Sieben minus eins von Arne Dahl

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Utmarker, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Piper.
Folge 1 der Berger-&-Blom-Serie.

  • Stockholm: Albert Bonniers Förlag, 2016 unter dem Titel Utmarker. 416 Seiten.
  • München: Piper, 2016. Übersetzt von Kerstin Schöps. ISBN: 978-3-492-05770-7. 416 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Osterwold, 2016. Gesprochen von Peter Lontzek. ungekürzte Ausgabe. ISBN: 3869523263. 416 CDs.

'Sieben minus eins' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Als er die Blutspuren in dem labyrinthischen Kellerverlies findet, ist sich Kriminalkommissar Sam Berger sicher: Das unerklärliche Verschwinden der jungen Frau steht mit früheren Fällen in Verbindung, es muss weitere Opfer desselben Täters geben. Nur fehlt von denen jede Spur. Mit seiner waghalsigen Theorie von einem Serientäter steht Sam Berger alleine da und gerät bald von mehreren Seiten unter Beschuss. Allan Gudmundsson, sein Chef, hat wenig Verständnis für Bergers riskante Alleingänge und droht, ihn zu feuern. Dann entdeckt Sam Berger Spuren. Spuren, die nur er lesen kann, gelegt von einem Menschen, der ihn allzu gut zu kennen scheint. Sie führen ihn zu einem verlassenen alten Bootshaus und von dort zu einer längst verloren geglaubten Erinnerung. Tief verborgen in Bergers Vergangenheit gibt es etwas, das ihn mit den brutalen Verbrechen verbindet. Etwas, das lange Zeit keine Bedeutung zu haben schien, und das der Täter jetzt mit gutem Grund ans Licht holt. Sieben minus eins ist der Beginn einer neuen Krimiserie um das Ermittlerduo Sam Berger und Molly Blom psychologisch raffiniert, voller abgründiger Wendungen und unerhört spannend.

Das meint Krimi-Couch.de: »Dunkle Schatten der Vergangenheit verbreiten Angst und Schrecken« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegen durchsuchen eine Hütte, in der sie ein entführtes Mädchen vermuten. Ein Kollege wird durch eine Art Sprengfalle verletzt, und im Keller finden die Polizisten eindeutige Spuren, ansonsten ist die Hütte aber leer. Berger glaubt unbeirrbar an Zusammenhänge mit anderen Entführungsfällen, sieht gar einen Serien-Entführer und -Mörder am Werk, doch mit dieser Meinung stößt er bei seinen Vorgesetzten mehrfach auf Granit. Bei seinen Ermittlungen stößt er dann allerdings auf eine verdächtige Frau, der er aber nur äußerst mühsam auf die Spur kommt. Dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse, und Sam Berger steht überraschend ganz alleine da und muss seine Nachforschungen auf eigene Faust fortsetzen. Erst als er sich nach einigem Hin und Her und viel gegenseitigem Mißtrauen mit Molly Blom verbündet, einer Agentin der Sicherheitspolizei Säpo, weil beide glauben, den Täter aus ihrer Vergangenheit zu kennen, geht es voran – und wird für beide lebensgefährlich.

Hervorragend gelungener Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe

Vor einiger Zeit sagte Jan Arnald im Interview, das ich mit ihm für die Krimi-Couch in Hannover geführt habe: »Arne Dahl darf noch nicht sterben. Er hat noch zu viele Geschichten zu erzählen.« Arnald hatte tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, mit der Kriminal-Schriftstellerei aufzuhören – und sich glücklicherweise anders entschieden. Eine der Geschichten, die Arne Dahl noch erzählen will, liegt jetzt mit Sieben minus eins vor, und ist der hervorragend gelungene Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe des schwedischen Bestseller-Autors.

