Der Regler

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Detlef Bierstedt
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2012, Seiten: 335, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2013, Seiten: 379, Originalsprache

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Jürgen Priester
Nu pagadi Warte, nur!

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mai 2011

"Nu Pagadi" heißt das hochdotierte Rennpferd, mit dem sein Eigentümer auf dem Weg von Berlin nach München ist. Das sensible Tier zeigt seine enormen Steherqualitäten nicht nur auf dem Rennplatz, sondern auch im Pferdetransporter. Muss es doch Stunde um Stunde mit einer blutenden Leiche zubringen. (Wie die Leiche dahinein gekommen ist, fragen wir besser nicht.) Erst kurz vor München zeigt der edle Vollblüter Zeichen von Unruhe, worauf der stolze Besitzer sich genötigt sieht, mal nachzuschauen. Er entdeckt eine männliche Leiche, der beide Augen entfernt worden sind mit einer Eiskugelzange, wie die spätere Obduktion zeigen wird. Präzisionsarbeit von einem Profi mutmaßt die Gerichtsmedizinerin. Könnte das der Auftakt zu einer Mordserie sein, bei der der Täter es auf die Augen der Opfer abgesehen hat? Ein Augensammler? "Nu Pagadi" kommt aber aus dem Russischen und bedeutet in etwa: Na, warte! Diese kurze Botschaft erreicht Gabriel Tretjak, einen Mann, für dessen berufliche Tätigkeit es keinen Namen gibt.

Erstellte man ein Berufsbild von Tretjaks Arbeit, läge man mit einer Mischung aus Privatdetektiv und Erpresser richtig. Wie man an seinen Kontoeingängen sehen kann er hat eine Steuerprüfung im Haus ist das ein äußerst lukrativer Job. Seine Klienten sind Minister, Abgeordnete, Firmenchefs, Ärzte und die Ehefrauen betuchter Männer. Leute, die zu bequem sind oder denen es unangenehm ist, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen wie z.B. einen missliebigen Angestellten zu feuern, der Konkurrenz Aufträge abzujagen oder eine Scheidung durchzudrücken. Gabriel Tretjak regelt das für sie, deshalb wird er auch Der Regler genannt.

Der regelnde Tretjak kümmert sich selber um alles. Ganz stolz betont er die Exklusivität seines Ein-Mann-Unternehmens. Man staunt nicht schlecht, wie weit sein Einfluss reicht oder was er in 24 Stunden so alles geregelt kriegt, obwohl er sich Tag für Tag mit Psychopharmaka zudröhnt. Trotzdem läuft es bestens für ihn, bis er in Sri Lanka während eines Arbeitsessens mit einem Klienten eine telefonische Mitteilung erhält: Sieger im vierten Rennen, Pferd Nummer 6, Nu Pagadi. Tretjak hält das zuerst für eine Verwechselung, aber zurück in München wird er von der Polizei befragt. Das Handy, mit dem ihm die seltsame Mitteilung übermittelt wurde, lag neben der Leiche. Tretjak muss feststellen, dass er den Ermordeten gut kannte. Diese Tatsache leugnet er vor der Polizei; merkt aber, dass er sich so verdächtig macht. Kurze Zeit später verschwindet auch noch seine argentinische Putzfrau. Eine zweite Leiche mit den gleichen Verletzungen wie der Mann im Pferdetransporter wird in Bozen entdeckt. Wieder jemand, den er kannte. Gabriel Tretjak, nun doch spürbar verunsichert, merkt, dass sein eigenes Leben gar nicht so gut geregelt ist, wie er glaubte, dass ihn die Vergangenheit einzuholen scheint.

Mit den polizeilichen Ermittlungen ist der Münchener Kommissar August Maler, ein abgeklärter, aber nicht abgestumpfter Routinier betraut. Der erste Leichenfund macht ihm schwer zu schaffen. Die blutigen Tagträume, die sein Herz strapazieren, kehren zurück. Er steht aber auch vor einer kniffeligen Ausgabe. Es gibt zu viele Verdächtige, die alle irgendwie mit Tretjak verbandelt sind. Und Tretjak selbst ist auch noch nicht aus dem Schneider. Wer dann am Ende für all die Grausamkeiten verantwortlich war, ist eine deftige Überraschung.

