Kings of Cool

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Der Audioverlag, 2012, Seiten: 5, Übersetzt: Dietmar Wunder

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Tim König
Keep coolly cool, boy! Don't get hot, ´cause man, you got some high times ahead.

Buch-Rezension von Tim König Jun 2012

Ein leichtes Buch, das sich optisch kaum von einer VHS-Hülle unterscheidet. Ein Buch, das man nicht liest, sondern konsumiert und verbraucht. Die schwarz bemalten Blattränder lösen sich mit einem leichten Reißen voneinander. Der Klappentext zählt 15 Wörter und eine Internetadresse. Das verrät ungefähr so viel über den Inhalt des Buches wie Street Art über die Buchregale einer Stadt.

Das ist Kings of Cool von Don Winslow und soll von Beginn an seinem Titel entsprechend cool wirken. Es erscheint in der "suhrkamp nova"-Reihe (ja, klein geschrieben). Noir hat ausgedient, stattdessen werden schwarz gebundene und bemalte Bücher verkauft, die von der Sonne Kaliforniens erzählen. Obligatorisch: Das Sequel des Buchs, Savages (dt.: Zeit des Zorns), startet nahezu zeitgleich in den Kinos. Das Buch ist offensichtlich nicht mehr als der Bestandteil einer Reihe von Produkten.

Was interessanterweise Raum für stilistische Freiheit gibt: Denn Kings of Cool ist ein Gedicht, das uns als Buch verkauft wird. Dabei natürlich kein Schiller, aber ein Bukowski, wo es brutal ist; ein E. E. Cummings, wo es erotisch ist und eine Plath, wo der Tod aus Verachtung vor der Gesellschaft geliebt wird. Doch Dichter sind kaum in Schlagworten festzuhalten ihr Wesen ist komplexer. Dennoch: Es gibt Gedichte, die cool sind, die sexy sind. Und dort bedient sich Don Winslow nur zu gerne.

Nicht nur Ophelia, die schöne Tote, ist eine Hauptperson ihr Name wird im gleichen Zug verstümmelt. Sie heißt schlicht O. Ein lyrisches Motiv der Moderne, eines, in dem Bambi -natürlich ironisiert- das Zeichen für Romantik sein kann und der Spruch ,old guys rule' der T-Shirt-Aufdruck eines alten, harten Hundes ist. Die Poesie ist also noch da aber als Werbetafel, als effizienter Dialekt der Coolness.

Damit schleift sich die Sprache von Kings of Cool einprägsam ins Gehirn. Der eigenwillige, aber effiziente Stil regt zum rhetorisch geformten Denken an. Wer Kings of Cool liest, und nicht stoppt, weil ihm die Zeilensprünge, das Spiel von Beschleunigung und Entschleunigung, hyperrealer Beschreibung und Aussparung der Bühnenhintergründe ein Ärgernis ist, der wird selbst zum King of Cool; zumindest in seiner eigenen Fantasie. Wer nicht nur weiter liest, sondern weiterdenkt, wird aber bald merken, dass Redundanzen auftreten und die Coolness ausgedient haben könnte. Cool ist nicht mehr cool. Zumindest ab Seite 200.

Öde wird nämlich es immer wieder, wenn mediale Ereignisse die persönliche Entwicklung der Charaktere erklären sollen. Das erscheint nicht falsch, wenn man an den Vietnam-Krieg oder 9/11 denkt und sich erinnert, was diese Ereignisse mit dem amerikanischen Selbstbild getan haben. Gleichzeitig ist es aber ein Gemeinplatz, der dem Leser kaum mehr Erkenntnisse über psychologische und kulturgeschichtliche Entwicklungen liefert, als Oliver Geissen in einer 60er-Show auf RTL.

Meistens erzeugt es aber ein gewaltiges Selbstbewusstsein, da man plötzlich alles zu überblicken glaubt: Warum die Hippiekultur untergegangen ist, mexikanische Drogenkartelle brutal sind und wie man sich als 20jähriger in einem Krieg wiederfinden kann, der von den Eltern begonnen wurde und weiter von ihnen genährt wird. Da ist RTL weit weg, weil man eben nicht immer alles überdenkt und Don Winslow ein Autor ist, der sein Handwerk versteht.

Praktisch heißt das, dass Don Winslow zwei Erzählstränge aufmacht, die Schritt für Schritt zusammenlaufen. Der erste Strang verläuft in der Gegenwart: Schnell, rhythmisch, überzeugend. Der zweite in der Vergangenheit: langsam, erst romantisierend, dann entromantisierend, tendenziell langweilig.

Dabei ist der Teil, der sich von den 60ern bis in die 80er zieht, keinesfalls schlecht neben der überaus starken Gegenwart bleibt er allerdings zurück, wirkt zuweilen gar gekünstelt. Eine Gratwanderung, die meistens gelingt und manchmal dumpf langweilt.

