Das Alphabethaus

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Kopenhagen: Cicero, 1997, Titel: 'Alfabethusen', Seiten: 393, Originalsprache
  • Berlin: Der Audio Verlag, 2012, Seiten: 6, Übersetzt: Wolfram Koch

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Jürgen Priester
1997 - Jussi Adler-Olsen übte noch

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mai 2011

Mit seiner Krimi-Reihe um Kommissar Carl Mørck und dem Sonderdezernat Q war Jussi Adler-Olsen der Abräumer des letzten Jahres im Krimi/Thriller-Segment. Naheliegend, dass der Deutsche Taschenbuch Verlag (dtv), der die Rechte an sämtlichen Adler-Olsen-Romanen besitzt, nun peu à peu die der erfolgreichen Serie vorangegangen Romane unters Volk bringen wird. Das Alphabethaus, Adler-Olsens Debütroman aus dem Jahre1997, profitiert vom aktuellen Bekanntheitsgrad des Autors. Nach Einschätzung des Rezensenten wäre der Roman vor zehn Jahren nicht weiter beachtet worden, denn der Autor begibt sich auf unsicheres Terrain, das zudem auch noch mit etlichen Stolpersteinen gepflastert ist.

Autoren, die ihre Geschichte in der historischen Vergangenheit ansiedeln, sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, ein möglichst authentisches Bild der gewählten Geschichtsperiode zu schaffen. Krimi-Couch-Kolumnist Dieter Paul Rudolph hat mal in einem lesenswerten Essay (KC-Ausgabe: 6/2010) auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die bei der historischen Verankerung eines Plots auftreten können.

Jussi Adler-Olsens Das Alphabethaus spielt in Deutschland nahe Freiburg im Kriegsjahr 1944 und in seinem zweiten Teil ebendort 28 Jahre später. Der Autor hat die Zeiten und die Örtlichkeiten ausführlich recherchiert, da sie nicht zu seiner Erfahrungswelt gehören. Trotz der 48 schriftlichen Quellen, die im Anhang des Buches zu finden sind, ist ihm schon ganz zu Anfang ein dicker Lapsus unterlaufen. Seine beiden Protagonisten, die englischen Aufklärungsflieger Bryan und James sind auf der Flucht, nachdem ihr Flugzeug über Feindesland abgeschossen wurde. In einem Lazarettzug kommt ihnen die rettende Idee, die Identität zweier hochrangiger SS-Offiziere anzunehmen. Um Echtheit bemüht versuchen sie, mittels einer Infusionskanüle und eigenem Fingernageldreck sich die bei der SS obligatorische Blutgruppentätowierung zu applizieren. Eine unnütze Quälerei, wie sich jeder vorstellen kann, die eigentlich von wenig Erfolg gekrönt sein dürfte, aber hier hält sie für Jahre. Um noch einen draufzusetzen und in Unkenntnis (des Autors), tätowieren die zwei auch noch ein Pluszeichen für den Rhesusfaktor, der zur damaligen Zeit zwar gerade entdeckt wurde (Landsteiner,USA,1940), aber aus naheliegenden Gründen nicht die Oberarme der SS-Bonzen zierte. Das mag man als Kleinigkeit abtun, doch diese Markierung ist ein wichtiger Baustein im Verwechslungsspiel der Engländer.

Schwerfällig, teilweise hanebüchen und konstruiert – so kann man über den ersten Teil des Romans urteilen, der mit dem Absturz des Flugzeuges beginnt und im sogenannten Alphabethaus endet. Die Ereignisse während der Zugfahrt sind schon ziemlich unglaubwürdig und eine Enttarnung der beiden Freunde wäre zwangsläufig gewesen. Allzu viele glückliche Zufälle retten die beiden ins Lazarett für psychisch traumatisierte Offiziere, dem Alphabethaus. Dort spielen sie ihre Rollen als geistig verwirrte Soldaten weiter. Verabredungsgemäß sprechen die beiden kein Wort, da sie sonst als Engländer entlarvt würden, obwohl James der deutschen Sprache mächtig ist. Bryan, der auch die Haupterzählperspektive innehat, versteht indes kein Wort von dem, was um ihn herum gesprochen wird,  nichtsdestotrotz schnallt er, dass es unter den deutschen SS-Oberen auch Simulanten gibt, die ihr Umfeld argwöhnisch sondieren und ihre Interessen brutal zu schützen wissen.

Während James, auch durch die verabreichten Psychopharmaka bedingt, immer tiefer in Lethargie und Schwermut versinkt, treiben Bryan Fluchtgedanken um. Gegen Ende 1944 nach zehn langen und gefahrvollen Monaten ist die Westfront nahe an den Oberrhein gerückt und Bryan rechtet sich gute Chancen aus, bis zu den Alliierten vorzudringen. Äußere Umstände lassen ihn die Flucht allein antreten.

Jussi Adler-Olsen schreibt in seinem Nachwort, dass er wegen des Berufes seines Vaters (Psychiater) quasi in psychiatrischen Anstalten aufgewachsen ist und mit dem Verhalten und den Sonderheiten der Patienten vertraut ist. Es mag dem Respekt vor diesen Insassen geschuldet sein, dass er die Zustände in dieser Nazi-Nervenheilanstalt eher zurückhaltend beschreibt und nicht voyeuristisch die Qualen der Elektroschocktherapie offenbart. Dass im Alphabethaus Menschenversuche mit den gerade entdeckten Psychopharmaka durchgeführt wurden, erfährt der Leser mehr oder weniger erst im Nachhinein. Realismus oder Verharmlosung – wer kann das schon entscheiden. Auf jeden Fall nimmt es seiner Fiktion den Thrill.

Während der erste Teil der zweigeteilten Geschichte nicht nur einen diffusen, sondern auch einen trägen Eindruck hinterlässt, überrascht der zweite Teil mit einer erstaunlichen Dynamik.

28 Jahre nach den Ereignissen im Kriegswinter 44/45 sind vergangen. Bryan Young heißt jetzt Scott mit Nachnamen und hat sich nach seinem Medizinstudium ein kleines Imperium durch den Vertrieb von medizinischen Artikeln aller Art geschaffen. Nach seinen Angaben hat er die ganzen Jahre nach dem Verbleib seines Freundes James forschen lassen – eine bisher erfolglose Suche. Jetzt, anlässlich einer Beratertätigkeit bei den Olympischen Spielen in München fühlt er sich gedrängt, selbst vor Ort aktiv zu werden. In Freiburg trifft er auf Personen und Konstellationen, mit denen er als Ausländer nicht gerechnet hat. (Jeder, der sich mit der deutschen (Nachkriegs-)Geschichte beschäftigt hat, weiß aber, wer damals seine geraubten Schäflein ins Trockene gebracht hat.

