Bis du stirbst

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • London: Sphere, 2009, Titel: 'Bombproof', Seiten: 393, Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2013, Seiten: 2, Übersetzt: Johannes Steck, Bemerkung: MP3

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Marcel Feige
Kurz, knackig & gut

Buch-Rezension von Marcel Feige Dez 2012

Als man Sami Macbeth mit gestohlenen Klunkern erwischt, muss er einen hohen Preis dafür zahlen: drei Jahre Knast, während derer er nahezu alles verliert – seinen Job, seine Freunde, den Kontakt zu seiner Schwester Nadia, um die er sich seit dem Tod der Eltern zu kümmern geschworen hat.

Jetzt wird er aus dem Gefängnis entlassen und hat nur ein Ziel vor Augen: Nadia treffen, als Musiker durchs Land touren – und niemals wieder zurück hinter schwedische Gardinen kehren.

Nadia allerdings ist spurlos verschwunden. Stattdessen wird Sami von einem Haufen zwielichtiger Typen erwartet, die ihn zu einem letzten Coup zwingen. Um Nadias Leben nicht zu gefährden, willigt Sami in das Vorhaben ein.

Es gibt nur ein Problem: Der spektakuläre Raub vor drei Jahren geht gar nicht auf Samis Konto, und in Wahrheit ist er auch nicht der durchtriebene, furchtlose Panzerknacker, für den ihn die ganze Welt hält. Eigentlich ist er nichts weiter als ein Tollpatsch, der damals nur aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände als Meisterdieb verknackt worden ist.

Mit seiner Unbeholfenheit löst Sami auch diesmal wieder eine Reihe dummer Zufälle aus, an deren Ende ihn nicht nur die komplette Unterwelt Londons jagt, sondern auch die Polizei nach ihm als gefährlichsten, britischen Terroristen aller Zeiten fahndet.

Seine einzige Hilfe ist Vincent Ruiz, kauziger Detective Inspector im Ruhestand und dem vertrauten Robotham-Leser schon aus früheren Romanen wohlbekannt. Doch im Gegensatz zu vorherigen Thrillern müht sich Ruiz, neben dem Parkinson-erkrankten Psychologen Joe O'Loughlin üblicherweise Hauptfigur, diesmal nur auf Nebenschauplätzen ab.

Überhaupt lässt Bis du stirbst die Vielschichtigkeit und Komplexität anderer Thriller des britischen Bestsellerautoren vermissen, von der politischen Brisanz (wie zum Beispiel in Der Insider) ganz zu schweigen.

Stattdessen ist Bis du stirbst ein Paradebeispiel für einen kurzen, knackigen, stellenweise amüsanten Thriller, der kaum Zeit auf Nebensächlichkeiten verschwendet – ausufernde Charakterstudien oder gar Exkursionen ins allzu Private der Protagonisten sucht der Leser vergebens. Robotham ordnet seine Figuren dem Krimiplot unter. Dieser kratzt deshalb nur an der Oberfläche vieler Themen (Polizeikorruption, Drogenschmuggel, soziale Misstände), hält dafür andererseits das Tempo durchgehend hoch.

"Die Zeit" verspricht mit einem Blurb-Aufkleber auf dem Cover: »Weltklasse«. Soweit wollen wir dann doch nicht gehen, aber mit Bis du stirbst hat Michael Robotham einen schnörkellosen Thriller geschrieben, der einem die Zeit an einem verregneten Sommersonntag kurzweilig vertreibt.

Was will man mehr?

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