Aschekinder von Wilhelm J. Krefting

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

. ISBN-10: nicht vorhanden, ISBN-13: nicht vorhanden.

'Aschekinder' ist erschienen als

In Kürze:

Jahreswechsel 1999/2000: Vier Jugendliche wollen in der Nähe ihres Heimatortes Swan Hill im australischen Outback campen und feiern und verschwinden spurlos. Fünfzehn Jahre später lässt Sophie, die Mutter eines der verschwundenen Mädchen, den Fall wieder aufrollen, weil sie einen der Jugendlichen in Melbourne wiederzuerkennen meint. Rachel Buchanan, eine Austauschpolizistin aus London, nimmt sich des Falls an. Wurde damals etwas übersehen?

Das meint Krimi-Couch.de: Langweiliges Thriller-Fastfood 20°

Krimi-Rezension von Nicole Goersch

Kurze und unpersönliche Sätze

Der Prolog erzählt die Vorgeschichte von Rachel, die sich für ein Austauschprogramm der Polizei gemeldet hat, nachdem ihr Sohn von einem Auto überfahren wurde und nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Ehe zerbrach. Die Darstellung dieser Szene ist dermaßen emotionslos und detailarm erzählt, als wäre es nur eine Skizze und nicht dem vollendeten Roman zugehörig.

»Tom sprang vom Bett und rannte in sein Zimmer. Er ging gern in den Kindergarten. Rachel hatte Mühe, hinterherzukommen. Sie zog ihm die Sachen an und nahm ihn mit nach unten in die Küche, wo er sich schon mal an den Tisch setzte. Rachel macht ihm zweit Toasts mit Erdnussbutter und Marmelade.«

Da braucht man als Leser schon ganz viel Fantasie, um das irgendwie mit Leben und Bildern zu füllen. Manche Szenen werden einfach in ein paar Sätzen zusammengefasst, wie das erste Zusammentreffen mit Thomas Bowman, dem eine Bar gehört. Dieser wird als Mann mittleren Alters beschrieben, ist aber ein paar Seiten später sogar jünger als die vor fünfzehn Jahren verschwundenen Jugendlichen.

Unlogisch und konstruiert

Als Sophie mit ihrem Mann bei der Polizei vorsprechen will, weil sie glaubt, einen der verschwundenen Jugendlichen erkannt zu haben, ist auf einmal von einem Mordfall die Rede. Wie kommt es dazu? Bisher ging es um einen Buschbrand, der nicht vorsätzlich gelegt worden war.

Die Rückblicke aus Sicht der verschwundenen Teenager lockern die Erzählung auf, allerdings machen sie auch schnell klar, in welche Richtung der Roman laufen wird. Die Charaktere sind absolut eindimensional und langweilig gezeichnet: die Behütete, die Verliererin, der Sensible und der Verwöhnte. Es gibt keine Überraschungen in den Handlungen und (Re-)Aktionen.

Auf Seite 80 tauchen auf einmal Menschenhändler auf. Warum? Das riecht förmlich nach falscher Fährte. Ein Aborigine-Mädchen wird von ihnen abgefangen, aber sie kann entkommen. Erst ist von einem Mann die Rede, dann von mehreren. Wenn es mehrere waren, wieso scheitern sie dann an einem Mädchen?

Weitere plumpe Einfügungen wie der Junge, der mit seinem Vater auf Kängurujagd geht und zum ersten Mal ein Tier erschießt, woraus Rachel schlussfolgert, dass es nicht weit ist, einen Menschen umzubringen, können nicht von der Spur ablenken, die einfach zu überdeutlich ist.

Hintergrundinformationen zu Australien

Das einzig Positive an dem Roman waren die Hintergrundinformationen zu den Ureinwohnern Australiens und ihrer Geschichte. Der Rest ist einfach nur lahm erzählt wie die Szene, als die Jugendlichen für ihren Campingausflug einkaufen. Sie wollen natürlich mit Sekt anstoßen. Anstatt daraus eine interessante Geschichte zu machen, heißt es: »Im Bottleshop, der an den Supermarkt angrenzte, besorgten sie sich zwei Flaschen Sekt zum Anstoßen. Sie waren noch keine achtzehn Jahre alt und hätten eigentlich keinen Alkohol kaufen dürfen, Ada spielte beim Verkäufer jedoch die Karte der Juniorchefin aus, versprach, verantwortungsvoll mit dem Sekt umzugehen, und bekam die Ware ausgehändigt.«

Schwer verdauliches Fastfood

Wilhelm J. Krefting hat mit »Aschekinder« sein Erstlingswerk geschrieben, das ein ebook-Bestseller war. Nun ist es als Taschenbuch herausgekommen. Die Geschichte hätte durchaus spannend und interessant erzählt werden können, denn der Klappentext weckte Neugier und Aufmerksamkeit, aber leider hat es der Autor nicht geschafft, die Erzählstränge zu einem atemlos-aufregenden Thriller zusammenzusetzen. Es ist eher ein schnell wieder vergessenes Ärgernis dabei herausgekommen.

Nicole Goersch, Juli 2018

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