Frau Maier hört das Gras wachsen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Bielefeld: Pendragon, 2013, Seiten: 342, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Der zweite Fall enttäuscht teilweise

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2013

Frau Maier lebt zwar immer noch zurückgezogen in ihrem kleinen Haus am Chiemsee, aber zumindest ihre finanziellen Sorgen hat sie seit einigen Wochen im Griff, da sie eine feste Putzstelle im Kurhotel von Kauzing hat. Eigentlich alles Bestens, um in Ruhe das Leben zu genießen, doch dann kommt sie bei einem abendlichen Spaziergang an einem unbewohnten Haus vorbei, in dem Licht zu sehen ist. Frau Maiers Neugier ist geweckt und da zudem die Terrassentür offensteht, gibt es kein Halten mehr. Umso größer der Schock als sie auf Simone Lenz trifft, die an einem Seil baumelnd an der Decke hängt. Frau Maier, die bereits einmal schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht hat, gibt telefonisch einen anonymen Hinweis, denn Frau Lenz wird ebenso wie ihre zehnjährige Tochter Vivien seit einem Tag vermisst. Beide wohnten im Kurhotel und so ist es natürlich klar, dass Frau Maier am nächsten Tag, deren Zimmer besonders sorgfältig reinigt und dabei auf ein Tagebuch stößt, dass sie denn auch prompt mit nach Hause nimmt. Die Stimmung im Hotel ist angespannt, aber da die Polizei von einem Selbstmord ausgeht kehrt bald Ruhe ein. Natürlich nicht für Frau Maier; zumal einige Tage später eine zweite Leiche gefunden wird &

Tja, das Debüt von Jessica Kremser war ja ordentlich und amüsant, doch im zweiten Fall werden die Macken von Frau Maier arg überstrapaziert. Nach wie vor lebt sie zurückgezogen, man könnte böswillig unterstellen, dass sie nicht gesellschaftsfähig ist, was jedoch nicht (völlig) stimmt. Sie hat halt nur seit langer Zeit kaum soziale Kontakte und ist daher permanent verunsichert, wie sie sich im Umgang gegenüber anderen Menschen verhalten soll. Dass sie sich ungeachtet dessen durch eine ungezügelte Neugier immer wieder in aussichtslose Situationen begibt, wirkt daher umso erstaunlicher. Der Titel des Romans ist Programm und so darf man sich schon fragen, warum Frau Maier plötzlich derart umtriebig ist? Sonst schüchtern und verklemmt, gibt es bei ihren "Ermittlungen" kein Risiko, das nicht zu groß wäre, um es einzugehen. Man mag dies originell oder konstruiert finden. Letzteres passt auf jeden Fall, denn realistisch ist das Verhalten der Protagonistin keineswegs.

 

Im Erdgeschoss überkam sie plötzlich der unerklärliche Drang, bei Dr. Grammling vorbeizuschauen. Sie wusste überhaupt nicht, was sie ihm sagen sollte.

 

Macht nichts, denn auch "Kluftinger" und Co. sind ja nicht gerade die glaubwürdigsten Ermittler und dennoch enorm erfolgreich. Dies könnte für den zweiten Teil der Frau-Maier-Serie gelten, wären die Parallelen zum Debüt nicht so groß. Natürlich stolpert sie wieder über eine Leiche, lässt Beweismittel mitgehen, macht gegenüber der Polizei falsche Angaben und löst letztlich den Fall im Alleingang. Kennt man den ersten Fall nicht, ginge das Ganze noch in Ordnung, so bleibt ein unschöner Beigeschmack. Wie schon gehabt verfällt Frau Maier immer wieder in Träumereien, die zwar nicht unbedingt mit dem Fall zu tun haben, dafür aber die Seiten des Buches füllen. Diese vermehren sich durch ständige Probleme mit dem Knie und die Pflege einer Ente. Könnte man alles weglassen, aber dann wäre das Buch wohl arg dünn geworden.

 

Frau Maier kniff die Augen zusammen und versuchte, in klaren Gedanken zu formulieren, was genau sie eigentlich so beschäftigte. Frank und die Lüge? Oder die Leiche? Oder Dr. Grammling? Oder das eigenartige Gespräch zwischen ihm und Frau Rupprecht, das sie im Putzkammerl belauscht hatte? Oder die kleine Vivien, von der weiterhin jede Spur fehlte? Oder alles zusammen? Oder etwas ganz anderes&

 

Der eigentliche Plot selber ist durchaus gefällig, wobei die Auflösung naturgemäß aus heiterem Himmel fällt; übrigens bereits gut sechzig Seiten vor Schluss. Der unrühmliche Höhepunkt ereilt die Leserinnen (und Leser) jedoch schon weit früher. Auf Seite 55 betritt die Polizistin Cornelia Klauser die Handlung, die anschließend auf mehreren Seiten - willkürlich abwechselnd - als "Cornelia Klauser" oder "die Klauser Cornelia" bezeichnet wird. Da ansonsten alle (!) Personen in der gebräuchlicheren Form (Vorname - Nachname) erwähnt werden, "irritiert" die umgekehrte Form zumal nur auf diesen wenigen Seiten angewendet schon ein wenig.

Fazit: Kennt man Frau Maier fischt im Trüben nicht, so wird man sich mit der kauzigen Miss Marple vom Chiemsee ganz gut anfreunden können. Kennt man das Debüt hingegen, bedarf es eines guten Durchhaltevermögens, da es ordentliche Längen, nicht zuletzt durch Wiederholungen und Belanglosigkeiten, gibt.

Frau Maier hört das Gras wachsen

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Letzte Kommentare:
06.05.2015 22:44:04
knideu

...und auch bei Teil zwei habe ich ein Problem: wie soll ich jetzt bitte dreihundert Zeichen füllen - ich möchte mich eigentlich nur meiner Vorrednerin anschließen und eine gute Bewertung loswerden. Frau Maier ist eine sympathisch, schrullige ältere Dame, von der man übrigens nie den Vornamen erfährt - oder habe ich da was überlesen? Zur Geschichte möchte ich nichts schreiben. Sehr netter, unterhaltsamer Landhauskrimi.

28.08.2013 18:54:26
Heike Hemmer

Ein wunderbarer Krimi, den man nicht mehr aus der Hand legen will! Frau Maier stellt ihre Nachforschungen in einer menschlichen und bescheidenen Art an. Sie ist die Miss Marple vom Chiemsee, wie sie auch Regina Willmers, eine Figur im aktuellen Krimi, nennt. Bereits der erste Band "Frau Maier fischt im Trüben" war hervorragend! Die Krimis sind nicht blutrünstig oder brutal geschrieben, sondern machen einen neugierig, wie es weitergeht. Es bleibt spannend bis zum Schluss! Jessica Kremser formuliert und schreibt angenehm und flüssig, so dass man das Buch nicht mehr zur Seite legen will. Es ist daher fantastisch, dass es jetzt diesen zweiten Fortsetzungsband gibt. Ich hoffe, es wird noch viele weitere Fälle geben, die Frau Maier dann lösen wird!

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