Die Bestien von Belfast

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Atrium, 2013, Seiten: 288, Übersetzt: Joachim Körber
  • Dingle, Co. Kerry: Brandon, 2008, Titel: 'Bloodstorm', Originalsprache

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Lars Schafft
Für ganz feine Nerven

Buch-Rezension von Lars Schafft Mai 2013

Starker Tobak, den uns ein Autor mit selbst höchst interessanter Biographie hier vorsetzt: Den Einstieg macht ein Kapitel, in dem eine junge Frau von mehreren Männern vergewaltigt und danach von wilden Hunden zerfleischt wird. Für ganz feine Nerven, finden Sie nicht auch? Kommt noch besser. Nicht umsonst lautet der Originaltitel Bloodstorm.

Protagonist ist Karl Kane, Privatdetektiv in Belfast. In seiner Detektei arbeitet nur noch die attraktive Naomi, wobei von Arbeit nur selten die Rede sein kann - so gut läuft es beruflich dann doch nicht. Und wenn´s schon nicht läuft, springen die beiden wenigstens in die Kiste. Dieses Vergnügen wird Kane jedoch durch seinen nicht gerade als gesund zu bezeichnenden Lebensstil auch noch genommen. Sein Arzt rät ihm dringend dazu, mit dem Rauchen aufzuhören, seine Hämorrhoiden tun ein Übriges. Da kommt im kalten Winter Nordirlands wenig Freude auf.

Doch unverhofft kommt oft, in diesem Fall in Form eines neuen Klienten, der Kane beauftragt, Informationen über einen Mord im Stadtpark zu besorgen. Leicht verdientes Geld, meint Kane, hat er doch noch ausgezeichnete Beziehungen zu den Detectives. Was anfangs noch so simpel aussah, entpuppt sich aber schon sehr bald als ein riesiges Wespennest, in das er gegriffen hat. Leiche reiht sich an Leiche und auch der tapfere Karl Kane muss feststellen, dass er sich wohl mit den Falschen angelegt hat.

Die Bestien von Belfast ist ein Hardboiler in Reinkultur, knapp erzählt in fünfunddreißig Kapiteln auf 280 Seiten. Dabei springt Autor Sam Millar von Kapitel zu Kapitel in Ort, Zeit und Erzählperspektive. Das macht die Lektüre durchaus anspruchsvoll, ergibt sich das komplette Bild dieses Puzzles doch erst recht spät. Aber: Millar kann´s, behält den Überblick und fügt die einzelnen Teilchen sehr, sehr gekonnt zusammen.

Sprachlich ist dieser Krimi hingegen keine Offenbarung. Manchmal bitter-böse-ironisch, in der Regel jedoch ökonomisch. Manche Metaphern wirken jedoch arg schief, woran auch die sehr gute Übersetzung von Joachim Körber nicht viel retten kann.

Unterm Strich: ein ganz starker Kriminalroman für Fans der härteren Gangart, der sich konsequent an Genre-Normen hält und immer wieder zu schocken wie zu überraschen weiß. Was Ken Bruens Jack Taylor fürs irische Galway ist, könnte Karl Kane fürs nordirische Belfast werden.

Nach etwas Recherche blickt man letztendlich doch etwas ratlos auf Die Bestien von Belfast: Als Auftakt einer Serie angepriesen, bringt es diese auf gerade zwei Titel. Und dieser hier, in diesem Jahr vom Atrium-Verlag aucht nichtanglophonen Lesern angepriesen, erschien im Original bereits 2008, sein Nachfolger The Dark Place 2009. Ein dritter Teil ist auf Sam Millars Website zumindest angekündigt. Ob man sich nach vier Jahren Pause Karl Kane also wirklich auf eine neue Hardboiled-Serie freuen darf, ist etwas fraglich.

