Die Bankerin

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • München: Droemer Knaur, 1998, Seiten: 552, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 1999, Seiten: 416, Originalsprache

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Thomas Kürten
Rache ist Blutwurst

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Extremsituationen. Augenblicke, zu denen ein Mensch zu allem in der Lage ist. Auch zu Verbrechen. Oder wenigstens zu Aktionen, die er unter normalen Umständen niemals getan hätte. Schwer vorstellbar? Darum ist es auch eine Hürde für einen jeden Autor, bei einem sogenannten "Hard Boiled" zunächst einmal eine derartige Extremsituation seinen Lesern zu vermitteln.

David von Marquardt hat es ganz schwer erwischt. Einst erfolgreicher Unternehmer in der Software-Branche, dann durch einen Betrug seines Buchhalters von heute auf morgen hoch verschuldet. Die Firma ist weg, das schöne Haus und auch der Jaguar. Plötzlich lebt die Familie in einem schmuddeligen Appartement in der hässlichsten Hochhaussiedlung der Stadt. Doch damit nicht genug. David hat zwar einen Job, er arbeitet in der Poststelle eines ehemals erbitterten Konkurrenten, aber das Geld reicht hinten und vorne nicht, um seine Frau und die vier Kinder zu ernähren. Doch dann kommt der Tag, an dem sich eine Lösung für ihn offenbart.

Der Niedergang eines Unternehmers

Eine Bankerin bietet ihm an, für sexuelle Gefälligkeiten die monatlichen Raten für seinen Kredit zu übernehmen. David war seiner Frau in über 20 Ehejahren nie untreu, aber es ist für ihn der einzige Weg aus seiner Misere. Nur so kann er die Familie weiter ernähren. An und für sich kein schwerer Job, den er auch gut vor seiner Frau verbergen kann. Aber dann wird zunächst sein Buchhalter in einem Hotelzimmer brutal ermordet, kurz später er, David, und auch seine ganze Familie mit Anrufen und Briefen bedroht. Sein ältester Sohn wird nachts überfallen und niedergestochen, ist fortan querschnittsgelähmt. David verändert sich, er fängt nun sogar an, exzessiv Alkohol zu trinken, obwohl er zuvor abstinent gelebt hat. Und dann begegnet er auch noch der jugendlichen Tochter der geheimnisvollen Bankerin, in die er sich zu allem Überfluss verliebt. Die Ereignisse beginnen, sich zu überschlagen.

"Hard Boiled" oder doch eher Weichei? Der abgekochte Verbrecher aus Verlegenheit ist David von Marquardt absolut nicht. Er bricht zwar mit Prinzipien, tut Unrecht (besonders gegenüber seiner Famile), aber Verbrecher kann man ihn deshalb lange nicht nennen. Er ist in seiner Haut eher der leidende und hilflose Looser. Der wirkliche Bösewicht verbirgt sich lange im Hintergrund, dennoch kann der Leser früh, viel zu früh, die Zusammenhänge erkennen und erahnen, wer die Fäden zieht, um David zu demütigen.

Die Charakterwandlung Davids ist erstaunlich. Vom treuen Gatten zum notorischen Lügner? Vom Abstinenzler zum Alkoholiker in zwei Monaten? Und dann verliebt sich der einst erfolgreiche Manager in einen Teenager? Trotz der schon oben beschriebenen Extremsituation erscheint dies doch ein wenig dick aufgetragen und im Endeffekt unglaubwürdig.

zu soft für einen hard boiled

Ein "Hard Boiled" lebt nicht allein von den über eine Person hereinbrechenden Hiobsbotschaften. Davon hat Franz eine Vielzahl eingebaut. Letztlich ist dieser Roman aber für echte Freunde des Genres wohl ein wenig zu soft geraten, da die Handlungen der Hauptperson insgesamt doch zu passiv sind. Und die Auflösung, die Beweggründe des Bösewichts, lediglich die Taten einer geistig verwirrten Person... Schade!

Die Bankerin

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Letzte Kommentare:
13.11.2016 14:36:08
gabi

mal ein ganz anderer A.F.
spannend,gut geschrieben,aber etwas gewöhnungsbedürftig
Mir persönlich gefallen die anderen
Bücher besser
Die soziale Situation der Hauptperson wird mir zu viel wiederholt
Ich habe schon über die Hälfte der Bücher von A.F. sowie die Nachfolgebücher.
Ich bin unendlich traurig, dass A.F. so früh verstorben ist. Hätte gern noch viel viel mehr von ihm gelesen.

20.11.2012 22:04:41
Orbil

Nach "Das achte Opfer" war es mein zweites Buch von A.F. Ich fand es recht spannend und vor allem gut geschrieben. Der Bezug nach Frankfurt tat sein übriges, um das Werk sehr gut zu finden. Man konnte sich denken, wer hinter den Taten steckte, aber das Motiv war mir lange unklar. Die Auflösung und das Ende des Buches war im Stile von A.F. Das nächste Buch von ihm liegt schon neben mir.

