Flugangst 7A von Sebastian Fitzek

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei Droemer.

  • München: Droemer, 2017. ISBN: 978-3-426-19921-3. 400 Seiten.

'Flugangst 7A' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin. Ein seelisch labiler Passagier. Und ein Psychiater, der diesen Passagier dazu bewegen soll, die Maschine zum Absturz zu bringen, sonst stirbt der einzige Mensch, den er liebt.

Das meint Krimi-Couch.de: Wenn der Wahnsinn sich als perfide Methode entpuppt 80°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Mats Krüger ist ein deutscher Psychiater, der wegen seiner Flugangst vor Jahren – nach dem Krebstod seiner geliebten Frau – per Schiff nach Argentinien ausgewandert ist. Jetzt steigt er mehr als widerwillig an Bord eines Flugzeugs, wo er wegen der Flugangst sogar vier verschiedene Sitze reserviert hat, die in unterschiedlichen Flugphasen besonders sicher sein sollen. Er will und muss zurück nach Deutschland, weil seine Tochter Nele ein Kind bekommt – und ihn bei der Geburt dabei haben will.

Schon bald merkt Mats, dass er sich nicht vor den üblichen Gefahren eines Fluges fürchten sollte. Die gefährlichste Waffe an Bord sind offenbar Menschen. Eine unbekannte Person ruft ihn an und teilt Mats mit, dass ein ehemaliger Patient ebenfalls in der Maschine ist. Diesen soll er dazu bringen, das Flugzeug abstürzen zu lassen. Damit Mats dieser Forderung nachkommt, hat der Unbekannte seine Tochter Nele entführen lassen. Sie und das ungeborene Baby sollen sterben, falls die Maschine unbeschadet in Berlin landet. Ein Kammerspiel der besonderen Art beginnt.

Die Spannung wird langsam, aber sehr nachhaltig aufgebaut

Schon der zweiseitige Prolog zieht den Leser in den Bann, nicht nur bei Sebastian Fitzek ein mittlerweile überaus beliebtes Stilmittel. In Flugangst 7a wird erst nach und nach klar, worum es eigentlich geht, wer wichtig ist, und was die Protagonisten auszuhalten haben. Der Autor setzt auf seine bewährten Stilmittel, die Spannung wird langsam, aber nachhaltig aufgebaut.

Wichtig ist dabei, dass der Autor zwischen der Sicht des Vaters im Flugzeug, und den Erlebnissen der entführten Tochter pendelt. Nele ist in die Hände eines psychopathischen Veganers geraten, der an ihrem Beispiel zeigen will, wie schrecklich es ist, wenn Tieren ihre Kinder weggenommen werden, um sie der Nahrungsmittelproduktion zuzuführen. Eine schwangere Frau und später junge Mutter zu quälen, um seine – möglicherweise berechtigte – Kritik an der Milchproduktion einem breiten Publikum nahe zu bringen, ist in meinen Augen ziemlich abartig. Im Nachwort bemüht sich Sebastian Fitzek übrigens, sofort zu versichern, dass er nichts gegen Veganer habe. Dafür aber gegen die hier genutzte Methode, um die eigene Sichtweise durchzusetzen. Zwischen Nele und ihrem Entführer geht es deftig und brutal zu – wer etwas empfindlich oder selbst schwanger ist, oder eine schwangere Frau in seinem Umfeld hat, sollte darauf vorbereitet sein. Kalte Schauer auf dem Rücken sind das mindeste.

Fitzek nutzt erzählerischen Baukasten virtuoser und flüssiger als zuletzt

Aber auch bei der Schilderung der Vorgänge im Flugzeug kann dem Leser durchaus schwindelig werden. Man muss selbst keine Flugangst haben, um das Reisen in einer Metallröhre über den Wolken zumindest für fragwürdig zu halten. Mats lässt sich auf die Psycho-Spielchen ein, er hat schließlich keine andere Wahl – aber er verliert schnell jegliche Kontrolle über das Geschehen. Zunächst versucht er noch zu agieren, bald kann er nur noch reagieren.

Die Vorgänge im Flieger zeigen auf erschütternde Art und Weise, wie leicht die menschliche Psyche manipuliert und gereizt werden kann. Kleine Trigger reichen scheinbar, um jahrelange Therapien zu konterkarieren. Oder eben doch nicht?