Um dem potenziellen Leser nicht auch den Rest an Spannung zu nehmen, verbietet es sich, näher auf die Geschehnisse in Freiburg einzugehen. Es ist halt ein ziemliches Hin und Her, das man wohlwollend als überlangen Showdown mit einigen Actioneinlagen  bezeichnen könnte.

"Großer Roman über eine Freundschaft in Zeiten des Krieges" - so oder so ähnlich tönt es aus etlichen Redaktionen. Das mag wohl oberflächlich so stimmen. Bryan und James kannten sich schließlich von Kindesbeinen an. Aber bis auf die dramatische Schlusssequenz ist von einer emotionalen Verbundenheit zwischen den beiden "Freunden" wenig zu spüren. Schon im Alphabethaus zeigt Bryan wenig Anteilnahme am psychischen und physischen Untergang seines Kumpels. Darum ist die Frage nach Schuld, Mitschuld und Verrat am Ende der Geschichte eher eine akademische, besonders, wenn man bedenkt, mit welcher Kaltschnäuzigkeit beide einen unschuldigen Menschen (den Zugbegleiter) dem Tode überantworteten.

Jussi Adler-Olsens Ausflug in die deutsche Vergangenheit ist letztendlich wenig überzeugend. Angelesenes Wissen ersetzt nicht Eigenerfahrung, kann aber in Kombination mit gutem Einfühlungsvermögen zu respektablen Ergebnissen führen. Adler-Olsen kann dem ebenfalls unkundigen Leser weder ein Gefühl für die Zeit und die Örtlichkeiten geben, noch schafft er es, seinen Charakteren eine glaubhafte Tiefe zu verleihen. Was bleibt, ist ein aktuell bekannter Name, ein Interesse weckender Titel und eine vage, flachschürfende Story. Trotz der sicherlich tollen Verkaufszahlen kein Roman, den man gelesen haben müsste.

Das Alphabethaus

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Letzte Kommentare:
09.01.2018 14:48:19
Bert Dufaux

Ich muss vielen Beurteilungen widersprechen. Der erste Teil des Romans ist der bessere, da er gerade durch seinen geringen Anteil an vorwärts treibender Handlung und die Konzentration auf innere Abläufe eine außergewöhnliche Kraft entfaltet. Der zweite Teil ist vor allem durch den flachen Handlungsstrang, der auch recht durchsichtig und wenig einfallsreich gestaltet ist, relativ enttäuschend.

03.10.2016 12:38:30
Biene0756

Zum Inhalt ist alles gesagt worden. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, im 2. Teil mehr als im Ersten, wobei die sich ziehende Schilderung im Alphabethaus gut die sich unendlich hinziehenden Tage und Monate abbilden, die die Protagonisten dort verleben müssen. Im Nachhinein war ich überrascht, dass der Aufenthalt nur 10 Mte. gedauert hatte. Zweifel an der Realitätsnähe des Inhalts kamen mir spätestens, als die beiden sich die Blutgruppennummern mit Hilfe von unsterilen Kanülen sowie Fingernageldreck setzten, ab diesem Moment wartete ich auf die 100% eintretende Blutvergiftung. Trat nicht ein. Das ist sehr unwahrscheinlich, deshalb schraubte ich meine Erwartungen ab sofort herunter.
Wir haben alle diese Zeit nicht erlebt, wir waren nicht dabei, authentische Schilderungen aus dieser Zeit könnten nur Zeitzeugen geben,bei dem Thema des 3. Reichs erwarte ich von einem Krimiautor keine bombenfesten und nichtwiderlegbare Schilderungen, seine Fehler seien ihm verziehen. Trotzdem, immer mit viel augenzudrücken, war das Buch kurzweilig, was will man mehr?

21.04.2016 07:48:37
Kleineunifee

Selten ein so gutes Buch gelesen. Langweilig ist das auf keinen Fall. Wer immer Mord und Totschlag auf jeder zweiten Seite sucht, dem seien andere Bücher empfohlen. Ob der/die Deutsche wirklich so wahr wie in dem Buch dargestellt, darüber kann sich jeder selbst ein Urteil bilden. Letztendlich ist es nur eine Geschichte, nah an der Wahrheit oder nicht war mir beim Lesen egal. Wenn ich die Wahrheit lesen möchte, lese ich keine Krimigeschichten, sondern gehe ins Museum oder lese eine Dokumentation. Es war mal ein erfrischend anderes Buch als Morck. Nach dem dritten Buch wird der auch langweilig.

04.04.2015 14:16:32
Karina Lesegern

Dieses Buch ist soo langweilig und - wie schon einige andere Leser/innen schreiben - hanebüchen konstruiert. Ich werde Adler-Olsen vielleicht noch eine weitere Chance geben und einen seiner Krimis lesen. Hoffentlich sind deren Charaktere interessanter gestaltet als die Hauptpersonen im Alphabethaus. Hier wird nur mit Stereotypen gespielt, die im Jahr 1972 wirklich nur noch ganz selten zu finden waren. Hier werden Vorurteile bedient, die das Deutschland der 70'er Jahre nicht verdient. Vielleicht kann man damit im Ausland ein Geschäft machen, in D schreckt man damit ab. Ich war beleidigt, wie der Autor uns darstellt.

25.02.2015 18:01:21
krimimadame

Langweilig, absolut langweilig. Ich habe das Buch irgendwann zur Seite gelegt, weil die Handlung einfach nicht in Schwung kam und mir meine Zeit dafür zu schade war
Absolut kein Vergleich mit den anderen Büchern von Adler-Olsen, einfach nur lahm und an den Haaren herbeigezogen. Lest die Bücher um Kommissar Morck, dieses kann man getrost sein lassen.

23.10.2014 18:03:13
Bonbosai

Ich habe mich durch dieses Buch gezwungen, weil ich dachte irgendwann beginnt die Geschichte spannend zu werden.
Ich und kann es absolut nicht empfehlen.
Die Story quält sich nur so voran, und ist der unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar.

Nicht vergleichbar mit den anderen Büchern (Carl Mørck und das Dezernat Q) von Jussi Adler-Olsen.

25.06.2014 15:13:26
seoirse_siuineir

Der Roman hat einen zweispältigen Eindruck bei mir hinterlassen. Der zweite Teil, der 1972 spielt, ist recht spannend geschrieben, wohingegen die Zeit im "Alphabethaus" etwas dröge geschildert wird.

