Weil ich euch liebte

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • New York: Bantam, 2011, Titel: 'The accident', Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2012, Seiten: 480, Übersetzt: Silvia Visintini

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Andreas Kurth
Plagiate, Killer und die Hausfrau von nebenan

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2011

Eigentlich ist Glen Garber durchaus zufrieden. Hier und da gibt es wegen der Wirtschaftsflaute Stress mit seiner Baufirma, aber privat ist alles im Lot. Glaubt er jedenfalls. Bis er sich eines Abends Sorgen macht, weil seine Frau Sheila von einem Buchhaltungskurs nicht wie gewohnt pünktlich zurück nach Hause kommt. Er fährt los um sie zu suchen, und dann trifft ihn der Keulenschlag. Sie hat einen Unfall verursacht, ist tot, und zwei weitere Menschen wurden getötet. Sheila soll volltrunken gewesen sein. Für Glen bricht die Welt zusammen. Obwohl der Schock noch anhält, beginnt er Fragen zu stellen. Eine Freundin seiner Frau stirbt unter ungeklärten Umständen, eine andere will einen Umschlag mit viel Geld zurück haben. Glen fühlt sich wie in einem falschen Film. Aber es bedarf noch weiterer Vorfälle und Ungereimtheiten, bis der Durchschnittsbürger aus einer ganz normalen amerikanischen Stadt scheibchenweise die Wahrheit herausfindet.

Linwood Barclay ist ein brillanter Erzähler, das macht der Autor auch mit seinem neuen Roman wieder deutlich. Seine Helden sind amerikanische Nobodys, die scheinbar unverschuldet in große Nöte geraten – die sogar tödlich enden können. Wirklich unschuldig sind die meisten Protagonisten der Geschichte allerdings nicht, dafür jedoch grenzenlos naiv. Der Autor baut in diesem Buch ganz unterschwellig Spannung auf, die anfangs nur scheibchenweise gesteigert wird. Der geheimnisvolle  Unfall von Glens Ehefrau ist ein gelungener Einstieg, aber es dauert dann einige Zeit, bis Glen starke Zweifel an der Schilderung des Hergangs bekommt. Vor allem der zweite Todesfall wirft viele neue Fragen auf und bringt mehr Dynamik in die Handlung.

Aber auch schon vorher gelingt es Linwood Barclay ganz ausgezeichnet, die Leser mit einer Geschichte über das Leben höchst durchschnittlicher Menschen zu fesseln und zu faszinieren. Stück für Stück findet Glen heraus, dass sich Freunde, Bekannte und Kollegen auf zweifelhafte Geschäfte eingelassen haben. Die Rolle seiner Frau in dieser undurchsichtigen Gemengelage bleibt bis fast zum Schluss unklar – wird aber von Glen ständig hinterfragt. Es geht um gefälschte Markentaschen, Medikamente und vieles mehr. Protagonist und Leser müssen Personen und Fakten sorgfältig im Geiste sortieren, zumal sich durch jede neue Antwort, die Glen findet, abermals weitere Fragen ergeben.

Linwood Barclay hat die Lösung seiner Rätsel wie Zwiebelschalen hintereinander geschichtet, und nach dem eher dahin plätschernden ersten Drittel des Buches gibt der Autor dann richtig Gas. Mehrfach glaubt man eine – oder die – Lösung vor Augen zu haben, nur um erneut mit einem Rätsel oder ungeklärten Vorgängen konfrontiert zu werden. Der angenehme und kurzweilige Schreibstil des Autors sorgt dabei dafür, dass die fesselnde Handlung förmlich am Auge des Lesers vorbei fliegt.

Im letzten Drittel des Buches wird es dann so spannend, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Es sind noch etliche Seiten zu lesen, und dennoch ist man sich sicher, dass bald die Auflösung kommen muss, weil es eigentlich nicht mehr verzwickter werden kann – weit gefehlt. Als immer deutlicher wird, dass sich die gutgläubigen, naiven oder geldgierigen Jedermanns auf Kontakte mit dem organisierten Verbrechen eingelassen haben, schwirrt Glen im Wortsinne der Kopf. Dabei ist er ein höchst ungewöhnlicher Protagonist, den im Grunde nur die Sehnsucht nach Antworten im Zusammenhang mit dem rätselhaften Tod seiner Frau antreibt. Es ist wirklich angenehm, mal einen "Helden" zu haben, der kein knallharter Ermittler ist, sondern einfach ein Kumpel von nebenan, der sich wie ein Terrier in die Suche nach der Wahrheit verbeißt. Glen stellt die richtigen Fragen, ist zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort, und er zieht auch Schlüsse wie ein Kriminalist. Sehr unkonventionell, sympathisch, einfach gekonnt. Er bekommt natürlich Unterstützung von der Polizei, aber die Profis spielen in diesem Roman im Grunde nur eine untergeordnete Rolle.