Der Regler ist der erste Roman von Max Landorff, einem Pseudonym, hinter dem sich eine oder zwei Person(en) verstecken. Erschienen ist Der Regler beim Scherz/Fischer- Verlag im großformatigen Klapper-Broschur mit minimalistischem Design. Im Vorfeld der Veröffentlichung hat es auf Facebook eine Leserunde mit einer Verlosung von Freiexemplaren gegeben, welche dem Buch sicherlich ein dankbares Feedback bescherten. (Oh ich auch *freufreufreu* Das ist viel besser als Waschpulver testen :) Danke!) Nun, gut!

Bei einer ernsthaften Betrachtung entdeckt man einige Ungereimtheiten, die dem versierten Krimi-Leser sauer aufstoßen können. Thrillerfreunde sind ja in dieser Hinsicht toleranter. Aus kleinen Schnitzern in Logik oder Plausibilität drehen sie keinem Autor einen Strick. Wie nun die Leiche in den Pferdetransporter kam, ist letztendlich nicht von großer Bedeutung. Schwerer wiegt da schon das unglaubwürdige Ende. Das ist, als wenn man einen Elefant sucht und eine Maus findet. Die mickrigen Motive stehen in keinem Verhältnis zu den begangenen Taten. Schade, dass man das hier nicht weiter vertiefen kann. An sich hat Landorffs Geschichte einen guten Unterhaltungswert. Es gibt Hirnforschung, Psychologie und Physik für Anfänger und Fortgeschrittene leicht dozierend vorgetragen - ein bisschen Sternkunde, Münchener Lokalkolorit und Ausflüge ins malerische Südtirol. In Nebenhandlungen begegnet uns viel menschliches Leid der Kommissar, die Frau mit dem problematischen Sohn. Nur bleiben die Personen so unnahbar; sie berühren nicht. Die meisten auftretenden Personen, einschließlich des Helden, sind recht unsympathisch. Eine Ausnahme ist vielleicht die Steuerprüferin Fiona Neustadt, die wenigstens einen Hauch von Gefühl zeigt, für die man sich dann gleich auch erwärmen kann.

Auch wenn Max Landorff versucht, seinem Thriller ein intellektuellen, tiefsinnigen Anstrich zu geben, ist nur Oberflächliches herausgekommen. Die bemühte Intellektualisierung ist reine Makulatur und dient nur dazu, den fadenscheinigen Beruf des Helden aufzuwerten. Gabriel Tretjak ist ein Expertokrat, der gut zu seiner Klientel passt, mit dem man privat nichts zu tun haben möchte, mit dem man aber einige Stunden Lesezeit verbringen muss. Der Regler ist ein Allerwelts-Thriller, der sich kaum aus der Masse der Veröffentlichungen herausheben wird. Das gilt im Positiven wie auch im Negativen. Mit den thrillertypischen Ungenauigkeiten behaftet und mit einem schwachen Schluss ist ihm trotzdem ein gewisser Unterhaltungswert zu attestieren. Nur den Thrill wird man vergeblich suchen.

Der Regler

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Letzte Kommentare:
17.10.2018 14:13:29
Stefan Hamburger

Es gibt für mich keinen Grund , dieses Buch wie dieser unselige Herr Reich-Ranitzky oder andere Literaturpäpste zu kritisieren . Ich habe es genossen und zolle dem Autor Respekt , denn es hat einen hohen Unterhaltungswert und bildet auch ein bisschen . Er hat das Zeug zum Kriminalschriftsteller . Ich habe mir auch gleich noch die folgenden drei Bücher von ihm gekauft .

23.11.2016 14:33:12
susi

ich fand den Regler total spannend.
Habe mir darauf hin den 2. Band bestellt.
Die Stunde des Reglers. Es kam überraschender weise ein Hörbuch. Fand ich aber gar nicht schlimm, da ich außer im Urlaub kaum Zeit zum Lesen habe. So höre ich jetzt die Geschichte, wann immer ich im Auto sitze. Ich kann dabei wunderbar vom Alltagsstress abschalten. Toll und bildgewaltig geschrieben.