Die Bestien von Belfast

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Letzte Kommentare:
05.01.2015 18:33:15
Heino Bosselmann

Man nehme: einen existentialistisch angelegten Privatdetektiv von giacomettischer Dürrheit, aber von respektabler Potenz und festem Hieb, dabei gezeichnet mit allerlei gesundheitlichen Sollbruchstellen des riskant lebendes Endvierzigers, natürlich Kettenraucher, natürlich pleite, dies aber zum einen kompensierend mit dem gängigen zynischen Branchenhumor, der bekanntlich nur das wunde Herz und frühe Traumata überdeckt, zum anderen geschmückt mit einer mandeläugigen Schönen, die nicht nur als Mitarbeiterin, sondern gleichfalls als Geliebte fungiert. Dazu dann eine Horde brutalisierter Polizisten, selbstverständlich korrupt und in männerbündischer Amoral verschworen, sämtlich schlimmster Herkunft. Schließlich Verbrechen von solcher Widerlichkeit, daß die Reizschwelle des abgebrühten Publikum mindestens gekitzelt wird. Dann hat man – neben einer Mafia von Knastwärtern – alle Klischees beieinander, die hier erfüllt werden.

Aber selbstverständlich erwartet man von einem Krimi doch genau diese Klischees! Nicht nur vom comichaft-reißerischen Cover dieses Taschenbuchs her.

Die Personage gilt manchen Rezensenten als unübersichtlich. Sie ist es für den schnellen Leser, der den Faden halten kann, nicht; dieser Eindruck rührt eher von kurzen Kapiteln bzw. schnellen Schnitten. Ein paar Perspektivwechsel sollte man schon durchstehen, will man doch hier und da verwirrt sein und falschen Erwartungen folgen.

Nein, es wird sogar vergleichsweise geradlinig erzählt, der Mode nach kalendarisch – mit einstimmenden weltliterarischen Gruselzitaten vorweg. Am Ende bleibt nichts offen, mit Ausnahme eines Anschlußstücks. Sam Millar nimmt teilweise sogar Anleihen am klassischen Detektivroman, dem es darum ging, schließlich alle offen hingelegten Stränge endwärts doch noch zu verknüpfen. Man wartet auf die näselnden Plädoyers Hercule Poirots, an dessen Noblesse hier freilich nichts erinnert.

Ja, die Handlung soll spannend und dabei schockierend sein, aber hier wird mit einfachen Effekten ziemlich übertrieben. Die eigentlich Kunst läge im Subtilen, aber subtil ist dieses Buch gar nicht. Auch wenig psychologisch, also bei aller Action leider ebensowenig echt dramatisch, wenngleich Hirn durch die Luft fliegt und gehäutet und geblutet wird. Eher ein richtig gutes Filmskript, denkt man, das dem Gegenwärtigen cineastischen Populärgeschmack entgegenkommt und dem Kino überhaupt den Blick, die Optik entleiht.

Kurzer Vergleich: Adrian McCinty ist spannender, psychologisch genauer und dabei sogar irischer. Millars Krimi spielt in Belfast, hätte sich aber auch eine andere Stadt suchen können. William Gay und Donald Ray Pollock sind horrender und starren vor echtem Dreck, der hier Staffage bleibt; und David Peace ist mit seiner Staccato-Sprache literarischer – um nur bei den unmittelbaren Zeitgenossen vom Fach zu bleiben.

Aber Schluß mit der altklugen Beckmesserei des Lesers: Man hat schon einen ordentlichen Krimi in der Hand, einen, der durchaus funzt. Etwas für die U-Bahn und überhaupt für den literarischen Nahverkehr, etwas in Farbe, aber doch ohne den Sog starker Unterströmung. Im Resümee wieder diese beladenen Sätze: „Alles stimmt nicht. Die ganze Welt stimmt nicht. (…) Du bist der große Gleichmacher, Gevatter Tod. Keine Entschuldigungen, keine Ausreden. (…) Du machst einfach deine Arbeit, ob es sich um einen Prinzen, einen Bettler oder einen Privatdetektiv handelt.“ – Ist nicht neu, weiß man alles, aber genau deswegen liest man ja dergleichen. Immer wieder. Auch den Folgeband. Klar.
Kommentar

