Ein Teil von ihr von Karin Slaughter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 unter dem Titel Pieces of her, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei HarperCollins.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 2010 - heute.

  • New York: William Morrow, 2018 unter dem Titel Pieces of her. 512 Seiten.
  • Hamburg: HarperCollins, 2018. Übersetzt von Fred Kinzel. ISBN: 978-3959672146. 512 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2018. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3961080690. 8 CDs.

'Ein Teil von ihr' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Laura Oliver, 55 Jahre alt, ist Sprachtherapeutin, eine Stütze der Gesellschaft. Wie es in solchen Fällen gerne heißt: alle kennen und lieben sie. Auch ihre Tochter Andrea. Bis beide Frauen eines Tages im Diner des örtlichen Einkaufzentrums Andreas 31. Geburtstag feiern, und Andrea während einer Schießerei eine andere Seite Lauras miterlebt, eine Seite, die ihre Mutter als anderen Menschen erscheinen lässt. Natürlich ist jemand im Diner, der das Geschehen mit dem Smartphone aufzeichnet und sofort online bringt. Es folgt die übliche virale Ausbreitung. Dadurch werden böse Ereignisse in Gang gesetzt.

Kurz darauf befindet sich Andy auf der Flucht in Mutters Wagen, findet darin seltsame Dinge versteckt und begibt sich auf eine Reise, deren Ziel es ist, die Identität ihrer Mutter herauszufinden.

Das meint Krimi-Couch.de: Mutter und die Weltveränderungsarmee 78°

Krimi-Rezension von Almut Oetjen

Wer »Ein Teil von ihr« liest, wird vielleicht an einen Hollywoodfilm mit ähnlicher Prämisse erinnert. James Camerons »True Lies – Wahre Lügen« (1994), in dem Arnold Schwarzenegger für Frau und Tochter ein Vertreter für Computer ist, tatsächlich aber Mitarbeiter in einer geheimen Organisation zur Terrorbekämpfung. Anders als dieser Film erzählt Slaughter ihre Geschichte, für ihr Werk eher überraschend, über eine längere Strecke recht langsam.

Die Charaktere werden in aller Ruhe vorgestellt und entwickelt

Die Autorin legt viel Wert auf die Charakterentwicklung. Die introvertierte Andrea, oder Andy, wie sie genannt werden will, arbeitet bei der New Yorker Polizei in der Nachtschicht der Notrufzentrale. Sie hat Schwierigkeiten, wichtige Entscheidungen zu treffen. Ihre Vorstellungen von einem erfolgreichen Leben erschöpfen sich darin, anderen Menschen zuzuarbeiten. So hat sie es während ihres Studiums und bei den anschließenden vielfältigen Aushilfsjobs gehalten. Ihrer Mutter gefällt das nicht. Ihr beruflich erfolgreicher Adoptivvater, der Anwalt Gordon Oliver, liebt Andy und kritisiert sie nicht dafür.

Mutter und Tochter leben in einer kleinen Gemeinde außerhalb Savannahs. Das liegt zwar in Georgia und damit bleibt Slaughter dem Staat ihrer erfolgreichen Serien treu. Aber die für sich stehende Geschichte spielt nicht in einer Großstadt wie Atlanta, ihr bislang bevorzugter Handlungsraum. Die Serienfigur Will Trent, der unter Dyslexie leidet, wird hier in einer Form von Umkehrung ersetzt durch eine Sprachtherapeutin. Trents Arbeitsplatz, das Georgia Bureau of Investigation, wird einmal direkt genannt.

Karen Slaughter erzählt hier mal eine ganz andere Geschichte

Eine gewisse Entfernung zum sonstigen Werk Slaughters weist »Ein Teil von ihr« insoweit auf, als die Autorin keine prozedurale Ermittlungsgeschichte erzählt. Es gibt mithin einige Dinge, die mit der Erwartungshaltung des einen Lesers oder der anderen Leserin kollidieren können. Keine Überraschung gibt es im Hinblick darauf, wie das Buch geschrieben ist. Man mag den Stil Slaughters – oder eben nicht. Die Story hingegen dürfte in ihrer geschickten Konstruktionsweise eher keinen Anlass zum Mäkeln geben. Erzählerisch bewegt sich Slaughter im großen Terrain des Kriminalromans auf einem Feld, das ihren (ursprünglich) zwei Serien noch nahe ist, aber die Geschichte, die sie erzählt, ist eine ganz andere. Der Kriminalfall, der sich zu Beginn abzeichnet, ist aufgrund der Verbindung zu den sozialen Medien lediglich ein Auslöser für die Dinge, die kommen.

