Im Netz des Teufels

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • London: William Heinemann, 2009, Titel: 'The devil's garden', Seiten: 352, Originalsprache
  • Augsburg: Weltbild, 2011, Titel: 'Die Gärten des Teufels', Seiten: 462, Übersetzt: Karin Meddekis

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Wolfgang Weninger
schnörkelloses B-Movie mit Unterhaltungswert

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2011

2009 schrieb Richard Montanari das Buch "The Devil's Garden", das dann in der Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Karin Meddekis ein Mal bei Weltbild 2011 als Die Gärten des Teufels und zeitgleich als Taschenbuch im Bastei Lübbe Taschenbuch-Verlag als Im Netz des Teufels an den deutschsprachigen Leser gebracht werden soll.

Die Handlung dieses Spannungsromans hat mit einem Krimi nur wenig zu tun und aufgrund seiner phantastischen Element hätte es auch sehr gut auf der Phantastik-Couch landen können. Der "Teufel" in dieser Geschichte ist ein sogenannter Totloser aus dem estnischen Sagenkreis. Er vergewaltigt eine Hellseherin, die ihm drei Töchter gebiert, eine davon tot.

Während seiner Abwesenheit werden die Kinder geraubt und Aleksander Savisaar, wie der Gefürchtete heißt, schwört Rache und begibt sich auf die Suche nach seinen beiden Mädchen.

Diese wurden in der Zwischenzeit nach Amerika gebracht und dort gegen entsprechendes Entgelt an ein adoptionswilliges Ehepaar weitergegeben. Michael Roman und seine Frau Abigail Reed Roman lieben die mittlerweile Vierjährigen und feiern gerade Geburtstag, als der Schatten der Vergangenheit die Jungfamilie einholt. Michael, ebenfalls estnischer Herkunft und ein gefeierter Anwalt, dessen Eltern vor vielen Jahren ermordet wurden, und Abby, die in einer Klinik als Krankenschwester arbeitet, werden von Aleks und seinen Helfern überrascht, aber es soll keinem ein Haar gekrümmt werden, wenn alle tun, was der Totlose will. Aber Michael ist wild entschlossen, dagegen anzukämpfen und Aleks weiß, dass es schwer wird, denn er erkennt in Michael ebenfalls einen Totlosen.

Wollen wir uns mal nicht allzu sehr von der doch recht eigenartig klingenden Kurzform abhalten lassen, denn abseits jeder Sinnhaftigkeit der Story lässt sich Im Netz des Teufels richtig gut lesen. Auch wenn Montanari in typisch amerikanischem Schreibstil alles Schwarz-Weiß zeichnet, so bringt er von Beginn an prima Spannung, die von den ersten Seiten bis zum Schluss kaum ein Mal einen Durchhänger hat. Dabei bleibt er auch in seiner Erzählung weitgehend linear und zieht gekonnt in seinem doch eher nüchternen Schreibstil, der nur gelegentlich Tränendrüsendrücken verlangt, den Streit um die kleinen Mädchen durch.

In dieser Geschichte ist (mit Ausnahme der fantastischen Momente) alles sehr leicht zu durchschauen und es ist auch absehbar, wie das Thriller-Märchen enden wird. Das tut aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch, denn über den gesamten Handlungsverlauf sind genügend Action-Sequenzen eingebaut, um ohne großen Anspruch zu unterhalten. Das ist Feierabendlektüre, die sich keine groben Schnitzer erlaubt, stellenweise für leichte Überraschung sorgt, aber nie völlig ins Platte abrutscht. Der Autor versteht sein Handwerk und hat genau das produziert, was den typische B-Movie-Seher von den privaten Sendern doch gelegentlich zum Buch lockt. Das ist Gebrauchsliteratur der besseren Sorte, ohne zu starke Charakterisierung der handelnden Personen und ohne Psychogequatsche oder tiefsinnige Suchtprobleme. Der Leser erfährt von den Protagonisten genau so viel, wie er wissen muss und sonstige Abschweifungen in andere Handlungsstränge gibt es nicht.

Richard Montanari hat alles richtig gemacht, damit dem Leser nicht langweilig wird und genügend Kurzweil aufgeboten, damit man auf 462 Seiten bei der Stange gehalten wird. Tadellos und ohne Schnörkel, spannend, aber kaum brutal, und im Endeffekt so belanglos, dass man keine wie immer gearteten Probleme der Menschheit aufarbeiten muss oder gar Schlafstörungen bekommt.

Einfach nur ein Buch, das unterhalten will und nichts anderes tut.

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