06.07.2016 20:29:45
Jossele

Max Landorff: Der Regler
Max Landorff ist ein Pseudonym, das verrät der Klappentext. Warum der oder die Autoren ein solches gewählt haben, ist natürlich deren Sache. Dagegen lässt sich schwerlich etwas sagen. Aber ein Motiv könnte sein, dass der Herr Landorff sich an seiner Story gewaltig überhoben hat. Es geht um einen Mann, Gabriel Tretjak, dessen Job es ist, für die Reichen und Mächtigen dieser Welt alles zu regeln, was sie nicht selber regeln wollen oder können. Darin ist er ein diskreter Meister und scheut auch nicht vor dubiosen Methoden zurück. Dann aber geschehen einige seltsame Dinge und vor allem einige seltsame Moder, die alle irgendwie mit Tretjak in Zusammenhang zu bringen sind. Es geht, das wird rasch klar um seine Vergangenheit. Immer verwirrender werden die Stränge, die Landdorff knüpft und immer undurchsichtiger. Das ist an sich noch nichts Schlimmes, muss sich der Leser halt konzentrieren. Blöd wird’s aber, wenn es der Autor selber nicht mehr blickt und ich fürchte, das ist hier geschehen. Denn nur äußerst wenige der Verwicklungen werden wirklich aufgelöst, manche mit ein paar lapidaren Sätzen. Am Ende wird eine Täterin präsentiert, die wenig glaubwürdig erscheint, von Ihrem Motiv mal ganz abgesehen. Was man dem Herrn Landorff zu Gute halten muss: spannend geschrieben ist es, aber der Rest ist Schrott. 30° mit viel gutem Willen!

06.04.2015 19:46:40
carrie 33

Bitte dieses Buch selber lesen--ohne sich von diesen oder anderen Kommentaren beeinflussen zu lassen.
Hätte ich wie sooft schon vor dem Kauf des Buches die vorliegenden Kommentare gelesen--ich hätte es wohl nicht gekauft.
Sehr zügig lässt sich dieses Buch lesen...nicht langatmig...immer nah an der Story-wendungsreich und spannend bis zum Schluss.
Jetzt beginne ich den zweiten Band.

02.11.2014 07:35:49
orkano

Gabriel Tretjak regelt alles - kaputte Ehen, kaputte Leben und verfahrene Situationen. Eiskalt bedient er sich dabei einem scheinbar unerschöpflichen Arsenal an trickreichen Methoden und Beziehungen zu allen möglichen und unmöglichen Kontakten in der Unterwelt der Ganoven und Geheimdienste. Er hat immer einen Joker in der Hand und weiß aus jeder Situation einen Ausweg. Als plötzlich Bekannte und Kunden von ihm reihenweise ermordet werden und darin zunächst kein Konzept erkennbar ist, gerät er immer weiter in Bedrängnis und scheinbar fängt seine Aura der Unverletzbarkeit an zu bröckeln. Wie gesagt leider nur scheinbar, denn auch im überraschenden Finale hat er es am Ende dann doch wieder besser gewusst.

Hier offenbart sich das Problem des Buches: Tretjak ist eine Figur mit großem Potential, und man schaut ihm gerne zu, wie er Probleme löst und immer einen Weg aus den vertracktesten Situationen findet. Leider sind diese Auswege immer unvorhersehbar und wirken teils arg konstruiert, wenn er wieder mal einen alten Bekannten aus dem Hut zaubert, womit dann wieder alles in Butter ist. Dazu kommen die vielen Handlungsstränge, die der Leser mitverfolgen muss. Man beginnt zu versuchen, diese Stränge zusammenzuführen und dabei wird der Leser dann gnadenlos enttäuscht. Das eigentlich furiose und an sich spannende Finale wird genau durch so eine unglaubwürdige und konstruierte Verknüpfung von Zufällen abrupt abgebrochen und es bleiben viele Fragen offen, und auch der Epilog hilft nicht bei der Suche nach Antworten.