Slaughter verknüpft zwei Handlungen miteinander, die 32 Jahre auseinanderliegen. Auf der Zeitlinie »Sommer 1986« erfahren wir die Geschichte Lauras, in der Gegenwart »Sommer 2018« lesen wir von den Abenteuern Andys, die etwas über ihre Herkunft und die Vergangenheit ihrer Mutter erfährt. Im Verlauf der Erzählung aus 1986 erhalten wir Informationen zum Verständnis der Gegenwart. Laura hat alles verloren, was ihr etwas bedeutete.

Sie kennt den Verantwortlichen und fliegt nach Oslo, um ihm die Rechnung auf spektakuläre Weise zu präsentieren. Eine Zeitlang lesen sich die beiden Teile wie unabhängige Texte, was sich im späteren Verlauf der Handlung ändert. Bis dahin ist die Reisegeschichte Andys (ihre Suche nach der Wahrheit, oder, weniger aufregend, nach Antworten auf Fragen) allein tragfähig, weil man wissen will, was am Ende herauskommt. Die zweite Handlungslinie trägt erst recht spät dazu bei.

Tote, Killer, menschliche Kletten, und böse Polizeiverhöre mit Brechreizfolge

Andy trifft auf ihrer Reise auf wenige Menschen, vor allem einen Mann und zwei Frauen. Sie denkt viel nach und kommt nur langsam voran. Zu Beginn des Romans erklärt ihre Mutter ihr, dass sie nun über 30 ist, was Auswirkungen haben sollte. Auf ihrer Flucht und Suche erinnert Andy mehr an einen Teenager, natürlich von Slaughter beabsichtigt. Um ihr Handeln dennoch besser nachvollziehen zu können, muss man sich gelegentlich daran erinnern, dass sie 31 ist.

Es gibt ein paar Tote, faktische und potenzielle Killer, menschliche Kletten, böse Polizeiverhöre mit Brechreizfolge, eine mobile kleine Privatbank mit 240.000 Dollar unverzinslichem Guthaben. Die Themen Gender und Sexismus in den 1980er Jahren werden angesprochen, ein wenig plakativ. Die drei wichtigen Frauen auf Andys Weg haben Namen, die zum Nachdenken anregen: Paula, Laura und Clara. Man bekommt es mit verstörten Charakteren zu tun, mit psychischem und körperlichem Missbrauch. Mit Frauen, die ihren Lebenssinn darin sehen, sich einem Sektenführer hinzugeben, der wiederum seinen Lebenssinn sieht in Geld und Macht, einem Privatflugzeug und einem Porsche, insbesondere aber wohl darin, andere Menschen dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht machen wollen. Dennoch ist die Geschichte nicht annähernd so düster wie »Pretty Girls«.

Karin Slaughters »Ein Teil von ihr« liest sich als moderne Geschichte über komplizierte Vereinigte Staaten von Amerika, in der charakteristische Merkmale des American Way of Life ebenso aufscheinen wie der Mythos vom Grenzland. Die Reise von Anrea setzt eine spezifische Dynamik der Gewalt und der Erkenntnis in Gang. Slaughter räumt auch auf mit der naiven Vorstellung, die Welt heute sei komplexer und komplizierter als früher: sie war schon immer komplex und kompliziert; nur äußert sich das in unterschiedlichen Zeiten und Kontexten auf unterschiedliche Weise. Tatsächlich ist in »Ein Teil von ihr« die Welt der Gegenwart durch eine lineare Reise verstehbar, entlang der sich Personen, Ereignisse und Erklärungen reihen, und eine komplizierte Vergangenheit auffalten.

Die Charaktere der Erzählung waren damals und sind heute nicht die, die sie zu sein scheinen. Gemeinsam ist ihnen die Identitätsfrage in Verbindung mit den damaligen Geschehnissen, ihr Gefühl von Heimatlosigkeit, ihre Herkunft aus der Gewalt, in die sie auf eine Weise hineingeraten sind, die sie vermutlich heute noch nicht verstehen, falls dies überhaupt möglich ist. Die Vergangenheit, die sie in die Isolation getrieben hat. Der Refrain dieser Erzählung könnte lauten: Wenn man nicht einmal sich selbst verstehen kann, wie kann man sich dann einbilden, Menschen aus dem Umfeld, wie nah sie einem auch sein mögen, zu verstehen? Kommunikation dient dazu, das Gegenüber einordnen zu können, ob es einem gefährlich werden kann, ob es einem nützlich sein kann, ob es einen benutzen oder gar missbrauchen will.