Was mich persönlich gestört hat, sind diverse Fehler den historischen Kontext betreffend:
Beispiele:
- Nahezu ausgeschlossen ist die Tatsache, daß Bryan und James, die 1944 Anfang 20 sind, in die Rolle hoher SS-Offiziere schlüpfen können; der Rang eines "Gruppenführes" entspricht einem Generalmajor - 22jährige Generäle gab es sicherlich nicht.

- Die Anrede eines SS-Dienstgrades erfolgte grundsätzlich ohne "Herr".

- Adler-Olsen läßt den als "Kalendermann" bezeichneten Patienten wegen des Vormarsches der Aliierten von Tübingen nach Karlsruhe verlegen; Karlsruhe liegt aber westlich von Tübingen und wurde dementsprechend 14 Tage vor Tübingen von den französichen Truppen besetzt.

Sicherlich sind dies nur Nebensächlichkeiten, aber gerade wenn ein Literaturverzeichnis angegeben ist (was bei Romanen eher selten ist) , sollte man historische Korrektheit erwarten.

02.05.2014 20:45:50
Jossele

Dieses Buch erzählt die Geschichte zweier Freunde in zwei Teilen. Der erste Teil spielt während des bevorstehenden Endes des zweiten Weltkriegs, der zweite Teil 28 Jahre später, als sich sich wiedersehen. Im ersten Teil werden die beiden Freunde James und Bryan, beides junge englische Piloten über Deutschland abgeschossen und gelangen schließlich als simulierende Geisteskranke in ein Lazarett in der Nähe von Freiburg, aus dem Bryan schließlich fliehen kann und James zurückbleibt. Im Lazarett hatten sie unter den Qualen durch vier ebenfalls simulierende SS-Leute zu leiden. 28 Jahre später unternimmt Bryan noch einmal einen Versuch, James in Deutschland zu finden, nachdem er viele Jahre lang damit gescheitert war und siehe da. es gelingt plötzlich und es kommt ebenso zu einem Wiedersehen mit den ehemaligen SS-Leuten, die inzwischen als angesehene und zu Wohlstand gekommene Bürger in Freiburg leben. Der Plot ist gut ausgedacht, aber zu einer guten Geschichte fehlt doch einiges. Besonders gestört hat mich die Unlogik, die sich wie ein Faden durch das Buch zieht. Um nur ein paar Beispiele zu nennen:
* die Zugfahrt ins Lazarett ist hanebüchen
* die Angst der SS-Leute im Lazarett vor dem zweiten Mord ist völlig unwahrscheinlich, nachdem sie einen anderen Patienten aus nichtigeren Gründen umgebracht hatten
* wie bemerken die SS-Leute Bryans Flucht? Ungeklärt!
* nachdem Bryan 28 Jahre lang, alles Mögliche unternommen hat, um James zu finden, trifft er bei einer Reise nach Freiburg plötzlich alle aus der damaligen Zeit wieder. Zumindest Petra Wagner, die ja unter ihrem Klarnamen weiterlebte, hätte er in 28 Jahre finden müssen.
* warum lassen die SS-Leute James so lange leben?
Wer Freiburg kennt, wird vielleicht auch den Örtlichkeiten etwas Positives abgewinnen können und sei es nur ein Wiedererkennungswert. Aber trotzdem: nicht gut gemacht, aber auch nicht ganz schlecht. 50°

23.10.2013 05:26:10
Ohje-Ohje

Dieses Buch hat offenbar eine sehr polarisierende Wirkung.
Die Rahmenbedingungen wurde als "Knaller" (Absturz, spektakuläre Flucht, Eisenbahnverschubung, Lager) konstruiert und dahinein die Geschichte einer Freundschaft gelegt.
Das mag für Krimifreunde ganz unterhaltsam sein.
Ich habe aus zeitökonomischen Gründen Kapitel 9 bis 67 überschlagen, weil ich mir diese Grausamkeitsdetails nicht antun möchte, ich versuchte aber auch, aus der gebliebenen Zeitverschwendung einen generalisierenden Bezug zur Gegenwart herzustellen:
Wir leben ganz nah am "Alphabethaus" mit Guantanamo, Waterboarding und gerichtsverhandlungslosen Hinrichtungen auch deutscher Staatsbürger - und kaum einer schreit auf.
Auch ich werde mich hüten, der NSA einen Anlass zu geben, mich ins Visier zu nehmen, nur weil sich meine Dankbarkeit gegenüber meinen Befreiern vom Nazi-Terror schon lange in kritische Distanz verwandelt hat.
Das Buch hat mir zumindest deutlich gemacht, dass jedes verfestigte System in der Unterdrückung des Individuums mündet, weil den Systemen die Individuen bedrohlich erscheinen.
Also betet für mich!

27.05.2013 10:47:49
J.Heitmann

Ich hab vielleicht den Fehler gemacht, und die spannenden und guten Carl Mörck Romane zuerst gelesen. Hätte ich mit dem Alphabethaus begonnen, dann hätte ich mir den Rest wahrscheinlich erspart.
Was bei diesem Roman stört, sind nicht ein paar kleine Ungereimtheiten. Die könnte man sicher akzeptieren, soweit sie aus dramaturgischen Gründen erforderlich sind. Hier ist aber die gesamte Geschichte derart unglaubwürdig, dass mir das letzte Verständnis abgeht. Also, zwei Piloten fliegen einen Aufklärungsflug, im Tiefflug (was schon nicht stimmen kann, da Aufklärungsflüge fast immer in größerer Höhe erfolgten), und werden abgeschossen. Die beiden fast Wehrlosen werden dann entgegen aller (Kriegs-) Logik von den Soldaten angegriffen und beschossen, statt sie wie üblich (sogar bei den Nazis) gefangen zu nehmen und zu befragen. Na ja, dann entkommen sie in einem Lazarettzug als psychisch Kranke und bringen dabei zwei (wehrlose) Feinde um, macht nichts, waren ja nur Nazis.
Dann kommt's aber knüppeldick: Obwohl Bryan entkommt (nach einigen harten Monaten im Alphabethaus), und nach England zurückkehrt, schert ihn danach das Schicksal seines "besten" Freundes seit seiner Kindheit überhaupt nichts mehr. 28 Jahre lang unternimmt er keinen ernsthaften Versuch. Dann kommt ihm plötzlich die Idee, nach Deutschland zu fahren und trifft dort ohne große Schwierigkeiten in kurzer Zeit auf alle seine bösen Widersacher, die zwar unter falschen Namen aber alle in der gleichen Gegend geblieben sind. Auch seinen Freund, der 28 Jahre lang den Gestörten simuliert hat! Und dann wird er plötzlich wieder normal und besiegt alle Bösen.Wie der Autor auf solchen hanebüchenen Unsinn kommen kann, bleibt mir schleierhaft. Vielleicht hat er irgendwie krampfhaft versucht, die Attentate von München 1972 in die Story einzubeziehen, nach dem Motto: böses deutsches Blut zieht wieder mal Bluttaten an (freies Zitat aus dem Buch).Das scheint übrigens die einzige Kernaussage dieses Romans zu sein. So ein allgemeines Deutschen-Bashing ist aber derart abgegriffen und langweilig, dass sich da wohl jeder weitere Kommentar erübrigt.