Zuletzt bleibt der Eindruck eines Buches mit vielen guten und spannenden Ansätzen, die aber weder ausgeführt noch verknüpft werden. Stellenweise hat man den Eindruck, dass das ohnehin schon in schlichtem Stil geschriebene Buch oft auch stellenweise gekürzt wirkt, was der Spannung leider keinen Vorschub leistet. So bleiben viele Fragezeichen und ein etwas ratloser Leser. Dem Werbehype, der um das Buch gemacht wurde, wird es jedenfalls in keinster Weise gerecht.

18.12.2013 02:12:57
Sören

...ein spannendes Thema...Wer wünscht sich nicht manchmal einen Regler, der in das Leben eingreift und es verändert.oder besser doch nicht?an Frank: nein, ich schwöre dir, du möchtest so einen Menschen nicht kennen lernen. Es ist nur das Umfeld interessant. Der Rest ist innerlich zerrissen.

Persönlich bin ich gespannt auf weitere Romane und weniger Davor... :-)))

08.01.2013 19:35:54
Carsten

Hallo,

ich bin der Thriller überdrüssig, in denen der Autor seine Leser mit seinem wohl erst kürzlich angelesenme Spezialwissen beeindrucken will, aber nur eine dünne Geschichte drumherum strickt. Ich war teilweise gelangweilt und kurz davor dieses Buch halbgelesen in den Schrank zu stellen. Die Krönung war der mit einer roten Zipfelmütze bestückte Dorfschenk und Auftragskiller, der kurz vor Schluss nicht nur die Bombe der halb-genialen, halb-wahnsinnigen Mörderin entschärft, sondern auch noch die Information gibt, dass alle Zimmer im Hotel gemietet aber nicht belegt sind. Da bekommt man den Eindruck der Autor hatte keine Lust mehr und wollte das Elend nur noch schnell beenden. Wenigstens das hat er gut gemacht. Auf die Fortsetzung kann ich gut verzichten.

10.12.2012 16:33:07
Markus

Als Roman ein wenig enttäuschend - die Handlung verliert sich in vielen Strängen, zu Beginn jedes Kapitels wird mit Verwirrstrategie künstlich "Spannung" erzeugt. Sprachlich allerdings angenehm gelungen, da war jemand am Werk, der mit Sprache gut umgehen, aber nicht so fantastisch erzählen kann. Schade. Ich gebe dem Buch 64°. Wahrscheinlich sollte man lieber auf eine Verfilmung warten (ZDF böte sich an...). Ist sicher ein tolles Buch für alle, die Craig Russell gern lesen. (Ich nicht.)

12.09.2012 19:47:45
Bernie Gunther

Dieser "Thriller" beginnt als etwas überambitionierter, gut gemeinter Münchner Regionalkrimi und scheint durchaus das Potential zu einer spannenden Story zu bieten. Leider ist es das dann auch schon bald. Die zahllosen Figuren und Figürchen, die bis zum Ende eingeführt und sofort wieder verlassen werden, machen das Ganze leider nicht interessanter. Ab dem zweiten Drittel war die spannendste Frage für mich nur noch: kann es wirklich noch alberner werden? Es kann - leider.

06.10.2011 11:12:39
Sonea84

Gabriel Tretjak ist der Regler. Ich finde ihn recht charmant, auch wenn er gefühlsmäßig gerne in seiner eigenen Welt lebt. Ihn kann man anrufen, wenn man etwas geregelt haben möchte, was man sich selber nicht zutraut. Gabriel "regelt" z.B. einmal eine Trennung, aber zeitgleich hilft er dem "Getrennten" bei seiner Arbeit Mißstände aufzudecken und die Karriereleiter hoch zu klettern. Er selber sagt, er versucht immer alles so zu regeln, dass alle Beteiligten glücklich sind.

Man staunt schon im Buch darüber, wenn Gabriel einfach so einen Mann anspricht und diesem erklärt was dieser denn heute Morgen zum Früstück hatte. Die Art vom "Regler" ist bestimmt, aber auch charmant. Bildlich hatte ich immer wieder so eine Art "Gentleman" wie James Bond im Kopf.

Als Gabriel gerade wieder eines seiner "Arbeitsgespräche" führt, bekommt er einen myteriösen Anruf. Ersteinmal kann er sich nicht entsinnen, wer wissen könnte wo er sich gerade aufhält und dann ist diese Nachricht recht kryptisch gehalten.