Nach dem Finale seiner vierteiligen »Op-Cop«-Reihe um ein Ermittlerteam von Europol hat sich der in Schweden und Berlin lebende Autor eine zweijährige schöpferische Pause gegönnt, bevor er jetzt den Auftakt-Band seiner neuen Reihe um die Ermittler Sam Berger und Molly Blom vorlegte. An der Konzeption scheint er lange gefeilt zu haben, denn der Auftakt ist wirklich lesenswert, und darin schildert Dahl ausführlich, wie sich Berger und Blom überhaupt erst – mit viel Mühe – zusammenraufen.

Zwei ebenbürtige und kompetente Ermittler

Arne Dahl ist bekannt dafür, seine Leser immer wieder zu überraschen, und das gelingt ihm auch in seinem neuen Buch – jedenfalls in meinen Augen. Das neue Ermittler-Duo hat am Anfang seiner Beziehung viel Konflikt-Potenzial, es wird aber auch in den kommenden Bänden kaum langweilig zwischen den beiden werden.

Sam Berger ist nicht der fehlerlose Überflieger, sondern ein Mensch mit vielen Ecken und Kanten. Als Ermittler wirkt er glaubwürdig und durchaus authentisch. Der Umgang mit seinem Team und die Reaktionen auf die Vorgesetzten zeigen, dass er ein guter Polizist ist – auch wenn sein Weg am Ende eine andere Wendung nimmt.

Molly Blom trifft unter sehr speziellen Umständen auf Sam Berger, aber die beiden finden in der Ermittlungsarbeit unter einigen Mühen zueinander. Sie stellen fest, dass sie sich aus der Schulzeit kennen, und sind sich in der Leidenschaft, den Täter zu fassen, absolut ähnlich. Berger dominiert etwas, aber Blom ist auch eine interessante Protagonistin, über die man – offenbar vom Autor so gewollt – nicht ganz so viel erfährt, wie über ihren Partner. In ihren Beiträgen zu den Ermittlungserfolgen sind sich die zwei allerdings in meinen Augen ziemlich ebenbürtig und gleichermaßen kompetent.

Autoren sollte erzählerische Freiheit genießen

Der Entführer der Mädchen ist ebenfalls ein recht komplexer Charakter, auch wenn man dazu erst spät, und nur in Nuancen, einiges erfährt. Die gesamte Geschichte wird von Arne Dahl mit sehr viel Atmosphäre geschildert, was das Buch in meinen Augen mehr als lesenswert macht. Einige Kritiken kann ich daher nicht wirklich nachvollziehen.

Für Sam und Molly wird es an einigen Stellen der Geschichte gefährlich, was die Glaubwürdigkeit aber nicht mindert. Wie realistisch der ganze Plot ist, scheint bei den Lesern durchaus Kontroversen auszulösen, aber da halte ich es wie schon immer bei meinen Beurteilungen – Autoren habe für mich die absolute Freiheit, ihre Geschichte so zu erzählen, wie sie sie komponieren möchten. Wem das nicht gefällt, der mag das Buch zur Seite legen.

Der Cliffhanger, den Arne Dahl am Ende einbaut, ist ziemlich raffiniert gestaltet. Daraus den Vorwurf zu machen, das sei nur ein übler Marketing-Trick, damit man das nächste Buch auch kauft, halte ich für weit überzogen. Wenn ein Autor eine Serie konzipiert, ist es in meinen Augen völlig in Ordnung, wenn er im Auftakt-Band ungelöste Rätsel einbaut, um bereits Spannung für das nächste Buch zu erzeugen. Jan Arnald hat hier als Arne Dahl nach seiner schöpferischen Pause einen fesselnden Roman vorgelegt, mit guten Dialogen und zwei interessanten Protagonisten. Nach seinen beiden Reihen mit großen und differenziert besetzten Ermittler-Teams muss man sich daran erst gewöhnen – was bei der guten Geschichte aber mühelos gelingt.

