir freundlicher, heller und liebenswerter vorgestellt. Jesper Stein zeigt uns die Schattenseiten der Stadt, das Problemviertel. Ein Ort den es wohl in jeder europäischen Großstadt gibt. Der Ort der aber auch über Lichtpunkte verfügt und die finde ich, hat der Autor geschickt gezeichnet. Die Schilderungen der künstlerisch angelegten Parkanlagen vermitteln das Gefühl, sich auch diesen bei einem Besuch der Stadt anzuschauen.
Der eigentliche Fall ist interessant mit vielen teils vorhersehbaren teils unvorhersehbaren Wendungen, einigen Spannungsbögen und vielen Protagonisten, die das Gesamtbild komplex gestalten. Ein bisschen hab ich mit dem Hauptakteur gehadert, die Figur war mir irgendwie zu klischeehaft skizziert. So oder so fand ich keine außergewöhnliche Eigenschaft, die ihn aus dem Meer von selbstgefährdenden Kommissaren hervorstechen lassen würde. Vielleicht hatte er auch von allem zu viel. Wer weiß? Vielleicht muss ich aber erst den Nachfolger lesen, so eine Figur entwickelt sich ja im Laufe ihres „Arbeitslebens“.

13.07.2014 13:30:07
oldman

Donnerwetter, ein richtiger Polizeikrimi aus Dänemark. Vor einigen Tagen war ich noch in Kopenhagen, habe aber in diesem Buch nichts wiedererkannt. Touristisch also vernachlässigbar, dafür mit allen Zutaten ausgestattet die ein derartiger Plot braucht. Ein manisch-hypchondrischer Kommissar mit ungeregeltem Privatleben, unfähige, unangenehme und korrupte Vorgesetzte und Kollegen, die die Welt nicht braucht. Unruhe ist ein zutreffender Titel, die Story schlägt auch einige Volten und ist nicht immer komplett logisch. Das Ende ist zu lang geraten, aber die durchaus flüssige Schreibe überwiegt gegen die Kritikpunkte. Kein erstklassiger aber ein guter Krimi, bin gespannt auf die Fortsetzung.

20.04.2014 10:50:18
Darix

Unruhe, Aufstände im sogenannten freien Teil Kopenhagens. Straßenkampf, Häuserbesetzungen und ein Toter. Ein neuer Kommissar, Alex Steen, versehen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, eher ein Hypochonder, der bei seinen Ermittlungen unkonventionel agiertl. Kommissar A. wurde vom Autor mit ausgesprochen ambivalenten charakterlichen Eigenschaften versehen. Die Figur wirkt dadurch nicht schlüssig oder gar sympathisch, einige charakterliche und gesundheitliche Schwächen passen nicht zu seinem rigorosen Durchsetzungsvermögen als einsamer Cop. Seine amourösen Aktivitäten fallen eher unter das Motto „Sex in the City“.
Das erste Drittel von “Unruhe“ ist temporeich, spannend, beschreibt sehr routiniert die Unruhen, die sozialen Spannungen in Kopenhagen. Die weitere Entwicklung hält dieses Niveau nicht. Das in der Entwicklung auch noch Geheimdienste agieren müssen, dass potentielle Terrorbekämpfung sowie Drogenhandel im großen Stil eine Rolle spielen, wirkt etwas abgenutzt. Das Finale führt Geschehen und Akteure noch einmal erläuternd zusammen, entwickelt die eine oder andere Überraschung. Kein großartiger Page Turner, aber immer noch Daumen hoch.

06.12.2013 17:21:10
c-bird

Weniger wäre mehr gewesen

Der Debütroman „Unruhe“ von Jesper Stein ist der Auftakt für eine Krimiserie um den Emittler Axel Steen.

Kopenhagen im Ausnahmezustand. Ein Jugendzentrum soll abgerissen werden. Demonstranten und Autonome liefern sich heftigste Auseinandersetzungen mit der Polizei. Da geschieht das Unfassbare: Obwohl der Friedhof von Nørrebro komplett von der Polizei abgeriegelt war, findet dennoch dort ein Mord statt. Niemand will etwas gesehen oder bemerkt haben. Kommissar Axel Steen, bekannt für seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden und sein Kollege Darling stehen zunächst vor einem Rätsel. Doch dann taucht ein Video auf, das den Täter bei seiner Tat zeigt…

Mit Axel Steen hat Jesper Stein eine wirklich ungewöhnliche Figur geschaffen, die leider nur bedingt sympathisch wirkt. Seitdem Axel von seiner Frau, die er immer noch liebt, verlassen wurde, lebt er allein und teilt sich das Sorgerecht für seine Tochter Emma. Seine Schlafprobleme versucht der Kommissar mit dem regelmäßigen Konsum eines Joints zu lösen. Seine Ermittlungsmethoden führen öfter mal über den kurzen Dienstweg. Und dann ist da noch die ständige Unruhe und Ungewissheit, dass sein Herz aufhören könnte zu schlagen.