Als dann ein Toter auftaucht, den Gabriel nicht nur kannte, sondern auch etwas mit dieser Nachricht zu tun hat beginnt das Katz-und-Maus-Spiel.

Vielmehr kann ich hierzu leider nicht sagen, um die Spannung nicht weg zu nehmen. Es sei nur gesagt, es wird rasant und spannend! Ich konnte es immer kaun erwarten die Seiten um zu blättern.

Die Morde sind recht ausführlich beschrieben und sagen wir mal "nicht ganz normal". Vielleicht würde ich Lesern, die kein Blut vertragen von diesem Buch abraten. Es fließt zwar nicht in Strömen, aber wie gesagt, die Morde sind recht "nett" beschrieben.

Das Tolle an diesem Buch sind die vielen vielen Irrungen und Wirrungen auf die uns der Autor führt. Uns dann kommenimmer wieder noch Zusammenhänge ans Licht, mit denen man im Leben nicht gerechnet hat. Die Story nimmt viele schnelle Wendungen.

Nach vielem Hin-und-Her ist man dann total von den Socken, wenn man erkennt was und wer hinter all dem steckt. Und trotzdem bleiben einige Fragen offen. Aber das fand ich nicht so schlimm. Vieles wichtige wurde geklärt und auf das was man noch wissen möchte kann man sich dann ja im nächsten Band freuen. Es ist nicht so, dass man als Leser nach Beendigung des Buches ratlos davor sitzt. Ich würde sagen, es ist nach diesem buch nur erstmal schwer ein neues Buch zu lesen, weil man hiervon einfach nur "geflasht" ist!


Ich bin restlos begeistert und bin froh, dass ich mir dieses Buch gekauft habe!

Ich empfehle es allen, die gerne einen guten und intelligenten Thriller mit Verwirrspiel lesen.

05.09.2011 23:42:48
Marius

Heftig beworben und am Ende an den Erwartungen gescheitert – das ist „Der Regler“ von Max Landorff. Gibt sich der Autor geheimnisvoll mit Pseudonym ist man immer ganz besonders gespannt, was den Autor zu diesem Schritt bewogen hat, in diesem Fall dürfte es die geringe Qualität des Machwerks sein, die der Autor bzw. das Autorenduo vielleicht doch nicht mit den richtigen Karrieren in Verbindung gesehen haben wollte.
Zum Inhalt wurde an dieser Stelle schon viel geschrieben, deshalb gibt es von mir nur einen Kruzüberblick: Gabriel Tretjak ist der titelgebende Regler, der alles Unangenehme in die richtigen Bahnen lenkt und so für zufriedene Kunden sorgt. Doch leider muss er auch schon bald erkennen, dass ein Regler mitnichten alles regeln kann. Er wird in ein perfides Spiel rund um ermordete Forscher gezogen, die alle mit ihm auf geheimnisvolle Weise in Verbindung zu stehen schienen.
Hört sich dies alles nach der Lektüre des Klappentextes nach einem spannenden Thriller an, so stellte ich schon kurz nach Anfang der Lektüre fest, dass alles doch mehr auf einen Münchner Regionalkrimi mit wissenschaftlichem Anstrich hinausläuft. Die Erzählung mäandert gemütlich vor sich hin, wenn es dann aber einmal wissenschaftlich wird, fühlt man sich schon einmal leicht überfordert, was die neurologischen Spitzfindigkeiten betrifft.
Die Figuren, Gabriel Tretjak allen voran, bleiben trotz der interessanten Grundidee blass und man kann sich kaum mit ihn identifizieren geschweige denn mitfiebern. So verschenkt der Thriller viel Potenzial und zieht einfach am Leser vorbei. Trotz der schnellen Schnitte, die das Lesetempo anziehen, bleibt die Geschichte in ihrer Gesamtheit leider hinter den Erwartungen zurück und hinterlässt keinen bleibenden und auch keinen flüchtigen Eindruck.