31.03.2013 14:41:53
Britta

Das Buch ist super und regt mal zum Nachdenken an, was eigentlich eine Freundschaft ausmacht! Und wenn schon, dann sind da eben ein paar Ungereimtheiten - das Buch unterhält, ist spannend und bewegend.
Habe ich sehr gerne gelesen! Sicher, Carl Morck ist unschlagbar, aber dieses Buch so zu verreißen ist nicht gerechtfertigt.

25.02.2013 16:24:14
Dieter Sasse

Er ist einer der langweiligsten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Die Personen und ihre Handlungen sind zum grössten Teil unglaubwürdig; einzelne brutale "Schockszenen" sind auch nicht dazu angetan, Spannung zu erzeugen. Wie blöde muss das Personal des Lazaretts gewesen sein, das Doppelspiel der beiden englischen Piloten nicht zu durchschauen.

07.02.2013 10:06:05
Miss Ginny

Das war wirklich das langweiligste Buch, dass ich jemals gelesen habe! Null Spannung und wenn mal welche da war, gings mit dem nächsten langweiligen Kapitel los. Wer, wie o.g. keine Bücher über den 2. Weltkrieg mag, der kann hier zugreifen, denn dieser verschwindet dezent im Hintergrund. Langeweile, Verwirrtheit, schlechter Schreibstil, der teilweise aggressiv macht und unendlich viele Kapitel.habe mir noch nie so sehr das Ende eines Buchs herbei gesehnt.

13.01.2013 23:41:35
Chris

Das Buch ist flüssig geschrieben und macht Spaß beim Lesen.
Es mag durchaus sein, dass man als Erbsenzähler an der einen oder anderen Stelle aneckt.
Deshalb das ganze Buch zu verreißen halte ich für unangebracht.
Wer keine Geschichten vom 2. Weltkrieg mag, solls lassen.
Ich fands besser als die Karl Mork- Geschichten, da die Charaktere besser beschrieben sind und nicht so viele offenen Fragen im Raum hängen bleiben.

13.01.2013 21:43:32
Klaus Fischer

Mein 1. Olsen Buch und wohl das letzte: unglaublich zäh, kein Spannungsaufbau, obwohl unglaublich langatmig keine gezielte Beschreibung. Plattheiten, Klichees ohne Ende.
Motto: mir fällt kein Romanstoff ein, dann fange mal mit den Nazis an, verkauft sich immer gut.
Ich habe beim Lesen gelitten und nach der Hälfte das Buch weggeschmissen, sowas mache ich eigentlich ganz selten.
Einfach Mist.

13.01.2013 13:12:23
Kasia

"Das Alphabethaus" war für mich ein ganz besonderes Highlight in diesem Jahr. Von der ersten bis zu der letzten Seite ein unglaublich spannendes Leseerlebnis.
Also, wenn Jussi Adler-Olsen vor 15 Jahren "noch übte", dann muss ich den Hut ziehen, denn für einen "Neuling" ist solch ein Buch absolut respektwürdig.
Die Geschichte ist sehr gut und interessant geschrieben und entwickelt sich ständig weiter. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es - trotz Berufstätigkeit - innerhalb von 4 Tagen ausgelesen.
Die Angaben über die Psychiatrievorkommnisse sind absolut glaubwürdig (meine Oma war während des Krieges in der Psychiatrie beschäftigt und im Rahmen meines Studiums habe ich ebenfalls viel über die Psychiatriegeschichte gelernt) und sehr beklemmend und erschreckend beschrieben.
Der zweite Teil des Buches, als Bryan entkam und auf die Menschen aus seiner Vergangenheit traf, war zum Teil etwas unglaubwürdig. Vor allem der Showdown in Bezug auf das Absetzen der Medikamente. Die Kräfte, die dort freigesetzt wurden, sind eher übertrieben und unrealistisch. Aber das macht nichts. Denn das Buch ist genial und absolut lesenswert!!!
Herr Priester bemängelte die Authentizität der Fakten aus der Kriegsgeschichte. Ich denke, dass es Jussi Adler-Olsen in erster Linie nicht am Wichtigsten war, uns Fakten aus dem 2. Weltkrieg mitzuteilen (die lernen wir ja schon in der Schule), sondern hauptsächlich realitätsnah über die Psychiatrie zu berichten und die Gefühle und Erinnerungen der Menschen, die einen Teil ihres Lebens dort verbracht haben. Und da saß er ja in der ersten Reihe, als Sohn eines Psychiaters, der einen großen Teil seiner Kindheit hinter den Mauern einer solchen Einrichtung verbracht hatte.
Ich sage nur: Stimmt schon! Alles ist okay: Die Geschichte über die Freundschaft, die Charaktere, die Fakten, alles Bestens. Von mir gibt es 100°

02.01.2013 10:41:53
Aniram

Das Buch ist meiner Meinung fantastisch! Eines, das man unbedingt gelesen haben muss, denn obwohl der ein oder andere Sachverhalt etwas unrealistisch erscheinen mag, zieht dieses Buch einen unwiderruflich in den Bann. Eine schöne Geschichte einer innigen Freundschaft, die jedoch ein trauriges Ende nimmt - ein Buch, das zum Nachdenken anregt und das eigenartige Gefühl von fehlender Sicherheit der damaligen Zeit noch lange aufwähren lässt.
Einen großen Dank an Jussi Adler-Olsen für dieses grandiose Werk!
Aber eine Sache noch am Rande: Es erscheint mir einfach viel zu unrealistisch, dass ein Mensch, der eine 3 Liter Bluttransfusion verabreicht bekommt, noch überleben kann? Trotz dieser Merkwürdigkeit ein wunderbares Buch!

