Das Ultimatum

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • München: Heyne, 2012, Seiten: 416, Übersetzt: Gunter Black

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Andreas Kurth
Kernick schreibt konstant in der ersten Liga

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2012

In einem Parkhaus und einem Bahnhof in der Londoner City gibt es spektakuläre Bombenanschläge. Während die Sicherheitskräfte der britischen Hauptstadt dadurch gebunden und beschäftigt werden, stürmen schwer bewaffnete Mitglieder der Panarabischen Armee Gottes so nennt sich die Truppe von Gotteskriegern das vornehme Hotel Stanhope. Für Polizei und Militär ein Alptraum, denn offenbar sind diese Menschen bereit, für ihre politischen Ziele zu sterben. Und auch das Leben der Geiseln zählt nichts, zur Abschreckung werden sofort einige erschossen. Die Gruppe will mit ihrer Aktion die britische Regierung dazu zwingen, alle militärischen Aktivitäten und politischen Einflussnahmen in der islamischen Welt einzustellen. Im Hotel spielen sich derweil zahlreiche kleine und größere Dramen ab, aber durch das Kidnapping der Kinder einer hochrangigen Polizeibeamtin haben die Entführer für das Finale einen möglicherweise entscheidenden Trumpf in der Hand. Sie haben jedoch nicht mit der Instabilität ihrer Gruppe gerechnet und einen gefährlichen Feind im Hotel selbst hatten sie überhaupt nicht auf der Rechnung. Bis zum höchst dramatischen Finale überschlagen sich die Ereignisse an diesem denkwürdigen Tag.

Die "Dennis-Milne-Reihe" von Simon Kernick ist auch gelungen, aber seine Einzel-Romane sind nach meiner Auffassung deutlich besser, und Ultimatum setzt diese Tradition nahtlos fort. Von der ersten Seite an baut der Autor einen enormen Spannungsbogen auf, der bis zum grandiosen Finale um keinen Millimeter abfällt. Kernick baut geschickt die Kulisse auf, entwickelt in aller Ruhe das Szenario für seine packende Geschichte. Und nebenher führt er gewissermaßen nebenbei diverse Personen und Gruppen ein, die im Laufe der höchst dynamischen Handlung mehr oder weniger wichtige Rollen spielen werden. Und typisch für Simon Kernick es geht sofort mit Volldampf los. Im Prolog wird eine Haustür geöffnet, und es gibt den ersten Kopfschuss. Nichts für zarte Gemüter, aber wer rasante Thriller mag, merkt sofort, dass er zum richtigen Buch gegriffen hat.

Der ziemlich durchdachte und clever aufgebaute Plan der Panarabischen Armee Gottes übt eine seltsame Faszination aus. Die Profi-Truppe scheint alles im Griff zu haben, die Sicherheitskräfte sind zunächst eher rat- und machtlos. Doch Kernick hat einige Stolperfallen für die Terroristen in seine Geschichte eingebaut, die reichlich Dynamik in die Handlung bringen. Da ist beispielsweise ein Mann im Hotel er nennt sich Scope der in einer der Luxussuiten im obersten Geschoss des Hotels einen Geschäftsmann und dessen Leibwächter umgebracht hat. Er will einen Weg nach draußen suchen, kommt aber einer Mutter und deren Sohn zu Hilfe. Und sofort steckt er in einem Kleinkrieg mit den Geiselnehmern. Der militärisch erfahrene Scope spielt später eine Schlüsselrolle, aber mehr werde ich hier nicht verraten. Ein wirklich gelungene und interessante Figur auch das Motiv für seinen Mord wird schließlich enthüllt.

Eine recht ambivalente Figur ist die Einsatzleiterin der Metropolitan Police. Es sind ihre Kinder, die im Prolog entführt werden, das verrät schon der Klappentext. Und so muss Arley Dale irgendwann mit ihrem Gewissen kämpfen und entscheiden, ob sie sich von den Terrorristen erpressen lassen will oder nicht. Aber jenseits der interessanten Figuren, von denen es auch bei den Bösen einige gibt, ist hier die Geschichte der Star. Der Plot ist hervorragend konzipiert, im Bonusmaterial des Buchs schildert Simon Kernick, wie er zu diesem Thema kam, und was ihn dabei bewegt hat. Das biografische Material rundet das Buch dann perfekt ab nicht nur für Kernick-Fans überaus interessant.

Man könnte nun Lobeshymnen aneinanderreihen Vollgas-Action, Lese-Kino der feinsten Art. Aber das ist bei Simon Kernick mittlerweile eher müßig. Ich finde überaus bemerkenswert, dass er seinem dynamischen Sachreibstil so treu bleibt, konstant auf höchstem Niveau wirklich spannende und lesenswerte Thriller produziert, ohne dabei zu sehr in immer gleiche Muster zu verfallen. Kernick schreibt in der ersten Liga und man sollte seine Bücher am Wochenende lesen, denn zwischendurch aufhören und arbeiten müssen verdirbt nachhaltig die Laune.

Das Ultimatum

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Letzte Kommentare:
04.12.2019 10:36:34
Christine W.

Ein sehr guter Thriller, bislang einer der besten Kernicks für mich. Gute Story und wie immer sehr spannend ! Ein wahrer Lesegenuss.

04.05.2014 10:03:53
Alexander

Auch ich fand das Buch sehr gut. Meine Wertung sind 80 Prozent.
Ich hoffe nur für die Leser, die nicht englisch oder nicht so gut englisch lesen können oder es nicht wollen, dass "The Murder Exchange" und "The Crime Trade" auch bald auf Deutsch erscheinen. Die zwei Bücher sind auch der Hammer und erzählen mehr über Kernicks Dauerheldin Tina Boyd, die in dem erstgenannten zum ersten Mal auftaucht.