30.08.2011 14:01:27
Herbert

Voll das Scheißteil. Das paper is viel zu Stabil ums richtig dreh´n zu könn´. Ich mein mein Dope muss ja irgendwo rein ich kann mir den Scheiß ja nicht puhr reinspritzen oder son Scheiß versteht ihr was ich meine? Scheiß quali sag ich nur! Son Dreck hab ch mir direkt durch die Kimme gezogen. Aber die blöden Blätter haben mir mega den After aufgerissen

17.08.2011 20:31:27
Marie Luise Goiri Stein

Auf die letzte Frage, "wer ist das Pseudonym Max Landorff" bin ich gleich nach einigen wenigen Seiten reingefallen!
-Die Art sich auszudrücken, kurz, bündig, klar, neuartiges Thema, interessant und spannend.
Und die Art der Wegebeschreibung, etwa: er nahm die Autobahn 6 von ... nach ..., bog in...ab, auf die Landtraße...,rechts der Waldsaum, links die frisch gemähte Wiese mit der Anhöhe des... im Hintergrund...
- Den Klang der Namen:
Max Landorff / Jacques Berndorf, kommt mir nicht aus dem Sinn.
Prolog und Epilog kann ich jedoch nicht mit der Handlung in Einklang bringen, und bei den Hauptfiguren bleibt man nüchtern-kalt oder angewidert-abstoßend. Die Randfiguren vermitteln die nötige Wärme, um auf dem "Weg" nicht zu erfrieren. Also könnte man auch eine Fortsetzng lesen...

07.08.2011 02:37:15
Marge

"Auch wenn Max Landorff versucht, seinem Thriller ein intellektuellen, tiefsinnigen Anstrich zu geben, ist nur Oberflächliches herausgekommen. Die bemühte Intellektualisierung ist reine Makulatur und dient nur dazu, den fadenscheinigen Beruf des Helden aufzuwerten."

Dieser Satz ist reine Makulatur und dient nur dazu, eine möglichst breit gefächerte Bande an Fremdwörtern unter die Leute zu bringen, um sich ob der eigenen "Intelligenz" den Bauch pinseln zu können.
Entschuldigen Sie, eigentlich bin ich höflich, aber bei dieser Rezension -sprich, genauer bei diesem Satz- befällt mich irgendwie das Gefühl, dass der Rezensent sich durch ebenjene Kritik selbst offenbart, eigene Fehler auf den Roman projiziert.
Worthülsen, nichts als oberflächliche, nichts-sagende, leere Worthülsen, die keine Aussagekraft besitzen.

Meine Güte.

24.07.2011 14:34:59
Julia Kästner

Hallo, nachdem ich zuvor andere Thriller gelesen habe, wobei einer der Hammer war (die Verwesung) und der andere auch eher "lauwarme Kost" ("im Koma"), bin ich bei diesem Buch hier sehr zwei-gespalten.
Zu Beginn eher langatmig-aber doch mit einer kleinen interessanten Wendung am Ende, die Raum für eine Fortsetzung lässt. Jedoch standen mir Motiv und Handlungen des Täters in keiner Relation zueinander.
Man sollte nicht zuviel hinterfragen, sondern einfach die kurzen, intensiven Momentaufnahmen der Geschehnisse annehmen. Das gesamte Werk schien mir "zusammengestückelt", wobei man schon konzentriert lesen sollte, um den Abhandlungen richtig folgen zu können.Alles in allem fand ich das Buch eher weniger spannend (bereits nach 2/3 habe ich überlegt mit dem Lesen aufzuhören) und nicht zu 100% durchdacht geschrieben. Für mich leider nur ein "gut gemeinter Versuch" von sehr viel Stoff in Form kleiner Geschichten, die im Gesamten keine runde und mitreißende Sache darstellen.

16.07.2011 12:06:00
Barbara

Hallo, liebe Thriller-Gemeinde,

ich lese den Regler gerade, und bin - bis jetzt - teilweise fasziniert, teilweise enttäuscht: Vorläufiges Urteil: ein gekonnt gemachter Mix aus allen (bereits bekannten) Thriller-Elementen. Vielleicht etwas zu glatt (ich beneide die Hauptfiguren um ihre permanente körperliche Top-Form), aber absolut spannend, wenn auch nichts Besonderes. Als Urlaubslektüre sehr zu empfehlen.