29.10.2012 12:11:01
Kokodrillo

Natürlich habe ich die Krimireihe um Kommissar Mork verschlungen, aber das Alphabethhaus hat alles übertroffen.Das Buch war so was von aufregend, spannend, unglaublich emotional. Absolut untauglich als Urlaubslektüre, dafür sollte man ein Wochenende ohne jegliche Verpflichtungen einplanen, man kann es nicht mehr weglegen.
Ob die historischen Daten stimmen oder nicht ist völlig irrelevant, es ist ein saumäßig guter Roman. Von mir bekommt er die volle Punktzahl. Hoffentlich erscheint bald das Washingtondekret, ich kanns kaum erwarten wieder etwas von diesem unglaublichen Autor zu lesen.

17.10.2012 15:58:26
Moschi

Hätte der Verlag dieses Frühwerk von Adler-Olsen nur in der Schublade gelassen!
Einen solch dilletantischen, hanebüchenen, vor Ungereimtheiten und handwerklichen Fehlern strotzenden Roman, habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Spannung: Null. Logik: Nicht vorhanden. Stil: Jedes Landserheft übertrifft mühelos das Niveau dieser quälenden fast 600 Seiten.
Kaum zu glauben, dass Adler-Olsen dieses Buch geschrieben haben soll.

01.10.2012 10:27:49
Kerstin Luiken

Ein Wochenende mir dem "Alphabethaus" hat Jussi Adler-Olsens Ansehen im freien Fall sinken lassen. Von seinen drei Krimis war ich gut unterhalten; aber wie konnte er in dieses "Werk" nur so viel fleißige Schreibzeit investieren? Hahnebüchen sind viele Episoden, unlogisch, unrealistisch, so dass mich das Lesen zeitweilig wütend gemacht hat... Sowohl schwer nachzuvollziehende inhaltliche Fehler (Welchen Grund sollte die zufällig getroffene (ha ha) Krankenschwester Petra gehabt haben, den an ihrem geliebten James alias Gerhart alias Erich (und damit hört der Identitätswechsel dann doch schon auf...) Interesse bekundenden Engländer Brayn bei ihren eigentlichen Feinden zu verpetzen? als auch Beschreibungen, die einfach nur ärgerlich sind nervig, wenn jeder Jeden mit immer nur einem Schlag in die Bewusstlosikeit versetzen kann... . Hat man als Bestsellerautor keine kritischen Verleger mehr zu befürchten?

21.09.2012 15:51:26
luzzblizz

Die beiden englischen Soldaten sind anfang 20 und beide sind in Rollen von SS-Größen geschlüpft, die mindestens 10 jahre älter als sie gewesen sind. Diese und andere historische Ungereimtheiten sowie logische Verwirrungen erschwerem einem zu glauben, dass der Autor tatsächlich historische Qellen genutzt hat

20.09.2012 13:09:26
GGG

Hey Leute,

das ist ein Roman: "Er ist ein umfangreicher, in Prosa geschriebener Text in dem die über das fiktionale Schicksal einer Gemeinschaft mit weitgehender Schilderung ihrer Umwelt berichtet wird."

Und er soll unterhalten!

Das macht er aus meiner Sicht "gut"! Die Geschichte jetzt realistisch zu betrachten wäre etwas zu weit gegriffen und nicht zielführend.

19.09.2012 18:15:12
Jimmy

Die Quellen, welche der Autor angibt, sind mit einigen Ausnahmen seriöse und anerkannte militärhistorische Publikationen.

Umso erstaunlicher, daß im 1. Teil hanebüchene Begriffe und sachliche Fehler auftauchen,sobald es um den militärischen Hintergrund der Geschichte geht.

Entweder hat der Autor die Quellen nicht richtig genutzt oder es sind bei der Übersetzung massive Fehler unterlaufen.

Letzteres erscheint bei Absurditäten wie "Flak-38-Zwanzig-Millimeter-Antiluftschutzkanonen" (S.15) als die logische Erklärung.

Anitluftschutzkanone?

In der Schule stand beim Deutschaufsatz an der Seite in roter Schrift "Sinn?", wenn man so einen Schmarrn fabrizierte.

Wie dem auch sei, das Buch entpuppt sich als Zumutung. Etwas mehr Sorgfalt bei der Übersetzung hätte durchaus nicht geschadet.

04.09.2012 20:02:42
Max

Also ich habe das buch innerhalb von 3 Tagen gelesen vorallem der erste Teil ist verdammt spannend! Ich versteh die Kritik auch nicht!
Wenn man geschichtlich ein wenig Interesse hat kann man sich sehr gut in die Situation hineinversetzen mit sehr vielen Gänsehaut Gefühlen

Top Buch
Sehr empfehlenswert
Es war der beste Film den ich je gelesen habe :-)

01.09.2012 22:41:18
yvizi78

Dieses Buch ist mein erster Adler-Olsen Roman, ich fand den 1. Teil sehr interessant und den 2. ein wenig langatmig, trotzdem konnte ich es doch nicht weglegen, besonders der 1. Teil hat mich sehr beschäftigt und nachdenklich gemacht, gerade weil Bryan sich sein ganzes weiteres Leben nicht von der Zeit in der psychiatrischen Abteilung lösen konnte.

die negative Kritik kann ich nicht nachvollziehen, dass ein Roman mal Schwachstellen hat finde ich normal.

29.08.2012 14:04:10
Birgit

Ein wirklich tolles Buch, wenn man das so sagen kann. Es geht einem richtig an die Nieren. Es ist schockierend und stimmt gleichzeitig nachdenklich. Ich kann dieses Buch nur als TOP bewerten und jedem weiterempfehlen. Das erste geschriebene Buch dieses Schriftstellers, aber mein viertes, welches ich von ihm gelesen habe. Seine Bücher muss man gelesen haben.

09.07.2012 17:20:36
noch ne Tasse

Oh,Oh,
das war nun wirklich nicht Herr Adler-Olsen.
Von der Entwickling her muss er das lange vor seiner Triologie geschrieben haben.
Rein stilistisch und grammatikalisch erinnert mich das eher an irgendwelche Schreibversuche am Küchentisch.
Nicht für ungut, aber das hätte der Verlag besser in der Speisekammer lassen sollen.

30.06.2012 20:39:55
Marion

Dieses Buch ist das absolut stärkste von Adler-Olsen. Es ist nicht das, was der Leser erwartet. Es ist kein Krimi, sondern ein supergut und aufwendig recherchiertes Buch über das "3. Reich" und wie man dort als "Feind" überleben konnte. Trotz der "medizinischen Versuche", für welche die Nazis bekannt waren und mit dem zusätzlichen Handicap, dass beide Protagonisten kein Wort sprechen durften (denn sie waren Engländer).