Sebastian Fitzek baut dann auch noch viele kleine Cliffhanger und überraschende Wendungen ein. Seine Stilmittel sind natürlich nicht neu, nach so vielen Psycho-Thrillern hat er einen gut gefüllten Baukasten, aus dem er sich beim Schreiben bedienen kann. Aber das macht er virtuoser und flüssiger als zuletzt, Flugangst 7a gefällt mir beispielsweise deutlich besser als Das Paket. Und nicht jeder Leser hat schon wer weiss wie viele Psycho-Thriller hinter sich – und wird daher umso begeisterter sein.

Ein Autor muss dichterische Freiheit haben und soll sie auch nutzen

Leser und Kritiker äußern sich bei neuen Romanen gerne zu den Themen Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe. Wer damit seine Probleme hat bei diesem Roman, darf Bücher von Fitzek gar nicht lesen, und sollte überhaupt von der Mehrzahl der Spannungsromane die Finger lassen. Ich lese auch gerne Thriller, die von vorne bis hinten dicht an der Realität sind, und bei denen ich Figuren und Handlungsverlauf für glaubwürdig halte. Aber ist das wirklich ein Qualitätskriterium? Für mich nicht.

Es sollten keine allzu offensichtlichen logischen Brüche drin sein, das verdirbt dann schon den Spaß an der Lektüre.

Andreas Kurth, Februar 2018

Ihre Meinung zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A«

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Klara zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 10.06.2018
Nach ca. 10 Seiten habe ich aufgehört zu lesen, weil ich den Erzählstil ganz schaurig fand. Hölzern, altbacken, wie aus den 50ern. Den groben Inhalt kannte ich schon, jetzt lasse ich mir das Ende lieber erzählen, kann nur interessanter sein als dieser Sprachstil. *schüttel* Natürlich ist das meine hoch subjektive (gibt es eine andere? ^^) Meinung.
Buchfreund0815 zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 12.04.2018
Ich habe viele Fitzek Geschichten gelesen und war erstma positiv überrascht, dass dieses Mal kein Gedächtnisverlust drin vorkommt. Ansonsten waren einige Dinge sehr vorhersehbar ( Franz Motiv, oder wer die omninöse Stimme im Flugzeug ist.)
Der Titel des Buches ist leider nicht tragendes Motiv, hätte von mir aus anders heißen können. Mats, Nele und Feli als Charaktere gehen soweit in Ordnung, bleiben viele ihre Handlungen dennoch nicht nachvollziehbar. Alles in allem sind die.Motive des Täters oder der Täter mehr als hanebüchen, spannend schon gar nicht und die Logik innerhalb der Geschichte suchte ich auch vergebens. Ist eine der miesesten Geschichten die ich je gelesen habe.
Steffi S. zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 29.03.2018
Ich kann mich den anderen Meinungen nur anschließen.
Bei diesem Fitzek - und ich habe ebenfalls alle gelesen - weiß man nicht, ob man ihn mögen soll oder nicht.
Die Grundstory ist top und man fiebert ziemlich mit dem Protagonisten mit, aber die restlichen Szenarien, die am Anfang groß aufgezogen wurden, wie beispielsweise die leise anklingende Kritik an der Tierhaltung (mehr soll nicht verraten werden), fallen am Ende sang und klanglos hinten runter. Es scheint, als seien sie als "Verpackungsmaterial" missbraucht worden und am Ende ohne weiteres entsorgt worden. Schade, dass Fitzek solche Konstruktionen nötig hat, um seine Seiten zu füllen.
Insgesamt ist dieser Thriller dennoch gut lesbar, man sollte nur nicht weiter darüber nachdenken.
Von mir gibt es 60°
Janko zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 06.02.2018
- spannender Psychothriller mit hanebüchener Story -

Der 46-jährige, äußerst sympathische und stets auf dem Teppich gebliebene Schriftsteller Sebastian Fitzek wird als der deutsche Thriller Autor gehandelt und dies wohl zu Recht, wurden seine Romane doch mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. In gewohnter Regelmäßigkeit liefert der Berliner Autor zumeist qualitativ hochwertige Psychothriller ab, die zwar häufig zu Übertreibungen neigen oder deren Plots oftmals weit hergeholt erscheinen, dafür aber zumeist gut bis perfide durchdacht sind. Da macht auch sein neuestes Werk "Flugangst 7A", welches am 25.10.2017 bei Droemer/Knaur erschienen ist, in beiderlei Hinsicht keine Ausnahme. Seine Sprache ist aus dem Leben gegriffen, zum Teil recht einfach, leicht unkonventionell, dafür aber stets nah am Geschehen und unter Spannung gehalten. Genau dafür lieben ihn die zahlreichen "Fitzekianer". Ich muss jedoch gleich zu Anfang vorwegschicken, dass der erfolgreiche Berliner Autor mit „Flugangst 7A“ den Realitätsbogen mal wieder arg überspannt hat.