29.07.2012 17:03:17
michi

war das 2. buch von a.f. was ich versucht habe zu lesen. unglaublich schlecht. handlung schlecht, schrift- "stil" lachhaft. verstehe nicht das er überhaupt bücher verkauft hat. meine 8 bücher waren ein geschenk. ich habe alle in der papiertonne entsorgt. so ein sch... jetzt muss ich auch noch noch was schreiben damit meine meinung angenommen wird, vonwegen 300 zeichen. vielzuviel für diesen schwachsinn...

29.09.2011 16:29:08
krimimaus

ich habe jetzt schon ein paar Krimis von A. Franz gelesen, eigentlich bevorzuge ich englische Krimis. Der Bezug zu Frankfurt liess mich im Regal zu diesen Krimis greifen. Die Bankerin hat teilweise inhaltliche Fehler, da hat der Lektor womöglich aus Langeweile einige Zeilen lediglich überflogen. Auch empfinde ich die Story inhaltlich als kaum realitätstreu. Ich wartete auf einen \'Aha-Effekt\' bis zum Ende des Buchs - leider vergeblich...

02.09.2011 19:02:41
Madita

Ich kann mich John67 und Nick Walcker nur anschließen. Bis jetzt hat mich kein Franz-Buch vom Hocker gerissen, die Seiten sind wie immer mit langweiligen, unwichtigen und uninteressanten Details gefüllt. Wie immer das gleiche Prinzip: schöne duftende Frauen, vulgäres Geschwätz, haufenweise Zigaretten und Alkohol. Diejenigen, die von Andreas Franz Schreibstil begeistert sind, sollten sich wirklich mal Bücher von englischen Krimiautoren wie Ruth Rendell genehmigen, sie werden einen erheblichen Unterschied bemerken.

25.08.2011 11:36:23
John67

Gähn!!! Endlich habe ich dieses langweilige Buch durchgelesen, das wohl besser den Titel "David und seine Lolita" getragen hätte. Bisher habe ich erst 2 nichtssagendere Krimis gelesen.
Nein, ..und es hat mich wirklich in der Story nicht interessiert, ob er sich Leberwurst oder Käse auf das Brot schmiert, ebensowenig, ob irgendwer Malboro oder Lucky Strike raucht. Mich hätte es nur mal interessiert, warum man über 400Seiten für diese Story braucht!?
Selbst 50° sind noch geschmeichelt!!

26.12.2010 17:15:01
Nick Walcker

Was lief hier nur schief?!
Das Buch ist und macht depressiv... Der Protagonist wird von einem Tiefschlag zum nächsten getrieben und stellst sich dabei unnachvollziehbar dumm an.
Die Vermutung, wer hinter den Morden stehen könnte, drängte sich mir bereits im ersten Viertel des Buches auf, wurde im Verlauf stets gestärkt und entsprach dann auch der tatsächlichen Auflösung... das einzig "Faszinierende" ist das monoton Schlechte, das aneinandergereiht wird ohne durch sprachliche Leistungen positiv hervorgehoben werden zu können...
Die "Liebe" und die Beziehung des Protagonisten zu der 17 Jährigen Tochter der Mörderin wirken künstlich, gestellt... Und die Wandlung des Gejagten zum Mörder sowie das neue, unbescholtene Leben mit "seinem Engel" zu plakativ, oberflächlich...
Ich las dieses Buch nur zuende um mir im Nachhinein auch eine Bewertung erlauben zu können...
Ich werde kein weiteres Buch dieses Autors lesen und frage mich voller Unverständnis, was jemanden dazu bringt, ein derartig kümmerliches Werk zu verfassen...
Ich bin aufrichtig und durchweg enttäuscht.

11.11.2010 22:34:09
Wothi

Meine Süße verschlingt die Bücher von A.F., also habe ich auch mal eines probiert "Die Bankerin".
Der Schreibstil von A.Franz erinnert mich fatal an Simmel und Konsalik, die ich mir vor vielen Jahren reingezogen habe.Würde ich heute keinesfalls mehr lesen. So geht es mir auch mit diesem Buch, eines reicht !
Habe es dann nur noch schnell quergelesen und dabei trotzdem (fast) alles mitbekommen.
Es muß ja einen guten Grund geben,warum A.F. so erfolgreich ist.Ich kann Ihnen keinen nennen,außer daß Groschenromane zumindest früher eine ähnliche Resonanz hatten.
Ich finde ein Krimi-Schriftsteller macht es sich immer sehr leicht den Täter aus der Psychopathen-Ecke zu holen.
Da bleibe ich lieber bei meinen guten englischen Krimis.
Vielleicht urteile ich ja auch nur so hart, weil ich keine Frau bin. ???

25.03.2010 14:22:15
Toyota

Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Spannend war es auf jeden Fall, keine Frage, aber diese vulgäre Ausdrucksweise hat mich doch etwas gestört. Ich kann mich aber gut in den Schauplatz reindenken, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es tatsächlich so dort zugeht und aussieht.

