Mohnblumen wie Blutflecke

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • St. Ingbert: Conte, 2013, Seiten: 160, Originalsprache

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Jochen König
Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen

Buch-Rezension von Jochen König Sep 2013

Händel is back. In Stein am Rhein, in der Doppelfunktion als Autor und Privatermittler. Der reiche Industrielle Karl Drischer befürchtet ermordet zu werden. Er beauftragt Händel alle möglichen Tatverdächtigen kennenzulernen,  und wenn es ihm schon nicht gelingt den Mord zu verhindern, zumindest ein Buch darüber zu verfassen. Alternativ dazu setzt Drischer Christoph Kamer, Uniformfetischist, wandelnde Hitler-Parodie und schreibender Intimfeind Händels, ebenfalls auf den Fall an. Auf das der bessere Roman gewinne.

Doch Kamer bietet seine schriftstellerischen Dienste Georg Händel an, bereit zur Selbstverleugnung und kompletten Adaption von Händels Stil, wenn dieser ihm im Gegenzug seine hexende Freundin Lina überlässt. Händel willigt ein, im sicheren Wissen, dass er gar nicht verfügungsmächtig über Lina ist, und schreibt gleichzeitig sein eigenes Werk. Oder übergibt er die Aufgabe doch an Gunther Gerlach, der ebenfalls in seinem oder Händels Roman auftritt?

Zu den Verdächtigen gehört Drischers Schwester, oder doch nur eine Schauspielerin, die seine Schwester spielt? Juliana mit dem unidentifizierbaren Gesicht, die je nach Blickwinkel, Lichteinfall und Verfassung des Gegenübers anders aussieht, oft nur zu erkennen, an der blau-weißen Kleidung, die sie trägt. Hier wird früh schon offensichtlich, worum es in Mohnblumen wie Blutflecken geht: der Roman ist ein Vexierspiel, in dem Identitäten, Motive und Hintergründe permanent in Bewegung sind, sich verändern und ständiger Überprüfung bedürfen. Daraus ergibt sich die Fragestellung nach der (Un)zuverlässigkeit des Erzählers und Erzählten, das beobachten und darüber schreiben steht selbst auf dem Prüfstand.

Ganz verliert Gerlach den (möglichen) Mordfall nicht aus den Augen, lässt Georg Händel folgerichtig handeln wie einen richtigen Detektiv. Der Autor (welcher?) nimmt seine Figuren ernst und gibt ihnen, trotz nahezu surrealistischer Spiegelfechtereien und parodistischer Anklänge, eine Erdung, die dem Buch gut tut, und es zu einer durchaus spannenden Lektüre werden lässt.

Am Ende steht die interessante, natürlich augenzwinkernde, Frage, ob Kritiken wahrhaftig töten können. Leider gibt niemand der Beteiligten eine Antwort. Die zu finden bleibt dem Leser überlassen.

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