Diese Kommunikationen durchziehen den Roman, und ihr einziges konsequentes Gegenstück findet sich in der Beziehung zwischen der Hauptfigur und ihrem Adoptivvater, die sich in Herkunft, Alter, Hautfarbe und Geschlecht unterscheiden. Vorgetragen wird das nicht auf sentimentale oder kalte Weise, sondern eher beobachtend aus Sicht einer unbeteiligten Erzählfigur, die nahe an der Hauptfigur ist.

Almut Oetjen, August 2018

Ihre Meinung zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr«

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Alexandra Müller-Ihrig zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 18.11.2018
Ich als großer Karin Slaughter - Fan konnte auf der Frankfurter Buchmesse natürlich an ihrem neuen Roman „Ein Teil von ihr“ nicht vorbei gehen.
Dieser Roman handelt nicht von Karin Slaughters bekannten Darstellern wie Lisa Linton oder Will Trend. Sie schreibt mit komplett neue Akteuren. Auch die Sicht ist diesmal nicht aus dem Blickwinkel der Polizei oder Gerichtsmedizin, sondern eher von der gegnerischen Seite,. Trotzdem findet man diese neuen Personen schnell sympathisch und versteht ihr Verhalten.

Andy, die Tochter von Laura, ist vor einigen Jahren aus New York zu ihrer Mutter zurück gekehrt. Grund hierfür war das Krebsleiden an dem ihre Mutter erkrankt war und Andy half ihr über diese schwere Zeit. Andy wohnt in der Garagenwohnung ihrer Mutter. Eigentlich bekommt Andy ihr eigenes Leben selbst nicht so recht auf die Reihe und hat den Job bei der Notruf-Zentrale nur durch ihren Vater bekommen. Das begonnene Kunststudium nach dem College hat sie abgebrochen und konnte auch in New York nicht ihre Ziele verwirklichen.
An Andys einunddreißigsten Geburtstag ändert sich ihr bisheriges eintöniges Leben. Eine Odyssee beginnt, als sie mit ihrer Mutter in einem Restaurant ist. Ein Amokläufer betritt das Dinner und tötet mehrere Menschen. Er will auch Andy töten, die ihre Uniform trägt und er sie fälschlicherweise für eine Polizistin hält. Laura, ihre Mutter, stellt sich dazwischen und tötet den Amokläufer. Andy ist starr vor Schock, während ihre Mutter ihr eintrichtert bei der Polizei keine Aussage zu machen. Andy ist verwirrt und versteht den Sinn dieser Anweisung nicht, befolgt ihn aber. Die Verstrickungen steigern sich und Andy fragt sich, wer diese Frau überhaupt ist, welche sie einunddreißig Jahre lang als ihre Mutter kannte.


Der besondere Schreibstil von K. Slaughter zieht jeden nach spätestens 20-30 Seiten in den Bann der Geschichte. Wenn das eigene Herz vor lauter Spannung ins Flattern kommt und man selbst bei bedrohlichen Szenen den Atem anhält. Dass man dann dieses Buch nicht einfach zur Seite legen kann ist logisch.
HexeLilli zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 03.10.2018
Da die Meinungen bei diesem Buch sehr unterschiedlich waren, freute ich mich aufs Lesen, ist doch Karin Slaughter eine Garantie für tolle Bücher mit viel Spannung. Nach 200 Seiten wartete ich leider immer noch darauf. Dann kam es langsam in Fahrt, um zum Schluss wieder abzufallen.
Die Hauptpersonen sind Laura (Mitte 50) und ihre Tochter Andrea (31 ). Bei einer Schießerei in einem Lokal lernt Andrea eine vollkommen fremde Seite an ihrer Mutter kennen. Welches dunkle Geheimnis verbirgt Laura vor ihrer Tochter? Andy begibt sich auf eine gefährliche Flucht und Spurensuche. Wer ist ihre Mutter wirklich?
Das Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt, einmal in der Gegenwart und einmal in der Vergangenheit. Schnell hat man rausgefunden, um wenn es sich handelt. Kaum nach zu vollziehen, wie ein einzelner Mensch so viele Leute in seinen Bann ziehen kann. Die Idee für den Inhalt fand ich nicht schlecht, nur war das Buch teilweise sehr langatmig mit unnützen Wiederholungen und viel Geschwafel, so dass die Spannung auf der Strecke blieb. Manches Mal musste ich mich zwingen, keine Seite zu überblättern. Die Protagonisten waren mir allesamt unsympathisch, deren Handeln ich nicht nachvollziehen konnte.
Ich wurde mit dem ganzen Buch nicht so recht warm und hatte mir mehr erhofft, schade.
books4ever zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 21.09.2018
Solide, aber nicht der beste Thriller von Karen Slaughter

