Im Auge des Feuers

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Aschehoug, 2009, Titel: 'Ildens øye ', Seiten: 365, Originalsprache
  • Köln: DuMont, 2011, Seiten: 400, Übersetzt: Sylvia Kall

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Jörg Kijanski
Gelungene Fortsetzung der Aslak-Eira-Reihe.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2011

Johan Fjeld führt ein zurückgezogenes Leben und bekommt nur selten Besuch. Als eines Tages ein unbekannter Mann auf sein Haus zuschreitet, kommt ihm dessen Gang zunehmend bekannt vor. Es handelt sich um seinen älteren Bruder Karl, doch der starb bei dem großen Stadtfeuer des Jahres 1969. Damals brannten zahlreiche alte Holzhäuser am Fluss nieder, darunter auch das Geschäftshaus von deren Vater Andreas Fjeld. In den Überresten des Gebäudes fand man zwei Leichen, die von dem Arbeiterführer Oscar Wikan und eben jene von Karl.

Aber Karl ist äußerst lebendig, verbrachte eine längere Zeit in Kanada und ist nun, nach dem Tod seines Vaters, wieder nach Tromsø zurückgekehrt. Bei einem kleinen Stadtrundgang begegnet ihm auch Per Andersen, der sich damals mit seinem Kumpel Sverre Wikan in der Nähe des Feuers aufhielt. Doch der etwas einfältige Junge machte seinerzeit gegenüber der Polizei nur sehr vage Aussagen. Für Per wird es ein kurzes Wiedersehen, denn als er sich in der Nacht einen Schlafplatz in einem noch im Rohbau befindlichen Gebäude sucht, wird dieses kurzerhand abgebrannt. Wenig später finden die Ermittler rund um den samischen Kriminalhauptkommissar Aslak Eira zudem in einem Waldstück die Leiche eines Mannes, dem der Kopf abgetrennt wurde. Die Polizisten staunen nicht schlecht als sich anhand der Fingerabdrücke herausstellt, dass der Tote offenbar Karl Fjeld ist.

Aber wer starb dann bei dem Feuer 1969? Warum kehrte Karl ausgerechnet jetzt nach Tromsø zurück? Und wer hat ein Interesse daran, die Zeugen der damaligen Ereignisse zu beseitigen?

Im Auge des Feuers ist der zweite Band der Aslak-Eira-Reihe (nach Glaspuppen), in dem der alleinerziehende Vater zunehmend Probleme mit seinem in der Pubertät befindlichen siebzehnjährigen Sohn Niillas bekommt. Dieser hat plötzlich eine deutlich ältere Freundin namens Victoria, die aber offenbar auch an Aslak Gefallen findet. Dieser versucht stattdessen seine ruhende Bekanntschaft mit der Psychiaterin Mona Lie zu erneuern, die er bei seinem ersten Fall vor rund einem halben Jahr kennengelernt hat. So entwickelt sich das Privatleben des Protagonisten kontinuierlich weiter, nimmt jedoch einen durchaus vertretbaren Umfang der Handlung ein, ohne allzu sehr vom eigentlichen Plot abzulenken.

Der Krimiplot selbst besteht aus zwei Handlungssträngen, bestehend aus den aktuellen Ereignissen und den Geschehnissen des Jahres 1969, die nach und nach aufgeklärt werden. Rund zehn Personen spielten damals wie heute entscheidende Rollen und so sind noch einige Wunden zu lecken. Jorun Thørring gelingt es einen durchweg spannenden und verzwickten Plot zu konstruieren, der den Leser mehrfach auf die falsche Spur führen möchte. Dies gelingt allerdings unter anderem dadurch, dass einige Figuren doch eher – sagen wir mal – unkonventionell handeln. So finden die Geschwister Johan und Rita den toten Karl in ihrer Wohnung vor und schaffen diesen dann in ein Waldstück, wo seine Leiche später gefunden wird. Richtig schlüssig aufgeklärt wird dieses Verhalten nicht, denn man hätte ja auch einfach die Polizei rufen können, anstatt - ein wenig einfältig - darauf zu hoffen, dass es schon niemand bemerken wird. Eine andere Person hängt die Wäsche nach draußen; bei fünfzehn bis zwanzig Zentimeter Schnee. Mehrere derartiger Verhaltensweisen geben zwar den Polizisten wie auch den Lesern ihre Rätsel auf, lassen jedoch einen schalen Beigeschmack zurück. Die Geschichte wirkt insgesamt arg konstruiert, was zu einem deutlichen Punktabzug führt. Hiervon abgesehen ist Im Auge des Feuers eine ordentliche Fortsetzung der Aslak-Eira-Reihe, der man schon bald einen erneuten Fall wünscht.