Wenn wir Don Winslow dies verzeihen, sehen wir ein tolles Buch vor uns. Ein Konsumgut vielleicht, aber eines, das sich konsequent literarische Freiheiten nimmt und dabei zu unterhalten weiß. Die großen Erklärungen bietet Kings of Cool wohl nur vordergründig und doch will man ihm glauben. Vielleicht, weil die Fiktion zu oft von der Wirklichkeit übertroffen wird; besonders, wenn es um Drogen, Waffen und Gewalt geht.

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Letzte Kommentare:
12.03.2015 10:31:20
TorstenEffenbach

Don Winslow macht einfach Spaß. Originelle Figuren, frisch erzählt, gute, spannende Geschichte. Keine große Literatur, aber definitiv Garant für ein unterhaltsames Wochenende. Sein knapper Stil lässt die Geschichte in einem großen Tempo am Leser vorbei ziehen, wer lange poetische Sätze sucht, ist hier falsch. Wer von einer spannenden Geschichte mitgerissen werden will, kommt dagegen auf seine Kosten.

05.11.2014 08:40:09
uknig

Quasi die Vorgeschichte zu Zeit des Zorns, aber an dieses Werk kommt „Kings of Cool“ nicht heran. Dafür ist der Plot zu einfach, sind die Charaktere zu eindimensional und auch die zeitlichen Rückblenden verwirren anfänglich ein wenig. Zum Schluss passt aber alles wieder gut zusammen. Winslow drückt in dieser Geschichte ziemlich aufs Tempo, doch manchmal hätte ich lieber ein paar Wendungen, die das Ganze nicht so vorsehbar machen.
Aber sein Schreibstil ist direkt ohne große Ausschmückungen, da passt die einfache Geschichte ganz gut. Interessant war es dennoch, denn wie Winslow das gesellschaftliche Klima in Kalifornien seziert, ist manchmal große Klasse.

11.06.2014 19:24:41
PopIzzo

Ich habe mich mit dem Prequel zu "Tage des Zorns" prächtig amüsiert. Don Winslow skizziert die familiären und kriminellen Zusammenhänge in seinem "Laguna Beach".
Nicht nur Protagonisten aus Tage des Zorns tauchen auf. Bobby Z., Frankie Maschine u.a. spielen ebenfalls kleine oder größere Rollen. Wer viel von D. Winslow gelesen hat, wird beim Auftauchen dieser Leute schmunzeln.
Die Gesichichte um die Entstehung und Entwicklung des Drogenmarktes in dieser Region steht bis ca. Seite 200 im Vordergrund. Dieses Thema ist eh ein Spezialgebiet von ihm. Es geht um das Schaffen von Bedürfnissen und Märkten, Freundschaften und Seilschaften, die bis ins Jahr 2005 und in "Zeiten des Zorns" hineinspielen.
Ein sehr kurzweiliges Buch, welches locker und cool daher kommt. Man kann es vor oder nach "Zeiten des Zorns" lesen. Vielleicht ist es besser es erst zu lesen, da so die Protagonisten mehr tiefe bekommen. Diese Möglichkeit hatte ich nicht.

15.02.2014 20:27:56
SchökerKing

Kings of Cool beschreibt den Weg zum Plot von Zeit des Zorns, dem Showdown, aber es bringt den Leser auch in die Welt vor Chon, Ben und O, der Welt ihrer Eltern, die schlussendlich in der Jetztzeit und deren Geschehnissen vor Zeit des Zorns zusammen geführt werden, man sollte eingentlich Frankie Machine und Bobby Z gelesen haben, zumindest wenn man die Anspielungen verstehen möchte, aber es ist nicht zwangsläufig nötig, nur übersichtlicher.Ansonsten ist es typisch Winslow, rausgerotzte Sätze und Kapitel die nur aus einem Wort bestehen, immer im Fluss, anmachend und agressiv, voller überbordender Gewalt und intimer, plakativer Erotik, das muss man nicht mögen aber wenn man sich darauf einlässt, wird man in eine eigene Welt der Vibrations, Grooves und sarkastischer Kommentare geführt, die wie ein Roadmovie abläuft, Southern California on Drugs and Crime.Für mich klasse Unterhaltung, Pageturner, sehr bedauerlich, dass die Serie hier wohl endet.