16.05.2013 15:51:53
Xander

Simon Kernick ist definitiv mein Lieblingsautor und das war erneut ein enorm spannendes und rasant gehaltenes Buch. Das Buch hatte mich so in seinen Bann gezogen, dass ich weder den Fehler mit dem "gesehen", noch mit der Gewehrsalve bemerkt hatte. :-)
Beim Lesen fühlte ich mich oft als Zuschauer einer 24 Staffel. Die Umsetzung von Scope fand ich sehr gelungen.

24.04.2013 21:31:48
Torsten

Nachtrag:
Ich habe im Original nachgelesen. Der erwähnte Logikfehler ist schlicht ein ganz grober Fehler des Übersetzers, der ein "gesehen" völlig unnötigerweise frei hinzugedichtet hat.
Sehr ärgerlich wenn so etwas sinnentstellendes ausgerechnet die Auflösung irritiert.

(Für kurze Nachträge sind die 300 Zeichen echt eine Hürde :-) )

24.04.2013 09:51:41
Torsten

Ein spannendes Buch, das tut was es soll- die Spannung und Neugier stets auf einem Niveau halten das nach Weiterlesen Lust macht.
Durch die kurzen Kapitel und den wirklich ziemlich gleichmässig hohen Spannungsbogen ist das eine perfekte Urlaubs- und Strandlektüre.
Die von Andreas Kurth vergebenen 95Grad halte ich aber dennoch für viel zu viel, angesichts wirklich herausragender Krimis die eine Gradzahl an die Hundert heran verdienen.
Ein paar kleine Logikfehlerchen sind in der vom Autor im Nachwort selbst erklärten) Hektik der Fertigstellung wohl untergegangen - z.B. kann wohl keine Gewehrsalve durchs Treppenhaus hallen, wenn aus einer Pistole geschossen wird.
Ein wirklich grösserer Fehler stört allerdings schon mehr: Ohne zuviel zu verraten, aber Clinton hat definitiv jemand anderen gesehen - da ist die im Nachwort erklärte Änderung des Plots wohl mit zu heisser Nadel gestrickt worden.

31.03.2013 19:42:46
meier13

Perfekte Unterhaltung auf hohem Niveau, Hochspannung bis zum Schluß - die Story fesselt so sehr, das man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Ich vergleiche grundsätzlich keine Autoren bzw deren Werke miteinander, da jede Story ein Recht auf Alleinstellung hat - dieses sucht seinesgleichen, deshalb 99°. Mr. Kernick, bitte weiter so.

04.02.2013 22:03:43
Lukas Gabriel Fabian

ich habe mir das buch gleich am ersten tag gekauft wo es rauskam,einfach bombe! habe mich so doll gefreut, weil ja 2011 keines rauskamn , aber wer das buch liest wird wissen das es sich gelohnt hat das warten!trotzdem finde ich die figur von den drei anderen büchern am allerbesten und natürlich meine ich dennis milne!!!wir denken an dich und hoffen dir und deiner familie im himmel geht es gut :-) liebe grüsse lukas-gabriel f!

06.11.2012 19:54:34
Dani P.

Wie gewohnt, ein super spannendes Buch - schwierig aus der Hand zu legen, weil man denkt, man verpasst etwas.. Ich liebe den Schreibstil, denn man ist von Seite 1 an sofort mitten im Geschehen. Hochspannung pur. Dieses Buch kann man wirklich nur empfehlen! Simon Kernick sollte in keinem Bücherschrank fehlen!

21.10.2012 19:51:41
jaki

Einmal mehr ein klassisches Buch von Kernick - Hochspannung mit viel Tempo in der Geschichte, actionreich wenn auch nicht immer ganz glaubwürdig. Für mich immer wieder genial, wie Kernick die Spannung in den Büchern hochhält, einem an die Geschichte fesselt und dies bereits ab den ersten Seiten.
Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher.

12.10.2012 18:04:26
Marcel

Dieses Buch ist Hochspannung pur! Ich habe es an einem Tag durchgelesen; man kann es wirklich einfach nicht aus der Hand legen.

Man mag nun geteilter Ansicht sein, ob es sich bei Kernicks Geschichten wirklich um literarische Meisterwerke handelt. Natürlich fehlt einem solchen Thriller der gewisse "Tiefgang", den mancher Kritiker bei einigen der vorangegangenen Werke vermisst. Doch mal ehrlich, welcher Krimi-Autor ist denn ernsthaft Anwärter auf einen Literatur-Nobelpreis? Auf der Skala von Unterhaltungs- zu Weltliteratur muss man die Thriller von Kernick natürlich eher bei ersterem ansetzen. Aber "Siege", wie es im englischen Original heißt, hebt sich ganz eindeutig vom Mainstream der zahlreichen Krimis, die die Bücherregale zum Platzen bringen, ab. Tiefgang hin oder her, bei einem spannenden "Action"-Thriller trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn es darum geht, wer es kann oder nicht. Und Kernick ist ein Meister darin, wenn es darum geht, den Leser ans Buch zu fesseln. Für jeden Leser, der sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr ohne Taschenlampe aus dem Schlafzimmer traut, ist dieses Buch genau das Richtige, denn es verspricht Gänsehaut, einen erhöhten Pullschlag und nicht eine Sekunde Langeweile auf knapp 500 Seiten!