20.09.2013 16:40:52
Heino Bosselmann

Man nehme: einen existentialistisch angelegten Privatdetektiv von giacomettischer Dürrheit, aber von respektabler Potenz und festem Hieb, dabei gezeichnet mit allerlei gesundheitlichen Sollbruchstellen des riskant lebendes Endvierzigers, natürlich Kettenraucher, natürlich pleite, dies aber zum einen kompensierend mit dem gängigen zynischen Branchenhumor, der bekanntlich nur das wunde Herz und frühe Traumata überdeckt, zum anderen geschmückt mit einer mandeläugigen Schönen, die nicht nur als Mitarbeiterin, sondern gleichfalls als Geliebte fungiert. Dazu dann eine Horde brutalisierter Polizisten, selbstverständlich korrupt und in männerbündischer Amoral verschworen, sämtlich schlimmster Herkunft. Schließlich Verbrechen von solcher Widerlichkeit, daß die Reizschwelle des abgebrühten Publikum mindestens gekitzelt wird. Dann hat man – neben einer Mafia von Knastwärtern – alle Klischees beieinander, die hier erfüllt werden.

Aber selbstverständlich erwartet man von einem Krimi doch genau dieses Klischees! Nicht nur vom comichaft-reißerischen Cover dieses Taschenbuchs her.

Die Personage gilt manchen Rezensenten als unübersichtlich. Sie ist es für den schnellen Leser, der den Faden halten kann, nicht; dieser Eindruck rührt eher von kurzen Kapiteln bzw. schnellen Schnitten. Ein paar Perspektivwechsel sollte man schon durchstehen, will man doch hier und da verwirrt sein und falschen Erwartungen folgen.

Nein, es wird sogar vergleichsweise geradlinig erzählt, der Mode nach kalendarisch – mit einstimmenden weltliterarischen Gruselzitaten vorweg. Am Ende bleibt nichts offen, mit Ausnahme eines Anschlußstücks. Sam Millar nimmt teilweise sogar Anleihen am klassischen Detektivroman, dem es darum ging, schließlich alle offen hingelegten Stränge endwärts doch noch zu verknüpfen. Man wartet auf die näselnden Plädoyers Hercule Poirots, an dessen Noblesse hier freilich nichts erinnert.

Ja, die Handlung soll spannend und dabei schockierend sein, aber hier wird mit einfachen Effekten ziemlich übertrieben. Die eigentlich Kunst läge im Subtilen, aber subtil ist dieses Buch gar nicht. Auch wenig psychologisch, also bei aller Action leider ebensowenig echt dramatisch, wenngleich Hirn durch die Luft fliegt und gehäutet und geblutet wird. Eher ein richtig gutes Filmskript, denkt man, das dem Gegenwärtigen cineastischen Populärgeschmack entgegenkommt und dem Kino überhaupt den Blick, die Optik entleiht.

Kurzer Vergleich: Adrian McCinty ist spannender, psychologisch genauer und dabei sogar irischer. Millars Krimi spielt in Belfast, hätte sich aber auch eine andere Stadt suchen können. William Gay und Donald Ray Pollock sind horrender und starren vor echtem Dreck, der hier Staffage bleibt; und David Peace ist mit seiner Staccato-Sprache literarischer – um nur bei den unmittelbaren Zeitgenossen vom Fach zu bleiben.

Aber Schluß mit der altklugen Beckmesserei des Lesers: Man hat schon einen ordentlichen Krimi in der Hand, einen, der durchaus funzt. Etwas für die U-Bahn und überhaupt für den literarischen Nahverkehr, etwas in Farbe, aber doch ohne den Sog starker Unterströmung. Im Resümee wieder diese beladenen Sätze: „Alles stimmt nicht. Die ganze Welt stimmt nicht. (…) Du bist der große Gleichmacher, Gevatter Tod. Keine Entschuldigungen, keine Ausreden. (…) Du machst einfach deine Arbeit, ob es sich um einen Prinzen, einen Bettler oder einen Privatdetektiv handelt.“ – Ist nicht neu, weiß man alles, aber genau deswegen liest man ja dergleichen. Immer wieder. Auch den Folgeband. Klar.