04.11.2012 15:27:40
anyways

Laguna Beach- Mekka für Surfer und früheres Hippie-Paradies. Die Fassade trügt, denn seit Jahrzehnten erlebt Kaliforniens Küste einen Boom an allen Arten von Drogen, deren Anbau, Vertrieb und Verkauf.
Seitdem Ben und Chon die siebzehnjährige Ophelia, kurz O, vor einem allzu zudringlichen Sportsfreund ihrer Schule retten, sind die drei ein unschlagbares Team. Sie bilden über die Jahre hinweg eine Art Familie, Familie die sie so nie kennengelernt haben. Da der zudringliche Kerl aber recht einflussreiche Eltern hat muss Chon verschwinden, er geht nach Afghanistan zu den SEALS. Von dort bringt ein Samenkorn mit, ein Körnchen das den Dreien über lange Jahre gewisse Annehmlichkeiten sichert, denn daraus entsteht erstklassiges Dope. Erst als O versucht mehr über ihren leiblichen Vater zu erfahren, spitzen sich die Ereignisse zu, Konkurrenten, korrupte Polizisten und die mexikanischen Drogenkartelle bringen Ben und Chon in ernsthafte Schwierigkeiten.

Don Winslow zieht in seinem Roman einen Bogen von mehr als dreißig Jahren kalifornischer Drogenkultur. In Rückblenden werden der Aufbau der Drogenszene und die weitere Entwicklung durch verschiedene Protagonisten gezeichnet, die alle in einer Verbindung zueinander stehen. Die verschiedenen Handlungsstränge sind so geschickt konstruiert, dass sie mit den nötigen Spannungsbögen erst am Ende zusammenlaufen. Die Kapitel sind alle recht kurz gehalten. Manche bestehen nur aus wenigen Sätzen, bis zu nur einem Wort. Ein ungewöhnlicher, gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, der mich jedoch schon in der LP reizte. Sein Sprachstil geht nicht wirklich über den Straßen Jargon hinaus, er ist derb, sexistisch, laut und einfach, genau deshalb auf eine voyeuristische Art faszinierend. Trotzdem ist es keine proletenhafte Abhandlung, denn Winslow überrascht, meistens ganz versteckt, mit einem hohen Maß an u.a. geschichtlicher Bildung. Er flicht cineastische und literarische Klassiker genauso ein wie politische Aktionen während dieser drei Jahrzehnte(nicht nur den Vietnamkrieg und die Watergate- Affäre). Stellenweise ist es fast wie ein Rätsel, denn diese Hinweise erfolgen auch eher stichpunkthaft in fast abgehackten Sätzen. Ich musste mir einige Mühe geben sie zu erkennen bzw. den Bezug auf ein z. Bsp. politisches Ereignis herzustellen. Dadurch wird der Lesefluss jedoch keineswegs unterbrochen, sondern förderte bei mir eher die Aufmerksamkeit und das Interesse.
Ein absoluter Hingucker ist auch das Buch an sich, die Covergestaltung ist zwar schlicht in schwarz/ weiß, der schwarz eingefärbte Buchschnitt macht es zu etwas Besonderem.

02.10.2012 09:13:44
c-bird

Laguna Beach, Kalifornien, 2005. Ben, Chon und O sind beste Freunde und zusammen ein super Team. Sie sind jung, sehen gut aus, sind erfolgreich und reich. Ihr Geschäft: der Vertrieb von erstklassigem Marihuana und das im großen Stil. Doch Erfolg macht neidisch und als die Drogenmafia und auch korrupte Cops ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, tut sich ein Problem auf. Chon, eher der gewalttätiger Part des Teams, ist leider mal wieder zu einem Auslandseinsatz in Afghanistan und so sucht Ben, der ruhigere Typ, eine clevere Lösung. Leider nicht clever genug...

Zeitsprung: Laguna Beach, Kalifornien 1967. Es ist die Zeit der Surfer, die große Hippie-Ära und auch die Zeit, um erst ein bisschen Dope zu zu verticken, um dann später das ganz große Geschäft daraus zu machen. Der 14jährige John McAllister lernt hier den "Doc" kennen. Er ist wie ein Vater für ihn und gemeinsam bauen sie ein Drogengeschäft auf, das seinesgleichen sucht.

Die Geschichte springt ständig zwischen den zwei Zeitebenen hin und her, dem "Heute" (2005) und dem Beginn 1967 und den Jahren danach. Nach und nach erfährt man, wie alles begann und inwieweit die Geschichte Bens, Chos und Os mit der Geschichte der vorherigen Generation verwoben ist.
Die Kapitel sind teilweise extrem kurz gehalten, 305 Kapitel auf 349 Seiten sprechen da wohl für sich. Die Sprache des Buches ist eine vollkommen andere, als man normalerweise gewohnt ist. Winslow hat einen ganz besonderen Erzählstil. Oft sind es kurze, abgehackte Sätze, die Sprache hart. Manches Kapitel besteht nur aus einem Satz. Auch eine gewisse Art von Sarkasmus findet sich an vielen Stellen. Winslow spielt mit den Worten wie kein Zweiter, herausgekommen ist fast ein Epos an die Zeit zwischen Ende der 60er und heute. Interessant auch, dass es „Gastauftritte“ von Charakteren aus anderen Büchern Winslows gibt: Bobby Z und Frankie Machine, zu deren Figur es jeweils ein eigenständiges Buch gibt, kommen aber nur kurz vor.

