Wer andere in die Grube schickt

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Reutte: Ehrenberg, 2011, Seiten: 288, Originalsprache

Couch-Wertung:

80°
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Reinhard Berndt
Tödliche Intrigen mit augenzwinkernder Unterhaltung

Buch-Rezension von Reinhard Berndt Nov 2011

Wer andere in die Grube schickt ... der muss sich nicht wundern, wenn es ihm selbst irgendwann einmal an den Kragen geht. Und das geschieht unausweichlich, denn Gerechtigkeit muss sein. Aber bis dahin erwarten den Leser dieses Mallorca–Krimis von Kaspar Panizza eine ganze Reihe spannender, überraschender und auch amüsanter Momente vornehmlich aus dem Alltag deutscher Residenten auf der Insel.

Eine Leiche am Strand bringt die Geschichte ins Rollen. Tragischer Tod eines glücklosen Aussteigers, wie es zunächst scheint. Doch da sind zuviele Ungereimtheiten, die nach und nach auf andere Umstände des Todes hindeuten. Balu, eine der Hauptfiguren der Handlung, wird nahezu unfreiwillig doch mit wachsender Begeisterung zum Ermittler. Mit Freundin Hannah und seinem Freund Wolf ist er für Comisario Ferrer von der Mordkommission, der den Fall übernommen hat, ein unverzichtbarar Helfer. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn nun geraten auch sie ins Visier eines möglichen Mörders von Max.

Als die Spur zu einer dubiosen Sekte führt, gibt es das zweite Opfer. Hier handelt es sich eindeutig um Mord und der Täter scheint zu Allem entschlossen. Selbst vor den Angehörigen der ihm gefährlich werdenden Protagonisten macht er nicht halt, um unentdeckt die Insel verlassen zu können. Denn es geht um Geld, sehr viel Geld, das ihm ein sorgloses Leben unter der Sonne ermöglichen soll. Doch seine Verfolger bleiben hartnäckig.

Die Spannung bleibt bis zur letzten Seite

Kaspar Panizza zeichnet in seinem literarischen Debüt glaubhafte Figuren. So wie er als Keramiker, der er von Hause aus ist, in Ton gestaltet, mit genauer Beobachtungsgabe und einem unaufdringlichen Touch von Ironie, so formt er sie hier mit Worten. Kaspar Panizza lebte viele Jahre auf Mallorca. Die von ihm gewählten Handlungsorte sind authentisch, ebenso sind die Charaktere der Haupt- und Nebenpersonen der Handlung so beschrieben, dass man glauben möchte, sie zu kennen.

Die Episoden am Rande, zum Beispiel das Begräbnis des Esels, was dem Titelbild des Buches Pate stand, beruhen auf wahren Begebenheiten. Dabei gelingt es ihm, sie auflockernd in die Handlung einzubauen, ohne dass sie eigentlich zur Geschichte gehören. So nimmt er seine Leser auch ein Stück in den Alltag auf der Insel mit, der nicht nur aus Baden, Bier und Ballermann besteht.

Dieses Erstlingswerk von Kaspar Panizza macht neugierig. Flüssig erzählt, wird der Leser mit in die Handlung genommen, ohne sich in tiefe Psychogramme verstricken zu müssen. Für Freunde spannender und nicht unbedingt blutrünstiger Kriminalgeschichten ein guter Tipp. Man kann auch nach dem Lesen noch einen erholsamen Abendspaziergang am Strand riskieren. Die angehängten Rezepte übrigens, die Speisen aus der Handlung aufgreifen, sind zwar keine neue Idee in der Literatur, aber sie nachzukochen unbedingt empfehlenswert. Sie verraten den Hobbykoch und Genießer Kaspar Panizza.

So gesehen sogar eine Geschichte zum Lesen wie auch zum Leben.

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