Der gesellschaftskritische Hintergrund der ganzen Geschichte rundet den Lesegenuss wirklich ab. Die gleichgültige Haltung der Durchschnittsamerikaner zu Hehlerware und Fälschungen wirft zahlreiche Fragen auf. Naivität, Skrupellosigkeit, Dummheit, Gier – oder alles zusammen? Gefälschte Handtaschen, Medikamente, elektronische Bauteile. Alle diese Dinge spielen eine Rolle in dem grandiosen Verwirrspiel um Verdächtigungen, Eifersucht, Neid, Kauf- und Alkoholsucht und vieles mehr. Wahrscheinlich muss man diesen nahezu perfekt erzählten Roman zweimal lesen, um jede Nuance genießen und vollständig verstehen zu können. Und danach freut man sich schon auf die Verfilmung.

Weil ich euch liebte

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Letzte Kommentare:
06.08.2015 15:32:53
Carolina

Das Buch ist eher eine soziologische Studie als ein Krimi. Es ist nicht hochliterarisch aber für einen Europäer doch sehr interessant, denn es zeigt die Lebensverhältnisse vieler US-Amerikaner ungeschminkt und nicht so geschönt, wie in unseren Medien.
Dass ein 8jähriges Mädchen so "erwachsen" spricht ist gerade hier nicht sehr glaubhaft.
Man sollte sich beim Lesen nicht zu viele Pausen erlauben, dnn nach einigen Tagen ist es sehr schwer, den überblick nicht verloren zu haben.
Die Lösung ist spannend, aber auch nicht sehr realistisch. Aber bei welchem Thriller ist sie das schon!

Ich halte das Buch für lesenswert, es ist wie gesagt shr aufschlussreich über die Lebenswirklichkeit in den USA. Und es gibt viele shr viel schlechtere Bücher.

16.09.2014 12:16:38
meni77

Mein bisher viertes Buch von Barclay und in dem Sinn muss ich zum Teil den Vorgängern anschließen, dass es vielleicht sein schlechtester Roman war. Nichts destotrotz fesselt mich seine Schreibweise, seine Charaktere, seine Verläufe, seine Auflösung und vor allem, seine Hauptdarsteller sind Menschen von nebenan, sprich diese Geschichte könnte jedem passieren und so traurig das Leben oft sein kann, es können einem noch viel schlimmere Dinge passieren. Der Spannungsfaktor ließ bei "Weil ich euch liebte" sicherlich im Gegensatz zu "Kein Entkommen" oder "Ohne ein Wort" ein bisschen nach, vielleicht will uns der Autor aber auch eine Verschnaufpause geben;) Geht nicht in die Neunziger, trotzdem gute 85 Grad

02.11.2013 13:47:55
Annette Traks

Glen Garber verliert seine Frau Sheila durch einen von ihr selbst unter Alkoholeinfluss verursachten Autounfall, und auch zwei Unschuldige sterben dabei. Trotz eindeutiger Untersuchungsergebnisse glaubt er jedoch nicht an ein schuldhaftes Vergehen seiner ausgesprochen vernünftigen Frau und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei wird er immer aggressiver, sodass Verletzte und Leichen seinen Weg pflastern.
Unterstützt wird Glen von seiner 8-jährigen aufgeweckten Tochter Kelly, die ihm wertvolle Hinweise liefert. Dabei wirkt sie manchmal unrealistisch erwachsen und verhält sich meines Erachtens für ein Kind dieses Alters viel zu vernünftig.
Die eigentliche – zwar überraschende, aber nachvollziehbare - Auflösung erfolgt erst auf den letzten ca. 30 Seiten; bis dahin bleibt dem Leser viel Raum für eigene Spekulationen. Dadurch, dass die Handlung immer wieder unvermutete, aber durchaus plausible Wendungen nimmt, wird man oft auf falsche Fährten gesetzt, und eine gewisse Grundspannung bleibt trotz einiger Längen erhalten.
Da sehr viele Personen in das Geschehen verwickelt sind, die immer wieder einen kurzen „Auftritt“ haben, ist es mir jedoch manchmal schwer gefallen, Bezüge herzustellen und einen durchgehenden Handlungsstrang auszumachen.
Hinzu kommt, dass der Autor Themen wie Produktpiraterie und Gewinnstreben, Korruption und Skrupellosigkeit versus Moral und Gewissen, Hilfsbereitschaft gegenüber Rachegelüsten zum Teil recht ausführlich problematisiert und miteinander verwebt. Trotz einer absolut logisch durchdachten Story finde ich das Buch daher thematisch überfrachtet und einzelne Abläufe zu konstruiert.
Als „Thriller“ würde ich es nicht bezeichnen, dazu fehlte es mir an dem durchgängigen Nervenkitzel.

Resümee:
Für mich ist es ein recht guter Krimi, der sehr komplex gesellschaftliche Probleme verarbeitet. Verglichen mit den anderen Werken Barclay's – Ohne ein Wort (2007), Dem Tode nah (2008), In Todesangst (2010), Kein Entkommen (2011) – ist dies für mich allerdings sein schwächstes Buch.

08.07.2012 16:15:38
Reno

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings musste ich mich (Frau) erst an die Ich-Form des Erzählers (Mann) gewöhnen.
Die Geschichte fängt spannend an, sodass man gleich eingebunden ist. Nach und nach werden die Hauptakteure sowie die Geschehnisse, die im Vorfeld passierten, näher erläutert, folglich kann man sich immer besser in die Situation des Hauptdarstellers hineinversetzen; es reiht sich zum Glück nicht ein Showdown nach dem anderen aneinander.
Das Ende ist dann doch überraschend und nicht vorhersehbar.
Das Buch ist kein Gänsehaut-Thriller, aber ein gut gelungener Krimi, den man, gerade zum Schluss, ungern aus der Hand legt.