Andreas Kurth, Oktober 2016

Ihre Meinung zu »Arne Dahl: Sieben minus eins«

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Oldman zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 05.05.2018
Dies ist der erste Band einer neuen Serie, in der die beiden Protagonisten erst einmal zusammenfinden müssen. Dies geschieht auf eine sehr unkonventionelle Art und ist äußerst unterhaltsam. Und danach beginnt sich die Story zu entwickeln und gewinnt an Dynamik. Die Glaubwürdigkeit ist wie so oft fragwürdig, aber die Spannung wird aufrechterhalten, das ist für mich bei einem Krimi zumeist die Hauptsache. Das Ende bleibt offen, 2 weitere Bände existieren ja schon, bin durchaus neugierig wie es hier weitergeht.
lengi zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 04.03.2018
Eine solide und gute Geschichte, wie wir es von AD gewohnt sind und auch erwarten können. Ich kann mich aber des Eindruckes nicht erwehren, dass die Übersetzung ins Deutsche massive Schwächen aufweist. Verglichen mit den anderen Büchern von Dahl empfand ich beim Lesen immer eine Holprigkeit oder eine Ausdrucksweise, die das Ganze in manchen Passagen unglaubwürdig macht.
MissNorge zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 23.10.2017
Meine Meinung:
Endlich eine neue Serie vom schwedischen Krimi-Autor Arne Dahl.
Ich liebe ja diese düsteren und extrem schwerfälligen Skandinavien-Krimis und ich war sehr gespannt auf dieses Buch. Kurz nur angedeutet, ich wurde nicht enttäuscht.
Erst lernt man Sam Berger kennen, der einen ziemlich mysteriösen Fall von verschwundenen Mädchen zu lösen hat und beim Lesen dachte ich schon, ups, wann wird denn das erste mal die andere Hälfte des neuen Duo´s, Molly Blom, erwähnt? Ich gebe zu, es dauert eine Weile bis man sie kennenlernt, aber die Umstände die schlussendlich dazu führen, sind toll herausgearbeitet. Mal ein ganz anderes Kennenlernen, als das übliche zusammen gewürfelte Ermittlerteam. Die beiden beweisen ihre Teamfähigkeit, auch wenn es ganz zu Anfang nicht so scheint, aber dieser Fall schweißt beide zusammen.
Extrem spannend fand ich am Aufbau der Story, das ich durch manche Hinweise und Aussagen sogar zuerst Sam Berger nicht ganz vertrauen konnte, da wurde schon von Herrn Dahl etwas Misstrauen gestreut, welches sich dann aber noch steigert als eine gewisse andere Frau auf der Bildfläche erscheint. Sowas liebe ich, wenn man als LeserIn immer wieder auf´s Glatteis geführt wird. Passend fand ich auch die immer wieder eingeschobenen Kapitel aus der Vergangenheit, die sich aber immer an der richtigen Stelle der Geschichte befinden und eine Einheit mit dem Heute bilden.
Das Ende finde ich einfach super und die Vorfreude auf Band zwei ist kaum zum Aushalten.
Georg zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 26.06.2017
Schade, gute Ansätze, aber doch sehr überdreht, teilweise unlogisch und überfrachtet. Hätte für 2-3 Krimis gereicht und mit weniger Windungen und Zufällen einen wirklich guten ergeben.
Diesen Hang hatte Arne Dahl schon in früheren Werken, aber bei der A-Gruppe klappte das meist noch ganz gut. Hier ist der Bogen überspannt und man fragt sich, warum das so ist? Wieso wurde die story nicht auf ein gutes, schlüssiges Konzept gestellt a la 'weniger ist mehr'? Will sich der Schreiber austoben, der Verlag noch reisserischer auftrumpfen? 'Der beste schwedische Krimi, der je geschrieben wurde'?? ;-)
Schade!
Eva zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 11.03.2017
Einfach nur lesenswert.
