One Perfect Lie - Der Schein trügt von Lisa Scottoline

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel One perfect lie, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Edition M.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 2010 - heute.

  • New York: St. Martin's Press, 2017 unter dem Titel One perfect lie. 355 Seiten.
  • Luxemburg: Edition M, 2018. Übersetzt von Claudia Hahn. ISBN: 978-2919801909. 412 Seiten.

'One Perfect Lie - Der Schein trügt' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Es scheint ein guter Tag zu sein für den kleinen Ort Central Valley, als der charmante Chris Brennan auftaucht und die freie Lehrerstelle annimmt. Er ist der perfekte Mann für den Job. Sein Lebenslauf ist makellos, er ist engagiert und gewinnt problemlos das Vertrauen seiner Schüler und ihrer Mütter. Was keiner ahnt: Alles an Chris Brennan ist eine Lüge, seine Unterlagen sind gefälscht und nicht einmal sein Name stimmt.
Niemand weiß, dass er sich gut mit Waffen auskennt und wie viele manipulative Tricks hinter seinem charmanten Äußeren stecken. Was sucht er wirklich in dem verschlafenen Nest Central Valley? Und warum interessiert er sich so für die beiden talentierten Baseballspieler Raz und Jordan, die nur allzu empfänglich sind für eine neue Vaterfigur in ihrem Leben?

Das meint Krimi-Couch.de: Gibt es eine perfekte Welt nach einer fast perfekten Lüge? 70°

Krimi-Rezension von Annette Wolter

Central Valley, ein ruhiger beschaulicher Ort in der Nähe der Ostküste, ist Schauplatz dieses Buches. Chris Brennan beginnt seinen Job als Lehrer und Coach des Baseballteams. Mit Antritt seines Dienstes beginnt er alle zu manipulieren, Schüler und Lehrer. Er erschleicht sich deren Vertrauen – doch er hat nur eine Woche Zeit seine Aufgabe zu erfüllen. Was hat Chris Brennan vor?

Plant Chris einen Anschlag oder ist er ein Triebtäter?

Nachdem Chris den Job bekommen hat, fängt er gleich an, die Schwächen der Schüler auszuloten. Da ist Evan Kostis, Arztsohn und Strahlemann, er scheint auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen – auch wenn irgendwas nicht stimmt.

Dann ist da Raz, der vor kurzem seinen Vater verloren hat und seitdem außer Rand und Band zu sein scheint. Schließlich hat Chris noch einen letzten Jungen in petto: Jordan. Der hat es erst kürzlich ins Baseball-Team geschafft und Raz die Pitcherpostion weggenommen. Jordan sucht den Vater, den er nie kennengelernt hat.

Die Masken der Mütter

Dann sind da noch die Mütter der drei Jungs, die von Chris beobachtet werden.

Da ist Mindy Kostis, die reiche Gattin, die im Club gerne mal einen über den Durst trinkt und auch ihre kleinen Geheimnisse hat.

Dann Susan, die Mutter von Raz, die so stark um ihren Mann trauert, dass sie ihre Söhne völlig verlottern lässt.

Schließlich die brave und toughe Heather

Sie ist arm wie eine Kirchenmaus, aber weiß, was sie will. Heather beneidet Mindy und drängt ihren Sohn, sich mit deren Sohn Evan wegen der guten Kontakte anzufreunden. Seinen alten Freund Raz hingegen soll er fallenlassen. Sie ahnt nicht, dass Chris, dem sie durch ihren Sohn näher gekommen ist, nicht der ist, der er vorgibt zu sein und verliebt sich in Chris.

Aber Chris hintergeht sie, um Jordan noch mehr zu manipulieren. Der Leser entwickelt immer mehr ein ungutes Gefühl. Vor allem, als im Buch beschrieben wird, dass der Lehrer oder Coach Chris nur eine Woche Zeit hat, bis die Gewalt ex- oder implodiert.

Lisa Scottoline ist eine preisgekrönte Autorin, die mit ihren Thrillern und Kriminalromanen regelmäßig die Bestsellerliste der New York Times erobert. Sie wurde unter anderem mit dem prestigeträchtigen Edgar Allan Poe Award ausgezeichnet, dem renommiertesten Preis für Kriminalliteratur in Amerika. Lisa Scottoline hat in Pennsylvania Jura und Amerikanische Literatur studiert, wo sie unter anderem von dem Pulitzer-Preisträger Philip Roth unterrichtet wurde. Inzwischen hat sie mehr als 30 Bücher veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt werden.

Wer ist Chris denn nun wirklich?

Jetzt fiebern wir Leser natürlich mit, was denn dieses einschneidende Ereignis ist, und wir können es uns schon fast denken, bis der Plot-Twist kommt.

Die Ereignisse überschlagen sich. Es gibt einen Toten im Kollegium und viele falsche Fährten werden gelegt.

Lisa Scottoline hat es direkt mit dem ersten Buch, das ich von ihr gelesen habe, geschafft, mich total in die Irre zu führen. Weiterhin muss ich aber leider auch sagen, dass mir die Geschichte vor dem Twist besser gefallen hat.

»Danach« war der Reiz weg, die Lust am Spekulieren, was denn nun mit Chris ist. Schlecht war das Buch dennoch nicht.

Plötzlich ist alles klar, und das geht auf Kosten der Spannung. Zum Schluss begleiten wir dann den Helden auf seiner Mission, naja. Dennoch kann ich hier guten Gewissens eine Empfehlung für Krimifans aussprechen.

Ein bisschen musste ich lachen, als einer der Teenager ein freizügiges Foto auf dem Handy innerhalb des Baseball-Teams herumgeschickt hat und damit ein Drama auslöst. Das hat bei mir sofort Assoziationen zum prüden Amerika ausgelöst. Aber eine Waffe kann man sich als Jugendlicher ganz easy besorgen. Die liegen ja überall rum.

Trotzdem: Ich war schnell von der Geschichte gefangen, da sich gleich am Anfang viele Fragen aufwerfen. Es gibt viele Perspektivwechsel, und so setzt sich Stück für Stück das Puzzle zusammen, dabei gibt es immer wieder ein paar Wendungen. Doch dann klären sich in meinen Augen einige Fragen zu früh auf, leider auf Kosten der Spannung. Am Ende gibt es dann noch einige Action, die zu amerikanisch und langatmig war, trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Annette Wolter, Dezember 2018

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