Der Alphabetmörder von Lars Schütz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Ullstein.

  • Berlin: Ullstein, 2018. ISBN: 978-3-548-28930-4. 381 Seiten.

'Der Alphabetmörder' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Jan Grall und Rabea Wyler, Profiler beim LKA, übernehmen einen ganz besonders grausamen Fall: In einem Wildpark wurde ein Mann mit zersplitterter Schädeldecke gefunden. Wenig später stoßen die Ermittler auf zwei weitere Leichen, beide aufs Brutalste verstümmelt. Allen Opfern wurden Buchstaben unter die Haut tätowiert: ein A, ein B, ein C. Mit der Post erhalten Grall und Wyler eine perfide Botschaft: einen blutverkrusteten Hautfetzen mit einem weiteren Buchstaben. Ist das Opfer noch am Leben? Als Gralls Hotelzimmer mit einem Z markiert wird, beginnt endgültig der Wettlauf gegen die Zeit.

Das meint Krimi-Couch.de: Blutige Jagd im idyllischen Westerwald 80°

Krimi-Rezension von Nicole Goersch

In einem Wildpark im Westerwald wurde eine Leiche gefunden, auf deren Brust der Buchstabe »A« tätowiert wurde. Als wenig später ein zweiter Toter mit dem Buchstaben »B« entdeckt wird, verdichten sich die Hinweise auf einen Serientäter, so dass die Profiler Jan Grall und Rabea Wyler zum Tatort gerufen werden.

Für Jan Grall bedeutet der Fall auch eine Reise in die Vergangenheit, denn er stammt aus der Gegend, hat seine Kindheit und Jugend hier verbracht, bevor ein einschneidendes Ereignis ihn zwang, seine Heimat zu verlassen. Auch Rabea Wylers Vergangenheit weist dunkle Schatten auf. Können beide gemeinsam sich ihren inneren Dämonen stellen und diese besiegen?

Blutiger Auftakt ist nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet

Nicht nur, dass auf den ersten 100 Seiten schon drei Leichen zu verzeichnen sind, auch die Art und Weise, wie diese umgekommen sind beziehungsweise drapiert wurden, ist sehr blutig beschrieben und nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet. Außerdem wird eine Frau entführt, was allerdings nicht schlüssig erscheint, auch wenn sich herausstellt, dass einer der Toten ebenfalls mehrere Tage festgehalten wurde.

Das Motiv des Täters bleibt dabei dem Leser verborgen. Wie wählt er seine Opfer aus? Warum behandelt er sie differenziert? Was ist sein Opus Moderandi? Das lesereigene Ermittlergehirn läuft auf Hochtouren.

Explizite Details bei der Charakterisierung

Die Neugier des Lesers wird direkt zu Beginn geschürt, denn sowohl Jan Grall als auch Rabea Wyler haben etwas zu verbergen, was nur zwischen den Zeilen immer mal wieder durchblitzt. Wie viel davon steckt in dem aktuellen Fall? Wird hier schon für einen nächsten Teil vorgebaut? Denn der Roman ist der erste Band einer Serie um dieses Ermittlerduo. Der Autor Lars Schütz hat komplexe Charaktere geschaffen, die durchaus das Potenzial für weitere Fälle haben.

Dennoch lässt er nicht die Nebenfiguren außer Acht, hat sich auch bei ihnen Gedanken gemacht und füttert die Fantasie des Lesers mit kleinen, aber ausgearbeiteten Details wie zum Beispiel bei Ichigawa oder Köllner. Allerdings gerät manches dabei zu glatt oder auch zu trendig, wie beispielsweise Jans Einstellung als Veganer. Dadurch erkennt man aber auch, dass hier keine Stereotypen gezeichnet werden, sondern die Personen äußerst individuell und weniger klassisch beschrieben werden. Auch wird niemand geschont, weder körperlich noch emotional.

Neue Entwicklungen werfen einige Fragen auf

Der Gedankenwelt sowohl von Jan Grall als auch von Rabea Wyler kann gut gefolgt werden, da sie nicht nur interessant, sondern auch nachvollziehbar ist. Immer wieder werden kleinere Exkurse in die Welt des Profilings eingestreut, ohne dabei allzu wissenschaftlich belehrend zu wirken.

Während der Ermittlungen gibt es neue Entwicklungen, die Fragen aufwerfen und Verwirrung stiften, die Neugier wecken und vor allem zum Weiterlesen animieren. Dabei steigert sich die Spannung auf den letzten einhundert Seiten derart ins Unerträglich, dass man das Buch nicht beiseitelegen kann.

Debüt ist der Auftakt zu einer neuen Serie

Lars Schütz, Jahrgang 1992, hat mit diesem Buch sein Thriller-Debüt vorgelegt. An der ein oder anderen Stelle merkt man das dem Schreibstil, der manchmal etwas holperig und ungelenk wirkt, an, allerdings wird das durch die vielschichtige Handlung und die eindringlichen Charakter wettgemacht.