P.S.: Auch wenn (warum?) mit Postleitzahl angegeben: den "Großen Elbberg" in Hamburg gibt es nicht!

27.06.2011 15:59:53
Thunder

Durch die Leserunde der Facebook Seite "Crimethrill" bin ich auf das Buch "Der Regler" von Max Landorff aufmerksam geworden. Nach den ersten Seiten zum testlesen war ich durchaus skeptisch, ob das Werk hält, was der Klappentext verspricht: "Der perfideste Deutsche Thriller des Jahres", zu sein.

Inhalt:

Die Hauptfigur des Buches ist ein gewisser "Tretjak", ein "Geschäftsmann" aus München, der sich darauf spezialisiert hat, die Probleme Anderer, meist wohlhabender Klientel in Machtpositionen, zu lösen und ihre, oftmals rufschädigenden, Episoden aus der Vergangenheit zu entfernen. Mitten in einem, wie es scheint, einfachen Fall, wird aber der Regler selbst von der eigenen Vergangenheit eingeholt und diese ist weitaus schwieriger in den Griff zu kriegen, als das Leben fremder Menschen.

Kritik:

Das Cover des Buches ist sehr schlicht gestaltet, eine im Schatten verborgene Figur, deren Gesichtszüge man als männliche identifizieren kann, und die in Kleidung und Pose stark an James Bond erinnert "steht" auf, dem in blau gestalteten Titel des Buches. Dies verstärkt, den durch den Klappentext hervorgerufenen Eindruck, dass es sich beim Titelhelden um eine, im verborgenen agierende Figur handelt. Somit harmoniert die Covergestaltung durchaus mit der Geschichte und den Erwartungen an sie.

Das Buch selbst hat 335 Seiten und ist in drei Abschnitte unterteilt: Die Täuschung, Die Entfremdung, Am See.

Teil 1 beschreibt, in jeweils kurzen Abschnitten und ständig wechselnden Schauplätzen das Leben und Wirken Tretjaks, einzelne Episoden aus dem Leben seiner Klienten sowie die Ermittlungsarbeiten der Polizei bei einigen durchaus bestialischen Morden, die mit Tretjak in Verbindung zu stehen, scheinen. Das Hauptaugenmerkt liegt aber auf dem Regler selbst. Man erfährt neben Details seiner Arbeit auch viele Einzelheiten aus seiner Kindheit und seinen jungen Jahren und gewinnt einen Einblick in seine Psyche. Dabei spielt vor allem die Beziehung zu seinem Vater eine große Rolle.
Teil 2 spielt etwa vier Monate nach dem ersten Teil und erzählt wie das Leben der dort vorgestellten Personen, weiter geht, wie Tretjak mit der neuen Situationen, in der er sich befindet, umgeht und vor allem den Zwiespalt der Beteiligten, denen das Ende der Ermittlungen keine Ruhe lassen will.
Teil 3 schließlich ist das große Finale, bei dem fast alle Fäden zusammenlaufen. Das Ende lässt auch durchaus die Möglichkeit einer Fortsetzung offen.

Sprachlich ist das Buch sehr schön geschrieben, flüssig zu lesen aber dennoch anspruchsvoll. Die vielen wechselnden Personen und Schauplätze sind zeitweise etwas verwirrend, aber sie tun der Spannung keinen Abbruch. Sie wird gerade dadurch noch erhöht, dass immer im entscheidenden Augenblick eine neue Wendung eintritt, die so nicht vorherzusehen war. Aber gerade der "schnelle Leser" wird bei diesem Buch entweder sein Tempo drosseln, oder des öfteren mal ein paar Seiten zurück blättern müssen, um dem Geschehen wirklich folgen zu können.
Die Figuren sind schön gezeichnet, sehr gut beschrieben und gut charakterisiert, so dass man sie sich in seinem geistigen Auge problemlos vorstellen kann, aber dennoch genug Spielraum für eigene Interpretationen bleibt. Die Handlung ist in sich stimmig und logisch, auch wenn die Hauptarbeit des Reglers - wie er Informationen beschafft und verschwinden lässt - sein Geheimnis bleibt.

