Eiskalt wie das Blut

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • New York: Little, Brown, 2010, Titel: 'So cold the river', Seiten: 508, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2011, Seiten: 640, Übersetzt: Frauke Czwikla

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Tim König
Kurzweilig-spannende Kost, die streckenweise auf der Stelle tritt.

Buch-Rezension von Tim König Mai 2011

Und wieder ein Buch, dieses Mal mit "Thriller" untertitelt, das sich auf keine Couch setzen lassen will. Eric Shaw wird zwar von einer hübschen, reichen Frau engagiert, um ein Rätsel zu lösen, bei dem es sich letzten Endes um kriminelle Machenschaften bezüglich der Schwarzbrennerei der 20er Jahre handelt, agiert aber den größten Teil als Medium, das in die Vergangenheit blicken kann. Ob es nun ein Krimi ist, der ins Phantastische hineingeht oder Fantasy, die sich um Gangster dreht, ist egal. Zumindest, was die Spannung betrifft.

Spannend heißt bei Koryta aber nicht, dass dem Leser permanent das Blut in den Adern gefriert: Es wird sich Zeit für die Charaktere und ihre Geschichten genommen, für die fast psychoanalytische Ergründung ihrer Empfindungen und Leiden. Alle Hauptpersonen sind moderne, gebrochene Männer, die nicht nur mit ihrem, dem Spannungsbogen untergeordnetem Schicksal ihre Probleme haben, sondern vor allem mit sich selbst. So wird ein Großteil der Seiten mit den kommunikativen Problemen zwischen Eric Shaw und seiner getrennt von ihm lebenden Frau, seinem Stiefvater und dem inexistenten Freundeskreis gefüllt. Koryta analysiert hier treffend und (dennoch) emotional, was einer der größten Pluspunkte des Buches ist.

Damit wird Eiskalt wie das Blut nicht zum großen Reißer des Jahres 2011, bleibt aber handwerklich und stilistisch in der oberen Thriller-Riege: Die Geschichte beginnt überzeugend und hält die Erwartungen lange Zeit hoch, lässt aber bald eine nennenswerte Weiterentwicklung vermissen. Das Setting überzeugt einfach, und so fühlt man sich diffus wohl zwischen den magischen Städtchen mit den megalomanischen Hotels irgendwo in Indiana. Die Stimmung bleibt dann allerdings in einer belanglosen Mystery-Melange hängen, die man irgendwo zwischen dem sülzigen True Blood und dem saftlosen Supernatural vermutet, bis der Dämon des Buches dem Bösewicht wie aus der Retorten-Kiste zuraunt:

 

"Mach dem Ort den Boden gleich und sieh zu, wie er brennt. Wenn es getan ist, wird man deinen Namen kennen, das kannst du mir glauben. Man wird ihn kennen und sich an ihn erinnern." (S.466)

 

Es gibt viele Leute, die das mögen, oder wenigstens True Blood schauen – aber so spannend, dass jemandem, der älter als 14 ist, Schauer über den Rücken laufen, ist es nicht. Der Höhepunkt der Ideenlosigkeit mündet in einem Ende, das sich mehr oder weniger in einer Episode der Final Destination-Reihe wiederfinden lässt (in welcher genau wird nicht verraten: Spoilergefahr). Trotzdem muss an dieser Stelle eingestanden werden, dass versucht wird, den verlorenen Drive wieder zu finden (doch die Füße sind eingeschlafen ...!).

Was vielversprechend beginnt, endet wie eine Bestellung bei Joeys Pizzaservice: Ganz lecker, aber eben doch ein bisschen zu klein und an reichhaltigen Nährstoffen mangelt es auch. Nicht zu vergessen das schlechte Gewissen nach dem fettigen Genuss. Hat man jedoch Langeweile und will dem kurzzeitig entkommen, ist Eiskalt wie das Blut eine nette Lektüre mit einfacher Storyline, angesiedelt an einem skurrilen Ort mit durchdachten Charakteren.

Insgesamt ist Knaurs neuer Thriller-Pfad zu begrüßen – kein Krampf, der an festgefahrenen Genrestandards festhält, sondern eine Besinnung auf das Wesentliche: Überzeugende Protagonisten auf einem wilden Ritt durch unwägbare Gegebenheiten.

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