Drehschluss

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Wien: Echomedia, 2009, Seiten: 254, Originalsprache

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Andreas Kurth
Mörderische Medien-Menagerie

Buch-Rezension von Andreas Kurth Feb 2011

Clara Bodenstein ist ein echter Stern am Berliner Medien-Himmel. Sie ist Chefredakteurin des Boulevardmagazins UP!. Als Gesellschaftsreporterin mit äußerst spitzer Feder hat die gebürtige Wienerin schon so manchen Star in das Rampenlicht gehoben, aber auch mehrfach gnadenlos dafür gesorgt, dass andere in der Dunkelheit versinken. Und wegen dieser Skrupellosigkeit wird Clara von der Filmdiva Jackie Benz als Autorin für deren Skandalbiografie angeheuert. Dieses geplante Machwerk möchten allerdings einige betroffene Zeitgenossen mit allen Mitteln verhindern. Zur gleichen Zeit ist in der Hauptstadt Mona Ettinghaus verschwunden, Geschäftsführerin eines großen Verlages in Familienbesitz. Der Leser erfährt, das sie von einem wahnsinnigen Mörder bestialisch getötet wird – mehr aber auch nicht.

Clara fliegt unterdessen nach Mallorca, zum geheim gehaltenen Drehort des neuen, mit Spannung erwarteten Films von Jackie Benz, und arbeitet täglich mit der Schauspielerin an der skandalträchtigen Biografie. Aber es gibt ernsthafte Morddrohungen und schließlich einen nächtlichen Überfall, bei dem Jackie Benz von einem Unbekannten auf ihrem Bett gefesselt wird. Der Täter wird jedoch gestört und kann fliehen. Nach weiteren Drohungen legen Jackie und Clara das Buch-Projekt offiziell auf Eis. Aber nach dem Ende der Dreharbeiten soll auf Mallorca ein großes Abschlussfest gefeiert werden – und Jackie Benz ist spurlos verschwunden.

Konsterniert kehrt der ganze Tross nach Berlin zurück. Frank Schütte vom LKA Berlin – früherer Lebensgefährte der verstorbenen Mutter von Clara Bodenstein – und seine Ermittler-Kollegen sind ziemlich ratlos. Schütte glaubt allerdings an einen Zusammenhang zwischen den Fällen Ettinghaus und Benz und lässt bei seinen Nachforschungen nicht locker. Er stößt durch Zufall auf einen ähnlich gelagerten alten Fall in Wien, und kann so den Kreis der möglichen Verdächtigen weiter einengen. Clara ist derweil in heftige berufliche Turbulenzen geraten, und nun gerät sie auch noch in das Visier des Mörders. Es kommt zu einem ebenso rasanten wie blutigen Finale, das für den Leser einige faustdicke Überraschungen bereit hält.

Claudia Rossbacher wirft einen amüsanten und außerordentlich unterhaltsamen Blick hinter die schillernden Kulissen der Boulevardmedien und des Filmgeschäfts. Dabei zeigt sie anschaulich die perfekt geschminkten Masken der Stars und Promis, die beinahe zu allem bereit sind, um im Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit zu glänzen. Sex für die eigene Karriere, Intrigen gegen Nebenbuhler und knallharte Lügen sind an der Tagesordnung Der zunächst aufgebaute Spannungsbogen fällt im Mittelteil des Buches zeitweise ab, was aber nicht wirklich zu Langeweile führt. Die Schilderung der teilweise bizarren Charaktere und Verhaltensweisen in Film- und Medienbranche sind kurzweilig zu lesen.

Im Vordergrund steht in diesem Buch nicht die Ermittlungsarbeit der Polizei, sondern die Figur Clara Bodenstein und ihr persönliches Schicksal. Insofern ist Drehschluss ein ungewöhnlicher Kriminalroman, mit einem interessanten Ansatz. Die Suche nach dem Motiv des Mörders führt in einige Sackgassen, und bis zum Finale hat man als Leser nicht den Hauch einer Ahnung, was hinter der Sache stecken könnte. In dieser Hinsicht zeigt die Autorin, welches Potenzial in ihr steckt. Die Figur des Killers ist zudem eine außergewöhnliche Schöpfung von Rossbacher – mehr kann und darf hier nicht verraten werden, ohne dem Leser die Spannung zu nehmen. Der Plot ist jedenfalls bemerkenswert, dem Stil ist allerdings zuweilen die Herkunft der Autorin aus Österreich anzumerken – ohne dass das ein Manko sein muss.

Eine durchaus mögliche höhere Gradzahl verschenkt Claudia Rossbacher allerdings, weil im Mittelteil doch ein paar spannungsarme Momente dabei sind. Das Buch wird angesichts der amüsanten Schilderungen aus dem Glamour-Milieu nicht wirklich langweilig, aber der Kriminalfall gerät zuweilen etwas zu sehr in den Hintergrund. Offenbar gehen der Autorin bei den ganzen Intrigen etwas die Pferde durch. Immerhin wird der Leser durch das hochdramatische Finale mehr als entschädigt. Auf jeden Fall ein empfehlenswerter Roman, der neugierig macht auf das nächste Werk von Claudia Rossbacher.

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