In einer kalten Nacht

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • London: Penguin, 2010, Titel: 'Dark water', Seiten: 468, Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2013, Seiten: 540, Übersetzt: Andreas Helweg

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Almut Oetjen
Ermittlungen im Dauernebel

Buch-Rezension von Almut Oetjen Jan 2013

Während einer Wohnungsbesichtigung am 9.2.2010 in Glasgow finden Jim und Catriona Innes einen Toten. Der Mann, dessen Leichnam an der Zimmerdecke baumelt, wurde vor seinem Tod brutal misshandelt. Die beiden Polizisten, die den Mordfall bearbeiten, sind DI Anderson und DS Costello vom Partickhill-Revier. Das Revier steht vor der Schließung, die Leiterin, DCI Rebecca Quinn, vor der Pensionierung. Anderson und Costello sind besonders motiviert, den Fall zu lösen, weil dies die Zukunft des Reviers sichern könnte. Die Überprüfung der Leiche ergibt, dass es sich um Stephen Whyte handelt, der am 31.12.1999 Emily Corbett vergewaltigte. Alles sieht nach einem Racheakt aus.

Ansprechendes Figurenensemble

In einer kalten Nacht ist Caro Ramsays dritter Band der Reihe mit dem Ermittlerteam DI Anderson und DS Costello. Die beiden Hauptfiguren werden nahezu ausschließlich bei der Arbeit gezeigt. Das Privatleben ist weitgehend Bestandteil von Gesprächen. Anderson und Costello sind glaubwürdige Charaktere. Anderson ist eine verlorene Seele, getrennt von seiner Familie, seinen eigenen Worten zufolge haust er in einem Schuhkarton in der Nähe des Polizeireviers. Costello ist um einige Nuancen differenzierter entwickelt. Die Stärke in der Figurencharakterisierung liegt bei den beiden Protagonisten und deren subtil ausgearbeiteter Beziehung zueinander.

Das Ensemble wird unter anderen erweitert um die unterkühlte und auf Distanz bedachte DCI Quinn, den schmierigen und kleinbürgerlichen DS Mulholland, die unsichere und Belästigungen ausgesetzte Gillian Browne, die verzweifelt versucht, die Arbeit und ihre Existenz als allein erziehende Mutter für sich irgendwie erträglich zu machen.

In mehreren kalten Nächten (und an ebensolchen Tagen)

Ramsay erzählt von Liebe, Eifersucht, Verlust und – am Ende – Mord. Mordopfer und Verdächtige bilden in etwa vergleichbar anwachsende Haufen. Ramsay führt ihre Leser immer wieder auf eine falsche Fährte. Die Kriminalgeschichte verbindet sie mit zwei Nebenhandlungen: einem Exkurs in sicherheitspolitische Probleme der Institution "Polizei" und einem zur modernen Medienlandschaft (Celebrity Big Brother) und den seltsamen Auswüchsen der Anbetung von Stars. Die Prominente ist Marita, Miss Caledonia 1990, seitdem in der Öffentlichkeit "mit einer endlosen Zahl von Prominenten, Fußballern, Popstars und einigen Schauspielern aus Soap-Operas" zu sehen gewesen, derzeit in vierter Ehe Mrs. Kennedy.

Während Glasgow in Ramsays Debüt Ich habe gesündigt und im Nachfolger Sein eigen Fleisch und Blut noch als atmosphärischer Ort genutzt wird, könnte man bei In einer kalten Nacht schon fast von Ortlosigkeit sprechen. Das geht in wenigen Momenten so weit, dass Handlungen an nicht erwähnten Orten beschrieben werden und die Leser dem Zusammenhang entnehmen müssen, dass es einen Ortswechsel gegeben hat. Der die gesamte Handlungszeit andauernde dichte Nebel, der die Sicht stark behindert, leistet hier ein Übriges.

Ramsay ist nicht auf Effekte aus, sie erzählt ihre Geschichte eher spannungslos. Positiv fällt auf, dass sie nicht zum Ende hin einen Strudel sich ständig aufhebender Höhepunkte erzeugt, sondern die Handlung unaufgeregt zu Ende bringt.

Die Erzählung folgt einem bekannten Strickmuster. Ein in der Vergangenheit begangenes Verbrechen (Prolog, 31.12.1999) wirkt auf die Erzählgegenwart, die 18 Kapitel (Dienstag, 9.2.2010, 16 Uhr, bis Samstag, 20.2.2010) und einen Epilog (Sonntag, 28.2.2010) beansprucht. Der Stoff wird linear und in der Vergangenheitsform entlang der Polizeiarbeit vermittelt, überwiegend in der dritten Person Singular, gelegentlich unterbrochen durch Einschübe aus der Sicht des Killers.

Fazit

Caro Ramsay legt die Beschreibung prozeduraler Polizeiarbeit  um eine psychologisch motivierte Serienmördergeschichte herum an. Die Mordgeschichte wird nur am Ende zusammengefasst und erinnert an einen englischen Film aus den 1950ern, mit dem ein deutscher Schauspieler berühmt-berüchtigt wurde. Es wird ihr ein psychologisches Erklärungsmuster beigelegt, c'est tout.

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