19.06.2012 08:32:30
Renate Henrich

Nachdem ich bisher alle Bücher von Jussi Adler-Olsen gelesen habe, ist dieses für mich das absolut schwächste. Ich habe mich bis knapp zur Hälfte durchgequält und dann doch zugeklappt. Da ist mir meine Zeit zu schade. Hoffentlichwird das nächste Buch wieder besser. Ein Chance bekommt der Autor noch.

18.06.2012 17:56:21
Achim

Das Buch ist eindeutig das schwächste der Adler-Olsen-Bücher und fällt in Sachen Spannung, Logik aber handwerklicher literarischer Fähigkeiten qualitativ deutlich ab.
Auffallend sind Gedankensprünge, völlig unrealistische Szenarien, siehe die Verträglichkeit einer falschen Blutgruppe oder die Beschreibung der Flucht von Bryan wirkt wie eine comichaft beschriebene wirre Aneinanderreihung von Kampfszenen.
Der zweite Teil ist etwas besser, vor allem wenn man die Freiburger Schauplätze kennt, dennoch ist das Buch nicht lesenswert. Es erinnert mich eher an Konsalik-Romane, als an gut erzählte Romane oder gar spannungsgeladene, gute Krimis.

14.06.2012 13:00:56
manonw

Ich habe die vorherigen Bücher des Autors gelesen und fand sie durchwegs gut. Das Alphabethaus jedoch hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Normalerweise lese ich keine Bücher die in der Vergangenheit spielen, schon gar nicht aus dem Krieg. Dieses hier war jedoch super. Ich kann die negative Kritik überhaupt nicht nachvollziehen, auch wenn ich zugeben muss, dass der "Showdown" etwas übertrieben ausfiel. Ob die Recherchen des Autors jetzt nur oberflächlich waren, ist mir in dem Fall egal. Die Unterhaltung und die Spannung waren garantiert und den möglichen Film dazu würde ich mir auf jeden Fall ansehen.

11.06.2012 08:58:35
M.Hayn

und noch ein nachtrag:
der ausdruck und der satzbau sind ziemlich schwach.
das kann allerdings an der übersetzung liegen.
nein, das war nichts, herr adler olse, aber der herr hat sich ja gesteigert - bekanntlich...
aber trotzdem zu polarisiert geschrieben, gut wird von böse unterjocht... begehrt auf und ... aber das sollte man besser selbst lesen.
lieber das bich hier, als martha grimes...

30.05.2012 23:47:51
elvis1982

Ich kann mich meinen Vorrednern gar nicht anschließen, das Alphabethaus ist mit das Beste Buch was ich je gelesen habe..und das sind sehr viele. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende perfekt durchdacht, unglaublich phantasievoll und spannend. Ein Buch was man nur schwer aus der Hand legen kann. Gewiss nicht mit Erbarmen, Schändung und Erlösung zu vergleichen, nein BESSER! Unbedingt lesen!

13.05.2012 16:56:25
M.Hayn

endlich fertig. endlich kann ich das buch weglegen.
ein ganz schwacher alder-olsen.
dünne story. die geschichte kommt nie richtig in fahrt.
schade, denn lt. ankündigung sollte es ein richtiger kracher sein.
ich bin enttäuscht. dann sollte doch lieber karl morck ermitteln.
aber immer noch etwas besser als matha grimes.

07.05.2012 23:17:11
JaneM.

Nun ja, sagen wir mal so: es ist schön zu sehen wie sich ein Autor weiterentwickelt.
Der Grundgedanke des "Alphatbethaus" ist auch ganz ansprechend. Zwei junge britische Piloten stürzen mit ihrem Flugzeug ab, landen im Feindesland, retten sich zufällig in einen Lazarettzug, der deutsche Soldaten von der Front zurück transportiert und landen in ebensolchem Lazarett, wo sie die Traumatisierten mimem müssen, um nicht aufzufliegen. Beide unter der Identität zweier SS-Größen, derer sie sich vorher per Zugfenster entledigt haben. Einem (Bryan) gelingt nach Monaten die Flucht. Er muss seinen Freund James zurück lassen, weil beide nun nicht miteinander kommunizieren können, da sonst der Schwindel aufflöge. Im Lazarett aber gab es noch weitere Simulanten- echte Nazis, die ebenfalls daran interessiert sind, bloß nicht an die Front zurück zu müssen.
Jahre später, 1972, wird Bryan -mittlerweile Mediziner- als Berater zu den Olympischen Spielen nach München berufen. Bryan war bis dato davon ausgegangen, dass sein Freund James bei der Bombadierung des Lazaretts kurz nach seiner Flucht umgekommen war. Und macht sich in einem Abstecher nach Freiburg auf die Suche nach dessen Grab. Tatsächlich stößt er auf die deutschen Simulanten aus dem Lazarett, die in der idyllischen Stadt als ehrbare Bürger leben. Seine Suche bleibt nicht lange unentdeckt.- die Frage, ob James nicht doch noch lebt, drängt sich auf.
Während ich Feinheiten der historischen Korrektheit hier nicht ganz so vordergründig empfinde, ergibt sich als Hauptkritikpunkt der Aufbau der Geschichte. Dem Leser wird die Freundschaft zwischen Bryan und James, die ja die Basis der Geschichte ausmacht, kaum gewahr. Die Flucht nach dem Absturz wird recht kurz abgehandelt. Was diese Freundschaft im Kern ausmacht, wird nur durch wenige Kindheitsgeschichten gelegt, bleibt aber ohne Leben. Die Lazarettphase ist sehr detailliert, ohne dass es die Handlung großartig vorantreibt. Welche Bedeutung die im Anhang genannten Bezeichnungen für Dienstuntauglich-keitsgrade haben, bleibt auch nebulös. Scheinbar sind alle bedeutsamen Lazarettinsassen Simulanten. Eine authentische Beschreibung von Kriegstraumata sähe anders aus. Die Männer, deren Identität Bryan und James angenommen haben, schienen wesentliche Rollen inne gehabt zu haben, was somit für den weiteren Verlauf der Geschichte wichitg ist- aber auch das wird nicht recht aufgelöst. Insgesamt ist die Handlung recht platt, die deutschen Simulanten sind keineswegs differenzierte Persönlichkeiten, sondern das menschgewordene Böse. Posititv ist, dass es kein "Um den Hals fallendes" happy end gibt. Dennoch ist der weitere Verlauf sehr unglaubwürdig. Kein Mensch, der Jahre dahinvegetiert, ist plötzlich zu hochkomplexen, technischen Leistungen fähig. Ein "Erwecken" dadurch plötzlich die englische Sprache zu Hören, ist genauso blöd wie unrealsitisch (auch jemand, der in den 70igern nur vor der Glotze hockt, hat wahrscheinlich schon mal Englisch gehört). Und irgendwie ist der ganze Kern des Showdowns doch ein komplettes Missverständnis.
Wie gesagt: schön, dass sich ein Autor positiv entwickeln kann.