01.03.2012 14:31:41
vifu

Ich möchte mich den Wertungen der Vorkritiker teils anschließen. Das Buch ist sehr "flüssig" und spannend zu lesen. Es dreht am Ende doch ein paar Volten zu viel und verliert an Logik und Glaubwürdigkeit. Der einsame Held. der alles gesund übersteht! Whow! Aber ein spannnendes Urlaubsbuch. Frau wird gut unterhalten und was will ich mehr!??

28.02.2012 15:07:52
svenja

Der Anfang war leicht verwirrend, man muss sich dann erst einmal eine paar Kapitel einlesen um sich richtig in die Geschichte einzufinden. Wenn einem das gelungen ist, wird das Buch zu einem puren Lesevergnügen.
Es ist spannend und man kann das Buch nicht aus den Händen legen ehe man nicht die ganze Wahrheit kennt.
Am Ende kam mir schon der Gedanke, dass alles nicht wirklich glaubwürdig erscheint, aber es ist ein fiktives Buch, es musste für mich nicht 100% glaubwürdig zu sein um micht zu fesseln und mich mit Spannung zu versorgen. :)
Beonders toll fand, ich dass ich es nach der ersten Hälfte recht vorhersehbar fand und mir die Puzzleteile schon zurecht gelegt hatte und plötzlich kam doch alles ganz anders. Ich denke wenn ein Thriller das schafft, dann ist es einer guter Thriller. ;)

28.02.2012 01:53:44
Caro1893

Zum Inhalt:
Als Glen Garbers Frau Sheila bei einem Autounfall ums Leben kommt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Zu ihrem furchtbaren Tod hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass Sheila in volltrunkenem Zustand Schuld daran war und zwei andere Menschen mit in den Tod gerissen hat. Eine Tatsache mit der Glen Garber überhaupt nicht klar kommt, passt dass doch so gar nicht zu seiner Frau. Kurz darauf stirbt deren beste Freundin ebenfalls durch einen Unfall, sie ertrinkt. Zunächst werden beide Fälle als Unfälle abgehakt, bis immer mehr merkwürdige Details zu Tage kommen. Sheilas beste Freundin scheint mit gefälschten Taschen gehandelt zu haben. Und warum will nun eine weitere Freundin von Sheila eine Menge Geld von Glen? Als dann auch noch auf sein Haus geschossen wird, muss Glen sich und seine Tochter in Sicherheit bringen, denn irgendetwas geht vor sich, dass er noch nicht durchschaut hat und das könnte ihn sein Leben kosten.

Mein Meinung:
Leider bin ich ein bisschen enttäuscht von "Weil ich euch liebte". Ich hatte zuvor von Linwood Barclay schon "Ohne ein Wort gelesen" und war total begeistert. Hier hatte ich mir aufgrund von Klappentext, Cover und ebenjener Erfahrung einfach viel mehr erwartet.

Das Buch beginnt auch genau mit der Spannung die ich mir erhofft habe. Der Prolog wirft den Leser mittten in eine Szene, die so abrupt endet, dass man gar nicht so genau weiß, wie einem geschieht. Gerne hätte ich an dieser Stelle mehr erfahren, doch natürlich wird nach dieser Szene zu einem anderen Schauplatz geschwenkt. Und genau ab da fing das Buch an mich zu langweilen. Ich hatte das Gefühl, der Protagonist Glen Garber fährt planlos von A nach B, beschuldigt alle Leute in seiner Umgebung etwas mit dem Tod seiner Frau zutun zu haben und verhält sich auch sonst irgendwie nervig.

Die Geschichte war in dem Moment so "unspannend", dass ich versucht war, das Buch wegzulegen. Durch seinen flüssigen Schreibstil macht der Autor zwar einiges wett, doch richtig fesseln konnte mich die Geschichte nicht. Ich wollte das Buch nur möglichst schnell zu Ende bringen, um schnell wieder etwas spannendes lesen zu können. Das auf dem Cover steht, dass es sich hier um einen Thriller handelt, finde ich ziemlich überzogen, wenn man das Ende mal nicht beachtet(Welches eine deutliche Spannungssteigerung zum Rest der Geschichte aufweist). Zwar wird hier und da jemand ermordet (und ja, ich weiß, das klingt jetzt sehr abgebrüht, aber genauso kommt es in dem Buch auch rüber), aber auch das lässt kaum Spannung aufkommen.

Glen Garber scheint sowas wie ein Superheld zu sein, ihm gelingt alles. Er legt sich mit den schlimmsten Verbrechern an und kommt ohne eine Schramme davon. Und dann löst er auch noch ganz allein für die Polizei 2,3 nein 4 Mordfälle, da die Beamten ja scheinbar nicht in der Lage waren selbst Ungereimtheiten zu erkennen - eine Polizistin mal ausgenommen, die den Spuren aber auch nicht mit dem nötigen Tatendrang nachgeht.

