Auf der Strecke

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Diogenes, 2011, Seiten: 368, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Humorvoller Debütroman

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2011

Xaver Pucher gilt als der Shootingstar der deutschsprachigen Literaturszene und will mit seinem neuen Werk den ganz großen Durchbruch schaffen. Doch auf der Fahrt von Wien nach Berlin, wo er seinem neuen Verleger das Manuskript vorstellen will, endet sein ruhmreicher Weg schlagartig, da er von einem Unbekannten ermordet wird. In der Wiener Mordkommission ermittelt die übereifrige Kommissarin Anna Habel, während zeitgleich in Berlin Kommissar Thomas Bernhardt und sein Team versuchen, den Fall zu lösen. Die Zusammenarbeit zwischen Habel und Bernhardt gestaltet sich zu Beginn recht schwierig, da beide sehr unterschiedliche Temperamente besitzen und auch die Arbeitsweise in den beiden Kommissariaten voneinander abweicht. Eher gelassen geht es in Berlin zu, eher hektisch dagegen in Wien.

Eine heiße Spur scheint es nicht zu geben, dafür aber jede Menge kleinere Hinweise, denen nachzugehen ist. So gibt es in Berlin und Wien jeweils eine gute Freundin des Ermordeten, Drohungen von einer islamistischen Gruppe aufgrund einer umstrittenen Textpassage des Autors sowie den nicht zu unterschätzenden Konkurrenzkampf im Literaturbetrieb. Auch eine politisch motivierte Tat scheint nicht ganz ausgeschlossen zu sein, denn eine weitere Spur führt in die Vergangenheit von SED und KPÖ in der die österreichischen Kommunisten offenbar im ganz großen Stil illegal Geld gewaschen haben. Aber hatte der erfolgreiche und selbstverliebte Starautor tatsächlich engeren Kontakt zur linken Szene? Gegner und Neider hatte er jedenfalls genug.

Das Autorenduo Claus-Ulrich Bielefeld (Literaturredakteur und -kritiker) und Petra Hartlieb (leitet eine Buchhandlung) kennen sich in der Literaturszene bestens aus und so wundert es nicht, dass ihr erster gemeinsamer Krimi hauptsächlich in genau dieser Szene angesiedelt ist. Im Vordergrund des Romans steht neben der kriminalistischen Komponente vor allem die Unterhaltung. Der Plot soll spannend sein, aber mindestens genau so kurzweilig und beides gelingt hier spielend. Es wird gewienert und berlinert, vom ersten Moment an nerven sich die nervös-überaktive Habel und der bereits in die Jahre gekommene Bernhardt, der sich eines gewissen Zynismus und Sarkasmus nicht entbehren kann. Hieraus ergeben sich zumeist recht lustige Dialoge, ohne dass dabei der Roman zur Krimiparodie verkommt.

 

"Ja, hier ist die Anna Habel. Schön, dass Sie doch noch rangehen. Arbeitet ihr eigentlich mit Zeitverzögerung in Berlin? Das dauert ja endlos, bis einer abhebt…"

"Was bilden Sie sich denn ein? Endlos. Was haben Sie denn für Vorstellungen? Wenn ihr in Wien so schlecht ermittelt, wie ihr unpräzise vor euch hin quatscht, na dann, gute Nacht. Habt ihr, haben Sie überhaupt den Hauch einer Ahnung…"

"Sorry."

"Ja, sorry, sorry. Was Besseres fällt Ihnen auch nicht ein. Also, was ist?"

 

Durch verschiedene Spuren und mehrere Verdächtige entwickelt nach und nach auch der Krimiteil selbst einen ansprechenden Spannungsbogen. Nicht alle Nebengeschichten werden zu Ende erzählt und die Auflösung mag ein wenig einfach oder besser gesagt plötzlich daher kommen, gleichwohl ist Auf der Strecke ein kurzweiliges Krimivergnügen. "Start einer grenzüberschreitenden Serie", so heißt es und dies lässt auf weitere Fälle der beiden unterschiedlichen, aber sympathischen Figuren hoffen, wobei es natürlich nicht einfach sein dürfte, die künftigen Mordfälle so zu konstruieren, dass "Berlin und Wien" zusammen arbeiten müssen. Apropos: Den beiden Metropolen wird ebenfalls der nötige Platz eingeräumt, nicht zuletzt um auch hier die bestehenden Gegensätze in den Vordergrund zu rücken. Dass Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb in Berlin beziehungsweise Wien wohnen, überrascht die Leser kaum, denn beide Städte werden weitgehend in positivem Licht dargestellt, wobei die österreichische Hauptstadt ein Stück weit besser wegkommt.

Wer auf der Suche nach einem unterhaltsamen und humorvollen Kriminalroman ist, der greife zu. Mögen weitere Fälle folgen…

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Letzte Kommentare:
02.02.2020 18:27:10
Sgt.Pepper

Langweilig; lohnt sich nicht zulesen ! Ich würde kein Buch dieses Autoren-Teams jeweils wieder in die Hand nehmen. da gibt es sehr viel Besseres...

12.08.2015 08:33:06
SÜWAG

Leider konnte sich das österreichische Deutsch in den Wien-Kapiteln nicht durchsetzen - das ist sehr schade, denn es würde die Unterschiede die sich in den Dialogen zw. Berlin und Wien auftun zusätzlich unterstreichen.In Berlin geht man die "Treppe hoch" und Herr Bernhart kann auch gerne "zu Fuß laufen" - in Frau Habel sollte aber unbedigt zu Fuß gehen und Stufen wenn schon nicht "rauf" dann doch zumindest "hinauf" gehen. In wien macht man nicht Party sondern "feiert Feste" und sitzen tut man auf dem "Sessel niemals aber auf einem Stuhl, dieses Wort ist für Anderes reserviert.Der Krimi bietet für den österreichischen Leser deshalb nur eingeschränktes Lesevergnügen, da kann die durchwegs gute Handlung auch nicht darüber hinwegretten.

24.11.2014 21:12:51
gudrun schüler

habe es ganz begeistert gelesen. Noch
mehr von so ähnlichen figuren bezw.
menschen, die lesen von "krimis"
ein spannend unterhalten.Weiter so,
ich bin gespannt - was da noch weiter
folgt . Bitte Informationen über weitere
krimis von Hartlieb und Bielefeld. Ist dieses
krimi buch noch zu haben?

14.11.2011 00:22:19
hankypaf

Dass - ich vermute Hans-Ulrich Bielefeld - das Polizistenquartett in Frankfurt nach Profis der Eintracht benennt, finde ich einerseits augenzwinkernd-pfiffig, andererseits natürlich nicht so gut .Das muss anders werden. Ich erwarte, dass die Ordnungshüter im nächsten Roman Kehl, Schmelzer, Leitner und Bender heißen!!

05.05.2011 19:37:59
klaus kreutz

bitte mehr von diesen beiden ermittlern!
die story ist spannend, das ende bis fast zum schluß offen, das lokalcolorit macht lust auf berlin und wien, die kommisare und ihre kollegen sind sind wunderbar gezeichnet, schmäh und schnauze passen hervor ragend zusammen und die figuren der geschichte sind so angelegt , daß man durchaus mit dem einen oder der anderen gern mal in der kneipe oder im baisel ein paar gläser trinken möchte. es hätte durchaus so gewesen sein können, der spannungsbogen wird über die ganze länge aufrecht erhalten, ein krimi den ich nicht weglegen wollte , den ich fertig lesen mußte nur keine unterbrechung!

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