09.04.2012 20:06:02
marianne

Da war er wirklich noch am Üben, der Herr Adler-Olssen. Die Welt hätte es verschmerzen können, wenn es nicht auf den Markt gekommen wäre.
So ein interessanter Stoff..so schlecht ver-
arbeitet. Schade!
Da kann man nur hoffen, dass sich in den Schubladen seines Schreibtisches noch was Besseres findet.
Vielleicht sollte man den Markt auch nicht übersättigen und von einem Autor ein Buch nach dem anderen raushauen.

13.03.2012 10:50:03
kirasfrauchen

Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen. Mein erstes Adler-Olsen Buch.

Innerhalb von 3 Tagen hatte ich es durch. Die Geschichte fand ich an manchen Stellen holprig und auch sehr überzogen (z.B. dass Jemand mehrere Transfusionen mit dem falschen Blut überlebt). Insgesamt hat mir das Buch aber gefallen und mich gefesselt.

Dadurch, dass ich bei Freiburg lebe und die Orte kenne, war ich natürlich begeistert.

Wie alles, sind Bücher Geschmackssache. Ich werde mir weitere Adler-Olsen reinziehen.

10.03.2012 12:48:44
Krimifux

Ich bin ein Leser, bei dem es viel braucht, bis er ein Buch beiseite legt und nicht zuende liest. Adler Olsen hat es mit dem Alphabethaus geschafft. Schon lange hatte ich kein Buch mehr in der Hand, das so langweilig war und zugleich sprachlich so wenig zu bieten hatte. Die Story ist in der Tat hanebüchen, schwerfällig und umständlich konstruiert. Die Sprache ist hölzern und wenig dazu geeignet, den Leser in den Sog der Handlung zu ziehen. Nun, das mag der Qualität der Übersetzung geschuldet sein. Für den umständlichen und wenig glaubwürdigen Plot gibt es aber keine Ausrede. Fazit: der Verlag hätte seinem Autor einen Gefällen getan, wäre dieses Buch unveröffentlicht geblieben.

07.03.2012 15:46:56
Andrea

Ich bin jetzt fast am Ende des Buches "Das Alphabethaus" angelangt und muss sagen, dass es mir sehr gut gefällt. Es ist super spannend. Ob das nun alles realistisch und wahrheitsgetreu ist, ist mir eigentlich egal, da das Buch sicherlich kein Tatsachenroman ist, soweit ich weiß. Eigentlich wollte ich das Buch nicht lesen, ich hatte nur die erste Seite gelesen und gedacht, hm naja Kriegsroman - nee nix für mich. Aber dann hab ich mich doch durchgerungen und siehe da, ich habs nicht bereut.

07.03.2012 15:43:14
Andrea

Ich bin jetzt fast am Ende des Buches "Das Alphabethaus" angelangt und muss sagen, dass es mir sehr gut gefällt. Es ist super spannend. Ob das nun alles realistisch und wahrheitsgetreu ist, ist mir eigentlich egal, da das Buch sicherlich kein Tatsachenroman ist, soweit ich weiß. Eigentlich wollte ich das Buch nicht lesen, ich hatte nur die erste Seite gelesen und gedacht, hm naja Kriegsroman - nee nix für mich. Aber dann hab ich mich doch durchgerungen und siehe da, ich habs nicht bereut.

26.02.2012 00:26:31
Westminster

Am "Alphabethaus" kann man recht gut ein Phänomen beobachten, das ich mal "Das wirklich erste Buch" nennen will.
Also: Jussi Adler Olsen scheibt einen super Thriller, "Erbarmen". Dann legt er mit "Schändung" und "Erlösung" nach. Beide sind - für sich betrachtet - auch richtig gut, kommen aber (wie so oft) an das (vermeintlich) erste Buch nicht ganz heran. Dann kann der Autor leider nicht in der vom Verlag sicher gern gesehenen Schlagzahl nachliefern ("Verachtung" erscheint erst im Sept. 2012). Und so schaut man dann mal, ob nicht weiter hinten im Schreibtisch des Autors noch ein früher Schreibversuch vor sich hin staubt, wird fündig, flugs wird das Ganze noch ein wenig aufgepeppt und schon hat man mit gleicher Aufmachung ein neues "dtv-Premium" für 15,90 € und einen weiteren Bestseller. Hat auch mit dem "Alphabethaus" geklappt.
Wer die fein ziselierten Plots von Adler Olsen mag, dem sträuben sich beim "Alphabethaus" schlichtweg die Haare. Nun ja ... wenn´s eben schnell gehen muss, kann das Ergebnis auch schon mal etwas gröber ausfallen. Schade.

25.02.2012 18:59:41
Leserin

Ich habe das Buch in ca. 17 Stunden an 1 1/2 Tagen gelesen, weil ich es einfach nicht mehr weglegen konnte. Ich fand es, seit langem, als eine sehr spannende Geschichte. Einfach toll :-)

Jetzt bin ich beim Carl Morck Fall Nummer drei und auch dieses Buch fängt schon sehr aufregend und mysteriös an. Ich hoffe, dass JAO noch viele Bücher schreiben wird, die mich fesseln und mich sogar vom TV wegholen.

24.02.2012 14:08:39
R.Müller

Ich habe das "Alphabethaus" als Geschenk ( zum Glück ) erhalten, bin jetzt auf Seite 148 und das wird es wohl auch gewesen sein. Ist das alte Motto, wer nichts zu sagen / schreiben hat, nimmt sich die dummen und bösen Deutschen vor, verpackt die in eine unhaltbare Geschichte und fertig. Ist das erste und bleibt mit Sicherheit auch das einzige Buch von diesem Olsen

24.02.2012 11:57:42
MikeHH

Habe natürlich die Morck Krimis verschlungen und da der nächste Teil noch auf sich warten lässt gleich beim Alphabethaus zugeschlagen als es vergügbar war. Soweit ich weiß ist es die erste Veröffentlichung von Adler-Olsen gewesen, wurde in Deutschlnad aber erst nach dem Erfolg duch die Morck Reihe veröffentlicht. Insgesamt ein sehr schönes und spannedes Buch auch wenn es in einigen Teilen doch etwas unrealistisch scheint. Mich hat es aber sehr gut unterhalten an das ist schließlich das wichtigste!