Ich muss zugeben, dass mich das Buch dann auf den letzten 100 Seiten immerhin noch ein bisschen gefesselt hat. Die ein oder andere Auflösung hat mich überrascht und war so nicht zu erwarten. Und trotz allem hatte die Geschichte auch während dem rasanten Ende einen Beigeschmack von "an den Haaren herbeigezogen". Ich hatte das Gefühl, hier muss der Autor nochmal alle Action reinpacken, die er die vorrigen 400 Seiten verpasst hat. Wirklich sehr sehr schade, denn aus dieser Idee hätte man deutlich mehr machen könnden.

Ich hatte mich hier auf einen spannenden Thriller gefreut. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Mehr als die lockere, gut zu lesende Schreibweise des Autor lässt sich hier leider nicht besonders hervorheben. Der Klappentext und auch das, wie ich finde, sehr schön gelungene Cover, versprachen leider mehr, als der Inhalt hinterher halten konnte. Die Bezeichnung "Thriller" würde ich fast ersetzen durch "Familiendrama" oder aber auch durch "Krimi". Ich werde sicherlich nochmal auf ein Buch des Autors zurückgreifen, da mir seine Schreibweise, wie eben schon beschrieben wirklich sehr gut gefällt, aber diese Geschichte konnte mich leider nicht überzeugen.

Fazit:
Eine Geschichte, die spannend anfängt und aufhört, zwischendrin aber kaum mit Spannung und fast ausschließlich mit dem gut zu lesenden Schreibstil des Autors punkten kann.

27.02.2012 17:48:38
Vero Nefas

Inhalt:
Für Glen Garber bricht eine Welt zusammen, als seine Frau Sheila bei einem Unfall ums Leben kommt. Seine pflichtbewusste, vernünftige Frau, die Mutter seiner achtjährigen Tochter Kelly, soll betrunken Auto gefahren sein und den Tod zweier Unschuldiger verursacht haben. Als kurze Zeit später eine Freundin seiner Frau, ebenfalls unter mysteriösen Umständen, ums Leben kommt wachsen in Glen ernsthafte Zweifel. Eine weitere Freundin von Sheila benimmt sich zunehmend seltsam. Glen beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei droht seine gesamte Welt zu zerbrechen. Kann er das Rätsel um den Tod seiner Frau lösen?
Kritik:
Zu beginn hat mich der Roman sehr gefesselt. Glen, liebevoller Vater und Ehemann, und seine Frau Sheila, intelligente, sorgsame Mutter, versuchen gemeinsam mit den Problemen einer Wirtschaftsflaute fertig zu werden. Doch Sheila stirbt unerwartet bei einem Unfall. Glen muss nun das Leben meistern zwischen Beruf und Familienleben, Unverständnis und blankem Hass, der ihm und seiner Tochter entgegen schlägt, da Sheila auch zwei andere Menschen in den Tod gerissen haben soll. Barclay schreibt zu beginn fesselnd und spannend. Leider hält diese Spannung nicht an. Der Roman verliert sich zunehmen in langweiligen Details, Glen fährt eigentlich hauptsächlich planlos durch die Gegend, oder betrinkt sich. Dazwischen beschimpft er seine Freunde und benimmt sich generell ziemlich unmöglich. Natürlich hat er eine schwere Zeit, aber leider konnte ich für den Protagonisten keinerlei Mitleid aufbringen, er war mir eher unsympathisch. Die zum Teil hart gesottenen Verbrecher erscheinen farblos und kaum gefährlich.
Die Idee hinter dem Buch ist war sehr gut, die Geschichte aber wirkt unstrukturiert, das Verhalten der zumeist nur oberflächlich beleuchteten Charaktere übertrieben und unrealistisch. Übermäßig viele Zufälle machen die Geschichte noch unglaubwürdiger.
Auch das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Größtenteils sehr vorhersehbar, dazu der misslungene Versuch Spannung durch überzogene Reaktionen zu erzwingen.
Sprachlich hat der Roman keine Schwächen und ist prinzipiell angenehm zu lesen. Wechselnde Perspektiven zwischen dem Ich- Erzähler Glen und den anderen Charakteren sorgten zumindest für ein bisschen Unterhaltung und gelegentliche Spannungsmomente. Positiv möchte ich auch anmerken, dass ich trotz der offensichtlichen Schwächen wissen wollte, wie die Geschichte schließlich endet. Ein paar kleine Überraschungen hat es dann ja doch noch gegeben.
Fazit:
Die durchweg guten Kritiken zu diesem Roman kann ich nicht nachvollziehen. Wer langwierige Umschreibungen liebt und gerne unrealistische, wenig nachvollziehbare Handlungen geschildert bekommt. der wird hier bestens bedient sein. Wer auf der Suche nach einem spannungsreichen und interessanten Thriller ist sollte lieber die Finger davon lassen. Das Buch fängt zwar stark an und zieht einen Anfangs durchaus in seinen Bann, es lässt dann aber leider sehr stark nach. Am Ende war ich froh, dass ich es zur Seite legen konnte.
3/5 Sternen