Ein ganz großes Plus an die äußere Gestaltung des Buches. Ich war total begeistert. Nicht nur der Einband ist schwarz, sondern auch die Seitenränder komplett schwarz eingefärbt. Der Titel sticht weiß ab und ist leicht erhaben. Wie ein kleines Schmuckkästchen kommt das Buch daher, so etwas Tolles hatte ich als Buch noch nie in der Hand.

Aber auch der Inhalt war für mich fünf Sterne wert. Man muss zwar die Sprache Winslows mögen, die Story selbst war aber äußerst spannend erzählt. Meine absolute Leseempfehlung!

27.09.2012 19:47:15
leseratte1310

Laguna Beach - das Mekka für Surfer und Hippies. Nur kaputte Typen, die mit nichts und niemandem wirklich etwas anfangen können. So auch Ben, Chon und O. Sie dealen und kommen sich mit Konkurrenz und Mafia ins Gehege. Die Polizisten sind korrupt und lassen den Geschäften gegen Bares ihren Lauf, solange sie hin und wieder Erfolge vermelden können. Die Rückblicke in die Vergangenheit ergeben erst ziemlich zum Schluss einen Sinn.
Es hätte eine gute Geschichte im Drogenmilieu werden können, wenn ich mich mit der Schreibweise hätte anfreunden können. Kurze und superkurze Kapitel, Kapitelwechsel mitten in einer Handlung, selbst mitten im Satz machen das Buch zwar zu etwas Besonderem, aber nicht im positiven Sinn.
Die Aufmachung des Buches gefiel mir.

25.09.2012 10:24:55
subechto

Statt Love & Peace, Krieg & Gewalt

Um es gleich vorwegzunehmen, "Kings of Cool" hat mich enttäuscht: Wenn man "Zeit des Zorns" gelesen hat, fehlt hier ein wenig die Spannung, weil man ja weiß, wie es weitergeht. Überraschungen gibt es eigentlich auch keine, schade. Doch worum geht es?

Rechtzeitig zum Kinostart von "Savages", der Verfilmung von "Zeit des Zorns", erscheint Don Winslows Prequel "Kings of Cool". Die Handlung liegt also zeitlich vor der von "Zeit des Zorns".

Laguna Beach, Südkalifornien 2005: die drei Freunde aus "Zeit des Zorns", Ben, Chon und Ophelia, genannt "O", sind jung und erfolgreich, aber sie leben gefährlich, denn sie dealen mit Dope.

In Rückblenden erfahren wir, wie alles begann, damals im Jahr 1967, mit der Generation ihrer Eltern: es ist die Zeit der Hippies, Surfer und Drogen. die Zeit des Summer of Love, der Batik-T-Shirts, von Flower Power und Woodstock. Die Zeit von Scott McKenzies San Francisco und Janis Joplin.

Erzählt wird die Geschichte von Doc, genannt "Taco Jesus", John & Starshine, Stan & Diane, "Freaky Frederica" und ihrer Tochter Kim. Wie sich das gehört, leben sie in einer Kommune und praktizieren die freie Liebe.

Der Doc dealt mit Dope und John macht bei ihm Karriere. Drei Jahre später hat er zwei Häuser, drei Autos und eine neue Freundin. Aber die Zeiten ändern sich, die Drogen werden härter und die Gewalt eskaliert ebenfalls...

An und für sich mag ich die Romane von Don Winslow. Mein Favorit bis jetzt ist "Tage der Toten". Auch wenn ich mit "Zeit des Zorns" so meine Schwierigkeiten hatte, denn Sprache und Stil des Autors sind doch etwas gewöhnungsbedürftig: das "F...-Wort" in allen Variationen und kurze, abgehackte Sätze, teilweise über mehrere Zeilen.

Aus den eingangs genannten Gründen ist "Kings of Cool" jedoch ein Buch, das die Welt nicht braucht: no Action und ein konstruierter Plot. Am interessantesten fand ich noch die Gastauftritte von Bobby Z und Frankie Machine.

Ärgerlich auch das Outfit: der schwarze Deckel mag ja cool sein, aber ein geschwärzter Schnitt ist es ganz sicher nicht. Während des Lesens hatte ich ständig einen unangenehmen, giftigen Geruch in der Nase. Auch war mein Exemplar nicht richtig eingefärbt und sieht dadurch fleckig aus. Last but not least klebten sogar einige Seiten aneinander...

Sorry, Mr. Winslow und Suhrkamp, aber dafür gibt es von mir uncoole 60°.