Die, in meinen Augen, einzigen wirklichen Kritikpunkte an diesem Buch sind zum einen, der relativ schwache Einstieg, der wahrscheinlich den ein oder anderen Leser um die Geschichte bringen wird. Zum Anderen der relativ offensichtlich zu erkennende Täter, auch wenn am Ende noch eine kleine Überraschung dafür sorgt, dass man nicht all zu enttäuscht darüber ist "mal wieder Recht gehabt zu haben".

Fazit:

Alles in allem ein, wie ich finde, sehr spannender Thriller, der relativ unspektakulär beginnt, aber zunehmend an Fahrt gewinnt. Man will nach den ersten Seiten nicht unbedingt weiter lesen, weil man sofort gefesselt ist, sondern eher weil man wissen möchte worum es eigentlich geht. Aber nach ein paar Seiten ist man, auch aufgrund des angenehmen Sprachflusses tief in die Geschichte eingetaucht und es fällt einem schwer, das Buch auch nur für ein paar Minuten aus der Hand zu legen. Es besteht durchaus die Gefahr, dass es ein sehr "kurzes" Lesevergnügen wird, da man unter Umständen erst aufhören kann, wenn die letzte Seite .

Auch den "Rätselfreunden" unter den Lesern ist es möglich, selbstständig zu ermitteln um den Täter letztendlich zu entlarven. Aber aufgepasst: Wer hier einen Thriller mit detailliert ausgearbeiteter Ermittlungsarbeit erwartet und auf möglichst blutige Schilderungen der Tatorte hofft wird enttäuscht werden. "Der Regler" stellt die psychische Gewalt in den Vordergrund.

Letzten Endes bleibt es dem geneigten Leser selbst überlassen, zu entscheiden, ob er das Buch lesen möchte oder nicht - da kann auch "der Regler" nicht helfen ;-)

17.06.2011 16:20:44
Frank

Hallo,
ich habe das Buch in 2 Tagen durchgelesen. Absolut spitze und genau mein Thema. Absolut empfehlenswert. Das Buch löst auch nicht alles direkt auf, ich lieb es. Das es solche Personen im realen Leben gibt ist absolut logisch. So jemanden mal kennenlernen würd ich interessant finden.Jedenfalls sollte eine Fortsetzung auf dem Niveau das Mindeste sein ;-)

GrüßeFrank

11.06.2011 11:39:34
krimifan

Hallo,
auch ich bekam ein leseexemplar und nach erstem anfänglichem verwirrung bei der flut an informationen lies ich das buch in einem atem aus! faszinierend und fesselnd.
das es solche "regler" geben kann, macht es gerade zu beklemmend und abgrundtief.
bin mal gespannt auf die nächste gedanken des schriftstellers.

09.06.2011 21:55:00
Hanswurstchen

Hallo habe das Buch durch und muss sagen ich bin begeistert.An manchen stellen hätte ich mir fast in die Hose gemacht!!!So eine Spannung hätte ich nie von so einem Buch erwartet da ich selbst nicht oft Krimis les.
Aber dieses Buch is echt der Hammer!
Leute kauft euch dieses Buch!!!
Was besseres werdet ihr momentan nich finden !!!

09.06.2011 21:55:00
Hanswurstchen

Hallo habe das Buch durch und muss sagen ich bin begeistert.An manchen stellen hätte ich mir fast in die Hose gemacht!!!So eine Spannung hätte ich nie von so einem Buch erwartet da ich selbst nicht oft Krimis les.
Aber dieses Buch is echt der Hammer!
Leute kauft euch dieses Buch!!!
Was besseres werdet ihr momentan nich finden !!!

25.05.2011 13:47:17
Ostseeleseratte

Hallo,
ich habe bei meiner Thalia Buchhandlung eine Leseprobe mitbekommen und fand den Thriller total spannend, wunderbar verknüpfte Handlung wie ich es liebe.
Der Regler ein Mann nach meinem Geschmack. Vielleicht kenn ich ja auch einen Regler und weiß es gar nicht ;-)

Wenn das Buch im Juni erscheint bin ich die Erste die es sich kauft.
Bleibt nur die Frage: Wer ist das Pseudonym Max Landorff?
Viel Spass