Ich bin ein großer Fan von Karen Slaughter und habe fast alle Thriller von ihr gelesen. So habe ich mich sehr auf ihr neuestes Werk „Ein Teil von ihr“ gefreut. Die Handlung beginnt zunächst auch, wie von der Autorin nicht anders gewohnt, spannend. Andrea feiert ihren 31. Geburtstag gemeinsam mit ihrer Mutter Laura in einem Restaurant. Doch dann geschieht das Unfassbare. Ein bewaffneter Mann stürmt ins Restaurant und erschießt zwei Frauen. Nur ihrer Mutter hat es Andrea zu verdanken, dass sie den Amoklauf überlebt, denn diese überwältigt und tötet den Täter. Andrea, die geglaubt hatte, ihre Mutter zu kennen, ist von dieser neuen Seite völlig überrascht und sucht nach Antworten. Wer ist ihre Mutter wirklich und welche Geheimnisse verbirgt sie?

Die Geschichte rund um Andrea, die sich auf die Suche nach Antworten über ihre Mutter begibt, ist durchaus interessant und weist auch einige spannende Szenen auf. Leider zieht sich die Handlung auf den über 500 Seiten stellenweise etwas in die Länge und die Spannung nimmt zwischendurch merklich ab, was bei einem Thriller normalerweise nicht der Fall sein sollte. Die Teilung der Erzählung in zwei Handlungsstränge (1986 und 2018) sorgt zwar für einen abwechslungsreichen Perspektivwechsel, insgesamt waren mir die Schilderungen aber doch etwas zu langatmig.

Auch Andrea konnte mich als Charakter nicht völlig überzeugen. Sie war mir stellenweise nicht sehr sympathisch und es fiel mir oft schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Hinzu kam, dass ihre Handlungen und Reaktionen nicht immer ganz glaubwürdig waren. Ihre Mutter Laura und deren Vergangenheit haben mir da schon deutlich besser gefallen.
Positiv hervorzuheben ist hingegen das tolle, metallisch glänzende Buchcover, welches ein richtiger Hingucker ist.

Alles in allem ist „Ein Teil von ihr“ ein solides und interessantes Werk von Karen Slaughter, welches jedoch nicht unbedingt zu ihren besten zählt. Da haben mir ihre Reihen rund um Chief Tolliver oder Will Trent noch deutlich besser gefallen!
Maren Richter zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 15.09.2018
Ich habe schon fast alle Bücher von Karin Slaughter gelesen und war dementsprechent gespannt was mich hier erwartet.
Leider war ich etwas enttäuscht von diesem Buch.
Mir war es teilweise zu langatmig und mir fehlte der rote Faden.
Andrea und Laura haben ein gutes Mutter-Tochter Verhältnis und plötzlich ist doch nicht mehr so wie es mal war.
Andrea war mir manchmal richtig unsympathisch und hat sich benommen als wäre sie ein kleines Kind.
Die Story an sich fand ich interessant und spannend, aber man hätte sie etwas kürzen können.
Ob meine Meinung daran liegt, das ich von Karin Slaughter was anderes erwartet habe, weiß ich nicht.
Man kann dieses Buch auf jeden Fall lesen, aber es gibt bessere Romane von ihr.
Darts zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 31.08.2018
Andrea Oliver, meist nur Andy gerufen, ist eine 31 jährige junge Frau die noch nicht richtig weißt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie hat ihr Studium abgebrochen und wohnt wieder bei ihrer Mutter Laura in einer kleinen Wohnung über der Garage. Ihre Eltern, also ihr Stiefvater Gordon und ihre Mutter Laura, haben sich getrennt. Eines Tages verlangt ihre Mutter plötzlich das Andy auszieht und endlich auf eigenen Füßen steht und sich auch nicht an Gordon wendet. Andy versteht die Welt nicht mehr. Doch bevor es soweit kommt geraten die beiden in einem Lokal in einen Amoklauf. Entgeistert sieht Andy zu, wie ihre Mutter todesmutig den Angreifer abwehrt und tötet. Wer ist ihre Mutter? Hatte sie eine Nahkampfausbildung? Als die beiden kurz darauf auch noch in ihrem Haus überfallen werden und auch dieser Angreifer sterben muß, bekommt Andy von ihrer Mutter eine Kosmetiktasche mit Inhalt in die Hand gedrückt und ein Ziel genannt. Ganz verwirrt befolgt Andy zuerst die Anweisung ihrer Mutter, weicht allerdings später zu ihrem Ungunsten davon ab und gerät erneut in Lebensgefahr. Nur ihre Mutter kann sie retten. schafft sie es?

