Polivka hat einen Traum

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: Kindler, 2013, Seiten: 288, Originalsprache

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Wenn der Mikulitsch das Dienstabteil verlässt, um seines Amtes zu walten, hat er in der Regel schon zwei Wurstsemmeln und eine Flasche Bier intus und ein Sudoku gelöst. Kurz vor Kritzendorf pflegt er dann aufzustehen und mit einem sonoren "Zugestiegen?" seine Runde durch den Zug zu beginnen. Heute aber erwartet ihn im zweiten Waggon eine böse Überraschung. Der Reisende mit Krawatte und leicht geneigtem Kopf antwortet nicht. Er ist tot. Für den Wiener Bezirksinspektor Polivka steht von Anfang an fest: Der Mann, der sich infolge einer Notbremsung den Hals gebrochen haben soll, ist brutal ermordet worden. Dass die einzige Zeugin, eine bezaubernde Französin, noch vor ihrer Vernehmung die Flucht ergreift, kann Polivka in seiner Meinung nur bestärken. Entgegen der Weisung seines Vorgesetzten, den Fall zu den Akten zu legen, begibt er sich auf eine Odyssee quer durch Europa und verstrickt sich dabei immer tiefer in ein mörderisches Netz aus politischen und wirtschaftlichen Machenschaften.

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Letzte Kommentare:
23.10.2013 11:10:15
Karin

Ein neuer Slupetzky, der sich noch dazu auf der Bestsellerliste befindet – her damit! Und anders als der aus bisherigen Slupetzky-Krimis bekannte Lemming ist dieser Bezirksinspektor Polivka mit dem peinlichen Vornamen, den er erst auf der letzten Seite enthüllt, ein couragierter und tatkräftiger Ermittler, der sich auch in brenzlige Situationen mit ungewissem Ausgang stürzt. Viel Unterstützung findet er ja nicht bei seinem Vorgesetzten, der den Fall eines Mannes, der sich infolge einer Notbremsung im Zug das Genick gebrochen haben soll, als Unfall abtun und zu den Akten legen soll. So ermittelt Polivka, der sich sicher ist, dass es sich hier um Mord handelt, eben auf eigene Faust – gemeinsam mit seinem Untergebenen Hammel (ein sprechender Name) und im weiteren Verlauf auch mit einer resoluten, aber charmanten Französin, die persönlich von den Vorkommnissen betroffen ist. Was als >normaler< Kriminalfall beginnt, entpuppt sich schließlich fast als Thriller, in der man vermutlich beängstigend nah an der Wirklichkeit liegt. Und beängstigend ist es tatsächlich, was – nach dem Ausfall eines Teilnehmers – das Ermittlerduo aufdeckt, nämlich die skrupellosen Machenschaften der Lobbyisten und Europapolitiker, die für ihre Interessen buchstäblich über Leichen gehen. Dass sich da so mancher tatsächlich existierender Fürst oder Abgeordneter einer Verleumdungsklage enthalten wird, dürfte dann darauf zurückzuführen sein, dass Slupetzky in vielem zwar hoffentlich (!) satirisch übertreibt, doch im Grunde übliche Geschäftspraktiken in seinem Krimi aufzeigt. Gruselig – und nicht nur wegen der Story, sondern auch aufgrund der pointierten Sprache und gelungenen Dialoge sehr spannend zu lesen!
Originalrezension und weitere Rezensionen auf www.aventiure.eu