Der Anfang des Buches ist stark, weil die Thematik gut gewählt ist. Doch dann verliert die Geschichte immer mehr an Spannung. Dies liegt hauptsächlich an der Erzählweise. Diese ist zu langatmig, der Autor verliert sich zu sehr in Details und Nebensächlichkeiten. Dadurch wird das Tempo enorm gebremst. Erst am Ende wird das Buch nochmal spannend und überrascht mit einem unerwarteten Ausgang. Alle offenen Fragen werden geklärt und man versteht dann erst im Nachhinein die ganze Komplexität des Buches.

Ein interessanter Ermittler und auch ein gut gewähltes Thema. In gestraffter Version hätte das Buch sogar fünf Sterne bekommen, so sind es nur drei geworden.

23.11.2013 15:39:25
yorick

Axel Steen, der Protagonist mit dem vermeintlich funktionsgestörten Herzen, ist ein reichlich durchschnittlicher und langweiliger Charakter mit den in diesem Metier üblichen Accessoires: Scheidung, Sorgerechtsstreitigkeiten, Liebschaften, außen rauh, innen weich, politisch korrekt. Alleinstellungsmerkmal: seine gelegentlich erwähnte Todesangst, einem eingebildeten Herzfehler zu erliegen. Wie originell!

Dabei hätte das Gerippe Potenzial, um mit saftigem Fleisch überzogen zu werden. Wäre Axel Steen schrulliger, bissiger und zynischer, hätte man das Multikulti-Nørrebro-Viertel Kopenhagens noch plastischer eingearbeitet, so hätte das eine solide Basis werden können. Diese Chance hat Jesper Stein vertan und bleibt auf einer ziemlich belanglosen Ebene kleben.

Steens Fall führt von einer Leiche auf dem Nørrebro-Friedhof in immer weiteren Kreisen durch die Drogenmafia- und Menschenhandel-Szene Kopenhagens und des Balkans, und folgt damit dem stereotypen Bild von einem durchschnittlichen Plot des Kriminalgenres, der im Verlauf der Erzählung immer verworrener wird, wohingegen sich der Übeltäter schon weit vor Ende des Buches herauskristallisiert.

Dass Jesper Stein über 50 Seiten braucht, um zum Schluss des Krimis die Zusammenhänge zwischen den Personen aufzudröseln und seinen Plot zu erklären, ist für mich ein weiteres Armutszeugnis für eine Erzählung, die die gesamten verworrenen Stränge nicht vernünftig miteinander zu verbinden weiß und letztlich reichlich konstruiert wirkt.

Der einzige Spaß der dem Leser bei dieser faden und witzlosen Geschichte bleibt, ist es, mit Google Street View die recht detailliert beschriebenen Schauplätze in Kopenhagen aufzusuchen und somit der Story wenigstens etwas mehr Tiefe zu verleihen.

Fazit: Der sprachlich glanzlos geschriebene erste Fall für Axel Steen sollte besser auch sein letzter bleiben.

13.11.2013 17:57:41
subechto

Unruhen in Kopenhagen

Endlich mal wieder ein Krimi aus Dänemark, der nicht aus der Feder von Jussi Adler-Olsen stammt! Man merkt auch gleich, dass Jesper Stein ein Profi ist. Doch worum geht es?

Nachts hat Axel Steen, Ermittler im Kopenhagener Morddezernat, erotische Träume. Tagsüber spürt er Rastlosigkeit und Unruhe, wenn ihn ein neuer Fall erwartet. Diesmal ist es die Leiche eines Mannes, der an einer Friedhofsmauer in der Nähe eines Jugendzentrums tot aufgefunden wird. Erwürgt direkt vor den Augen der Polizei. Eine Überwachungskamera, die womöglich alles aufgezeichnet hat, ist plötzlich verschwunden...

"Unruhe" ist ein erstklassiger Polizeiroman, mit politischem Anspruch und trotzdem spannend. Dennoch bin ich mit der Figur des ungewöhnlichen Ermittlers nicht wirklich warm geworden. Mich hat Axel Steen ein wenig an Sebastian Bergman erinnert, den "Kotzbrocken" aus der Hjorth& Rosenfeldt-Reihe. Denn Axel hat sein Temperament nicht unter Kontrolle, ein Wutanfall jagt den nächsten. Außerdem ist er genauso sexsüchtig - auf manche Details hätte ich gut verzichten können - und kann Privates von Beruflichem nicht trennen. Dazu raucht er Haschisch. Alles in allem ziemlich unprofessionell, finde ich.

Aber der Roman ist auch eine Liebeserklärung an Nørrebro, dem Künstler-, Drogen- und Rotlichtviertel Kopenhagens. Das hat mir gefallen. Ich bin überzeugt, dass der Autor sich beim zweiten Fall für Kommissar Steen noch steigern kann. Deshalb "nur" 4*.