15.08.2013 23:15:55
Charlie Bergmann

Wer Dialoge wie "Willst Du einen Drink? - Hat der Hulk grüne Eier?" mag, wird diesen Käse lieben. Alle anderen mögen sich nach einem anderen Krimi umsehen. Mein Exemplar leistet jetzt wichtige Recyclingarbeiten im Altpapier, der wohl sinnvollsten Verwendung dieser unausgegorenen und lieblosen Aneinanderreihung krampfhaft-cooler Formulierungen. Schade um die Kohle.

22.07.2013 17:06:59
Gerd

Das einzig Interessante an dem Buch ist die Titelillustration.

Der Plot ist durchsichtig und vorhersehbar.

Die Sprache ist nicht pulp, sondern Schulaufsatz; die Methaphern sind unsäglich ("Nur die Seiten der hastig weggeworfenen zeitung flatterten im Wind wie die gebrochenen Schwingen einer Möwe.").

Das Buch lebt einzig von den Effekten der einzelnen Szenen.

Hinzu kommt ein Druckfehler aiuf S. 16, der die Leserin/den Leser in die Irre führt.

Ich geb´s nicht weiter, sondern hab´s in der Ferienwohnung liegen gelassen.

25.06.2013 20:24:14
flubow

Sam Millar hat seinem Protagonisten Karl Kane, einem spindeldürren, gross gewachsenen Belfaster Privatermittler Mitte vierzig, eine trostlose Biografie verpasst: Sohn eines dementen Vaters, geschiedener Vater einer erwachsenen Tochter, die er selten sieht, abgebrannter, höchst erfolgloser Freizeitautor, von Schuldgefühlen und Hämorrhoiden geplagter Verlierertyp, dessen Mutter vor fast dreissig Jahren ermordet wurde – die attraktive Naomi, Sekretärin und Bettgefährtin, ist wohl der einzige Lichtblick im Leben des trotz aller Ungemach integer und unbeugsam gebliebenen Detektivs.

Sein aktueller Fall (oder sind es mehrere Fälle?) ist leider auch nicht dazu angetan, Kanes Lebensgeister neu zu wecken. Es geht um eine düstere, ins Jahr 1978 zurückreichende Rachegeschichte mit bizarren, detailreich geschilderten Morden, eine deprimierende Geschichte um verwüstete Seelen, die sich nur mit Gewalt zu helfen wissen in einer Welt, die durch dumpfe, korrupte, gewalttätige Gesetzeshüter – die Bestien von Belfast - reguliert wird.

„Die Bestien von Belfast“, der erste - für schwache Magennerven ungeeignete - Teil einer im Original bislang drei Bände („Bloodstream“, 2008, „The Dark Place“, 2009, und „Dead of Winter“, 2012) umfassenden Serie, fesselt mit sauber gestalteter Dramaturgie, lakonischer Sprache und einer scharf gezeichneten, chandleresken Hauptfigur.

02.06.2013 21:19:51
PMelittaM

In Belfast gibt es mehrere Tote, alle wurden ziemlich grausam getötet. Karl Kane, seines Zeichens Privatdetektiv, erhält den Auftrag, in einem der Todesfälle zu ermitteln. Gibt es eine Verbindung zwischen den Toten? Hat das Ganze mit dem Tod einer jungen Frau über zwanzig Jahre früher zu tun?

Das Buch hat eines der auffälligsten Cover, die ich kenne, der Hintergrund blutrot, wirkt es wie ein Plakat aus den 60er oder 70er Jahren. Der Buchschnitt ist zudem schwarz gefärbt, ein Buch also, an dem keiner einfach so vorbei gehen kann.

Und das sollte man auch nicht! Der Roman erzählt eine spannende Geschichte, die nicht nur in mehreren Perspektiven sondern auch in mehreren Zeitebenen erzählt wird – und daher schon eine gewisse Aufmerksamkeit benötigt. Die Morde werden sehr ausführlich dargestellt, das Buch ist also nichts für schwache Nerven. Die Sprache ist dazu passend vulgär, zynisch, aber auch humorvoll. Neben den Perspektivewechseln sorgen kurze Kapitel für viel Spannung.