Eine junge Frau namens Nele ist schwanger. Sie ist mit dem HI-Virus infiziert, der in ihrem Blut aufgrund von Medikamenteneinnahme allerdings kaum noch nachweisbar ist. Sie zieht in ihren Beziehungen immer wieder gewalttätige Kerle an, die sie mies behandeln. So auch ihr Exfreund und Vater des ungeborenen Kindes David Kupfer. Der Geburtstermin steht vor der Tür und Neles Vater Mats Krüger steigt in Buenos Aires in einen Flieger nach Berlin, um sich mit seiner Tochter zu versöhnen und ihr bei der Geburt seelischen Beistand zu leisten. Der, am 13.10.1971 in Berlin geborene Autor Sebastian Fitzek plaudert mit seinem zugänglichen Schreibstil, der den meisten Bibliophilen runtergehen dürfte wie Öl, gleich munter drauf los. Eine mysteriöse und unterschwellige Spannung aufbauend, lässt er seine Leserschaft an seinen Seiten kleben. Nicht zuletzt der Haupt-Protagonistin Nele widerfahren merkwürdige, gar ungehörige Dinge, die das Potential dazu haben, dem leidenschaftlichen Thriller-Konsument das ein oder andere Mal den Atem stocken zu lassen. Ihr Vater hingegen gibt sich ganz paranoid seiner Flugangst hin und schon nimmt die Story mächtig Fahrt auf. Fitzek spielt auf geschickte Weise mit den Urängsten seiner Leserschaft. Seine Protagonisten erfahren körperlich, wie seelisch grenzwertige Grausamkeiten.

Mats, an Bord eines, mit über 600 Passagieren nahezu vollbesetzten Airbus A 380, erhält einen Anruf. Seine hochschwangere Tochter Nele ist entführt worden. Wenn er sich nicht an die Anweisungen des Anrufers hält, wird Nele sterben und mit ihr ihr ungeborenes Kind. Psychologe Mats Krüger soll für eine Katastrophe an Bord sorgen. Er soll eine ihm bekannte Person an Bord dazu bringen, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Nur so könne er seine Tochter und das ungeborene Leben in ihr retten. Was hat es mit diesem doch weit hergeholten Erpressungsversuch auf sich? Was und wer steckt dahinter? Spätestens hier beginnt es arg unrealistisch und konstruiert zu werden, denn das gegeneinander Aufwiegen von Menschenleben ist wohl extrem schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, nur ist die Antwort auf diese Frage in Fitzeks Plot aus moralischer Sicht wohl vergleichsweise einfach zu beantworten, was das gesamte Storyboard im Prinzip ad absurdum stellt. Der Spannung tut dies jedoch kaum einen Abbruch, wenn man gewillt ist darüber hinwegzusehen. Es entbrennt ein Psychoverwirrspiel, wie man es vom Berliner Autor nicht anderes erwartet hätte. Seine Plots sind nicht übermäßig brutal, aber doch von der etwas härteren Seite und definitiv nichts für zartbesaitete Seelchen. Man sollte sich auch stets bewusst sein, das es sich bei Fitzeks Thrillern stets um Trivialliteratur, ohne jeglichen Tiefgang handelt, die dafür allerdings umso spannender gestaltet sind da er sehr gerne mit sehr deutlich akzentuierten Cliffhangern arbeitet.