27.02.2012 09:52:12
Tanja Geyer

Das Buch startet mit einem sehr spannenden, mysteriösen Prolog. Dieser steht vorerst für sich, denn erst im Verlauf des Romans wurde klar, was die Ereignisse mit der Geschichte zu tun haben.
Danach geht es recht seicht weiter, auch wenn man auf den folgenden Seiten wiederum auf unheimliche, undurchsichtige Ereignisse stößt. Hauptsächlich werden jedoch die Protagonisten eingeführt, und dies recht ausführlich. Manchem Leser mag es eventuell auf Dauer langatmig erscheinen, dass die nicht grade kleine Zahl handelnder Personen und ihre Beziehungen untereinander so detailliert dargestellt werden. Ich fand es aber in weiten Teilen sehr interessant, zumal vielen Personen ein Geheimnis anzuhaften schien, was sich später auch bewahrheitete.
Die Figuren waren sehr facettenreich und erschienen sehr plastisch. Manchmal fehlte ihnen allerdings eine vollkommene authentische Erscheinung, da Handlungen und Empfindungen nicht immer ganz nachzuvollziehen waren. Ein Beispiel dafür ist, dass ich Kelly für eine 8jährige zu erwachsen, und ihre fast gänzlich fehlende Trauer befremdlich fand. Abgesehen davon gehen die Personen Nebentätigkeiten nach, die dem deutschen Leser fremd erscheinen dürften. Auch die Betätigung von Glen als „Aushilfssheriff“ passt nicht in das deutsche Rechtssystem und Verständnis. An diesen Punkten merkt man ganz deutlich, dass es sich hier um einen amerikanischen Roman handelt.
Ich muss jedoch sagen, dass ich mich trotz allem recht schnell mit den Begebenheiten ab- und in die Lebenswelt eingefunden habe. Ob es jedem Leser so geht, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Der Roman zeichnet sich durch einen flüssigen, leicht zu lesenden Schreibstil aus. Viele Kapitel sind dabei aus Glens Sicht (Ich-Perspektive) geschrieben. Auch das war dem Lesefluss sehr zuträglich, weil ich so besser und näher in das Geschehen eintauchen konnte.
„Weil ich euch liebte“ ist ein in weiten Teilen rasanter, spannender und fesselnder Roman, jedoch für meine Begriffe kein reiner Thriller, sondern eher eine Mischung aus Gesellschaftsroman und Krimi mit Thriller-Elementen. Lesenswert und unterhaltsam trotz kleiner Längen zwischendurch. Besonders Anfang und Ende sind atemraubend, sehr überraschend, und auch im Verlauf der Geschichte gibt der Autor immer wieder neue Nahrung, damit die Spannung erhalten bleibt.

25.02.2012 20:01:56
bookgirl-anna

Dieses Buch ist das Erste, das ich von Linwood Barclay gelesen habe, deswegen habe ich es ohne besondere Erwartungen gelesen.

Am Anfang hat mich der Prolog ein bisschen irritiert, da er auf einmal nicht in die Geschichte passte. Jedoch hat sich das am Ende dann doch noch aufgeklärt und irgendwann ist mir ein Licht aufgegangen. Die ersten 50 – 80 Seiten fand ich ein wenig zäh und musste mich zum weiterlesen zwingen. Danach wurde es allerdings sehr spannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen, da ich alle Geheimnisse und Morde aufdecken wollte. Ich habe mich wie eine Detektivin gefühlt und wollte alle Fälle klären.

Der Schreibstil ist recht flüssig und man hat das Buch in nu durchgelesen, obwohl es ca. 500 Seiten hat. Ich war sehr verwundert wie schnell ich das Buch durchgelesen habe. Es kommen Schlag auf Schlag neue Informationen und man merkt, dass hinter dem Tod von Sheila doch mehr steckt als ein “normaler” Autounfall. Besonders die düstere Stimmung hat mich beim Lesen gefesselt.

Ich konnte mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen gelitten, wenn etwas schlimmer passiert ist. Obwohl ich an manchen Stellen geahnt habe wie die Geschichte ausgehen könnte, ist es doch zum Schluss ganz anders gekommen. Die Spannung wurde konstant gehalten und durch immer neue Ereignisse unterstützt. Alles was im Buch passiert wirkt sehr realistisch und man könnte denken so etwas ist wirklich geschehen.

Einen kleinen Minuspunkt habe ich dennoch: Dieses Buch ist eher ein Krimi als ein Thriller.

25.02.2012 16:37:02
Kerstin Thieme

Sheila, die Mutter der achtjährigen Kelly und Ehefrau von Glen Garber reißt bei einem Unfall in volltrunkenem Zustand zwei weitere Menschen aus ihrem Leben. Kurz darauf stirbt eine sehr gute Freundin von ihr unter mysteriösen Umständen. Glen, dem das Verhalten seiner Frau schleierhaft ist, entdeckt weitere Ungereimtheiten und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Nicht nur einer seiner Freunde und Nachbarn scheint ein Geheimnis vor ihm zu verbergen.

Meine Meinung:

Der neue Thriller vom Autor des internationalen Bestsellers „Ohne ein Wort“ ist solides Machwerk. Durchgängig flüssig zu lesen, bietet er viel Freude am Miträtseln. Den größten Teil der Story erfährt man aus Sicht von Glen Garber, der sehr sympathisch rüberkommt, ebenso wie seine kleine Tochter Kelly, die für ihre acht Jahre allerdings schon sehr reif wirkt.