29.09.2009 19:08:13
Kai80

Ich fand die Geschichte, sehr lange offen anfangs etwas langweilig doch später immer mehr Spannung und verwirrung.
Es its natürlich knallhart und einen lieben glücklichen gewinner gibt es meiner ansicht nach nicht.
So richtig freut man sich für keinen, dafür trauert man mit einigen.
Das Buch ist auf jeden fall lesenswert.

05.09.2009 20:02:47
Brigitte Schmelzer

ich habe nun schon einige Bücher gelesen, aber dieses finde ich menschlich absolut schlimm und in keinster Weise "soft". Jede dieser Personen sind eine Katastrophe. Mir kam dieses Buch wie ein Frustbuch vor, in dem wohl viel zu verarbeiten war, an Gesehenem, an Erlebten??? Werde mir nun ein paar Tage bis zum nächsten Buch Zeit lassen.

10.02.2009 13:14:12
Virginia

Da ich dank der Krimicouch schon vorgewarnt war :O) fand ich es gar nicht sooo übel.Klar,keine Durant etc...aber ich fand es trotzdem gar nicht übel.Einfach mal ganz was anderes.Für Durant Fans ist es nicht,aber für alle,die auch mal was anderes wollen...ich fand es erschreckend zu sehen,wie weit ein verzweifelter Mensch bereit ist,zu gehen um seine Existenz nicht zu verlieren.

01.11.2008 22:05:30
gertrud zimmermann

schade das die bankerin so gesehen wird. ich finde in dieses buch super auch ohne julia durant natürlich ist julia super man hat auch im härtesten krimi noch was zu lachen. zigaretten bier und salamibrot das zeichnet eine spitzenkommisarin aus. spitze ist für mich der autor und das zählt bei einem guten buch. a.f. ist für mich einer der besten krimiautoren die ich seit langem gelesen habe. wichtig für mich ein buch voller spannnung und ichkannnichtaufhörenzulesen efekt.

24.08.2008 22:59:11
d.uzun

die bankerin hat mir nicht so gefallen habe auch zur mitte hin die letzte seite gelesen war alles nicht so spannend wie bei durqant und brant wo ich das buch kaum aus der hand lassen kann hir habe ich immer seiten übersprungen die geschichte war einfach doof hoffe herr franz schreibt weiter über durant brant und co

08.05.2007 15:06:45
Werner

Dieses Buch kann die Fälle von Durant nicht schlagen.
Für mich war es bisher das schlechteste Buch von Franz.
Ich werde trotzdem alle Bücher von Franz lesen ,weil er für mich sehr realischt schreibt. So wie das Leben wirklich ist.

06.01.2007 09:00:53
Boomer

da es mein erstes "Franz"-Buch gewesen ist, muß ich ehrlich sagen: es war nicht schlecht. Leider wird dieses Ende nicht erwartet und man fühlt sich genauso schlau wie vorher. Trotzdem hinterläßt es ein blödes Gefühl, immer noch nicht zu wissen, was jetzt nun passiert ist. Die Story ist gut geschrieben, wenn auch hier und da Steigerungsfähig. Gut ist die Entwicklung der Geschichte und das läßt sich prima lesen. Aber wie gesagt: es könnte ein TOP-Titel sein, wäre dieses Ende nicht...

06.01.2007 08:37:57
Boomer

da es mein erstes "Franz"-Buch gewesen ist, muß ich ehrlich sagen: es war nicht schlecht. Leider wird dieses Ende nicht erwartet und man fühlt sich genauso schlau wie vorher. Trotzdem hinterläßt es ein blödes Gefühl, immer noch nicht zu wissen, was jetzt nun passiert ist. Die Story ist gut geschrieben, wenn auch hier und da Steigerungsfähig. Gut ist die Entwicklung der Geschichte und das läßt sich prima lesen. Aber wie gesagt: es könnte ein TOP-Titel sein, wäre dieses Ende nicht...

20.06.2005 08:47:09
obb

als ich mir das Buch gekauft habe dachte ich eigentlich es wird genauso gut werden wie seine anderen Bücher leider war ich ein bisschen enttäuscht, egal ich werde weiter jedes neu erscheinende Buch von ihm lesen er ist einfach wunderbar.....

22.07.2004 23:07:35
Bev

Ich finde "Die Bankerin" auch ganz gut geschrieben und die beiden Hauptpersonen sind auch wunderbar gezeichnet, dennoch ist es nicht gerade das beste Buch von Herrn Franz. Es ist meiner Meinung sehr vorhersehbar, was bei den anderen Büchern nicht der Fall ist. Dennoch war es sehr spannend zu lesen.

20.04.2004 10:48:09
alexander

kann mich der meinung von krimi-couch nicht ganz anschließen, die bankerin ist klasse geschrieben und lebt allein schon von den beiden hauptdarstellern die sich gegenseitig kaputtmachen. ich fands super gut und spannend, auch die beschreibung der gegend wo v.marquardt lebt ist grandios getroffen weil nachvollziehbar. super!