Wenn ich am Abend im Bett statt sonst 5 Seiten hier 20-30 Seiten verschlinge, muss das Buch gut sein.
Arne Dahl schreibt stilvoll, atmospärisch und sehr spannend. Unlogisch erschien mir nichts, wenn man genau liest, kann man diesem komplexen Handlungsstrang sehr gut folgen.
Ich freue mich, dass es eine Fortsetzung gibt und hoffe, dass ich nicht zu lange daruf warten muss.
Teeshan Jamil zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 11.02.2017
Opendoor
Sie haben vor kurzem Ihre Meinung über dieses Buch geschrieben und dabei haben Sie die Spannung abgenommen, denn Sie hatten den Namen des Täters Preisgegeben. Plus das Motiv.
Ein Kommentar zu schreiben bedeutet, ist das Buch gut, geht so oder schlecht. Aber so, dass die Spannung und dergleichen nicht verraten wird.
Bitte beim nächsten Mal für ein anderes Buch so kommentieren, dass die Spannung nicht erneut bekannt wird.
Vielen Dank
opendoor zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 11.02.2017
Das Buch: "Sieben minus Eins" ist unlogisch. Der Kriminalkommissar Sam Berger ermittelt mit seinen Helfern in einem Kriminalfall. Dabei spielt eine Frau, blond mit Stupsnase, eine große Rolle. Sie fährt Fahrrad und ist immer dort, wo Berger ermittelt. Diese Frau heißt Nathalie Freden. Der Schurke heißt William Larrson. Die Unlogik heißt: Nathalie Freden alias Molly Blom. Sie war in derselben Schule wie Berger. Der Schurke ging auch in dieselbe Schule, wurde aber gemobt. Deshalb rächte er sich. Wenn Berger Nathalie Freden unbekannt war, war ihm auf der anderen Seite Molly Blom bekannt. Das ist das Unlogische an der Sache.
Karin zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 08.02.2017
Bislang war ich der Meinung der Name Arne Dahl steht für Qualität.
Schade - "Sieben minus Eins" war einer der schlechtesten Krimis die ich bisher gelesen habe! Die Story hat soviele logische Ungereimtheiten dass mir manchmal die Lust am Lesen verging. Ein anderer Kommentar hatte es schon erwähnt: Hauptsache die Kasse klingelt!
manni zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 31.01.2017
Schade, der Zauber ist verflogen. Dahl reisst hier einfach einen Thriller nach Strickmuster runter, ja, spannend schon, aber völlig unglaubwürdig. Wo seine Thriller einmal fast phantastische Geschichten waren und jeder Ermittler seinen eigenen interessanten Charakter, da agieren hier beliebig austauschbare Figuren, die Folgeromane, trotz des guten Plots, werde ich mir ersparen. Dahl ist nun auch im Mainstream angekommen, Geld stinkt nicht. 60°
Tulup zu »Arne Dahl: Sieben minus eins« 05.12.2016
Arne Dahl mit einem neuen Duo. Unangepasster Kommissar trifft auf technisch versierte und körperlich fitte Mitstreiterin. Gemeinsam ergänzen sie sich natürlich perfekt. Soweit das bekannte Strickmuster.
In meinen Augen gelingt es Dahl trotzdem gut, eine überraschende Geschichte zu entwerfen, mit einem ungewöhnlichen Aufbau und verblüffenden Wendungen. Fast wie beim Zwiebel schälen kommt immer wieder eine neue Schicht zum Vorschein. Für mich ist die ganze Herangehensweise sehr erfrischend anders.
Geblieben sind die übliche skandinavische Schwermütigkeit (bei natürlich permanent schlechtem Wetter) und die Dahl-typische Weitschweifigkeit bei der Darstellung seiner Hauptfiguren.
Das Ende schreit natürlich nach einer Fortsetzung. Da das Ganze als Serie angelegt ist, wenig überraschend. Kommerz? Der Mann will davon leben.
Auf dem Niveau bin ich gerne bereit, mein Geld in ihn zu investieren.

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