Die Darstellung, welche weiten Kreise eine vergleichsweise kleine Markenrechts-verletzung ziehen kann, war für mich sehr interessant zu lesen. Irgendwie hat jeder der Protagonisten in der Kleinstadt Milford Dreck am Stecken. Dies bietet natürlich jede Menge Verdächtige und man meint den Hintergründen schnell auf der Spur zu sein. Jedoch gelingt es Linwood Barclay bis ganz zum Schluss, immer noch überraschende Wendungen aus dem Hut zu zaubern.

Hier liegt aber auch der Hund begraben, denn am Ende hat man das Gefühl, dass es alles ein wenig viel war, der Autor sich quasi in der Pflicht fühlte, jetzt alles noch mal toppen zu müssen. Auch ist dem Zufall ein wenig zu oft nachgeholfen worden. Dennoch kommt nach der Lektüre keine Enttäuschung auf, denn „Weil ich euch liebte“ bietet durchgehend spannende Unterhaltung.

25.02.2012 13:12:31
Tinka95

In Linwood Barclays neuem Thriller „ Weil ich euch liebte“ geht es um den Bauunternehmer Glen, der durch einen tragischen Unfall seine geliebte Frau Sheila verliert. Die Polizei glaubt nicht an Mord, da in Sheilas Blut Alkohol nachgewiesen wurde. Glen versucht sich damit abzufinden, bis Sheilas Freundin Ann auf mysteriöse Weise am Hafen ertrinkt.
Mit viel Spannung erzählt der Autor aus der Sicht eines Mannes, dessen Firma den Bach herunter geht, dessen Tochter eine Mutter verloren hat und der sich ziemlich schnell fragt, wer ist mein Freund und wer mein Feind? In diesem Buch wird das alltägliche Problem Geld aufgegriffen und es ist sehr interessant zu lesen, wie ein verwitweter Mann mit einer achtjährigen Tochter, einer aufdringlichen Nachbarin und einer zänkischen Schwiegermutter fertig wird. Barclay beweist wahre Kunst, wie er verschiedene Personen miteinander verknüpft und den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte lockt.
Keine Angst, so brutal wie auf dem Cover gezeigt geht es aber nicht zu. Es ist ein abwechslungsreicher Krimi, den ich so noch nicht kannte und der Spannung bis zur letzten Minute ausstrahlt. Ein wahres Lesevergnügen

23.02.2012 10:27:00
Pichi

Der Schreibstil ist einfach und das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Wie Titel und Cover, die beide sehr ansprechend sind, zum Inhalt des Thrillers passen, erfährt der Leser in einer sehr umfassenden Story. Das Buch fängt mit einem sehr spannenden Prolog an, nachdem sich den Leser viele Fragen stellen. Um die gewünschten Antworten zu erhalten muss der Leser natürlich weiterlesen.

Die Story wird unter anderem aus der Sicht vom Protagonisten Glen geschildert. Somit erhält der Leser einen guten Einblick in dessen Gefühle und Beweggründe. Jedoch wurden die anderen Charaktere sehr oberflächlich behandelt und davon gibt es in diesem Thriller sehr viele. Meiner Meinung nach hätte der Autor vieles detailreicher beschreiben können, auch wenn das Buch dann noch mehr Seiten gehabt hätte. Ich konnte mich aus dem genannten Grund nicht ganz so gut in die Personen und somit auch in die Story hineinversetzen. Durch die Frage wie alle Ereignisse zusammenpassen lwird die Spannung extrem aufrecht erhalten. Der Autor schafft es gekonnt den Leser zu fesseln, so dass man sich am Ende wundert wie schnell man das Buch ausgelesen hat. Man übernimmt mit Glen die Aufgabe der Spurensuche und versucht die Puzzlestückchen zu einem Ganzen zusammenzusetzen, so dass einem nie langweilig werden kann.

Bei vielen Krimis/Thriller aber auch anderen Storys kann man sich den Verlauf der Story wirklich denken. Hier nicht. Man darf sich überraschen lassen was sich der Autor hat alles einfallen lassen, um immer wieder beim Leser ein "Oho" und "Aha" Effekt hervorzurufen. Das Buch in die Kategorie Thriller einzuordnen ist meiner Meinung nach nicht sonderlich gut gewählt. Dazu war trotz der ständigen Spannung zu wenig Nervenkitzel gegeben. Für mich ist ein guter Thriller etwas wobei ich mich fürchte und Gänsehautfeeling verspüre. Dies hat der Autor allerdnings bei mir nicht geschafft.

Fazit: Normalerweise stehe ich nicht auf dieses Genre. Mich hat die Story aber so sehr gefesselt, dass ich mir vorstellen kann weitere Bücher von dem Autor zu lesen. Ich kann das Buch allen weiterempfehlen, die ein spannendes Buch für zwischendurch suchen.