Das über 500 Seiten dicke Buch beginnt sehr träge und anfangs auch etwas verwirrend. Es spielt in zwei Zeitebenen, einmal August 2018 und dann 1986, so erfährt man aus dem früheren Leben von Laura sehr viel und kommt nach und nach in die Geschichte, die immer mehr an Fahrt aufnimmt. Auch wenn noch mal ein zwei langatmige Stellen sind entwickelte sich das Buch doch zum pageturner.

Karin Slaughter einmal anders. Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig. Die Handlung baut auf und gewinnt immer mehr an Spannung, da sich der Charakter von Andy stark entwickelt und man auch später die ganzen Zusammenhänge begreift und mitfiebert.
Krimisofa.com zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 29.08.2018
Andrea ist einunddreißig. Sie hat Theaterwissenschaft in New York studiert, hatte eine Affäre mit einem ihrer Professoren, der ihr eine Stelle in der Nähe des Broadways besorgt hat; den Brettern, die ihre Welt bedeuten – bedeutet haben. Nach sechs Jahren New York ging sie nach Belle Island, was am anderen Ende der USA liegt. Ihre Mutter hatte Krebs, was der Grund für ihren Umzug war. Den Krebs hat Laura überlebt, doch Andrea blieb und arbeitet heute in der Notrufzentrale der örtlichen Polizei. Das was ihr bis jetzt über Andrea gelesen habt, könnt ihr sofort wieder vergessen, weil es in der restlichen Geschichte überhaupt keine Rolle spielt. Was wichtig ist, ist, wie Andrea den Rauswurf ihrer Mutter verarbeitet, wie sie damit umgeht und was sie daraus macht. Andrea ist ziemlich nah am Wasser gebaut und bekommt kaum den Mund auf, wenn sie Informationen bekommen will - was allerdings auch eine traumatische Reaktion vom Amoklauf sein könnte, wir wissen es nicht. Andrea ist vielleicht die Protagonistin, die Hauptcharakterin ist aber zweifelsohne ihre Mutter, obwohl diese nur zu Beginn und am Ende der Geschichte auftritt.

Zwischendurch schickt uns die Geschichte immer wieder zurück ins Jahr 1986, wo eine anarchistische Zelle die Welt verändern will. Wie das in die restliche Geschichte passt, kann man zu Beginn nicht ahnen, später wird dieser Erzählstrang aber wesentlich besser als der über Andrea.

Karin Slaughter steht schon länger auf der Liste jener Autoren, die ich lesen wollte. Bei „Die gute Tochter“ war ich kurz davor, es mir zu besorgen, doch dann kam ein anderes Buch dazwischen - jetzt war es aber soweit. Und schon der Einstieg ist irre rasant, bereits im ersten von gar nicht mal so vielen, dafür unverschämt langen Kapiteln, fließt das Blut in Strömen - aber was erwartet man anderes als ein Gemetzel beim Namen Slaughter? Eben. Was mir auch gut gefallen hat, war die Perspektive. Wir nehmen nämlich nicht die Rolle der Mutter, sondern die der Tochter ein - denn Andrea ist bezüglich ihrer Mutter ja komplett ahnungslos. Und so deckt sie nach und nach ihre Geschichte auf und macht dabei selber einen Wandel von der verschüchterten Andrea zur selbstbewussten durch. Andrea wird übrigens durchgehend Andy genannt. Den Grund dafür kann man nach und nach erahnen