22.02.2012 11:24:42
Herbert Genießer

Habe das Buch bereits vor 4 Wochen bei mir in der Buchhandlung gesehen, gekauft und nicht mehr aus der Hand gelegt. Ein total anderes Genre, super spannend. Es eröffnet eine Welt, die man kaum für möglicht halten würde.
Wer allerdings ein Buch wie bisher bekannt erwartet, wird enttäuscht sein. Hier ist richtig schwere literarische Kost leicht zu lesen.

18.02.2012 12:04:51
Marion Bonk

Nach drei Kriminalromanen, Erbarmen, Erlösung und Schändung, hat sich Jussi Adler-Olsen in seinem Roman „Das Alphabethaus“ einem ganz anderen Thema zugewandt. Der erste Teil des Buches beginnt im Jahre 1944. Bei einer Mission über Deutschland stürzen James und Brian, zwei seit ihrer Kindheit engbefreundete englische Piloten, über feindlichem Gebiet ab. Verletzt können sie sich vor ihren Verfolgern in einen deutschen Lazarettzug aus den Osten retten. Mit falscher Identität kommen sie in ein Sanatorium für physisch und psychisch belastete, verwundete höhere Waffen-SS-Offiziere der Ostfront in der Nähe von Freiburg. Nicht nur die an ihnen und anderen vorgenommenen Versuche der Ärzte, sondern auch die Übergriffe einiger Mitpatienten bringen ihr Leben im sogenannten Alphabethaus mehr als einmal in Gefahr. Mit jeder Seite wird man in den Sog der Geschehnisse hineingezogen. Man fiebert mit ihnen, ob ein Entkommen aus dieser Hölle gelingt.Im zweiten Teil des Buches, 28 Jahre später, begibt sich einer der Beiden auf die Suche nach seinem Freund, den er seit Anfang 1945 nicht mehr gesehen hat. Er muss sich in Freiburg seiner nicht aufgearbeiteten Vergangenheit stellen und gerät erneut in einen Strudel aus Schrecken und Grausamkeit. Fast bis zum Ende des Buches fragt sich der Leser, was drei so ehrenwerte und unbescholtene Bürger Freiburgs mit James und Brian zu tun haben. Es ist Jussi Adler-Olsen mit diesem Werk auf eindrucksvolle und manchmal sehr zu Herzen gehende Weise gelungen, nicht nur einen Einblick in die Verbrechen medizinischer Versuche im Dritten Reich zu geben, sondern auch dem Leser auf dem Hintergrund des leider nicht nur erfundenen Untertauchens höherer Waffen-SS-Offiziere nach 1945, das Drama einer Freundschaft nahe zu bringen.
Im Anhang des Buches befindet sich eine Aufschlüsselung der im Dritten Reich benutzen Abkürzungen für die verschiedenen Erscheinungsbilder psychischer Erkrankungen. Für dieses Thema sensibilisiert ist Jussi Adler-Olsen wohl aufgrund der langjährigen beruflichen Tätigkeit des Vaters. Außerdem ist es sehr beeindruckend, mit welch akribischer Kleinarbeit Jussi Adler-Olsen das Thema Psychiatrie im Dritten Reich recherchiert hat. Dadurch wirkt der Roman fast wie ein Tatsachenbericht. Ich kann dieses Buch nicht nur jedem Jussi-Fan, sondern auch allen anderen nur sehr empfehlen. Dank der Spannung und des flüssigen Schreibstils mag man es gar nicht mehr aus der Hand legen, wenn man erst einmal damit begonnen hat

17.02.2012 20:07:28
nikita510

Mit grosser Begeisterung habe ich die Mørk-Romane richtiggehend verschlungen. Umso grösser die Enttäuschung beim Lesen des Alphabethauses! Der Roman ist meiner Meinung nach unglaubwürdig und wenig spannend. Als mich die Geschichte nach 130 Seiten nicht fesseln konnte, habe ich aufgegeben und das Buch weggelegt...

14.02.2012 11:17:53
Ulla Zipperer

Ich bin anderer Meinung, ich finde nicht, dass dieses Buch das beste von Adler -Olsen ist. Störend für einen Leser, der nicht die Zeit hat, 6 Std. in einem Rutsch zu lesen, sind die pausenlosen Namensverwirrungen. Nicht nachzuvollziehen sind Flucht und anschließende Kampfszenen im eisig kalten Rhein usw. Es gibt zu viele unglaubwürdige und konstruierte Zufälle, vor allem im 2. Teil. Wer trifft in Freiburg einfach so und permanent auf Menschen, die man vor 30 Jahren kennen gelernt hat? Die ganze Hetzjagd wirkt konstruiert, die Tatsache, dass ein Mensch. der 30 Jahre stumm ist und Wahnsinn simuliert hat, plötzlich allein durch eine ihm unbekannte Großstadt marschiert, tatsächlich am Ziel ankommt, vorher Menschen außerordentlich raffiniert umbringt ...ist einfach nicht nachzuvollziehen. Geradezu lächerlich ist die Szene, wie durch Zufall ein Halstuch nach 30 Jahren auf dem Bahnsteig zurückgegeben wird.
Ich freue mich auf den nächsten Krimi, der mit mehr Erfahrung geschrieben sein wird.

12.02.2012 14:18:56
Mark

Ein durchaus lesenswerter Krimi mit gut dosierter Spannung. Die Charaktere werden nicht so trennscharf herausgearbeitet wie in seinen neuen Werken, so dass einige der Reaktionen der Protagonisten auf mich nicht wirklich nachvollziehbar wirkten. Am Ende tat es meinem Lesespaß keinen Abbruch, so dass ich das Buch recht zügig durchgelesen habe.

06.02.2012 15:22:12
Anne

Das Alphabethaus ist völlig anders als die Morck Krimis, aber nicht weniger spannend. Im Gegenteil, ich habe die ersten 240 Seiten in einem Rutsch weggelesen, war nicht in der Lage, das Buch zur Seite zu legen und sehr froh, dass es einen zeitlichen Bruch gibt. Auch im zweiten Teil steigt die Spannung zunehmend, (obwohl es einige sprachliche Ungereimtheiten gibt) und Adler-Olsen schafft es, fast bis zur letzten Seite den Leser zu fesseln.
Meiner Meinung nach ist dies das beste Buch von Adler-Olsen, hat auf alle Fälle mehr Nachklang als die Morck Krimis.