HIP: Ermittlerin mit Mords-IQ
- Staffel 5

Serien-Kritik von Karsten Kloß (03.2026) / Titel-Motiv: © 

Morgane Alavaro geht in eine letzte Runde.

Morgane Alvaro (Audrey Fleurot) ist zurück. Gemeinsam mit Kommissar Adam Karadec (Mehdi Nebbou) kümmert sie sich nun um ihr neugeborenes Kind. Das ist aber nicht ganz so einfach wie geplant, denn nicht nur, dass sie mit ihren anderen Kindern bei Karadec eingezogen ist, da ihr altes Haus verkauft wurde, auch sind die Beiden immer noch beruflich distanziert – trotz ihrer gemeinsamen Nacht. Dazu kommt nun auch noch die Tatsache, dass der Erziehungsurlaub für beide sich dem Ende zuneigt und der kleine Léo in den Kindergarten soll – doch leider erst am darauffolgenden Tag.

So muss Morgane einmal wieder das machen, was sie am besten kann – improvisieren. Und so wird Léo an diesem Tag von einem Babysitter zum anderen gereicht, da Morgane und Karadec einen Mordfall aufzuklären haben. Ein junger Mann wurde von seiner Mutter in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Da die Mutter nur polnisch sprechen kann, stellt sich die Befragung der Zeugin als schwierig heraus, auch wenn sie immer nach etwas fragt. Durch ihre unfassbare Kombinationsgabe weiß Morgane schnell, was die Frau sucht und befreit das kleine Baby aus dem Auto.

Die Ermittlerin mit dem Mords-IQ

Damit löst sie aber nur eine Kettenreaktion an Dingen aus und schon bald befinden sich Karadec und Morgane im längsten Tag ihres Lebens. Denn nicht nur die Suche nach dem Mörder entpuppt sich als schwerer als gedacht. Das Baby gehörte auch gar nicht zu dem Ermordeten und ganz plötzlich befinden sich Karadec und Morgane in einem Geiseldrama wieder aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Doch dann tritt eine von Morganes Gaben in Kraft und so gelingt es, den Fall zur Zufriedenheit zu lösen.

Doch damit noch lange nicht genug. Der Kindergartenplatz ist nun endlich da, doch leider auch die nächste Leiche. Die Abmachung war, dass Karadec den kleinen Léo dort hinbringt, doch dieser kann sich nicht trennen und bringt ihn zum Tatort mit… ganz zum Missfallen von Morgane. Diese hat nun nicht nur die Leiche im Kopf, sondern bangt auch gleichzeitig noch um den Platz im Kindergarten, der eventuell nun anderweitig vergeben wird.

Doch wie üblich, ist schnell alles geklärt. Morgane klärt den Mord auf, weist Karadec auf sein „Fehlverhalten“ hin, zeigt ihm die Konsequenzen auf und rettet dadurch mal wieder den Tag. Der nächste Fall steht aber schon vor der Tür und zwischen Karadec und Morgane flammt das Feuer der Leidenschaft wieder auf, welches sie nicht lange verheimlichen können. Da liegt aber auch das Problem, denn die Personalabteilung muss darüber informiert werden - und schon tritt Karadec ins nächste Fettnäpfchen, denn er gibt die Beziehung als rein sexuell an.

Morgane ist natürlich mehr als enttäuscht von dieser unsensiblen Zurückweisung und zieht bei der nächsten Gelegenheit bei Karadec aus. Ihr Vater ist verstorben und hat ihr einen Wohnwagen hinterlassen, in den sie nun erst einmal einzieht. Doch das ist mal wieder nur ein Weglaufen vor den Problemen. Wie so oft in ihrem Leben ist dies nur die Spitze des Eisbergs, denn auf die alten stapeln sich oft auch die neuen Probleme. Würde das nicht schon genügen, gibt es leider weitere Mordfälle die aufgeklärt werden müssen…und dann ist da noch ihre Stelle bei der Polizei, die wegrationalisiert werden soll…

Ein letztes Kapitel für Morgane Alvaro und Adam Karadec

Mit der fünften Staffel der französischen Krimiserie „HIP – Ermittlerin mit Mords IQ“ werden die Abenteuer von Morgane Alvaro zu einem Ende gebracht. Nachdem nun ABC / Hulu die Serie entdeckt hat und eine amerikanische Version davon auf den Markt bringt, wird es scheinbar für die Originalreihe Zeit abzudanken. So ist es dann auch auf dem Höhepunkt der Serie, nach 40 Episoden um die verrückt schrullige, aber unfassbar schlaue Assistentin der Polizei, zu Ende.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich diesen Abschied nun geschaut. Zum einen habe ich die Sendung wirklich gerne verfolgt und auch wenn viele von der ABC-Version begeistert sind, kommt diese bei weitem nicht an das französische Original heran. Dann waren da noch die letzten drei Folgen, in denen die Handlung um die Figuren in wirklich bizarre Ebenen getrieben wurden, die mit einem Knall geendet haben. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass es den Machern erst zur Hälfte der Staffel bewusstwurde, dass es ein Abschied werden würde und man musste dann noch schnell alle Handlungsfäden zu Ende bringen.

Dennoch fühlte es sich gut an. Auch wenn ich mich persönlich immer gut unterhalten gefühlt habe, schien das Konzept nun doch ein wenig ausgereizt zu sein. Das Können von Morgane ist immer weiter in den Hintergrund gerutscht und es schien eher so, dass sie Zufallstreffer gelandet hat – obwohl alles immer sehr schlüssig war, was von ihr dann präsentiert wurde. Dafür sind die Geschichten mit dem Zug oder die der Spionin ein gutes Beispiel, da sie hier wirklich komplett auf der falschen Fährte war, um dann durch einen minikleinen Hinweis wieder zurück zu finden.

Diese nun bei Polyband erschienene, finale fünfte Staffel von „HIP“ ist ein gelungener Abschluss mit einem ebenso bizarren Ende, wie es typisch für die ganze Serie war. Obwohl es eine Krimiserie ist, nimmt sie sich doch nie zu ernst und brilliert vor allem durch das Zusammenspiel der verschiedensten Typen. Da wären unter anderem Gilles (Bruno Sanches), Daphné (Bérangère McNeese), Céline (Marie Denaraud) oder auch Morganes Kinder. Dabei sind die chaotische Morgane und der ordnungsverliebte Karadec passende Gegenstücke, die sich in dieser Serie mehr als einmal anziehen.

Fazit

Fans des französischen Krimis, gepaart mit dem typisch französischen Humor, werden mit „HIP – Ermittlerin mit Mords IQ“ ihre Freude haben. Man muss die vier Staffeln aber als Gesamtkonzept sehen, da man auch nur dadurch die Veränderungen der Figuren verstehen kann. Mir hat es gut gefallen, auch wenn es vor allem zum Ende hin einige Schwächen in der Handlung gab.

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Bilder: © polyband Medien GmbH. All rights reserved.

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