Nach den ersten Kapiteln, die, wie geschrieben, irre rasant sind, gestattet uns Slaughter eine Verschnaufpause, denn wir reisen zweiunddreißig Jahre zurück. Dort ist es zunächst emotional und später nimmt die Zeitreise auch noch politische Züge an. Später nimmt die Handlung aber wieder an Fahrt auf. Insgesamt finde ich Slaughters Schreibstil sehr gut, zwischendurch bringt sie uns sogar zum lachen.

Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war die Kapitellänge. Teilweise gehen sie wirklich über vierzig, fünfzig Seiten, noch dazu ohne Absätze - eine halbe Stunde hinsetzen und ein paar Kapitel lesen ist nicht drin. Aber das ist wohl Slaughters Stil. Man muss sich wirklich Zeit nehmen oder sehr schnell lesen. Gegen Ende könnten ein paar Logikfehler drin sein, aber da bin ich mir nicht hundertprozentig sicher. Andrea bekommt am Ende einiges erzählt, von dem ich mir nicht sicher bin, ob sie - aufgrund fehlendem Vorwissen – alles nachvollziehen kann. Es wirkt eher wie ein Service für die Leser.

Alles in allem ist „Ein Teil von ihr“ ein sehr gutes Buch und es wird nicht mein letzter Slaughter gewesen sein - ich habe im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt.

Tl;dr: „Ein Teil von ihr" von Karin Slaughter ist ein rasanter und mitunter ziemlich brutaler und blutiger Thriller, dessen Hauptcharakter von der ersten bis zur letzten Seite zwar ständig über allem schwebt, aber nur selten in der Geschichte auftritt. Die Protagonistin hingegen ist eine verschüchterte - möglicherweise traumatisierte - Frau, die nach und nach die Vergangenheit ihrer Mutter aufdeckt und dabei selber einen Wandel durchlebt.
niggeldi zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 28.08.2018
Spannender Thriller


Für Andrea Oliver bricht eine Welt zusammen, als sie bei einer schrecklichen Schießerei mit ansieht, wie ihre Mutter Laura einem anderen Menschen das Leben nimmt. Denn deren Gesicht zeigt keines der zu erwartenden Gefühle wie Schock oder Angst, sondern ist völlig gelöst und mit sich selbst im Reinen. Anstatt Antworten zu bekommen, wird Andrea von ihrer Mutter zur Flucht durchs ganze Land gezwungen, weil sie angeblich verfolgt wird. Auf ihrer Reise macht sich Andrea eigenständig auf die Suche nach Antworten und ihr Leben entpuppt sich immer mehr als eine Aneinanderreihung von Täuschungen. Wer ist ihre Mutter wirklich und was hat sie zu der Frau gemacht, die sie jetzt ist?

In Echt gefällt mir das Cover sehr viel besser. Auf der Abbildung sah es irgendwie etwas langweilig aus, doch wenn man das Buch in den Händen hält und ein bisschen bewegt, sieht man den Schimmer der Farben, was das Buch zu etwas Besonderem macht. Auch das zerkratzte Portrait der Frau passt gut zum Inhalt.

Der Schreibstil von Karin Slaughter ist wie gewohnt angenehm und flüssig, ich bin gut ins Buch reingekommen. Schon der Prolog weiß einen an der Stange zu halten, da er vieles offen lässt und begierig auf mehr macht.
Auch die Protagonisten sind authentisch dargestellt, Laura ist eine starke Frau, die alles für ihre Tochter tun würde. Im Gegensatz dazu ist ihre Tochter Andy etwas unselbstständig, vielleicht liegt das daran, wie sie erzogen wurde. Doch im Laufe der Geschichte wandelt sich Andy zunehmend zum Positiven. Je weiter man Andy auf ihrer Suche auf den Spuren der Vergangenheit folgt, auf desto mehr Ungereimtheiten und unerwartete Wendungen stößt man.
Das Buch ist in zwei verschiedenen Zeitsträngen geschrieben, einer findet in der Gegenwart statt, der andere erzählt Lauras Vergangenheit. Diese wechseln sich gegenseitig ab, was die Neugier anfacht und den Spannungsbogen aufrechterhält. Ab und zu sind ein paar etwas langwierige Stellen, welche jedoch kurz darauf wieder durch die rasante Handlung wettgemacht werden. Vor allem in den letzten Kapiteln kommt es Schlag auf Schlag und man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Auflösung der mysteriösen Vergangenheit ist gelungen, das Buch regt einen generell zum Nachdenken an, wie sehr und rückhaltlos man einer einzigen Person verfallen kann und was man alles für diese tun würde.