Es entbrennt eine Art Hetzjagd. Ein Wettlauf mit der Zeit. Viele Protagonisten werden eingebunden. Mats erhält dabei Hilfe auf deutschem Boden von nicht immer zu erwartender Seite. Merkwürdige Begebenheiten und seltsame Zufälle mehren sich. Man fragt sich immer wieder wie das alles zusammenhängt? Fitzek macht es natürlich auch dieses Mal wieder enorm spannend und obschon seine Plots nicht immer ganz schlüssig, schon mal mit etwas plumpen Ideen ausstaffiert und zumeist recht realitätsfern gestaltet sind, scheint das seine zahlreiche Leserschaft nicht großartig zu stören. Ich für meinen Teil, kann mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Mensch und schon gar kein promovierter, erfahrener Psychologe wie Dr. Mats Krüger in einer Situation wie dieser auch nur annähernd so reagieren würde. Hier stimmt für mich die Verhältnismäßigkeit nicht mehr. Aber Sebastian Fitzek möchte schocken und dafür muss er den Plot ein bisschen in die eine und die andere Richtung biegen. Ich will aber auch hier nicht zu viel verraten. Mats Geschichte hingegen ist bedrückend. Die psychologischen Qualen und deren Folgen werden von Fitzek zumeist in den Vordergrund gestellt. Seine Protagonisten agieren allerdings des Öfteren etwas weltfremd. Wer darüber jedoch geflissentlich hinwegsehen kann (was mir von Seite zu Seite schwerer gelingen will), wird durchaus mit Hochspannung belohnt. Die Geschichte flacht aber meiner Meinung nach, gerade aufgrund ihrer unrealistischen Grundhaltung mehr und mehr ab, bis sie letztlich daran zu zerbrechen droht. Schade eigentlich, aber da sollte Sebastian dringend wieder von ablassen. Seine Plots waren ja schon immer etwas unrealistisch aufgebaut, aber mit "Flugangst 7A" schießt er im wahrsten Sinne des Wortes den Vogel ab. Für den Showdown hält der Autor noch mal richtig harten Tobak bereit. Seien wir nur froh, das Sebastian Fitzek seine psychopathischen Neigungen lediglich in Wort, Ton und Bild auslebt.

Meine Wertung: 78/100

http://www.sebastianfitzek.de/

http://www.facebook.com/sebastianfitzek.de

Link zur Buchseite des Verlags:
https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-letzten-vier-Tage-des-Paddy-Buckley/Jeremy-Massey/carls-books/e481133.rhd

Hardcover, Droemer HC
25.10.2017, 400 S.
ISBN: 978-3-426-19921-3
Diese Ausgabe ist lieferbar
gebundene Ausgabe: € 22,99
E-BOOK: (€16,99)

More Hard Stuff @ www.lackoflies.com
Christine Hellmundt zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 31.01.2018
Ich kann der Erstschreiberin Andrea Koerfer hier gar nicht zustimmen. Zumal sie von einer wundersamen Heilung spricht, die gar nicht stattfindet! Hat sie das Buch wirklich gelesen?
Ich habe bis jetzt jeden Fitzek gelesen. Ja, es waren 2 dabei, die ich nicht so gut fand, weil man viel zu früh erfahren hat, was Fakt ist. Dieses hier gehört auf jeden Fall mal nicht dazu!
Ich war so mitgerissen und fieberte mit, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Ich fand dieses Buch ebenso gut wie Das Paket, Noah und viele andere. Es war mal wieder super recherchiert und es ist erschreckend, dass das hier beschriebene tatsächlich bereits möglich ist!
Im Übrigen lohnt es sich bei diesem Auto immer die Danksagungen zu lesen, denn hier zeigt er, dass er auch Humor hat. ;) Vielen Dank für die tolle Unterhaltung Herr Fitzek!
Andrea Koerfer zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 27.12.2017
Dieses Buch lont sich nicht zu kaufen. Die Story ist an den Haaren herbeigezogen und kaum nachvollziehbar. Man hat den Eindruck, dass dem Autor nichts mehr
vernünfitiges einfällt und er sich wirklich nur ums Schreiben willen eine einfache unvorstellbare Story aus den Fingern saugt. Gröschenromane sind günstiger und einfacher zu entsorgen. Die ersten Bücher von Fitzek waren wirklich gut, aber je mehr er schreibt, desto schlechter werden Sie. Der totale Quatsch ist die wundersame Heilung der Hauptperson am Ende.
BELSL zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 20.12.2017
Wenn der Titel "Flugangst" ein Deutschaufsatz wäre den ich korrigieren müsste, schriebe ich:
Es ist immer das selbe Lied mit dir, deine Ideen sind gut, deine Phantasie wirklich bewunderungswürdig, aber leider bist du zu schnell und zu flüchtig."

Ja oder nein, der neue Fitzek gefällt mir nicht, ich vermisse bei ihm eine sorgfältige Ausführung, ich spüre die Hast beim Schreiben als ob er sich vorgenommen hätte, das Buch innerhalb kürzester Zeit zu beenden.

Fitzek greift gerne aktuelle Themen der Zeit auf, so auch diesmal, aber leider konnte ich mir den entsprechenden Protagonisten überhaupt nicht vorstellen, auch bei den anderen Figuren findet keine Analyse statt, wie wirken wie Pappfiguren die nur dazu da sind, möglichst schnee zum Ende des Buches und zur Auflösung zu kommen.