20.02.2012 17:04:08
Green Tea

Sheilas Autounfall reißt Glen, Sheilas Ehemann, und Kelly, Sheilas achtjährige Tochter, mitten in einen Albtraum hinein: Nicht genug, dass die beiden ihre Ehefrau und Mutter verloren haben - nein, Sheila soll auch noch volltrunken am Steuer gesessen haben und dadurch zwei weitere Verkehrsteilnehmer getötet haben ... Glen will das einfach nicht wahrhaben, denn das passt einfach nicht zu der Sheila, die er geheiratet und geliebt hatte! Die Auswirkungen dieses Unfalls sind fatal: Kellys Mitschüler nennen sie Säuferkind und Glens eh schon leidlich gutes Verhältnis zu Sheilas Mutter Fiona verschlechtert sich noch mehr. Noch dazu läuft Glens Bauunternehmen im Moment nicht besonders gut, weil vor kurzer Zeit eines der Häuser, die er gebaut hat, aus völlig unerklärlichen Gründen in Flammen aufgeht und die Familie der bei dem Autounfall getöteten Männer will Glen auf fünf Millionen Dollar Schadenersatz verklagen ... Als wenige Zeit später Ann, die Mutter von Kellys Schulfreundin Emily, am Hafen tot im Meer gefunden wird und Sheilas Freundin Belinda nach einem mysteriösen Umschlag bei Glen nachfragt, zweifelt Glen noch stärker daran, dass Sheilas Tod ein Unfall war ... Irgendetwas sagt ihm, dass die beiden Tode miteinander zu tun haben, doch wo soll er anfangen nach Beweisen zu suchen? Bei Belinda? Bei Anns Mann Darren Slocum? Als ein Privatdetektiv auftaucht, der Nachforschungen wegen illegalem Handel mit nachgemachten Markentaschen und nachgemachten Medikamenten anstellt und andeutet, dass auch Sheila darin verwickelt gewesen sein könnte, kommen die Dinge langsam ins Rollen ... Was mir persönlich gut gefallen hat, ist wie Linwood Barclay seine Figuren anlegt: Glen und Kelly sind liebenswerte Charaktere, mit denen man sich sofort identifizieren kann. Und auch die anderen Figuren sind glaubwürdige Figuren aus dem amerikanischen Alltag . Die Geschichte bleibt bis zum Schluss spannend und ist schlüssig erzählt. Es war auch so, dass ich während des Lesens an verschiedenen Abschnitten der Geschichte oft meine Meinung darüber geändert habe, wer der Schuldige sein könnte und wie sich bestimmte Ereignisse abgespielt haben könnten. Es ist also nicht von vornherein klar, wie die Geschichte ausgeht, ein großer Pluspunkt! Linwood Barclays Stil ist flüssig und leicht zu lesen, man fühlt sich gleich hineinversetzt in Glens amerikanische Nachbarschaft.

18.02.2012 08:51:45
Lene

Ein guter, spannender Thriller, der mit viel Tempo und vielen neuen Wendungen aufwartet.

Erzählt ist die Geschichte in der Hauptsache aus der Sicht des Protagonisten Glen Garber. Dies ist gut gewählt, denn man ertappt sich selbst dabei "Detektivarbeit" zu leisten, in dem man selbst immer wieder mit überlegt, wie alles zusammen hängen könnte.
Auf Näheres zum Inhalt will ich hier gar nicht eingehen, denn ich finde, je weniger man weiß, desto besser. Der Überraschungseffekt ist das, was einem hier so fesselt. Und solche Effekte gibt es immer wieder - mal im kleinen, später - am Ende - natürlich im Großen. Auf diesen Ausgang bin ich beim miträtseln nun wirklich nicht gekommen.
Allerdings muss ich auch sagen, dass mir manche Nebenfiguren zum Teil ein wenig zu kurz kommen - man springt ja von einem Ereignis ins Nächste. Manchmal sogar ein bischen zu leicht - man erlebt hier sehr viel Tempo, was zwar der Spannung keinen Abbruch tut, aber manche Situationen kamen mir eindeutig zu kurz und sahen eher nach einer "Übergangslösung" aus, um das nächste Ereignis einzuläuten beziehungsweise um noch einen neuen Aspekt in die Geschichte ein zu bringen.
Alles in allem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und würde es weiter empfehlen!

16.02.2012 21:36:56
ForeverAngel

Sheila stirbt bei einem Autounfall und hat in ihrem Alkoholrausch noch zwei weitere Menschen mit in den Tod gerissen. Ihr Mann Glenn glaubt nicht an einen Unfall, denn seine Frau gehörte nicht zu denen, die alkoholisiert fahren. Als wäre das nicht schon merkwürdig genug, ertrinkt kurz darauf eine Freundin von Sheila, die in zwielichtige Geschäfte verwickelt war. An Zufall glaubt Glenn nicht mehr und als ein Detektiv bei ihm erscheint, weiß er nicht mehr, was er tun soll.

Direkt zu Beginn werden wir mit düsterer Spannung und mehreren Toten konfrontiert, die den Leser unaufhaltsam in die Geschichte hineinsaugen. Zwar wirken die Figuren teilweise sehr stereotyp und manchmal ist die Handlung vorhersehbar und konstruiert, dennoch hat mich der Thriller gut unterhalten und ein Gänsehaut-Feeling war auch da.