Im Auge des Feuers

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Letzte Kommentare:
20.06.2016 23:07:24
Henriette H.

Das Buch ist furchtbar langatmig und die Handlung konstruiert. Der Schluss ist völlig unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Die Motive der handelnden Personen bleiben undurchsichtig. Irgendwie geht es um Geld, aber auch um Rache. Der Leser kommt nicht so richtig dahinter, wer wen aus welchem Grund ermordet hat. Vielleicht überliest man auch einiges, weil das Buch so langweilig ist und man bald zum (enttäuschenden) Ende kommen will. Diese Lektüre lohnt sich nicht!

23.03.2015 12:30:37
Edith Sprunck

Ein bemerkenswerter, guter Krimi, der sich im Norden Norwegens abspielt und die dortigen landschaftlichen und klimatischen Verhältnisse sowie die daraus wachsende Lebensart gut einfängt. Der samische Kommissar Aslak Eira, der schon in "Glaspuppen" ermittelt hat, hat eine Kette von Morden aufzuklären. Mit großer Finesse wird die Handlung aufgebaut und zeigt dabei Elemente eines Psycho-Thrillers. Atmosphärisch dicht werden Milieustudien betrieben und Beziehungsgeflechte dargestellt. Gesellschaftliche Klassenunterschiede, auch wie Kinder sich darin zurecht finden müssen, werden gut heraus gearbeitet. Dabei zeigt sich, dass Charakterschwäche, Gefühle und wie man damit umgeht keine Klassenunterschiede kennen. Ein relativ breites Spektrum krankhafter Verhaltensmuster und Beziehungen durchzieht die gesamte Handlung. Die Vergangenheit, die in nahezu allen in das Mordgeschehen verwickelten Personen gärt, spielt eine gravierende Rolle und wird elegant mit der Gegenwart verwebt. Ein flüssiger Schreibstil und durchgehende Spannung erhöhen den Wert des Buches. Ich kann diesen Krimi nur empfehlen und hoffe auf eine Fortsetzung mit Kommissar Aslak Eira.

10.08.2013 11:47:41
Johann Staunch

Eine für mich geniale Story. Viele Protigonisten, denen man nie genau glauben schenken kann. Für mich war das Buch sehr spannend. Man selbst nach kleineren, vermeintlichen Auflösungen immer noch nicht, wie das große Ganze zusammenhängt. Zusätzlich noch eine Side-Story zwischen dem alleinerziehendem Vater Eira und seinem Sohn, bzw. dessen Freundin. Mein erstes, aber bestimmt nicht letztes Buch von Jorun Thørring. Daher kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.

14.10.2012 23:15:43
Krimitante

eine arg konstruierte story, mit oft unlogischem handlungsablauf. eine manchmal wirre sprache (übersetzung?). einige der protagonisten sind ziemlich überzogene charaktere. alle neigen zu extrem sprunghaften verhalten, dass deswegen häufig an der glaubwürdigkeit vorbeischrammt. dazu noch ein paar ungereimtheiten wie völlig betrunkene obdachlose die eine druckreife unterhaltung führen können oder unglaubwürdige zufälle, die, zurechtgebogen, einen wichtigen hinweis geben. soetwas landet natürlich umgehend bei oxfam und keinesfalls im regal...

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