Fabio Lanz

11.2021 Der Kriminalroman „Ein kaltes Herz“ stellt den Auftakt zu einer neuen Reihe um die Züricher Kriminalpolizistin Sarah Conti dar. Der Roman überzeugt nicht nur durch eine ganz besondere Ermittlerin, sondern auch durch seine philosophischen, musikalischen und künstlerischen Bezüge. Krimi-Couch-Redakteur Thomas Gisbertz sprach mit Fabio Lanz über sein Romandebüt, das Einzigartige seiner Hauptfigur und seine Rolle als Schriftsteller.

"Gute Psychologie ist auch für einen guten Krimi zentral."

Krimi-Couch:
Herr Lanz, Ihnen gelingt mit „Ein kaltes Herz“ ein wunderbarer, feingeistiger Roman, der mit einer ganz speziellen Ermittlerin zu überzeugen weiß. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an der Kriminalpolizistin Sarah Conti?

Fabio Lanz:
Für mich war es wichtig, eine Frau zu gestalten, die mit Esprit und Menschenkenntnis an die Arbeit geht. Sarah Conti ist nachdenklich, kultiviert, klug, aber auch entschlossen und sogar hart, wenn es nötig wird. Gute Psychologie ist auch für einen guten Krimi zentral.

Krimi-Couch:
Sarah Conti war und ist eine Einzelgängerin. Sie lebt nach innen, für sich. So selbstsicher sie als Ermittlerin auftritt, so zurückhaltend ist sie im Privatleben. Nur bei ihrer Nachbarin Gretchen Schulze lässt sie dauerhaft Nähe zu. Ist sie zu misstrauisch, was eine feste Beziehung betrifft, oder hat sie eher Angst, anderen nicht zu genügen?

Fabio Lanz:
Vielleicht kommt da manches zusammen. Kindheitserlebnisse, eine gewisse Scheu, sich allzu sehr zu binden, obwohl Fred, Sarahs Freund, ein guter Kumpel ist. Ruhe und Meditation und natürlich auch die Musik sind Sarah ein grosses Bedürfnis.

Krimi-Couch:
Ihre Erzählung ist sicherlich weit mehr als nur ein klassischer Kriminalroman. Es geht auch immer wieder um Malerei, Musik oder auch Philosophie. Dies macht den besonderen Reiz der Erzählung aus. Ist die Begeisterung für diese Bereiche etwas, was Sie mit Ihrer Hauptfigur Sarah Conti teilen?

Fabio Lanz:
Flaubert hat ja mal gesagt: „Madame Bovary, das bin ich.“ So weit würde ich nicht gehen. Aber natürlich teile ich Sarahs Begeisterung, und deshalb würde ich sie auch gerne kennenlernen… Der Autor schöpft ja immer auch aus seinen eigenen Welten, die ihn faszinieren und antreiben.

Krimi-Couch:
Der Verlag hält sich sehr bedeckt, was Ihre Biografie betrifft. Sie selbst schreiben unter dem Pseudonym „Fabio Lanz“. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Fabio Lanz:
Wissen Sie, man steht als Autor heute oft unter ziemlichem Stress, was die Öffentlichkeit betrifft. Die Neugier kann sehr stark werden. Das ist dann für die Arbeit nicht nur gut. Ich bin eigentlich ein eher ein ruhiger Typ. Wenn das Pseudonym mal auffliegen sollte, ist das ok. Aber vorerst lebe ich wie Diogenes in seiner Tonne.

Krimi-Couch:
Die Reihe um Sarah Conti wird fortgesetzt. Können Sie schon etwas darüber verraten, wie es mit der Züricher Ermittlerin weitergehen wird?

Fabio Lanz:
Sarah ist schon wieder schwer an der Arbeit. Ich denke, es wird echt spannend. Der Fall wird noch schwieriger, das Klima ist angeheizt. Ich überblicke ungefähr die Hälfte. Sarah wird mir helfen, das Finale zu lösen. Hoffentlich.

Das Interview führte Thomas Gisbertz im November 2021.
Foto: © laimdota

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