Die Geschichte hat mich wunderbar unterhalten, auch wenn sie etwas anders ist als die Reihen um Will Trent und Sara Linton. Ich kann dieses Buch nur empfehlen und gebe 4,5 Sterne.
Odenwaldwurm zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 09.08.2018
Wir alle kennen unsere Mütter.
Oder etwa nicht?
Wieder und wieder sieht Andrea Oliver das Gesicht ihrer Mutter Laura vor sich: gelöst, gutmütig, beherrscht – während sie einem Menschen das Leben nimmt. Nur knapp konnten sie beide einer grauenvollen Schießerei entkommen. Andrea will Antworten, doch stattdessen zwingt ihre Mutter sie in eine riskante Flucht. Weil sie verfolgt wird. Weil sie ein dunkles Geheimnis hat. Andrea folgt dem Befehl ihrer Mutter. Doch je weiter sich ihr die wahre Identität dieser Frau enthüllt, desto mehr entpuppt sich ihr Leben als eine Lüge. Wer ist ihre Mutter wirklich?
(Klappcovertext vom Buch)

Ich bin gut in die Story gekommen. Der Schreibstil ist wieder sehr gut und flüssig geschrieben. Die Charaktere und die Handlung sind sehr bildlich dargestellt und haben mir sehr gut gefallen. Gleich von Anfang an geht es hoch her und es gibt einen Überfall mit Toten. Als Leser stellt man sich gleich einige Fragen, so dass man bereits hier das Buch nur sehr ungern aus den Händen legen kann. Eine der Fragen ist, warum hat den junge Mann das Cafe überfallen und warum hat Andreas Mutter Laura den Angreifer töten hat? Andrea stellt sich auch diese Fragen und muss heraus finden, dass sie ihre Mutter gar nicht richtig kennt. Wir erfahren deshalb was vor ca 30 Jahren in der Vergangenheit bei Laura passiert ist und in laufe der Story wir uns einiges klarer. Am Anfang zieht sich der Thriller etwas in die länge, dass ich von der Autorin eigentlich nicht kenne. Aber das legt sich schnell und wir dürfen mit erlegen was Andrea alles auf ihrer Flucht erlebt. Am Ende der Geschichte sind dann alle Puzzleteile zusammengefügt.

Ich kann das Buch nur sehr empfehlen, auch wenn es nicht das beste Buch von der Autorin ist. Durch die bildhaften Beschreibungen war ich immer sehr gefesselt. Es gibt viele Thriller Autoren die kein so gutes Werk zu Papier bringen. Ich gebe den Buch 4,5 Sterne.
StephanieP zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 07.08.2018
Andrea ist Anfang dreißig und kriegt ihr Leben nicht wirklich auf die Reihe. Sie hat ihr Studium
abgebrochen und Schulden. Als ihre Mutter Laura an Krebs erkrankt, zieht Andrea wieder zu ihr.
Andrea und Laura haben ein sehr gutes Verhältnis und Andrea denkt, dass sie alles über ihre Mutter
weiß. Dies ändert sich allerdings schlagartig, als ein Anschlag auf Laura geschieht. Andrea muss
erkennen, dass ihre Mutter ein dunkles Geheimnis hat und beginnt daraufhin in der Vergangenheit
zu wühlen um die Wahre Identität ihrer Mutter auzuklären.

