Tiefer Grund von Matthew Costello & Neil Richards

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Dead in the water, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 1 der Cherringham-Serie.

  • Köln: Bastei Entertainment, 2016 unter dem Titel Dead in the water. 262 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2018. Übersetzt von Sabine Schilasky. ISBN: 978-3-404-17654-0. 317 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2018. Gesprochen von Sabina Godes. ISBN: 3-7857-5589-9. 6 CDs.

'Tiefer Grund' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze

In der Nacht der Abschlussfeier an der Cherringham High School ertrinkt der junge Lehrer Josh Owen in der Themse. Ein Unfall unter Drogeneinfluss? Die neue Schuldirektorin will der Sache auf den Grund gehen und bittet die Hobby-Detektivin Sarah diskret um Hilfe. Nach vielen gemeinsamen Ermittlungen mit ihrem Freund Jack muss diese nun zum ersten Mal einen Fall auf eigene Faust lösen – nicht ahnend, dass sie einem dunklen Geheimnis auf der Spur ist, welches auch ihre eigene Familie in Gefahr bringt. Aber dann kehrt ihr alter Ermittlungspartner nach Cherringham zurück – doch unter gänzlich anderen Vorzeichen. Wird er Sarah auch diesmal wieder unterstützen?

Das meint Krimi-Couch.de: Autoren haben Erfahrung mit Filmen und Videospielen 60°

Krimi-Rezension von Annette Wolter

Cherringham ist eine beschauliche Kleinstadt in den Cotswolds, unweit von Oxford. Man kennt sich und lebt friedlich miteinander. Aber trotzdem passieren verhältnismäßig viele Verbrechen. »Tiefer Grund« ist der erste Roman der Reihe »Cherringham« vom britisch-amerikanischen Autoren-Team Richards und Costello.

Neil Richards arbeitet als Produzent und Autor für Film und Fernsehen und hat unter anderem Drehbücher für den BBC und Disney verfasst, was ihm bereits einige BAFTA-Nominierungen einbrachte. Er wirkte zudem bei der Entstehung verschiedener Videospiele mit, wie etwa Da Vinci Code.

Matthew Costellos preisgekrönte Arbeit verbindet Stories, Spiele und Technologie. Er schrieb und gestaltete dutzende Computer- und Videospiele wie etwa »The 7th Guest«, »Doom 3«, »Rage« und »Pirates of the Caribbean«. Darüber hinaus veröffentlichte er verschiedene Romane wie etwa »Vacation« (2011), »Home« (2012) und »Beneath Still Waters« (1989), der bereits verfilmt wurde. Sein nächster Roman, »Star Road«, den er zusammen mit Rick Hautala geschrieben hat, ist Anfang 2014 erscheinen.

Hobby-Detektive entwickelten sich zu einem erfolgreichen Team

In Cherringham wohnt auch die Web-Designerin und Hobby-Ermittlerin Sarah mit ihren beiden Kindern Chloe und Daniel. Jack, ein ehemaliger New Yorker Cop und mittlerweile sehr guter Freund von Sarah, der in Cherringham ein Hausboot besitzt, ist derzeit wieder in den USA bei seinen Kindern. Gemeinsam haben Sarah und er in der vergangenen Zeit immer wieder ermittelt, wenn es in Cherringham scheinbar natürliche Todesfälle gab. Die beiden Hobby-Detektive entwickelten sich zu einem erfolgreichen Team, und vor allem Sarah hatte viel Spaß dabei. So cool wie Jack ist, so naiv kommt Sarah rüber. 

Nachdem der beliebte Lehrer Josh von einer Brücke stürzt und tödlich verunglückt, bröckelt die »Heile Schul-Welt Fassade« nun allerdings entschieden. War es tatsächlich ein Unfall, ein Selbstmord – oder gar ein Mord? Eines steht fest – hier waren wohl fiese Drogen im Spiel. Auch haben einige Lehrer und Schüler der Schule etwas zu verbergen.

Louise, die neue Schuldirektorin, wendet sich an Sarah und bittet um Hilfe, weil ihre Diskretion aus anderen Fällen bekannt ist. Aber Sarah ist unentschlossen, schließlich ist sie gerade umgezogen und hat noch viel damit zu tun, sich im neuen Haus einzurichten und sich um die Pubertätswirren ihrer Kids zu kümmern. Aber auch ihre Kinder besuchen die Schule, an der Josh unterrichtet hat.

Gibt es in dieser heilen Welt etwa ein Drogenproblem?

Als besorgte Mutter sollte sie diesem Verdacht auf den Grund gehen. Aber sie müsste in diesem Fall als Hobby-Ermittlerin erstmalig allein tätig werden, da Jack in den USA weilt.

Sarah entschließt sich, Louise zu helfen und beginnt zu recherchieren. Schnell wird klar: Sarah hat sich mit diesem Fall auf ein gefährliches Terrain begeben.

Jack kommt endlich zurück nach Cherringham

Zu Sarahs Überraschung taucht Jack plötzlich wieder in Cherringham auf, er hatte lange überlegt, wie er sein Kommen ankündigen sollte, denn nach dem Verkauf seines Bootes wollte er die Gegend wieder verlassen. Als Freund – hier bekommt der Leser, den Eindruck, dass es zwischen Jack und Sarah irgendwie knistert – unterstützt er Sarah erneut, und das ist auch dringend notwendig, denn Sarah wurde in ihrem neuen Haus überfallen. 

Alles deutet darauf hin, dass in die richtige Richtung ermittelt wird. Der Leser betrachtet den Fall abwechselnd aus Sarahs und Jacks Perspektive, denn jeder hat seine speziellen Aufgaben. So fügt sich ein Puzzlesteinchen zum anderen – bis es schließlich zu einem gewagten und spannenden Orttermin am Steinbruch führt. Das Finale ist semi-dramatisch.

Fazit: Für Fans der Reihe ein »Must«

»Cherringham« erinnert ein wenig an Inspektor Barnaby und Co. Sehr behäbig. Es wird viel mit amerikanischen und britischen Klischees gespielt. Sarah kommt ein wenig wie die attraktivere und jüngere Version von Miss Marple rüber. Jack hat die Rolle des abgebrühten Cops aus Brooklyn/New York, der sich immer wieder über die britischen Gebräuche wundert (Oh, keine Waffen?).

Dennoch eine Leseempfehlung für alle Fans der Krimireihe »Cherringham« und jene, die einen gut geschriebenen Krimi ohne blutige Details mögen. Die Personen sind sympathisch, halbwegs authentisch und gut beschrieben. Leider werden absolut keine falschen Fährten gelegt.

Nicht alle Handlungen sind nachvollziehbar, zum Beispiel machen die Beiden die Sache komplett alleine und beziehen nie die Polizei ein – und der Plot ist vorhersehbar. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass dieser Krimi auf dem Reißbrett von zwei Architekten entworfen wurde. Der Videospiel- und Drehbuch Background der Autoren kommt doch durch. Wer auf blutige Thriller steht, kommt bei diesem Buch definitiv zu kurz, denn der Spannungsbogen ist eher schwach.

Annette Wolter, Mai 2018

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