Da es mein erster Barcley ist, kann ich nicht beurteilen, ob er zu ihren besseren oder schlechteren gehört, aber es ist ein solider Thriller, den man durchaus lesen kann

14.02.2012 14:23:15
LibriHolly

Bei Barclay ist nichts wie es zu sein scheint. Jedes Detail ist wichtig. So lauert bei ihm hinter einer harmlosen, bürgerlichen Fassade das Verbrechen, dort wo keiner es vermutet. Scheinbar unschuldige Hausfrauen hehlen arglos mit gefälschten Designer-Handtaschen, als wäre nichts dabei. Barclay hat mit "Weil ich euch liebte" einen durchaus spannenden, flüssig geschriebenen Thriller vorgelegt, der sich mit aktuellen Themen wie Produktpiraterie und dem Platzen der Immobilien-Hypothekenblase auseinandersetzt. Ich kann diesen Thriller nur jedem empfehlen, der eine spannende Lektüre sucht, die flüssig zu lesen ist ohne einen allzuhohen Anspruch zu erheben. Von mir daher 4 von 5 Sternen

12.02.2012 15:36:54
FlawlessPoison

,,Sie gingen zu Bloomingdale’s und Macy’s und in einen riesigen Schuhladen am Union Square, in den sämtliche Geschäfte von Butler hineingepasst und noch immer genügend
Platz fürs Postamt gelassen hätten.
»In diesem Laden sollt ihr meine Asche verstreuen, wenn ich mal tot bin«, sagte Edna beim Anprobieren von einem Paar Sandalen.“
(S. 6)

Meine Meinung :
Weil ich euch liebte ist mein erstes Buch von Linwood Barclay und während der Klappentext mich nicht so überzeugt hat ,gefiel mir die Leseprobe wiederum sehr gut. Deswegen waren meine Gefühle gemischt ,als ich mich an dieses Buch getraut habe. Ich hatte wegen der ungewöhnlichen Leseprobe auf eine tolle und fesselnde Geschichte gehofft. Aber ehrlichgesagt hat mir die Spannung gefehlt. Am Anfang dachte ich noch, das kommt vielleicht noch. Was nicht der Fall war . Ich bin eher ein Fan von gruseligen Thrillern und Gänsehaut-Feeling,das ich hier leider nicht hatte. Ein großer Pluspunkt waren die Charaktere,die wunderbar echt waren. Sie waren nicht perfekt ,haben sich selbst belogen und hatten Sorgen wie sie in der Zeit der Wirtschaftskrisen ihre Existenz sichern sollten. Besonders mit Glen konnte ich sehr gut mitfühlen. Seine Frau zu verlieren , seine kleine Tochter allein aufziehen zu müssen und dann noch in diesen Zeiten von dem Geld zu erfahren ,muss einfach schrecklich sein. Auch Barclays Schreibstil hat mir relativ gut gefallen. Man musste sich zwar ein wenig einlesen ,aber dann erscheint er doch flüssig und angenehm, wenn auch Stellenweise ein wenig gestellt.

Fazit :
3 von 5 Sternen. Trotz guter Charaktere ,hätte ich mir doch mehr Spannung erhofft.

06.02.2012 20:49:35
Littlevampire

Linwood Barclays Thriller „Weil ich euch liebte“ ist wieder ein Beweis für seine Fähigkeiten. Dieses Buch beginnt (ausgenommen des Prologs) mit dem Tod von Sheila, einer fürsorglichen Mutter und Ehefrau. Sie soll unter Alkoholeinfluss bei einem Autounfall sich und zwei weitere Menschen umgebracht haben.
Ihr Ehemann Glen will dies nicht so recht glauben, da Sheila keine Person war, die sich betrunken hinters Steuer gesetzt hätte. Seine Tochter Kelly ist schockiert und traurig, und die Sache, das ein Opfer ihrer Mutter ein beliebter Junge auf ihrer Schule war macht die Sache nicht gerade leichter für sie. Bei ihrer einzigen noch verbliebenden Freundin Emely belauscht sie heimlich das Gespräch von Emelys Mutter Ann, einer ehemals sehr gute Freundin ihrer Mutter, die sie jedoch entdeckt. Am nächsten Tag ist Ann Tod! Zwei Todesfälle von engen Freundinnen, beides Unfälle, da muss etwas faul sein. Gerade deshalb auch weil Ann in schmutzige Geschäfte mit illegal imitierten Taschen verwickelt ist (Da kommt man dann wieder auf den Prolog zurück). Für Glen wird das ganze immer suspekter und er begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit...
Jede Familie hat ihr Geheimnis. Man weiß nie, wie viel man wirklich über sie weiß, oder wie viel man wissen will.
Linwood Barclay hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es herrschte immer eine gewisse Grundspannung, die einen das Buch nicht aus der Hand legen ließ.
Ein riesen Plus ist, dass man nicht, wie bei so vielen Krimis, sofort weiß wer der Täter ist. Er lotst einen in eine komplett andere Richtung und verhindert somit, dass das Buch an Spannung verliert.
Wenn man es liest merkt man gar nicht, wie die Zeit vergisst, da man durch seinen angenehmen Schreibstil absolut „dabei“ ist.
Linwood Barclay ist und bleibt ein fantastischer Autor und es werden hoffentlich noch einige Bücher folgen.

21.12.2011 19:21:15
JayJay

Ich habe die englische Ausgabe ("The Accident") im Sommer gelesen. Wer die vorherigen Bücher von Linwood mochte, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Klar, nach einigen Büchern lässt sich ein Muster erkennen, aber der Stil und die cleveren Wendungen machen es aus!
Sehr empfehlenswert!!!