Ich konnte von der ersten Seite an die Handlung einsteigen und ihr sofort folgen. Im Gegensatz zu
den anderen Büchern der Autorin baut sich erst relativ spät Spannung auf und diese kann leider nicht
durchgehend gehalten werden. Dennoch fand ich das Buch fesselnd und mitreißend und ich konnte
es trotz der zum Teil fehlenden Spannung schnell und flüssig lesen. Besonders gut gefällt mir, dass
die Handlung in zwei Zeitebenen spielt, welche sehr gelungen verbunden werden. Dies macht den
besonderen Reiz des Buches aus, da dadurch erst nach und nach relevante Details aufgedeckt
werden. Zudem gibt es im Buch einige unerwartete Wendungen, welche den Leser immer wieder
überraschen.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und vielschichtig. Zu Beginn kommen viele
unterschiedliche Protagonisten vor und ich hatte anfangs Probleme diese auseinander zu halten. Im
Laufe des Buches kam ich allerdings immer besser hinein und hatte bald keine Schwierigkeiten mehr.
Vor allem die Hauptprotagonistin Andrea war mir sehr sympathisch. Ihre Gefühle wurden sehr
realistisch und glaubwürdig beschrieben.

Ich kenne bereits mehrere Bücher von Karin Slaughter. Ich war bisher von ausnahmslos jedem Buch
begeistert und finde, dass sie absolut zu Recht auf sämtlichen Bestsellerlisten auftaucht. „Ein Teil von
ihr“ ist ein unglaublich fesselnder und mitreißender Thriller, der mich komplett in seinen Bann
gezogen hat. Dennoch finde ich, dass das vorliegende Buch nicht das stärkste der Autorin ist. Ich
hoffe dennoch auf weitere Thriller der Autorin und schlaflose Nächte!

FAZIT:
„Ein Teil von ihr“ ist meiner Meinung nach nicht das Beste Buch von Karin Slaughter. Trotz der häufig
fehlenden Spannung konnte mich der Thriller fesseln und mitreißen. Ich vergebe daher 4 Sterne!
leseratte1310 zu »Karin Slaughter: Ein Teil von ihr« 29.07.2018
Andrea Mitchell ist mit ihrer Mutter beim Geburtstagsessen, als etwas geschieht, dass sie an allem zweifeln lässt. Immer hat sie gedacht, es gäbe keine Geheimnisse zwischen ihrer Mutter und ihr. Doch als es eine Schießerei gibt und ein Mann sie bedroht, erlebt sie ihre Mutter von einer ganz neuen Seite, denn Laura stellt sich dem Schützen entgegen und tötet ihn sogar. Danach ist das alles im Internet zu sehen und Verfolger sind plötzlich hinter Andy her. Lauras Vergangenheit hat sie eingeholt. Andrea will mehr über ihre Mutter wissen und macht sich auf die Spurensuche.
Ich habe schon einige Bücher von Karin Slaughter gelesen und habe mich auch auf dieses Buch gefreut. Es ist nicht schlecht, aber so richtig konnte es mich trotzdem nicht packen. Vielleicht lag es daran, dass so viele Personen in dem Buch eine Rolle spielten und es nicht einfach war, alle gleich auseinander zu halten. Anfangs gestaltet sich die Geschichte auch recht zäh. Zum Glück ändert sich das später. Der Schreibstil ist aber gewohnt gut und flüssig zu lesen.
Ein Handlungsstrang führt den Leser etwa dreißig Jahre in die Vergangenheit und berichtet über Jane und Nick. Jane ist Nick sehr ergeben und Nick ist ein radikaler Typ.
Andrea lebt wieder bei ihrer Mutter, als diese an Brustkrebs erkrankte. Sie ist jetzt 31 und hat eigentlich noch nichts so richtig auf die Reihe bekommen. Die Schulden ihres Studiendarlehens belasten sie, den Abschluss hat sie nicht geschafft. Sie ist nicht glücklich mit ihrem Leben, hat aber auch nicht den Elan, um daran etwas zu ändern. Aber als an ihrem Geburtstag so dramatische Sachen ablaufen, wird sie aus ihrem Phlegma gerissen und dann kann sie zeigen, dass doch etwas in ihr steckt. Laura dagegen hat ein bewegtes Leben hinter sich. Als Andrea fliehen muss, weiß Laura genau, was zu tun ist.
Auch wenn man manchmal zu wissen glaubt, worauf die Geschichte hinausläuft, so ergeben sich doch immer wieder Wendungen, die die dann wieder in eine andere Richtung weisen. Jeder scheint sein Geheimnis zu haben. Das hält die Spannung aufrecht.
Am Ende ist man schockiert, wieviel Hass und Rachegedanken hinter dieser Geschichte steckt und die mit viel Gewalt zu tun hat.
Auch wenn ich nicht hundertprozentig überzeugt bin, so hat mir das Buch dennoch gefallen.

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