Das Ende ist unglaubwürdig, es enthält zuviele Zufälle.

Für jemand der sich gerade auf einer gemütlichen und langen Zugfahrt befindet, ist das Buch geeignet, er kann es genißen im sicheren Zug zu sitzen und muss sich beim Lesen nicht anstrengen, für mich ist es einfache Spannungslektüre.

Ich glaube ich schrieb schon einmal, dass Fitzek sich mit jemand zusammentun sollte der ein bißchen detailverliebt ist und sehr sorgfältig arbeitet, dann könnte ein wirklich gutes Buch entstehen.
Krimisofa.com zu »Sebastian Fitzek: Flugangst 7A« 18.12.2017
Einzelbewertung:

Plot: 3/5
Atmosphäre: 5/5
Charaktere: 2/5
Spannung: 5/5
Showdown: 3/5

Rezension:

Was ist schlimmer als Flugangst? Eine Flugzeugentführung. Aber wenn man diese auch noch selbst initieren muss und dafür einen ehemaligen Patienten wieder „umdrehen“, also zum Ursprung seines Traumas bringen muss, ist der Gipfel der Grausamkeit erreicht, oder? Mitnichten, denn wenn man das nicht macht, wird die schwangere Tochter getötet. Damit ist das Dilemma perfekt. Mats widerfährt genau das. Mats ist Psychiater mit Flugangst. Er hat nicht nur einen, sondern gleich vier Sitze gebucht, weil er vor seinem Flug akribisch zum Thema Flugrisiken recherchiert hat und genau weiß, welcher Sitz in einem Flugzeug zu welcher Flugphase am sichersten ist. Mit ihm an Bord ist seine ehemalige Patientin Kaja, die einst ein traumatisches Erlebnis hatte und kurz vor dem Suizid stand; heute ist sie Purserin, also die ranghöchste Flugbegleiterin. Sie war einer von Mats‘ größten Erfolgen, denn er hat sie erfolgreich geheilt – was er jetzt wieder rückgängig machen soll. Wie es der Zufall will ist sie mit an Bord des Fluges.

Mit der Idee zu „Flugangst 7a“ hat sich Fitzek wiedermal selbst übertroffen, denn dieses Gedankenspiel, das Fitzek zu Papier gebracht hat und über fünf Ecken geht, ist brillant. Es hat mich sehr stark an Cody McFadyens „Todeskünstler“ erinnert, welches mindestens genau so sadistisch ist, nur dass Fitzek es wesentlich perfider anlegt – und ja, „Flugangst 7a“ ist für meine Begriffe noch härter als „AchtNacht“ und „Die Blutschule“, was für einige Fitzek-Fans ein Problem sein könnte. Ich hingegen finde die Entwicklung, die Fitzek genommen hat, enorm, und spätestens seit „AchtNacht“ kann ich mich sehr für Fitzek begeistern.

Die Fakten, die man im Buch findet, sollen übrigens alle wahr sein. Anfangs jene zu den Flugrisiken, die Flugangst de facto lächerlich machen und später jene Fakten zur Rinderhaltung, die mich kurz mal schlucken ließen, weil sie ziemlich heftig sind.

Trotzdem ist nicht alles an „Flugangst 7a“ gut, auch wenn die Geschichte durch und durch unterhaltsam ist. Denn leider lassen die Charaktere jegliche Tiefe vermissen. Bei Nele weiß man zwar, dass sie sehr jung ist, Aids hat, ihrem Vater einiges vorwirft und von ihrem Ex gestalkt wird – das war es dann aber auch schon. Und bei den restlichen Charakteren ist es nicht viel besser. Dazu kommt, dass die Auflösung am Ende eine geradezu wissenschaftliche Komplexität an den Tag legt, so dass ich sie nicht zweifelsfrei wiedergeben könnte; abgesehen davon, dass mir in der Geschichte viel zu viele Zufälle passieren und am Ende nicht erklärt wird, wie sich Dieses und Jenes in die Geschichte fügt.

Tl;dr: „Flugangst 7a“ ist ein durch und durch unterhaltsamer Psychothriller, der vermutlich eines von Sebastian Fitzeks härtesten Büchern ist; mit einer brillanten Idee, aber einigen Defiziten bei den Charakteren, der Auflösung und der Plausibilität.
Ihr Kommentar zu Flugangst 7A

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