Die meisten Charaktere werden relativ oberflächlich dargestellt, was aber wohl auch daran liegt, dass das Buch mit knapp 300 Seiten nicht besonders dick ist und trotzdem viel Handlung bietet, und es sich zudem um den ersten Band einer Serie handelt. So werden wir zumindest Karl und seine Nicht-nur-Sekretärin Naomi bestimmt noch besser kennenlernen. Auch so hat mir Karl schon sehr gut gefallen, er ist einfach cool, eben wie man sich einen Privatdetektiv so vorstellt. In vielem erinnert er an die Film-noir- und Roman-noir-Detektive.

Der Roman ist bis zum Ende spannend, die Auflösung ist logisch, alle Fragen werden beantwortet.

Übrigens ist auch der Autor selbst sehr interessant, da er sowohl in Nordirland als auch in den USA selbst hinter Gittern saß. Für seine Werke hat er schon mehrere Preise erhalten.

Allen Krimifreunden, die auch etwas härtere Kost vertragen, kann ich diesen Roman uneingeschränkt empfehlen. Ich freue mich auf den nächsten Band (der übrigens ein ähnlich tolles Cover haben wird) ebenso wie auf hoffentlich viele weitere.

25.05.2013 07:09:33
chatty1968

*ÜBER DEN AUTOR*

Sam Millar wurde in Belfast geboren. In den 70er Jahren verbrachte er acht Jahre hinter Gittern, nachdem er auf dem Höhepunkt der Unruhen in Nordirland ohne Gerichtsbeschluss inhaftiert worden war. Wieder auf freiem Fuß, ging er in die USA, wo er 1993 einen der schwersten Raubüberfälle in der US-amerikanischen Geschichte initiierte und über sieben Millionen Dollar erbeutete. Millar wurde gefasst, später begnadigt und kehrte nach Belfast zurück, wo er seitdem Kriminalromane schreibt. Er stand auf der Shortlist zum Grand prix de littérature policière, wurde mit dem Brian Moore Award und dem Aisling Award for Art and Culture ausgezeichnet.

Quelle: amazon



*COVER*

Durch die 3 wichtigsten Farben eines Krimis (rot, schwarz und weiß) und durch die Aufmachung, die stark an einen älteren Krimi erinnert, weiß der Leser sofort, in welchem Genre er sich befindet. Durch die schwarzen Seiten, wird das Interesse noch weiter geweckt.



*STORY*

Karl Kane, seines Zeichen Privatdetektiv in Belfast erhält Besuch von einem neuen Klienten: Mister Munday. Munday möchte, dass Karl ihm alle Informationen über eine Leiche beschafft, die Tags zuvor im Botanischen Garten gefunden wurde. Kane beschafft die Informationen und wird direkt mit einem weiteren Auftrag belohnt. Es geht um eine weitere Leiche. Auch hier soll Kane alle Informationen zusammentragen und Munday zur Verfügung stellen. Kane findet heraus, dass die Morde zusammenhängen und befindet sich mitten in einer Intrigengeschichte.



*FAZIT*

Eine sehr deutliche, nichts verschönende Sprache reißt den Leser Seite für Seite in seinen Bann. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen. Die Spannung ist von der ersten Seite an gegeben. Zwischendurch kommen jedoch ein paar Handlungsstränge auf, die etwas verwirrend sind und bremsen den Lesefluß ein kleines bisschen aus. Sehr gut fand ich, dass tatsächlich erst am Schluß bekannt wurde, wer hinter diesen ganzen Geschehnissen steckt.

Für wahre Krimi/Thriller Leser ein Genuß mit klitzekleinen Schwächen.

24.05.2013 15:23:55
Uli

Wow! Treffer und versenkt! Endlich wieder mal ein wirklich guter Kriminalroman. Bitte nicht vom Titel vom Kauf abhalten lassen. Man muss Belfast wirklich nicht kennen; bis auf den Stadtpark, das Hotel Europa und ein paar Pubs lässt der Autor jede Beschreibung der Stadt weg. Der Plot ist toll und die Spannung steigert sich. Das Ende ist zum einen vorhersehbar und dennoch nicht. Ich freue mich auf die Fortsetzung und hoffe, dass diese nicht allzu lange auf sich warten lässt.