Eine kleine Logikschwäche am Ende (Stüter folgt Rabea unmittelbar vom Kommissariat aus, wie konnte er also noch Kollegen nach ihr fragen, die dann den anderen den entscheidenden Hinweis geben?) ist zu verschmerzen. Nur dass einige Fragen ungeklärt bleiben, zum Beispiel warum Tugba so früh entführt und gefangen gehalten wurde und wieso sie ausgerechnet das »G« des Alphabets werden sollte, wurmt ein wenig.

Nicole Goersch, September 2018

Ihre Meinung zu »Lars Schütz: Der Alphabetmörder«

In Kürze ist es soweit und die Krimi-Couch erstrahlt im neuen "Couch-Look". Aus technischen Gründen müssen wir die Kommentar- und Wertungsfunktion vorübergehend deaktivieren. Vielen Dank für Euer Verständnis.

Roland's Bücherblog zu »Lars Schütz: Der Alphabetmörder« 02.09.2018
"Der Alphabetmörder" ist das Thrillerdebüt von Lars Schütz. Der Fallanalytiker Jan Grall wird dabei an den Ort seiner Kindheit in den Westerwald beordert. Ein grausamer Mörder tätowiert seinen Opfern Buchstaben unter die Haut bevor er sie tötet. Schnell erkennen die Ermittler der Soko "Alphabetmörder" einen Zusammenhang, denn die Opfer haben alle in gewisser Weise mit Literatur zu tun. Und spätestens als Grall selbst ins Visier des Täter gelangt, muss dieser sich auch seiner eigenen Vergangenheit stellen. Lars Schütz erzählt diese Story in schnellen und kurzen Kapiteln. Dabei wird der Leser flott mit den Taten konfrontiert und direkt in die Geschichte hinein katapultiert. Die ermittelnde Soko besteht aus verschiedensten Typen, die sich ebenfalls erst mal finden müssen. Gut gefällt dabei, dass zwar jeder so seine Eigenheiten hat, letztendlich aber mal keine kaputten Typen als ermittelnde Beamte tätig sind. Rasant geht der Täter vor und dies überträgt sich auf den Leser. Denn dieser Krimi liest sich flüssig, bietet immer die nötige Spannung und lässt einen dadurch nur so durch die Seiten fliegen. Nach ca. zwei Drittel des Buches hatte ich zwar einen ersten Täterverdacht, der sich auch bewahrheitete, aber das war nicht alles. Lars Schütz überraschte nochmal und hielt dadurch die Spannung bis zur letzten Seite hoch. "Der Alphabetmörder" ist für mich ein gelungenes Thrillerdebüt des Autors und man darf gespannt sein, was es als nächstes aus seiner Feder geben wird.
dorli zu »Lars Schütz: Der Alphabetmörder« 29.08.2018
Bad Marienberg. Im Wildpark wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden. Auf die Brust des Opfers hat der Täter ein A tätowiert. Jan Grall, operativer Fallanalytiker beim LKA Rheinland-Pfalz und seine Assistentin Rabea Wyler werden zu dem Fall hinzugezogen. Als noch am gleichen Tag zwei weitere verstümmelte Opfer, die mit B und C kennzeichnet wurden, aufgefunden werden, ist allen klar, dass sie es hier mit einem Serienmörder zu tun haben. Erste Ermittlungen ergeben, dass die drei Toten alle beruflich etwas mit dem Schreiben zu tun hatten. Als die SOKO den Hinweis bekommt, dass die 32-jährige Tugba Ekiz vermisst wird, ist Eile geboten, denn bei der Vermissten handelt es sich um eine Deutschlehrerin…

„Der Alphabetmörder“ ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe rund um die beiden Profiler Jan Grall und Rabea Wyler.

Lars Schütz versteht es ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Der Thriller wird fesselnd erzählt und entwickelt einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

Der Kriminalfall ist knifflig und mit einigen Wendungen und Überraschungen gespickt. Obwohl die Ermittler das Beuteschema des Täters schnell durchschaut haben, machen sie zunächst nur langsam Fortschritte. Es gibt weitere Tote und auch die Suche nach Tugba verläuft erfolglos.

Eine Extraportion Spannung bekommt der Thriller zum einem dadurch, dass Jans Vergangenheit für den Fall eine Rolle zu spielen scheint und er selbst in das Visier des Mörders gerät und zum anderen durch mehrere kurze Einschübe, in denen die Perspektive auf die entführte Tugba wechselt und der Leser erfährt, was die Lehrerin erdulden muss.

Immer neue Fakten und Ereignisse halten das Geschehen lebendig und haben mir genauso wie die zahlreichen im Handlungsverlauf auftauchenden Fragen viel Platz zum Miträtseln über Zusammenhänge und Hintergründe, mögliche Motive und die Identität des Täters gegeben.

„Der Alphabetmörder“ hat mir sehr gut gefallen - ein Thriller, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.
Maren Richter zu »Lars Schütz: Der Alphabetmörder« 03.08.2018
Ein absolut empfehlbares Erstlingswerk von einem neuen Thriller-Autor.
Das Buch war ganz nach meinem Geschmack von der ersten bis zur letzen Seite lesenswert. Hier wurde ein neues Ermittlerduo erschaffen.
Jan Grall wird in seine Heimat gerufen um bei der Aufklärung einer besonders gruseligen Mordserie zu helfen. Er und seine Partnerin Rabea Wyler erleben pure Grausamkeit.
Den Toten wurde stümperhaft eine Tätowierung mit fortlaufenden Buchstaben beigebracht.
Relativ schnell merkt Jan das er erstmal mit seiner Vergangenheit abschliessen muss, weswegen er damals fluchtartig seine Heimat verlassen hat und das genau dies vielleicht der Schlüssel zum Ganzen ist.
Das Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt und ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit den Beiden.
niggeldi zu »Lars Schütz: Der Alphabetmörder« 24.07.2018
Unglaublich spannender Thriller!


Der erste Fall für Jan Grall und seine Kollegin Rabea Wyler: die zwei Fallanalytiker des LKA sind einem Mörder auf der Spur, der seine Opfer brutal verstümmelt und mit Buchstaben tätowiert. Und das A war nur der Anfang…
Das Cover ist interessant und die aufgespießten Buchstaben passen wunderbar zur Handlung. Ebenso die unterschiedlichen Teile sind gut durch große Buchstaben gekennzeichnet, jeweils mit einem Zitat aus dem Grimm’schen Wörterbuch.
Auch der Schreibstil ist angenehm und flüssig, ich konnte schon nach den ersten Sätzen nicht mehr aufhören zu lesen.
Jan und Rabea sind sehr sympathisch, beide sind Koryphäen auf ihrem Gebiet, was nicht nur Vorteile mit sich bringt. Den Fall an sich finde ich überhaupt nicht vorhersehbar, es geschahen einige Dinge, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, einfach perfekt! Außerdem ist auch die Auflösung sehr spannend und auch logisch gestaltet.
Ich freue mich schon auf die weiteren Teile dieser Reihe und kann das Buch nur empfehlen! 5 Sterne!
Leselottchen zu »Lars Schütz: Der Alphabetmörder« 24.07.2018
Hut ab vor diesem Thrillerdebüt

Ein Thrillerdebüt, das besser nicht sein kann. Wow, was für eine fesselnde Story.
Schwache Nerven sind bei diesem großartigen Thriller allerdings fehl am Platz.

Die Fallanalytiker Jan und Rabea vom LKA Rheinland Pfalz werden in den Westerwald gerufen.
Ein Mörder treibt dort sein Unwesen. Sie nennen ihn den Alphabetmörder, da er die grausam zugerichteten Leichen mit einem Buchstaben tätowiert. A, B, C.wer kann ihn stoppen?
Für Jan kommt erschwerend hinzu, dass er genau aus dieser Gegend stammt und ihn ungute Erinnerungen plagen. Er kennt die Menschen und er weiß um ihre Gepflogenheiten. Wie wird sich das auswirken? Er wird sich seiner Vergangenheit stellen müssen. Rabea und er sind ein sehr gutes Team. Hat er sie doch vor einiger Zeit als Wunschpartnerin zu sich ins Boot geholt.

Schon der Anfang bietet alle Voraussetzungen für eine fesselnde Story. Es ist alles da, was mein Thrillerleseherz glücklich macht. Und so schaffte ich kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung steigerte sich ins Unermessliche. Eine tolle Schreibweise, die mich total begeistert. Da ist kein Satz zu viel. Mein Kopfkino funktionierte fantastisch. Die kurzen Kapitel steigern die Spannung umso mehr. Man ist beim Ermitteln mittendrin und der Nervenkitzel ist spürbar. Eine klasse Idee das Alphabet mit einzubeziehen. Dem Autor ist es gelungen, mit dem Alphabet zu spielen und daraus eine rundum durchdachte und überaus gelungene Story zu machen.
Das Cover ist ein echter Hingucker und der Titel hält was er verspricht.

Dieses Buch ist eines meiner Lesehighlights dieses Jahr. Hut ab vor dem Autor Lars Schütz. So einen Start hinzulegen ist aller Ehren wert. Ich werde diesen Thriller voller Überzeugung weiterempfehlen. Natürlich hoffe ich, dass es eine Fortsetzung gibt. Ich möchte zu gerne ein weiteres Mal bei einem spannenden Fall mit Jan und Rabea dabei sein.

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